Wuppertal: Traum von Handball-Arena platzt
Piepersberg-West steht für Arena-Bau nicht zur Verfügung
Zwei Jahre liefen die Planungen auf Hochtouren, nun haben sie sich in Luft aufgelöst. Jörg Föste, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten Bergischer HC, bestätigte gestern Vormittag, dass das Projekt nicht umgesetzt werden kann. Der Grund: Der Eigentümer eines der notwendigen Areale hat die Angebote abgelehnt. Es ging um 55.000 Quadratmeter.

“Alle waren am obersten Ende der wirtschaftlichen Vernunft”, so Föste. “Da ist das Ende der Fahnenstange erreicht worden. Die Grundstückskosten stellen ja nur einen Teil dar. Wir sind angetreten mit dem Hinweis, dass das Projekt nur im Rahmen der wirtschaftlichen Vernunft Sinn macht.”

Auf insgesamt 97.000 Quadratmetern (mit anderen Eigentümern und dem Bund gab es eine Einigung) sollte eine Arena für 6.000 bis 7.000 Besucher entstehen – nicht nur für die Heimspiele des BHC, sondern auch für Konzerte und andere Veranstaltungen.

Im Interesse unserer User behalten wir uns vor, jeden Beitrag vor der Veröffentlichung zu prüfen. Als registrierter Nutzer werden Sie automatisch per E-Mail benachrichtigt, wenn Ihr Kommentar freigeschaltet wurde.

Erstmals wurden die Pläne 2013 vorgestellt, am 31. März 2014 dann symbolträchtig im Haus Müngsten unter der Brücke – also am Schnittpunkt der bergischen Großstädte Wuppertal, Solingen und Remscheid – eine Machbarkeitsstudie. Die Standorte Kluse (Wuppertal) und Fürkeltrath (Solingen) schieden früh aus, übrig blieb der Piepersberg in der Nähe des Wuppertaler Westrings. Die Themen Zuschüsse des Landes, Schallschutz und Verkehrsplanung seien schon weit fortgeschritten gewesen, heißt es. Allerdings hatte sich früh eine Bürgerinitiative gebildet – mit dem Hinweis auf die bereits bestehende Verkehrsbelastung und Umweltaspekte.

Wie es nun weitergeht, ließ Föste offen. Auf andere Standorte, die auch in der Diskussion waren, etwa das Gelände der ehemaligen Bergischen Sonne auf Lichtscheid und das ehemalige Briefverteilzentrum am Elberfelder Kleeblatt, mochte er nicht eingehen. Die Entscheidung sei zu frisch, nun werde man erst einmal intern beraten, wie die nächsten Schritte aussehen.

Denn dass der BHC eine moderne Halle braucht, um mittel- und langfristig in der Handball-Bundesliga bestehen zu können, daran ließ Föste keinen Zweifel. Umso erfreuter zeigte er sich, dass für die beiden “Heimspiele” am 1. und 15. November im Düsseldorfer ISS-Dome gegen den THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen bereits jeweils mehr als 3.000 Tickets verkauft seien. Ein Fingerzeig?

Und so muss der BHC zunächst weiter mit der Solinger Klingenhalle, in der morgen um 16 Uhr die Partie gegen die SG BBM Bietigheim angepfiffen wird, und der Wuppertaler Uni-Halle, wo am 11. Oktober mit dem Match gegen den SC Leipzig die Saisonpremiere steigt, vorlieb nehmen. Immerhin läuft es sportlich. Mit 8:4 Punkten hat der Aufsteiger einen starken Start hingelegt.

Das am Wuppertaler Westring und am Solinger Gewerbegebiet Piepersberg gelegene Grundstück wird dem Handball-Bundesligisten Bergischer HC zum Zweck der Errichtung einer eigenen Multifunktionsarena nicht zur Verfügung stehen.

Der Privateigentümer der wesentlichen Grundstücksfläche von 55.000 qm hat das von den Städten Solingen und Wuppertal sowie vom Bergischen HC mehrfach modifizierte Ankaufangebot kurz vor Abschluss der gesetzten Frist zum 30. September 2018 abgelehnt. Somit wird die insgesamt 97.000 qm große Fläche an der A46 vom Bergischen HC nicht genutzt werden können. Das Projekt Arena Bergisch Land war Ende 2013 unter Federführung des Bergischen HC und unter Begleitung ausgewiesener Experten aus den Bereichen Analyse (A.T. Kearney), Architektur (Gerber Architekten), Planung (Assmann-Gruppe), Schallschutz (Tohr Bauphysik) und Verkehrsleitplanung (Büro Runge) aktiviert worden. Am 31. März 2014 wurde eine umfangreiche Machbarkeitsstudie im Haus Müngsten, dem Schnittpunkt der drei Bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal, unterhalb der Müngstener Brücke der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Standort Kluse kam aus Wuppertaler Sicht (Verwaltung/Politik) nicht in Frage, der Standort Fürkeltrath aus Solinger Sicht nicht. Was blieb, war das Areal am Piepersberg. Hinsichtlich Schallschutz und Verkehrsplanung lagen bereits Voruntersuchungen vor. Die Planungsentwürfe waren weit gediehen. Zuschüsse der Landesregierung für die Förderung des Spitzensports (Investitionsmaßnahmen an herausragenden Sportstätten) standen ebenfalls bereits in enger Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium zur Disposition.

document.getElementById(“comment”).setAttribute( “id”, “363bc3815f31066eabcfbd91632223dd” );document.getElementById(“ee384e1b81”).setAttribute( “id”, “comment” );