KFC Uerdingen dreht harten Pokalfight in Wuppertal | waz.de | Fußball - Westdeutsche Allgemeine Zeitung
KFC dreht harten Pokalfight in Wuppertal
Niederrheinpokal – Uerdingen holt den Titel in Wuppertal KFC Uerdingen gewinnt NiederrheinpokalKnapper Sieg gegen Regionalligist Wuppertaler SVOsawe mit der Entscheidung für Uerdingen Neuer Abschnitt Der KFC Uerdingen hat seine verkorkste Saison mit einem Titel beendet. Im Finale des Niederrheinpokals setzte sich der Drittligist am Samstag (25.05.2019) in Wuppertal gegen den Wuppertaler SV knapp mit 2:1 (1:1) durch. Es war der erste Sieg im vierten unter Trainer Heiko Vogel, den nach Stefan Krämer, Norbert Meier und Frank Heinemann vierten KFC-Trainer der Saison.

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Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Jörn Koldehoff und Julian Schumacher Sportdirektor Karsten Hutwelker, der trotz der Rückkehr von Pascal Bieler erneut offiziell als Trainer agierte, brachte in der zuletzt instabilen Innenverteidigung Gino Windmüller an Stelle von Peter Schmetz. Der WSV startete vor der stimmungsvollen Kulisse (unter anderem hatten die Ultras ihren Boykott beendet) hoch motiviert. Semir Saric prüfte KFC-Schlussmann René Vollath, der den Ball erst im Nachfassen hatte (4.). Dann der große Auftritt von Silvio Pagano: In seinem letzten Spiel für Wuppertal nutzte er einen kapitalen Abspielfehler in der Krefelder Abwehr und zog auf und davon. Vollath berührte den Ball zwar noch, der rollte aber trotzdem ins Netz – 1:0 (8.).

Die erste Gelegenheit der Partie hatten die aggressiv auftretenden Krefelder durch Weltmeister Kevin Großkreutz, der aus spitzem Winkel aber etwas zu hoch zielte (1.). KFC-Torhüter René Vollath hatte kurz darauf leichte Schwierigkeiten, einen Distanzschuss des WSV festzuhalten, konnte die Gefahr aber letztlich bereinigen (4.).

Heiko Vogel (Trainer KFC Uerdingen): Zunächst einmal bin ich glücklich, dass wir den Pokal gewonnen haben. Das war ein würdiges Finale. Daran haben zwei teilgenommen. Es geht ein großes Kompliment an die Wuppertaler, die sehr couragiert und mutig gespielt und uns alles abverlangt haben. Das macht den Pokal aus. Wir sind der glückliche, aber auch verdiente Sieger. Wir sind schlecht ins Spiel gekommen mit einem frühen Gegentor und mussten verletzungsbedingt früh wechseln. Dann haben wir bis zum 2:1 alles unter Kontrolle gehabt. In der Endphase hat Wuppertal noch einmal alles nach vorne verlagert und ist zu der einen oder anderen Großchance gekommen. Wir haben das Quäntchen Glück gehabt, was man braucht, um zu gewinnen.

Obwohl der Drittligist mehr Spielanteile hatte, ging Wuppertal überraschend in Führung. Ein schwacher Rückpass von Dominic Maroh wurde zur Vorlage für Silvio Pagano, der allein auf Volland zustürmte und sicher zum 1:0 vollendete (8.). Kurz darauf musste Uerdingen zudem den am Oberschenkel verletzten Johannes Dörfler auswechseln und durch Maurice Litka ersetzen (14.).

