Große Enttäuschung statt krönendem Abschluss - Freie Presse
Vor Pokalpleite: Darum strich FSV-Coach Enochs Bonga aus dem Kader
Chemnitz/Zwickau – Sie wollten die Saison vergolden. Am Ende kam nur Blech heraus. Die Finalpleite gegen den Chemnitzer FC hat beim FSV Zwickau für lange Gesichter und jede Menge Redebedarf gesorgt.

“Ein paar Fans sind sauer gewesen und konnten nicht verstehen, wieso wir verloren haben”, hatten Ronny König & Co. nach Abpfiff am Gästeblock Rede und Antwort zu stehen.

Die erste richtige Chance bekamen die Gäste aus Zwickau nach knapp einer halben Stunde: Lauberbach tankte sich gegen drei Chemnitzer zentral in den Strafraum, wurde aber im letzten Moment von Velkov gestört und trat frei vor Jakubov ins Leere (27.). Der CFC ließ sich bis zur Schlussphase der ersten Hälfte Zeit, ehe er das erste Mal gefährlich vor dem Kasten auftauchte: Müller scheiterte frei vor Brinkies mit einem Flachschuss (40.), Besser machte er es in der ersten Minute der Nachspielzeit, als er nach einem guten Karsanidis-Pass den FSV-Keeper per Direktabnahme überwand (45.+1). Mit 1:0 ging es in die Pause.

2:0-Sieg gegen Zwickau – Chemnitzer FC holt den Sachsenpokal

“Mir selbst hat auch das Verständnis gefehlt”, gab König zu. Was Zwickau zeigte, war zu wenig. Einen Klassenunterschied – gab es nicht. Echte Tormöglichkeiten – gab es nicht. Die Chance als Sieger vom Platz zu gehen – gab es nicht.

Nach der Pause ging es weiter intensiv zur Sache, Hempel hatte weiterhin jede Menge zu tun. Zwickau drängte nun erst einmal auf den Ausgleich. Der eingewechselte Könnecke (61.) und König (64.) ließen gute Chancen liegen. Dann nutzte der CFC die sich nun bietenden Räume. Frahn scheiterte aus kurzer Distanz (66.), Garcias Schuss wurde von Brinkies abgewehrt (69.). Es dauerte bis zur 83. Minute, ehe Müller die Entscheidung herbeiführte. Sein satter Distanzschuss wurde von Wachsmuth noch leicht abgefälscht und schlug unhaltbar im Kasten zum 2:0-Endstand ein (83.).

“Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt”, machte es Toni Wachsmuth kurz und knapp. Sein letztes Pflichtspiel hatte sich der Kapitän anders vorgestellt. “Es ging aber nicht um mich.” Vielmehr ging es um Sondereinnahmen für die Klubkasse. Geld, das Wachsmuth als künftiger Sportchef gut gebrauchen könnte, um auf Einkaufstour zu gehen.

Neben ihm stehen Bryan Gaul, Nico Antonitsch und Alexander Sorge als Abgänge in der Innenverteidigung fest. Anthony Barylla hat bereits im November ein erstes Angebot vorgelegt bekommen, entscheidend weiter ist der Verein bei ihm nicht.

Auch im Angriff muss Zwickau tätig werden. Lion Lauberbach hat mit seinen Leistungen Interesse von Zweitligisten geweckt. Tarsis Bonga erlag dem Vertragsangebot von Pokalgegner CFC (TAG24 berichtete).

In einem intensiven und spannenden Endspiel hat der Chemnitzer FC vor heimischem Publikum den Sachsenpokal gewonnen. Ein Doppelpack von Müller sorgte für großen Jubel im Lager der Himmelblauen, die damit den klassenhöheren FSV Zwickau bezwangen.

“Davon hat er uns aber erst am Donnerstag in Kenntnis gesetzt”, berichtet FSV-Coach Joe Enochs. Die Konsequenz: Enochs strich Bonga aus dem Pokal-Kader.

Der Chemnitzer FC holt sich zum 10. Mal den Sachsenpokal. Der Drittliga-Aufsteiger besiegte am Samstag im Finale Drittligist FSV Zwickau mit 2:0.

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Mann des Tages war Tobias Müller. Der Mittelfeldspieler traf vor 11 638 Zuschauern doppelt. Müller traf Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zum 1:0 (45.). Nach dem Wechsel erhöhte er auf 2:0 (84.). Sein Distanzschuss aus mehr als 20 Metern wurde unhaltbar für Zwickaus Keeper Brinkies abgefälscht – die Entscheidung.

Das war ein klasse Spiel des Chemnitzer FC und der Sieg hochverdient, sagte Ex-Nationalspieler Michael Ballack. Der frühere Bundesligastar, der beim CFC groß wurde, saß beim Finale in Chemnitz auf der Tribüne.

Übrigens: Beim FSV stand Tarsis Bonga (22) nicht im Kader. Kein Wunder: Der Angreifer soll nach BILD-Informationen schon vor einer Woche beim CFC unterschrieben haben. Bonga kam letzten Sommer aus Düsseldorf, ab der neuen Saison stürmt er für Chemnitz.