Würzburg - Landratsamt Würzburg: Abkochgebot für Hettstadt und Höchberg ...
Ausnahmesituation bei Würzburg – Fäkalkeime im Trinkwasser: Etwa 50.000 Menschen betroffen
Seit 14 Tagen gilt nun das Abkochgebot für rund 50.000 Menschen aus dem westlichen Landkreis Würzburg sowie aus Retzbach und Zellingen (Lkr. Main-Spessart). Da erneut Fäkal-Keime im Trinkwasser gefunden wurden, muss es weiterhin bestehen bleiben.

Sobald das Abkochen des Trinkwassers nicht mehr notwendig ist, werden die Gesundheitsämter über die Medien, die Homepage der Landkreise und die örtliche Gemeindeverwaltung entsprechend informieren – auch übers Wochenende. Die Trinkwasser-Hotline des Gesundheitsamtes Main-Spessart ist für die Bürger beider Landkreise am Samstag und Sonntag von 10.00 bis 14.00 Uhr unter folgender Telefonnummer erreichbar: 0 93 53 / 793 – 16 08.

Für Kindergärten und Seniorenheimen ist der Mehraufwand besonders groß. Sie müssen aufpassen, dass kein Wasser aus dem Hahn getrunken oder zum Zähneputzen verwendet wird. Bei Demenzpatienten stellt das eine ganz neue Herausforderung dar. Manche sozialen Einrichtungen fühlen sich mit dem Problem alleine gelassen.

Hermann Stumpf aus Leinach hatte schon 14 vor der Warnung Durchfall. Er vermutet, dass die Behörden zu spät informiert haben. Beweise hat der ehemalige Abteilungsleiter für Wasser und Gas bei der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH dafür nicht:

Nach wie vor läuft die Ursachenforschung. Vier mögliche Ursachen werden in Betracht gezogen: Ein Rohrbruch im Zulauf der Leitung der Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM) in den Hochbehälter Zellingen, eine Verschmutzung durch Mücken, eine Verschmutzung durch einen Wasserhahn, an dem Proben gezogen werden oder Schmutz, der durch eine Baustelle am Hochbehälter Zellingen ins Wasser gelangte. Christiane Höller vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sieht die Beseitigung des Rohrbruchs in sieben Meter Tiefe als dringlichste Maßnahme. Bis der Rohrbruch behoben ist, könne es etwa vier Wochen dauern. So lange müsse das Trinkwasser auf jeden Fall weiterhin in geringen Mengen gechlort werden. Allerdings habe dies keine gesundheitliche Beeinträchtigung der Bevölkerung zur Folge, so Höller.

Weiterhin keine EntwarnungAbkochgebot im Raum Würzburg gilt weiterhinWeiter Abkochgebot wegen Darmbakterien im WasserSendung

Für rund 50.000 Einwohner in Teilen der Landkreise Würzburg und Main-Spessart gibt es auch nach knapp zwei Wochen keine Entwarnung: Wegen Fäkal-Keimen im Leitungsnetz muss in 17 Gemeinden weiter das Trinkwasser abgekocht werden.

Würzburg – Ob für das Zähneputzen, zum Händewaschen oder zum Abspülen von Obst – im Raum Würzburg müssen etwa 50.000 Menschen bereits seit zwei Wochen ihr Trinkwasser abkochen.

Der Grund dafür: In einem Trinkwasser-Hochbehälter in Zellingen (Landkreis Main-Spessart) wurden Fäkalkeime gefunden, die Durchfall auslösen können. 17 Gemeinden der Landkreise Würzburg und Main-Spessart sind davon betroffen.

Das Wasser wird seitdem gechlort. Wie die Enterokokken in die Fernwasserleitung gekommen sind, war auch am Freitagnachmittag zunächst unklar. "Die Ursachenforschung läuft auf Hochtouren", sagte eine Sprecherin des Landratsamtes Würzburg dazu.

Mögliche Gründe können ein Rohrbruch in sieben Meter Tiefe sowie der Eintrag der Keime durch Mücken oder durch Schmutz auf der Baustelle am Hochbehälter sein. Täglich würden zudem an 50 Messstellen Proben genommen. Sobald drei aufeinanderfolgende mikrobiologisch unauffällig sind und zudem eine ausreichende Chlorsättigung im Trinkwasser nachgewiesen ist, kann das Abkochgebot aufgehoben werden.

Auch am Freitag konnte das Landratsamt in Würzburg noch keine Entwarnung geben. Für diesen Samstag würden neue Untersuchungsergebnisse erwartet, teilte die Behörde mit.