8:1! Weghorst schießt Wolfsburg nach Europa - kicker
VfL Wolfsburg: Labbadia-Abflug mit Rekord-Sieg
Wolfsburg feiert beim letzten Spiel unter Bruno Labbadia die Rückkehr auf die internationale Bühne und machte mit einem 8:1-Kantersieg gegen Augsburg den direkten Einzug in die Europa League perfekt. Von Beginn an hielt der VfL das Zepter fest in der Hand – auch Abwehrschwächen des FCA, bei dem deutlich die Luft raus war, bedingten, dass die Partie mit einer klaren Pausenführung der Wölfe vorzeitig entschieden war.

Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia setzte im Vergleich zum 0:3 in Stuttgart auf drei Neue: Für Steffen (muskuläre Probleme), Guilavogui (Gelbsperre) und Klaus (Bank) standen Roussillon, Rexhbecaj und Ginczek in der Anfangsformation.

“8:1 war es?”, fragte Weghorst nach dem Abpfiff die Sky-Reporterin – bei dem Tore-Wahnsinn konnte man schon mal den Überblick verlieren. “Wir waren von Anfang an da, haben alles ins Spiel reingeworfen”, so der Torjäger weiter. “Ein Superspiel. Wenn man die Fans sieht, das ist geil. Wir haben uns mit diesem Sieg belohnt.” Sein persönliches Fazit: “Ich habe die ganze Saison über gespielt, bin wichtig geworden für die Mannschaft – und dann musst du eben auch in so einem wichtigen Spiel da sein. Ich bin superglücklich, dass ich so helfen konnte!” Und: “Alle Ziele, die ich mir vor der Saison gesetzt habe, habe ich geschafft, Europa war jetzt das letzte Ziel. Normalerweise bin ich immer heiß auf Tore, aber heute stand der Einzug in die Europa League im Mittelpunkt.”

Augsburgs Trainer Martin Schmidt tauschte gegenüber dem 3:4 gegen Hertha viermal Personal aus: Für Max (Gehirnerschütterung), Koo (Adduktorenprobleme) sowie Teigl und Morawek (beide Bank) durften Asta (Saisondebüt), Janker, Ji und Gregoritsch ran.

Wolfsburg bestimmte das Geschehen vom Anpfiff weg, drängte den FCA in die Defensive, der auf Konter lauerte und den ersten nennenswerten Abschluss verzeichnete (Gregoritsch, 11.). Der VfL indes hoffte vergeblich auf den Videobeweis, Oxfords Einsatz gegen Weghorst nach einer Ecke reichte für Referee Felix Zwayer nach Ansicht in der Review-Area nicht für einen Elfmeterpfiff (9.).

Dass es mit der Quaifikation fürs internationale Geschäft geklappt hat, ist “eine Riesenbelohnung für uns”, so Weghorst. “Wenn man die Stimmung hier jetzt im Stadion sieht, dann sieht man, was möglch ist.” Fast ebenso bemerkenswert wie sein Dreierpack: Seit dem 13. Spieltag stand der Angreifer bei vier Gelben Karten und damit kurz vor einer Sperre – und schaffte es den gesamten Rest der Saison ohne weitere Verwarnung auszukommen. Weghorst: Manchmal habe ich das schon im Kopf gehabt und dann noch mal zurückgezogen. Aber manchmal habe ich mir auch gesagt: ‚Wenn es passiert, dann passiert es einfach.

Die Labbadia-Elf tat sich trotz spürbarem Willen schwer, gegen kompakte Fuggerstädter zur ersten Chance zu kommen. Trotz klarer Überlegenheit dauerte dies bis zur 19. Minute, als Rexhbecaj einmal zu viel Platz für einen Fernschuss nutzte. Nun aber setzten die Wölfe ihren Angriffsmodus zielstrebiger um, auch wenn Mehmedi aus aussichtsreicher Position der Mut zum direkten Abschluss fehlte (20.).

