Felix Magath exklusiv über den Titel mit Wolfsburg, sein \
Felix Magath: “Keiner will mehr Meister werden”
Er ist der Meistermacher des VfL Wolfsburg: Am 23. Mai 2009 wurde Felix Magath sensationell mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister Auf den Tag genau zehn Jahre danach hat Magath mit dem SPORTBUZZER über die Bedeutung von Konditionstraining, fehlende Ambitionen bei anderen Klubs und über neue Berufe im Fußball gesprochen.

Es war einer der überraschendsten Meistertitel in der Geschichte der Bundesliga. An diesem Donnerstag jährt sich der Gewinn der Schale für den VfL Wolfsburg zum zehnten Mal. Felix Magath, der die Niedersachsen 2009 zur Meisterschaft führte, erinnert sich an die Wolfsburger Glanzzeit im exklusiven SPORTBUZZER-Interview

Magath gab als Trainer des VfL Wolfsburg Anfang Mai 2009 seinen Abschied zum FC Schalke 04 bekannt. Die Wolfsburger waren zu diesem Zeitpunkt im Titelrennen. “Jemand hat das ja zuvor bewusst lanciert und in die Öffentlichkeit gebracht. Es hat aber nicht dazu geführt, Unruhe bei uns zu schaffen”, erklärte Magath. Wolfsburg gewann mit Coach Magath am 34. Spieltag durch ein 5:1 gegen Werder Bremen zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft.

SPORTBUZZER: Herr Magath, Sie haben im Januar 2009 im Trainingslager in Südspanien dem Mannschaftsrat erklärt, dass Sie Meister werden wollen. Da waren Sie mit dem VfL Wolfsburg gerade Neunter in der Bundesliga. Haben Sie selbst daran geglaubt?

Ich kann ja nicht in die Zukunft sehen. Aber ich habe in meiner Zeit als Spieler und Trainer gelernt, dass die meisten Menschen sich selbst begrenzen. Und das ist falsch. Es gibt nur wenige Menschen, die Ziele anstreben, die weit weg scheinen – und die sie dann auch erreichen. Manche schaffen es aufgrund einer besonderen Motivation, manche auch aus Not oder Angst. Nur: Setzen muss man sich die Ziele, auch wenn sie unrealistisch scheinen.

Aber wenn Sie so ein Ziel ausgeben, müssen Sie doch zumindest die Fantasie haben, dass es erreichbar ist.

Wolfsburg (dpa) – Der frühere Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath ist der Überzeugung, dass die Bekanntgabe seines Abschieds ein wichtiger Grund für den überraschenden Titelgewinn der Niedersachsen vor zehn Jahren war.

Das ist auch so ein Thema. Dass ich immer nur auf Konditionsarbeit und das Quälix-Image reduziert werde, ist natürlich Unsinn. Es ging ja nie darum, die Spieler einfach nur fit zu machen. Es ging darum, sie besser zu machen und vor allem ging es darum, sie gesund zu halten. Wir hatten – und das war ein Verdienst von Werner Leuthard – in der Rückrunde der Meistersaison beim VfL kaum Verletzte, obwohl wir hart trainiert haben. In den wichtigen Spielen fiel keiner aus, das war ein ganz großer Faktor.

Aber das allein ist ja keine Erklärung dafür, dass die Rückrunde so viel besser war als die Hinrunde – wie übrigens auch schon in der Saison davor.

Es haben ja immer nur die wenigsten einsehen wollen – das war in Wolfsburg so und anderswo auch –, dass es seine Zeit braucht. Als ich 2007 anfing waren nur noch zwölf Spieler da…

Der frühere Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath ist der Überzeugung, dass die Bekanntgabe seines Abschieds ein wichtiger Grund für den überraschenden Titelgewinn der Niedersachsen vor zehn Jahren war.

“Für uns war das vielleicht der entscheidende Punkt”, sagte der heute 65-Jährige im Gespräch mit der “DPA”. “Die Mannschaft ist danach zusammengerückt und hat sich gesagt: jetzt erst recht. Man muss nur wissen, wie man mit den Geschehnissen richtig umgeht.”

Magath gab als Trainer des VfL Wolfsburg Anfang Mai 2009 seinen Abschied zum FC Schalke 04 bekannt. Die Wolfsburger waren zu diesem Zeitpunkt im Titelrennen.

“Jemand hat das ja zuvor bewusst lanciert und in die Öffentlichkeit gebracht. Es hat aber nicht dazu geführt, Unruhe bei uns zu schaffen”, erklärte Magath.

Wolfsburg gewann mit Coach Magath am 34. Spieltag durch ein 5:1 gegen Werder Bremen zum ersten Mal die deutsche Meisterschaft.