Unternehmerpaar erdrosselt - lebenslange Haft für Enkel
Wuppertal: Urteil im Doppelmord-Prozess gefallen
Wuppertal – Für die Tötung des vermögenden Wuppertaler Unternehmerpaares ist deren Enkel Benjamin Springmann (26) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld des 26-Jährigen fest.

Es verurteilte ihn wegen Mordes und Totschlags an seinen Großeltern. Der mitangeklagte Geschäftspartner (45) wurde dagegen freigesprochen, weil nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, ob er bei der Tat anwesend war. Sicher ist: Er war am Tattag im Haus, deshalb fand man DNA-Spuren im Schlafzimmer des Großvaters. Die Verteidiger hatten Freisprüche für beide Angeklagte beantragt.

Die hochbetagten Kunstmäzene waren in ihrer Villa ermordet worden. Das Gericht gehe nicht wie Staatsanwalt Hauke Pahre von Habgier als Motiv aus, sagte der Vorsitzende Richter. Springmann hatte widersprüchliche Angaben gemacht, was nur der Täter wissen konnte.

Nach dem gewaltsamen Tod eines vermögenden Wuppertaler Unternehmerpaares ist dessen Enkel zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Wuppertal stellte zudem die besondere Schwere der Schuld des 27-Jährigen fest. Es verurteilte ihn am Dienstag wegen Mordes an seiner Großmutter und Totschlags an seinem Großvater. Ein mitangeklagter Geschäftspartner des Enkels wurde dagegen überraschend freigesprochen. Beide nahmen das Urteil regungslos hin, während die Mutter des 27-Jährigen in Tränen ausbrach und rief: Das können Sie nicht machen. Die Verteidiger hatten Freisprüche für beide Angeklagte beantragt.

Lebenslange Haft: Enkel verprasste Geld seiner Großeltern und tötete sie

Im Audi S1 des Enkels wurden zudem Blutspuren der Großmutter entdeckt. Und Fasern des Enkels aus dem Auto deckten sich mit Fasern an der Kleidung des Opas. Das Gericht geht davon aus, dass Enno Springmann im Streit aus Wut und Verzweiflung erschlagen worden ist. Das erfüllt den Straftatbestand des Totschlags.

Der Enkel hatte Enno (91) und Christa (88) Springmann demnach am 19. März 2017 in ihrer Wuppertaler Villa niedergeschlagen und erdrosselt. Die hochbetagten und angesehenen Kunstmäzene hatten es mit einem Maschinenbau-Unternehmen zu einem Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe gebracht. Der Täter sei ein Mensch, dem die Opfer eigentlich nur Gutes getan haben, sagte der Vorsitzende Richter Robert Bertling am Dienstag. Ein solches Verfahren habe er in seinen 40 Richterjahren noch nicht erlebt.

Weil Christa Springmann zur selben Zeit im Haus war, hat Benjamin S. – davon ist das Gericht überzeugt – seine Oma heimtückisch von hinten durch Erdrosseln ermordet, um den Totschlag zu vertuschen.

Während der 44 Verhandlungstage wurden 77 Zeugen gehört, darunter auch sieben Sachverständige u.a. DNA-Analytiker, Sicherheitstechniker, Rechtsmediziner und psychiatrischer Fachgutachter.

Als die Leichen von Christa ( 88) und Enno (91) Springmann in ihrer Villa in Wuppertal gefunden wurden, lag der Sonntagsbraten noch roh in der Küche.

Der 27-Jährige hatte den Großeltern demnach vorgegaukelt, fleißig zu studieren, stattdessen aber ihre großzügigen Zuwendungen verprasst, vorzugsweise für teure Autos. Zuletzt waren es 600.000 Euro in einem Jahr, die der Enkel auf den Kopf gehauen hatte. Er prahlte gern, glaubte, etwas Besonderes zu sein, definierte sich über Markenklamotten und später über sehr teure Autos, schilderte der Richter. Der 27-Jährige hinterging seine Großeltern über Jahre.

► Enno Springmanns Killer hatte dem alten Mann im Schlafzimmer mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen, ihn dann erdrosselt.