Beim ersten Tor überlistete er Augsburgs Torhüter Gregor Kobel mit technischer Finesse, bei zweiten Tor stand er goldrichtig und blieb cool, bei seinem dritten Tor knallte er den Ball via Innenpfosten ins Netz: Wout Weghorst machte beim 8:1 gegen den FCA so etwas wie das Spiel seines Lebens und beendet die Saison mit bärenstarken 17 Treffern. Roy Makaay ist der einzige Holländer, der in seinem ersten Bundesliga-Jahr mehr Treffer schaffte – 23 in der Saison 2003/04, das erste davon übrigens in Wolfsburg vor der Nordkurve, also genau da, wo Weghorsts Doppelpack den Triumph gegen Augsburg einleitete.

Eine Zeigerumdrehung später stand es 1:0: Nach Williams Linksflanke packte Kobel nicht sicher zu, Weghorst schob sich beim Nachsetzen am Fünfer geschickt vor den Keeper und auch Gouweleeuw und schoss aus der Drehung ins rechte Eck ein (21.).

Von Trainer Bruno Labbadia gab es ein dickes Lob für seinen 17-Tore-Mann: “Wir haben ihn schon im vergangenen Jahr im Herbst gescoutet, wir brauchten Mentalitätsspieler – und das ist er. Er war von Anfang an extrem fokussiert, hat alles aufgesaugt, hat sich reingebissen in die Bundesliga.” Jetzt habe er “einen Riesensaison” hinter sich und sei “ein tolles Beispiel für das, was alles möglich ist, wenn immer wieder bereit ist zu arbeiten.”

Die Niedersachsen hatten die Partie voll im Griff, blieben das aktivere Team und ließen den FCA überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Die Folgen: Weghorst schnürte nach Mehmedis Flanke von links am zweiten Pfosten mit Saisontor Nummer 16 per Volleyabnahme den Doppelpack (37.). Und Knoche erhöhte noch vor dem Pausenpfiff nach Arnolds Ecke und mangelndem Zweikampfverhalten von Gouweleeuw auf 3:0 (41.).

Rekordsieg im Finale: Der VfL Wolfsburg schafft mit einem 8:1-Erfolg gegen den FC Augsburg den Sprung nach Europa. Im Mittelpunkt beim höchsten Sieg der Wolfsburger Profifußball-Geschichte: Wout Weghorst. Der Stürmer erzielte seinen zweiten Bundesliga-Dreierpack.

Schmidt brachte mit Wiederanpfiff Danso und Moravek für Gouweleeuw und Janker. Der FCA stemmte sich den Wölfen etwas energischer entgegen und entwickelte zunächst auch Offensivgeist (Richter, 52.).

Wout Weghorst has had an excellent first Bundesliga campaign with Wolfsburg:34 games17 goals7 assistsThe striker has done all he can to convince Ronald Koeman he should be in Netherlands squad for the Nations League.

Wie man Chancen effizient nutzt, zeigten die Hausherren wenig später: Weghorst hämmerte den Ball nach Rexhbecajs Zuspiel humorlos in den Winkel (55.), Ginczek staubte nach Gerhardts Pfostenschuss ab (57.) und Rexhbecaj stellte nach Roussillons Flügellauf und Flanke auf 6:0 (60.).

Platz sechs zeigte die LIVE!-Tabelle zu diesem Zeitpunkt für Wolfsburg an. Bis auf zwei Tore hatten sich die Niedersachsen zwischenzeitlich Platz fünf genähert, weil Frankfurt bei den Bayern zurücklag und Dortmund in Gladbach 2:0 führte.

Der Saisonkehraus in Wolfsburg war von schönen Toren und emotionalen Szenen geprägt. Mit Bruno Labbadia trat beim VfL ein Cheftrainer ab, der im Vorjahr für das schadlose Überstehen der Relegationsspiele gefeiert wurde, nun aber nicht mehr weiterbeschäftigt wird. Zu seinem Abschied gab es viel Applaus und so manche herzliche Umarmung. Angesichts einer erstaunlich erfolgreichen Saison mutet Labbadias Demission merkwürdig an. Aber die Wolfsburger möchten mit dem Österreicher Oliver Glasner gerne den nächsten Schritt nach vorne schaffen.

Fast hätte sich Wolfsburg am Ende Fünfter nennen dürfen: Der eingewechselte Brekalo (85.) und Dansos Eigentor führten zum 8:1 (89.) – zwischenzeitlich hatte Schieber mit seinem Jokertor etwas Ergebniskosmetik betrieben (82.). Hätte Brekalo seine Riesenchance zum 9:1 genutzt (90.+2), hätte die Labbadia-Elf Gladbach noch überholt. Der direkte Einzug in die Europa League steht für Wolfsburg nach dem erst zweiten Heimsieg gegen den FCA (2/3/3) gleichwohl fest.

