Panne in Helios-Klinik: Krankenhaus verwechselt Patientin
Panne in Wuppertaler Helios-Klinik: Patientin verwechselt
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Daniel Neukirchen Udo Ubrich (68) muss tief durchatmen, wenn er von seinem Erlebnis in der Helios-Notaufnahme in Barmen berichtet. Ich war fertig, sagt Ubrich. Schrecklich war der Vormittag für ihn nicht nur, weil seine Frau mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde – sondern auch, weil sie plötzlich verschwunden war. Schuld war eine gefährliche Panne: Die 65-Jährige wurde versehentlich unter einem falschen Namen aufgenommen. Nur durch einen Zufall flog die Patientenverwechslung auf, so der Wuppertaler. Hannelore Ulbrich werde schon etwas mulmig, wenn sie an die Situation zurückdenkt. Sie sagt: Ich bin froh, dass ich nicht auf dem OP-Tisch gelegen habe.

Stellen Helios hat erst kürzlich mehrere Chefarztstellen neu besetzt. Die Ärztliche Direktorin Prof. Petra Thürmann betont, dass es sich dabei um individuelle Entscheidungen gehandelt hat.

Rendite WZ-Leser kritisierten im Nachgang zu den personellen Veränderungen die Klinik in Bezug auf die angestrebte Gewinnmaximierung. Helios sagt: Es gebe nicht die Vorgabe, 15 Prozent Rendite zu erreichen. Das entscheide jede Klinik der Helios Gruppe für sich. Man wolle Gewinne erwirtschaften, um sie in Gebäude und Medizintechnik zu investieren – etwa in die Geburtsklinik.

So schildert Udo Ubrich den Vorfall am 17. September: Gegen 8 Uhr wird Hannelore Ubrich mit dem Krankenwagen zur HNO-Ambulanz des Helios-Klinikums gebracht, ihr ist sehr schwindelig. Vor Ort wird Ubrich gesagt, dass der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. Sie wird zum Haus 5 geschickt, in die Notfall-Ambulanz. Udo Ubrich holt kurz ein paar Sachen von zu Hause und meldet sich erneut im Krankenhaus. Dort angekommen, kennt keiner meine Frau. Sie wäre hier nicht angekommen, sagt Ubrich. Eine Nachricht, die ihn sehr erschreckt. Auch in der HNO-Ambulanz ist seine Frau nicht zu finden.

Während Udo Ubrich panisch wird, liegt seine Frau im Untersuchungszimmer, bekommt Blut abgenommen und ein EKG. Was sie nicht mitbekommen hat: Auf ihrem Krankenhaus-Armbändchen steht ein ganz anderer Name. Hannelore Ubrich will ihren Mann sehen und bekommt gesagt, dass er gerade nicht zu ihr kann. Die Wuppertalerin erinnert sich: Da habe ich gesagt, dass ich 43 Jahre mit meinem Mann verheiratet bin und er doch wohl zu mir könnte. Erst da seien die Schwestern plötzlich stutzig geworden, weil das Alter nicht zur Patientenakte gepasst hat. Hannelore Ubrich schaut auf ihr Bändchen. Da steht Melanie.

Udo Ubrich wird benachrichtigt. Erst ist er erleichtert. Dann allerdings stellt er sich die Frage: Wie kann so etwas passieren? Meine Frau hat ihre Gesundheitskarte mit Lichtbild abgegeben und keiner hat es bemerkt, dass sie verwechselt wurde.

Ihr Blut war schon auf dem Weg ins Labor. Die Probe wurde zurückgerufen und der Patientin nochmal neu Blut über die bestehende Kanüle entnommen. Eine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten habe es nicht gegeben, bemerkt Udo Ubrich.

Im Gegenteil. Später wird Udo Ubrich nach eigenen Angaben bei der weitergehenden Untersuchung in der Neurologie noch einmal von einer Schwester abschätzig behandelt. Nach vier Stunden des Wartens habe er nachgefragt, was mit seiner Frau sei, der es noch immer schlecht ging und die mit einer Brechschale im Wartebereich ausharrte. Die Schwester habe ihm geantwortet: Ihre Frau ist noch nicht dran und im Übrigen sitzt ihre Frau ja gut. Für Ubrich die Krönung eines Krankenhausbesuches, wie ihn sich keiner wünscht.

Helios bestätigt, dass im Fall Ubrich ein Fehler passiert ist. Sprecher Jörn Grabert erklärte auf Anfrage der WZ: Im konkreten Fall ist tatsächlich ein falsches Armband zum Einsatz gekommen. Allerdings sei der Fehler dem Personal nach 15 Minuten aufgefallen. In dieser Zeit wurde die Patientin von einer Fachärztin kompetent und sicher betreut. Dennoch entschuldigen wir uns für die kurzzeitige Verwechslung. Auf die Nachfrage, wie so ein Fehler überhaupt möglich wurde, erklärte Jörg Grabert, dass es technische Probleme mit dem Drucker gegeben habe. Das will ich aber gar nicht vorschieben. So ein Fehler darf nicht passieren.

Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Daniel Neukirchen Udo Ubrich (68) muss tief durchatmen, wenn er von seinem Erlebnis in der Helios-Notaufnahme in Barmen berichtet. Ich war fertig, sagt Ubrich. Schrecklich war der Vormittag für ihn nicht nur, weil seine Frau mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde – sondern auch, weil sie plötzlich verschwunden war. Schuld war eine gefährliche Panne: Die 65-Jährige wurde versehentlich unter einem falschen Namen aufgenommen. Nur durch einen Zufall flog die Patientenverwechslung auf, so der Wuppertaler. Hannelore Ulbrich werde schon etwas mulmig, wenn sie an die Situation zurückdenkt. Sie sagt: Ich bin froh, dass ich nicht auf dem OP-Tisch gelegen habe.

Stellen Helios hat erst kürzlich mehrere Chefarztstellen neu besetzt. Die Ärztliche Direktorin Prof. Petra Thürmann betont, dass es sich dabei um individuelle Entscheidungen gehandelt hat.

Rendite WZ-Leser kritisierten im Nachgang zu den personellen Veränderungen die Klinik in Bezug auf die angestrebte Gewinnmaximierung. Helios sagt: Es gebe nicht die Vorgabe, 15 Prozent Rendite zu erreichen. Das entscheide jede Klinik der Helios Gruppe für sich. Man wolle Gewinne erwirtschaften, um sie in Gebäude und Medizintechnik zu investieren – etwa in die Geburtsklinik.

So schildert Udo Ubrich den Vorfall am 17. September: Gegen 8 Uhr wird Hannelore Ubrich mit dem Krankenwagen zur HNO-Ambulanz des Helios-Klinikums gebracht, ihr ist sehr schwindelig. Vor Ort wird Ubrich gesagt, dass der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. Sie wird zum Haus 5 geschickt, in die Notfall-Ambulanz. Udo Ubrich holt kurz ein paar Sachen von zu Hause und meldet sich erneut im Krankenhaus. Dort angekommen, kennt keiner meine Frau. Sie wäre hier nicht angekommen, sagt Ubrich. Eine Nachricht, die ihn sehr erschreckt. Auch in der HNO-Ambulanz ist seine Frau nicht zu finden.

Während Udo Ubrich panisch wird, liegt seine Frau im Untersuchungszimmer, bekommt Blut abgenommen und ein EKG. Was sie nicht mitbekommen hat: Auf ihrem Krankenhaus-Armbändchen steht ein ganz anderer Name. Hannelore Ubrich will ihren Mann sehen und bekommt gesagt, dass er gerade nicht zu ihr kann. Die Wuppertalerin erinnert sich: Da habe ich gesagt, dass ich 43 Jahre mit meinem Mann verheiratet bin und er doch wohl zu mir könnte. Erst da seien die Schwestern plötzlich stutzig geworden, weil das Alter nicht zur Patientenakte gepasst hat. Hannelore Ubrich schaut auf ihr Bändchen. Da steht Melanie.

Udo Ubrich wird benachrichtigt. Erst ist er erleichtert. Dann allerdings stellt er sich die Frage: Wie kann so etwas passieren? Meine Frau hat ihre Gesundheitskarte mit Lichtbild abgegeben und keiner hat es bemerkt, dass sie verwechselt wurde.

Ihr Blut war schon auf dem Weg ins Labor. Die Probe wurde zurückgerufen und der Patientin nochmal neu Blut über die bestehende Kanüle entnommen. Eine Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten habe es nicht gegeben, bemerkt Udo Ubrich.

Im Gegenteil. Später wird Udo Ubrich nach eigenen Angaben bei der weitergehenden Untersuchung in der Neurologie noch einmal von einer Schwester abschätzig behandelt. Nach vier Stunden des Wartens habe er nachgefragt, was mit seiner Frau sei, der es noch immer schlecht ging und die mit einer Brechschale im Wartebereich ausharrte. Die Schwester habe ihm geantwortet: Ihre Frau ist noch nicht dran und im Übrigen sitzt ihre Frau ja gut. Für Ubrich die Krönung eines Krankenhausbesuches, wie ihn sich keiner wünscht.

Helios bestätigt, dass im Fall Ubrich ein Fehler passiert ist. Sprecher Jörn Grabert erklärte auf Anfrage der WZ: Im konkreten Fall ist tatsächlich ein falsches Armband zum Einsatz gekommen. Allerdings sei der Fehler dem Personal nach 15 Minuten aufgefallen. In dieser Zeit wurde die Patientin von einer Fachärztin kompetent und sicher betreut. Dennoch entschuldigen wir uns für die kurzzeitige Verwechslung. Auf die Nachfrage, wie so ein Fehler überhaupt möglich wurde, erklärte Jörg Grabert, dass es technische Probleme mit dem Drucker gegeben habe. Das will ich aber gar nicht vorschieben. So ein Fehler darf nicht passieren.