Der Drittligist, vorne sehr gefährlich, musste sich kurz schütteln. Osayamen Osawe schoss vom Strafraumrand knapp über den Querbalken (13.). Die Führung des WSV hatte nicht lange Bestand: Der KFC konterte in der 19. Minute blitzschnell und spielte im Strafraum quer. Roberto Rodriguez stand am zweiten Pfosten frei, Dennis Malura konnte das Tor trotz beherzter Grätsche nicht mehr verhindern. Wickl war längst geschlagen – 1:1. Krefeld war nun dominanter. Nur mit Mühe verhinderte Tjorben Uphoff den Rückstand (24.). Dennoch hielt der WSV sehr gut dagegen. Vor allem in der Defensive um Ex-Weltmeister Kevin Großkreutz offenbarten die Uerdinger Probleme.

Nach einem gut ausgespielten Angriff über Litka und Osayamen Osawe glich der KFC in der 19. Minute etwas überraschend durch Roberto Rodriguez aus. In der Folgezeit flachte die Partie ab. Ohne weitere Höhepunkte ging es mit einem leistungsgerechten 1:1 in die Halbzeitpause.

Video starten, abbrechen mit Escape Finaltag der Amateure – die Höhepunkte der dritten Konferenz. Sportschau. 25.05.2019. 02:40 Min.. Das Erste.

Karsten Hutwelker (Interimstrainer Wuppertaler SV): Es ist sch…. verloren zu haben nach einem überragenden Spiel. Mehr kann man der Mannschaft nicht abverlangen als das, was sie heute geleistet hat. Ich bin mächtig stolz auf die Jungs, und sie können es auch selbst auf sich sein. Maximaler Respekt von meiner Seite, was die Jungs hier 90 Minuten lang geleistet haben. Wir haben nicht gegen eine Mannschaft gespielt, sondern gegen die mit dem höchsten Etat in der Liga. Da wollten wir nicht ins offene Messer laufen.

Auch im zweiten Durchgang verbuchte Uerdingen die erste Chance, der Schuss von Patrick Pflücke war jedoch kein Problem für WSV-Keeper Sebastian Wickl (47.). Als im Uerdinger Block Pyrotechnik gezündet wurde, musste die Partie kurzzeitig unterbrochen werden. Nach einer weiteren Phase ohne Höhepunkte landete eine Ecke von Rodriguez beinahe im Wuppertaler Tor, doch Dennis Malura rettete auf der Linie (59.).

In der 64. Minute der erste Wechsel: Meik Kühnel ersetzte Daniel Grebe, der viel unterwegs war. Dem WSV schienen die Kräfte zu schwinden – Osayamen Osawe nicht. Nach dem ungezählten Steilpass entwischte er Windmüller und Uphoff und behielt vor Wickl die Ruhe – 1:2 (69.) Hutwelker reagierte und brachte direkt danach Enes Topal für Sascha Schünemann. Die Bergischen gaben nicht auf. Gaetano Manno und Silvio Pagano kamen aber nicht durch (81.).

Bis zur 72. Minute passierte nicht viel, dann schlug der beste Uerdinger zu: Eine Einzelaktion von Osawe brachte den 2:1-Führungstreffer für den KFC. Wuppertal warf nun alles nach vorne, kam gegen gut aufgestellte Uerdinger aber nur selten in Tornähe. Nach einem Solo von Gaetano Manno hatte Pagano den Ausgleich auf dem Fuß, traf aber nur einen Verteidiger (83.).

Kurz nach dem Wechsel folgte eine weitere Auszeit: Weil aus dem Krefelder Block Böller flogen und dort Pyrotechnik gezündet wurde, unterbrach Schiedsrichter Kevin Domnick aus Duisburg das Spiel (53.). Polizei zog erneut vor dem Gästebereich auf. Als er weiterging, verfehlte WSV-Torwart Sebastian Wickl nach einem Eckball zwar den Ball, Malura klärte aber auf der Linie (57.). Uerdingen bestimmte das Spiel, ohne aber zu glänzen.

In der Nachspielzeit verpasste Manno selbst nur knapp das 2:2 (90.+3), bevor Kevin Hagemann das leere Tor verfehlte (90.+5). Auf der anderen Seite verhinderte Wickl die Entscheidung durch Oguzhan Kefkir (90.+7). Am Ende blieb es beim Uerdinger Zittersieg.