Fast hätten die Niedersachsen am letzten Bundesliga-Spieltag neben Eintracht Frankfurt auch noch Borussia Mönchengladbach in der Tabelle überholt. In jedem Fall reichte der imposante 8:1-Heimsieg gegen den FC Augsburg für den direkten Einzug in die Europa League. Vom Fastabsteiger in 2018 zu einem Team mit internationalen Dienstreisen in 2019: Das Wolfsburger Abschneiden ist eine Erfolgsgeschichte mit Ausrufezeichen.

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Aus der Krönung einer starken Saison war ein munteres Scheibenschießen geworden. Wout Weghorst (3), Robin Knoche, Daniel Ginczek, Elvis Rexhbecaj und Josip Brekalo trafen am Fließband für den VfL Wolfsburg – und sorgten dafür, dass neben dem regelmäßigen Torjubel auch fleißig gerechnet werden musste.

Acht Tore, Europa-League-Quali und Freibier – so verabschiedet sich Bruno Labbadia (53) vom VfL Wolfsburg. Durch das 8:1 (in Worten: ACHT zu eins) springen die Wölfe am letzten Spieltag noch auf Platz 6. Rekord-Sieg in der Bundesliga!Maximilian Arnold (24): Das ist alles unglaublich bis geil!

Die mit so manchem Reservisten besetzte Mannschaft des FC Augsburg hatte allergrößte Mühe, Weghorst in seinem Tatendrang zu stoppen. Es war eine insgesamt einseitige Begegnung, die der VfL Wolfsburg mühelos gewann. Julian Schieber gelang der Ehrentreffer für Augsburg, Kevin Danso ein Eigentor.

Bruno-Abflug mit Rekordsieg! 2018 hatte er den VfL übernommen, wurde vom Relegations-Retter zum Überflieger nach Europa. 16 Siege in einer Saison – das hatte Wolfsburg in beiden vorangegangen Spielzeiten zusammen geschafft.Schon seit Wochen ist klar, dass Labbadia seinen Vertrag nicht verlängert. Er übergibt an Ösi Oliver Glasner (44). Wo Bruno hingeht, ist noch offen.

Vom Relegations-Retter nach Europa! Trainer Bruno Labbadia (53) verabschiedet sich in Wolfsburg mit Platz sechs.

Bei seiner Ankunft waren viele Fans skeptisch. Beim 8:1 gegen Augsburg feiern die 24000 Zuschauer ihren Trainer. Die Profis werfen ihn nach Abpfiff in die Luft.

Labbadia: Auf die Entwicklung bin ich stolz. Wieder in Europa zu sein ist hammerartig.Robin Knoche (26): Wenn man Frankfurt dieses Jahr in Europa gesehen hat, weiß man was für geile Abende das sind.Knoche, der den gelbgesperrten Josuha Guilavogui (28/verlängerte gestern bis 2023) als Kapitän vertrat, besorgte das 3:0 (41.) – und wollte feiern: Ich brauche jetzt erstmal ein Pils.Na dann Prost auf Europa und den Rekordsieg! 1998 hatte der VfL 7:1 gegen Gladbach gewonnen – das wurde jetzt getoppt.

Wout Weghorst (26) glänzte mit einem Dreierpack (21., 37., 55.). Dazu treffen noch Ginczek (57.), Rexhbecaj (60.) und Brekalo (85.). Den Rest macht der FCA: Schieber verkürzt (82.), Danso (89.) besorgt per Eigentor den Endstand.

Saisonende – aber für Labbadia ist noch nicht Schluss. Gestern stieg die große Party in einem Wolfsburger Hotel. Am 20. Mai fliegt er mit dem VfL nach China, wo ein Freundschaftsspiel gegen Frankfurt (24. Mai) ansteht.Und Augsburg? Die flogen mit einer Rekord-Pleite nach Hause. Julian Schieber (30): Das hatte mit Fußball nichts zu tun. Das war nicht bundesligatauglich.