Mitglieder der Scharia-Polizei stehen erneut vor Gericht - Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Mitglieder der Scharia-Polizei stehen erneut vor Gericht
Neuer Prozess um Scharia-Polizei in Wuppertal Das Wuppertaler Landgericht beschäftigt sich ab Montag (20.05.2019) erneut mit der so genannten “Scharia-Polizei”. Eine Gruppe junger Männer war 2014 mit Warnwesten durch die Stadt gezogen, die diese Aufschrift trugen.

Der Gang der “Scharia-Polizei” durch Wuppertal löste bundesweit Empörung über die Islamisten aus. Nach dem Freispruch in erster Instanz muss das Landgericht jetzt erneut verhandeln.

Prozess um Wuppertaler Scharia-Polizei wird neu verhandelt

Audio starten, abbrechen mit Escape Neuer Prozess um die Scharia-Polizei in Wuppertal WDR Studios NRW. 20.05.2019. 00:28 Min.. WDR Online.

Anfang September 2014 halten Passanten die Männer in Warnwesten für einen Junggesellen-Abschied. Die Gruppe verteilt Karten, auf denen steht: “Shariah controlled Zone”. Ihre “Zielgruppe” sind junge Muslime, die sie von Spielhallen und Bordellen fernhalten wollen – sagen sie. Dokumentiert in Videos, die sie während ihres Gangs durch Wuppertal selbst drehen.

Die Warnwesten sind handelsüblich, die Aufschrift “Shariah Police” wohl selbstgemacht. Das Landgericht will den Prozess nicht eröffnen, die Staatsanwaltschaft setzt das über das Oberlandesgericht Düsseldorf durch. In erster Instanz dann der Freispruch vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Uniformverbot.

Neuer Prozess um Wuppertaler “Schariapolizei” | mehr Neuer Abschnitt Eine bedrohliche Wirkung sieht die Kammer damals nicht – der BGH in seiner Entscheidung aber schon. Vor allem auf junge Muslime.

“Wir suchen nach unseren verloren gegangenen Geschwistern, sagt Sven Lau in einem der selbst gedrehten Videos. Er war in Wuppertal Sprecher der selbsternannten Sittenwächter und wurde später wegen der Unterstützung einer Terroristischen Vereinigung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und gerade erst auf Bewährung entlassen.

Haftentlassung: Sven Lau kommt frei | mehr Neuer Abschnitt Er muss am kommenden Freitag (24.05.2019) im Prozess aussagen und soll sich inzwischen von der Islamisten-Szene distanziert haben.

Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Die Empörung über die selbst ernannte Scharia-Polizei in Wuppertal war groß. Vor fünf Jahren zogen Islamisten in Warnwesten mit der Aufschrift Shariah Police durch Wuppertal. Damals kursierten gelbe Flyer mit der Aufschrift Shariah Controlled Zone (Scharia-kontrollierte Zone).

Sieben Angeklagte landeten danach vor Gericht – wegen Verstoßes gegen das Uniformverbot oder Beihilfe dazu – und wurden im November 2016 freigesprochen. Ein Gesetz, das hier gegriffen hätte, gibt es nicht, hatte der Vorsitzende Richter des Landgerichts gesagt.

Doch der Bundesgerichtshof hob die Freisprüchedes Landgerichts auf und verwies den Fall zurNeuverhandlung an das Landgericht zurück. Die beginnt an diesem Montagmorgen. Vier Verhandlungstage hat das Landgericht angesetzt.