“Nach der langen Trockenheit im Sommer gibt es heute endlich wieder Wuppertaler Wetter”, scherzte dann auch Oberbürgermeister Andreas Mucke gleich zu Beginn seiner kurzen Rede. Seiner Meinung nach hat sich die Geduld beim Warten auf den neuen Busbahnhof gelohnt. Barrierefrei, sicher und bequem sei er. Der alte hingegen sei “eine Zumutung” gewesen. “Jetzt haben wir endlich den Busbahnhof, den wir alle verdient haben”, findet Mucke.

Der Oberbürgermeister lobte, dass künftig bis zu 65.000 Menschen täglich den neuen Busbahnhof nutzen würden, weil der ÖPNV wichtig für umweltbewusste Mobilität sei. In diesem Zusammenhang äußerte er auch Kritik an den Wuppertaler Stadtwerken (WSW): “Ich finde es nicht schön, dass ab morgen einige Buslinien wegfallen. Ich hätte mir mehr Buslinien mehr ÖPNV gewünscht. Darüber wird zu reden sein.”

Darauf ging Dietmar Bell, der Aufsichtsratsvorsitzende der WSW, in seiner Ansprache allerdings nicht ein, sondern bedankte sich bei allen Unterstützern des Umbaus sowie bei den ÖPNV-Nutzern “dafür, dass Sie das geduldig mitgemacht haben und uns als Kunden treu geblieben sind”. Auch der Geschäftsführer der WSW Mobil, Ulrich Jaeger, nannte den neuen Bahnhof in seiner Ansprache “eine sehr sehr gute Lösung.

Werner Lübberink von der Deutschen Bahn bezeichnete den Wuppertaler Hauptbahnhof als das “Herz unserer Wupper-Strecke”. Er ging insbesondere auf die Bahnhofs-Mall ein, die ebenfalls neu eröffnet wurde: “Das Angebot in der Mall orientiert sich an den Bedürfnissen der Reisenden von Bahn und Bus sowie den Anwohnern. Die Mall ist ein Baustein von vielen, um den Bahnhof attraktiver zu machen.”

Nach so vielen Vorschusslorbeeren für den neuen Bahnhof konnten die Bürger den Klängen der Dixieland-Jazz-Band “Dixie Diamonds” lauschen und sich mit Waffeln in Schwebebahn-Form und Gulasch stärken oder auch die neue Mall erkunden. Außerdem wurde eine Stadtrundfahrt in einem Oldtimer-Bus angeboten.

Dietmar Bell: “Es ist ein toller Tag für Wuppertal. Ich habe Firmen gekannt, die ihre internationalen Gäste am Flughafen Düsseldorf abgeholt haben, weil sie nicht wollten, dass sie Wuppertal durch den Bahnhof betreten. Es ist große Klasse, dass man es hinbekommen hat, ein repräsentatives Eingangsportal für die Stadt zu bauen. Das ist Großstadt.”

In diese Lobeshymnen stimmte auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh ein: “Es ist eine große Freude, diesen großen, weiten Bahnhof zu sehen. Nachdem die Stadt ja vor zehn Jahren dem Untergang nah war, ist das jetzt ein ganz anderes Bild. Da lacht das Herz.”

Nach Angaben der Wuppertaler Stadtwerke (WSW) können bis zu 120 Busse pro Stunde an insgesamt 18 Haltestellen an- und abfahren. Die WSW, die 1,2 Millionen Euro investiert haben, gehen davon aus, dass dort täglich rund 65.000 Fahrgäste unterwegs sind.

35 Linien halten an dem zentralen Knotenpunkt des Wuppertaler ÖPNV, verteilt auf fünf Haltestellen. Sie verknüpfen den Hauptbahnhof mit gut 50 Fahrtzielen in und außerhalb Wuppertals. In Spitzenzeiten werden bis zu 120 Busse pro Stunde hier an- und abfahren. Es gibt Haltepositionen für 18 Busse gleichzeitig.

Für Information und Aufenthaltsqualität der Fahrgäste hat die WSW unter anderem 13 dynamische Informationsdisplays mit Vorleseeinrichtung auf dem Busbahnhof und fünf weitere in der Bahnhofs-Mall installiert, 15 Sitzgruppen und ebenso viele Windschutzwände sowie 38 Mülleimer. In der Mall können sich Umsteiger auf einer LED-Videowand über die Abfahrtszeiten der Busse informieren. Im gesamten Bereich des Busbahnhofs gibt es kostenloses WLAN. Auch das neue MobiCenter in der Mall wird am Wochenende eröffnet.

Die WSW investieren 1,2 Millionen Euro in die Ausstattung des Busbahnhofs, davon entfallen allein 300.000 Euro auf die dynamische Fahrgastinformation. Dafür wurden rund neun Kilometer Strom- und Datenkabel verlegt.

“Wir haben planerisch alles getan, damit sich unserer Fahrgäste hier wohl fühlen und der Busverkehr reibungslos klappt”, versichert “WSW mobil”-Geschäftsführer Ulrich Jaeger. In den erste Tagen und Wochen werde man die Situation sehr genau beobachten und bei Bedarf nachsteuern. “Ich bin mir aber sicher, dass die Wuppertalerinnen und Wuppertaler sehr zufrieden sein werden”, so Jaeger.

Die WSW geht davon aus, dass täglich 65.000 Fahrgäste den Busbahnhof nutzen. Dies entspricht mehr als 20 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Zum Vergleich: Der Flughafen Düsseldorf fertigt pro Jahr etwa 24 Millionen Fluggäste ab. Etwa ein Drittel der Busbahnhof-Nutzer sind Umsteiger auf andere Buslinien, die Schwebebahn oder die Eisenbahn.

Mit der Eröffnung der neuen Station Wuppertal Hauptbahnhof beendet die WSW ein mehrjähriges Provisorium. Zum Beginn des Döppersberg-Umbaus und der Sperrung der B7 musste die WSW den zentralen Busbahnhof zur Ohligsmühle verlegen. Nach Fertigstellung dieses Abschnitts der Talstraße wurden die Umsteigeverbindungen auf den Wall, die Morianstraße und die Stadthalle verteilt. Nun finden sich alle Verknüpfungen wieder zentral am Hauptbahnhof.

Neben Festreden und Musik laden die WSW zu Kaffee und Snacks wie den “Schwebebahnwaffeln. Zudem gibt einen Sonderverkauf von Modellbussen. Im WSW-Parkhaus Hauptbahnhof ist das Parken am Samstag kostenlos. Erster Betriebstag des neuen Busbahnhofs ist am Sonntag (25. November).