Europawahl 2019 in Wuppertal: Panne bei Wahllokal sorgt für Ärger - Westdeutsche Zeitung
Europawahl in Wuppertal: Schlüsseldienst muss Wahllokal öffnen
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken In Wuppertal-Cronenberg ist es zu Wahlbehinderungen gekommen. Im Bürgerbüro am Rathausplatz 4 in Cronenberg war die Wahl ab 8 Uhr nicht möglich. Der Wahlvorstand war pünktlich und kam auch in das Gebäude rein, erklärt Wahlleiter Oliver Pfumfel die Situation auf Nachfrage. Das Problem: Der Wahlkoffer, die Wahlkabinen und die Urnen waren in einem anderen Raum untergebracht. Dieser war abgeschlossen und besagter Schlüssel war nicht vor Ort. Wir haben dann direkt ein Auto mit Wahlunterlagen gepackt und nach Cronenberg geschickt, sagt Pfumfel. Außerdem habe der Wahlvorstand einen Schlüsseldienst beauftragt. Ab 9 Uhr könne man am Rathausplatz 4 wieder wählen.

Zwei Wähler hätten sich telefonisch beim Wahlleiter beschwert. Pfumfel habe ihnen einen Fahrdienst angeboten, der sie zu einem späteren Zeitpunkt zum Wahllokal bringen könne. Das Angebot sei bis dahin nicht angenommen worden.

Zu den Wählern, die ihre Stimme nicht abgeben konnten, gehören Hans-Hermann Bock, FDP-Bezirksvertreter in Cronenberg, und seine Frau. “Wir waren extra um 8.35 Uhr da”, betont der verärgerte Politiker. Denn sie seien den Rest des Tages außerhalb von Wuppertal unterwegs. Das ist Wahlbehinderung.”

Nach dem Kenntnisstand der FDP-Wuppertal sei eine Stimmabgabe durch den Wähler auch um 10 Uhr noch nicht möglich, teilte die Partei in einer Pressemeldung mit. Die FDP erwartet eine schnellstmögliche Klärung durch die Verwaltung und eine Wiederholung der Europawahl in diesem Wahlbezirk. Wahlleiter Pfumfel hält die Forderung für unrealistisch: Ich gehe mit einiger Sicherheit davon aus, dass es keine Wahlwiederholung geben wird. Die Situation sei nicht ideal, aber solche Zwischenfälle würden in fast jeder Großstadt bei Wahlen vorkommen.

Wegen einer Panne hat die Stadt Bochum schon vor dem Start der Europawahl ein vermeintliches Wahlergebnis veröffentlicht. Auf der Internetseite der Stadt sei am Samstagnachmittag für einige Stunden das angebliche Ergebnis der Wahl zu sehen gewesen, sagte ein Stadtsprecher am Sonntag.

Die fiktive Grafik wies die AfD mit fast 50 Prozent der Stimmen als Wahlsieger aus. Nach Angaben des Sprechers hatten Mitarbeiter zu Testzwecken fiktive Daten eingestellt und die Seite dann versehentlich veröffentlicht. "Es handelt sich um menschliches Versagen. Wir können uns für diesen Fehler nur entschuldigen." Die Daten seien umgehend gelöscht worden.

Weil ein Schlüssel nicht passte, ist ein Wahllokal in Wuppertal zur Europawahl verspätet geöffnet worden. Die Mitglieder des Wahlvorstands seien am Sonntagmorgen zwar pünktlich da gewesen und auch in das Bürgerbüro-Gebäude im Stadtteil Cronenberg hineingekommen, sagte Andreas Walter von der Wahlbehörde der Stadt.

Die Wahlunterlagen und die Urne hätten sich jedoch in einem verschlossenen Raum befunden, zu dem keiner der vorhandenen Schlüssel gepasst habe. Ein Schlüsseldienst habe die Tür öffnen müssen. Eine Stimmabgabe in dem Wahllokal sei dann von etwa 9.00 Uhr an möglich gewesen, sagte Walter. Drei Wähler hätten sich telefonisch gemeldet, weil sie nicht wie vorgesehen schon von 8.00 Uhr an wählen konnten. – dpa