► Christa Springmann wurde in ihrem Arbeitszimmer (erste Etage) umgebracht. Der Mörder stieß ihren Kopf mit Gewalt gegen den Schreibtisch, dabei erlitt sie Hals- und Kopfverletzungen, wurde erst für tot gehalten und erst nach rund 30 Minuten mit einem Schal erdrosselt.

Doch dann war der Großvater ihm auf die Schliche gekommen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der 91-Jährige dem 27-Jährigen Konsequenzen angekündigt habe – nämlich den Geldhahn zuzudrehen. Aus Wut und Kränkung habe der Enkel in diesem Moment dem betagten Mann einen schweren Gegenstand auf den Kopf geschlagen und ihn erdrosselt. Wir nehmen Totschlag an, weil er direkt töten wollte. Es war kein geplanter Mord, sagte der Richter.

Das vermögende Ehepaar hat den Enkelsohn jahrelang unterstützt. War ihm das nicht genug? Er steht wegen Mordes an den beiden vor Gericht.

Der Geschäftspartner des Enkels habe zwar Spuren am Tatort hinterlassen, möglicherweise aber nur beim Beseitigen der Tatwaffe geholfen, als die Eheleute bereits tot waren, sagte Bertling. Es ist die günstigste Version für den 45-Jährigen, der damit, wenn das Urteil rechtskräftig wird, sogar Anspruch auf Entschädigung hat.

Durchbruch bei den Ermittlungen im Fall des getöteten Millionärspaares! Eindeutige Spuren führten zu dem Tatverdacht.

► Anschließend soll die Millionärs-Villa verwüstet worden sein, der Doppelmord sollte dadurch wie die Tat von überraschten Einbrechern wirken. Doch für die Polizei wirkte das schnell wie arrangiert.

Um einen Raubüberfall vorzutäuschen, habe der Enkel nach dem Verbrechen die Villa verwüstet. Doch die wochenlange Spurensuche trug Früchte: Am Tatort im Schlafzimmer des Großvaters wurden DNA-Spuren des mitangeklagten Geschäftspartners an einem Kissen entdeckt – und im Auto des Enkels Blutspuren der Großmutter.

Laut Anklage soll Studienabbrecher Benjamin Springmann befürchtet haben, dass sein Großvater seine großzügige finanzielle Unterstützung einstellen und ihn als Haupterben aus dem Testament streichen würde. Nach BILD-Informationen soll Benjamin Springmann alleine in den letzten Monaten vor der Tat mehrere Hunderttausend Euro verprasst haben.

Um einen Raubüberfall vorzutäuschen, habe der Enkel nach dem Verbrechen die Villa verwüstet. Doch die wochenlange Spurensuche trug Früchte: Am Tatort im Schlafzimmer des Großvaters wurden DNA-Spuren des mitangeklagten Geschäftspartners an einem Kissen entdeckt – und im Auto des Enkels Blutspuren der Großmutter.

Am Donnerstag legte die Staatsanwaltschaft Revision gegen den Freispruch des zweiten Angeklagten ein.

Die Großmutter habe sterben müssen, damit sie ihren Enkel nicht wegen der Tötung des Großvaters belastet. Der Enkel schlug ihr einmal wuchtig gegen die Stirn. Als er merkte, dass sie noch lebte, erdrosselte er auch sie.

Ein erdrosseltes Millionärspaar, ein verwöhnter Enkel und jede Menge Affären: Der Prozess um den Doppelmord von Christa und Enno Springmann enthüllt die Abgründe einer Familie.

Hasenfilets zum Abendessen? Wer Enno Springmann, 91, kannte, der wusste: Der Wuppertaler Unternehmer liebte dieses Gericht. Als man am Morgen des 20. März 2017 ihn und seine Ehefrau Christa, 88, erdrosselt in der gemeinsamen Villa fand, lagen die aufgetauten Filets noch in der Küche. Dass sie nicht mehr zubereitet worden waren, darüber sollte ein Jahr später vor dem Wuppertaler Landgericht leidenschaftlich diskutiert werden: Der Frage nach dem Todeszeitpunkt galt das alles überlagerndes Interesse in dem Mordprozess, in dem an diesem …