Wolfsburg - Der zweite Wunschkandidat - Süddeutsche.de
VfL Wolfsburg: Oliver Glasner wird neuer Trainer nach Bruno Labbadia
Der Österreicher Oliver Glasner wird bis 2022 Trainer in Wolfsburg. Manager Schmadtke lobt dessen "beeindruckende Arbeit".

Jörg Schmadtke hat kürzlich einige Sätze über den Umgang mit Trainern in der Branche losgelassen – und man fragte sich anschließend, ob er mit seiner Kritik nur die anderen Klubs meinte. Oder eben doch alle Vereine, inklusive seines VfL Wolfsburg. Der Geschäftsführer kritisierte das mangelnde Vertrauen zwischen Sportdirektoren, Managern und Trainern in der Bundesliga – überhaupt könne es ja nicht sein, dass sich annähernd die halbe Liga schon wieder auf Trainersuche befinde. Die Klubs würden ihr lehrendes Personal nicht wirklich schützen: “Das Schwarze-Peter-Spiel, das wir momentan betreiben, das ist nicht gut”, erklärte Schmadtke also, und es wäre schön gewesen, in die Gesichtszüge von Bruno Labbadia zu blicken, als Schmadtke diese Sätze vortrug.

VfL Wolfsburg: Oliver Glasner wird Nachfolger von Trainer Bruno Labbadia

Labbadias Vertrag in Wolfsburg wurde trotz erfolgreicher Arbeit nicht verlängert, unter anderem, weil er sich mit dem Vorgesetzten Schmadtke nur mittelgut bis eher nicht so gut verstand. Wie sehr sich Labbadia in den vergangenen Wochen geschützt fühlte? Vermutlich: eher so mittelgut.

VfL Wolfsburg: Oliver Glasner bringt Trainer-Trio mit – und auch Spieler?

Immerhin befindet sich Wolfsburg seit diesem Dienstag nicht mehr auf Trainersuche, und Oliver Glasner, der das Amt im Sommer übernehmen wird, darf Schmadtkes Worte als ersten Vertrauensbeweis verstehen. Mit Labbadia, 53, konnte sich Schmadtke eine langfristige Zusammenarbeit nicht vorstellen; mit Glasner, 44, dagegen schon. Die Trainersuche hatte sich in den vergangenen Tagen auf den Coach des Linzer ASK konzentriert, spätestens als Marco Rose, der eigentliche Wunschkandidat, seine Zustimmung in Mönchengladbach signalisiert hatte. Mit Glasner hatte sich Schmadtke ebenfalls “länger beschäftigt und seine beeindruckende Arbeit in Linz aufmerksam verfolgt”. Der Österreicher erhält einen Vertrag bis 2022. “Wir bekommen mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer”, freut sich Schmadtke.

So bringt der 44-Jährige vom Linzer ASK seinen Co-Trainer Michael Angerschmid (45) mit, der seit vier Jahren an Glasners Seite arbeitet. Zweiter Assistent wird Thomas Sageder (35), der bereits beim SV Ried Co-Trainer unter dem künftigen Wolfsburger Coach war, zuletzt Blau-Weiß Linz in der zweiten österreichischen Liga hauptverantwortlich trainierte. Dritter im Bunde ist LASK-Athletiktrainer Michael Berktold (38), ein Diplom-Sportwissenschaftler und zudem Inhaber der Trainer-A-Lizenz. Die VfL-Fußballer können sich auf eine schweißtreibende Sommervorbereitung einstellen – der LASK gilt in Österreich als eines der fittesteten Teams.

Offiziell: Glasner wird Labbadia-Nachfolger

Die Verpflichtung eines neuen Trainers ist Schmadtkes nächster Schritt auf dem Weg, die Wolfsburger, die schon einmal als erster Herausforderer des FC Bayern galten, zurück in die Spitzenregionen der Tabelle zu führen. Als Schmadtke im Sommer 2018 das Geschäftsführer-Amt übernahm, konzentrierte er sich zunächst auf den Umbau der Mannschaft; Trainer Labbadia durfte bleiben, weil er gerade den Abstieg abgewendet hatte, bei den Fans etwas Kredit genoss und Schmadtke wohl auch vor einer kompletten Tabula-Rasa-Aktion zurückschreckte. Glasner ist nun zwar ein junger Coach gänzlich ohne Bundesliga-Erfahrung, aber er gilt als moderner Taktiker mit einer klaren und offensiven Spielidee, mit der er es in Österreich zuletzt schaffte, mit überschaubaren Mitteln dem finanziell übermächtigen Primus RB Salzburg Konkurrenz zu machen.

Mit dem Abschied von Bruno Labbadia verändert sich auch nahezu das gesamte Wolfsburger Trainerteam. Der Fußballlehrer geht mit seinen Assistenten Eddy Sözer und Olaf Janßen, auch Athletiktrainer Günter Kern wird den VfL verlassen. Lediglich Torwarttrainer Pascal Formann, unter dem die Keeper Koen Casteels und Pavao Pervan eine sichtbar starke Entwicklung gemacht haben, bleibt erhalten. Der neue Coach Oliver Glasner füllt das Trainerteam mit seinen Vertrauensleuten auf.