Die mit hohem Tempo gestartete Partie beruhigte sich fortan etwas. Intensiv geführt blieb sie dennoch. Großchancen waren bis zum Pausenpfiff nicht mehr zu verzeichnen. In der Nachspielzeit und auf dem Weg in die Kabine kam es allerdings noch zu Rudelbildungen, in der Pause zu Unruhe im KFC-Block. Die Polizei schritt ein. Die Wuppertaler Fans verabschiedeten ihre Mannschaft unterdessen mit viel Applaus in die Kabine.

Video starten, abbrechen mit Escape Finaltag der Amateure – die dritte Konferenz in voller Länge. Sportschau. 25.05.2019. 01:47:41 Std.. Das Erste.

Damit ist die Saison für den WSV sportlich beendet. Am Dienstag (28. Mai) um 19 Uhr folgt die außerordentliche Mitgliederversammlung.

Lange Zeit tag sich der Drittligist Uerdingen schwer gegen den Regionalligisten aus Wuppertal. Eine Einzelleistung von Osawe brachte schließlich den Titel nach Krefeld. Der WSV hatte in einer wilden Schlussphase noch mehrere dicke Möglichkeiten auf den Ausgleich, ließ diese aber ungenutzt.

Das Spiel ging ohne Anlaufschwierigkeiten sofort in die Vollen. Ein Abwehrbock in der KFC-Defensive ermöglichte das 1:0 für den Regionalligisten Wuppertal. Pagano nutzte das Uerdinger Missverständnis und schob den Ball alleine vor dem Tor eiskalt an Schlussmann Vollath vorbei (7.). Uerdingen musste sich erstmal sortieren und suchte die Lücke im Abwehrverbund des WSV. Der schönste Spielzug der Partie bedeutete den Ausgleich. Rodriguez leitete den Angriff an der Mittellinie ein, der Ball wurde weitergeleitet zu Osawe. Der Stoßstürmer drang halbrechts in den Strafraum ein und sah den mitgelaufenen Rodriguez – 1:1 (19.). Danach verflachte die Partie und keine Mannschaft erspielte sich ernstzunehmende Chancen.

Nach Wiederanpfiff zunächst das gleiche Bild: Der WSV stand sicher, Uerdingen suchte die Lücke und fand sie nach einem Eckball von Rodriguez beinahe. Der Torschütze brachte den Ball scharf auf den ersten Pfosten, wo Lukimya und auch Torwart Wickl am Ball vorbeiflogen – in der Mitte klärte Uphoff die Situation per Befreiungsschlag (59.). Aus dem Spiel heraus ging nahezu nichts für die Elf von Heiko Vogel. Schließlich war es eine Einzelaktion, die die Führung für den KFC brachte. Osawe setzte sich im linken Halbfeld stark gegen Windmüller durch, ließ auf dem Weg zur Mitte noch Uphoff stehen und vollendete mittig am Strafraum ins linke Eck (72.). In der Schlussviertelstunde zog sich der Drittligist mit der Führung im Rücken etwas zurück und überließ Wuppertal mehr das Spiel. Der Regionalligist wusste zunächst nichts mehr mit dem Ballbesitz anzufangen. Dann geriet der Uerdinger Pokalsieg aber noch mehrmals in Gefahr. Pagano brachte den Ball aus elf Metern nicht im Tor unter, nach starker Vorarbeit von Manno (83). Kurz darauf versuchte es der Kapitän in seinem letzten Spiel für Wuppertal selbst. Aus spitzem Winkel jagte er den Ball von rechts knapp über Latte (90. +2). Als Windmüller und Hagemann sich drei Meter vor dem Tor nicht einig waren und sich gegenseitig am Abschluss hinderten, war der Landepokalsieg von Uerdingen perfekt.

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