Viel Zeit zur Eingewöhnung oder gar einen Freischuss wird Glasner in Wolfsburg nicht erhalten: Zwei bis drei Jahre wollte Schmadtke dem VfL zur Konsolidierung einräumen, unter Labbadia ging ihm die Entwicklung tendenziell schon zu langsam voran. Glasner hat nun einen Sommer lang Zeit, seine Spielidee zu implementieren. Er dürfte es schon ahnen: Sehr lange wird es nicht mehr dauern, bis das Saisonziel in Wolfsburg wieder unmissverständlich “Europapokal” lautet.

Ab Sommer übernimmt Oliver Glasner (44) beim VfL Wolfsburg und wird Nachfolger von Erfolgs-Coach Bruno Labbadia (53).

Der Ex-Profi wollte seinen auslaufenden Vertrag nach Differenzen mit Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke nicht verlängern (BILD berichtete). Der Neue kommt jetzt aus Österreich.

Die Fans haben einfach keinen Bock auf die Montagsspiele in der Bundesliga. Selbst wenn das Spiel noch so viel Spaß macht.

Dies sei “eine große Herausforderung”, betont Glasner, “auf die ich mich sehr freue und der ich mich sehr gerne stelle”. Weiter heißt es in der VfL-Pressemitteilung: “In den Gesprächen mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer haben wir schnell gemerkt, dass wir die gleichen Vorstellungen davon haben, wie wir mit dem VfL in den kommenden Jahren erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen wollen und können. Zudem sind die Bedingungen in Wolfsburg hervorragend, so dass für mich schnell klar war, dass ich diese Aufgabe gerne annehmen möchte.” Bei den Wölfen unterschrieb er einen Vertrag bis Juni 2022.

Eigentlich steht der gebürtige Salzburger beim Linzer ASK noch bis 2022 unter Vertrag. Wolfsburg zieht die Ausstiegsklausel von 1,5 Millionen Euro.

Mehrere In­te­ressen­ten aus Deutschland

Schmadtke: Wir haben uns mit Oliver Glasner bereits länger beschäftigt und seine beeindruckende Arbeit in Linz aufmerksam verfolgt. Die Gespräche mit ihm haben die positiven Eindrücke, die wir bis dahin von ihm hatten, bestätigt und uns das sichere Gefühl gegeben, dass er die richtige Wahl ist, um mit dem VfL Wolfsburg die nächste Entwicklungsphase anzugehen. Wir bekommen mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer.

Glasner hat den Linzer ASK in Österreich aus der 2. Liga bis auf Platz 2 hinter den finanzstarken Liga-Primus RB Salzburg geführt.

“Wir hätten verdient als Sieger vom Platz gehen müssen. Wir sind schon ein bisschen enttäuscht, dass wir nur einen Punkt geholt haben”, haderte Arnold, gab aber zu: “Wenn man sieht, dass wir in der 90. Minute den Ausgleich machen, muss man schon zufrieden sein.” Durch das Remis muss der VfL im Kampf um die europäischen Plätze allerdings etwas abreißen lassen, denn der Rückstand auf den Sechsten Hoffenheim beträgt vier Spieltage vor dem Ende vier Zähler. “Wir hätten heute drei Punkte gebraucht”, weiß auch Arnold und stellte nüchtern fest: “Wir haben noch vier Spiele, müssen alles reinschmeißen und werden dann sehen, wo wir am Ende landen.” Die Aufgaben lauten: Hoffenheim (A), Nürnberg (H), Stuttgart (A) und Augsburg (H).

Trainersuche beim VfB Stuttgart – Der VfB beschäftigt sich mit Oliver Glasner

Glasner: Der Wechsel in die deutsche Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue und der ich mich sehr gerne stelle. In den Gesprächen mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer haben wir schnell gemerkt, dass wir die gleichen Vorstellungen davon haben, wie wir mit dem VfL in den kommenden Jahren erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen wollen und können. Zudem sind die Bedingungen in Wolfsburg hervorragend, so dass für mich schnell klar war, dass ich diese Aufgabe gerne annehmen möchte.

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Glasner gilt wie auch der 53-Jährige als Verfechter des dominanten Fußballs – und soll die erfolgreiche Arbeit dieser Saison weiterführen. Wir haben einen Grundstock gelegt. Spieler haben ihren Marktwert verbessert, der Verein steht ganz anders da, so Labbadia, der Slogan ‚Arbeit, Fußball, Leidenschaft wird gelebt. Und in den nächsten Tagen ist dann auch endgültig mit einer offiziellen Mitteilung zu rechnen, mit welchem neuen Wolfsburger Trainer.