Der Labbadia-Nachfolger heißt Glasner - FAZ - Frankfurter Allgemeine Zeitung
VfL Wolfsburg: Oliver Glasner wird neuer Trainer nach Bruno Labbadia
Der neue Wölfe-Dompteur: Oliver Glasner übernimmt das Amt von Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg. Bild: dpa

Der VfL Wolfsburg hat einen neuen Trainer gefunden: Oliver Glasner wird zur neuen Saison Nachfolger von Bruno Labbadia. Der 44 Jahre alte Österreicher kommt vom Linzer ASK.

Schmadtke war zur Suche nach einem neuen Coach gezwungen worden, da Labbadia trotz der bislang überraschend erfolgreichen Saison mit dem VfL seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Den 53-Jährigen, der den VfL im vergangenen Jahr in der Relegation gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg gerettet und in dieser Spielzeit bis an die Europapokal-Plätze heran geführt hatte, soll die schwierige Beziehung zu Schmadtke gestört haben. Schmadtke selbst hatte vor einigen Wochen eingeräumt, kein gutes Verhältnis zum Trainer zu haben.

Fast alle Fragen rund um die Neuausrichtung des VfL Wolfsburg waren zuletzt resolut abgeblockt worden. Was will und soll der Verein eigentlich langfristig erreichen? Warum konnte Bruno Labbadia nicht auf Dauer als Cheftrainer bleiben? Die Verpflichtung von Oliver Glasner, die einen Tag nach dem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt bekannt wurde, ist eine Antwort auf solche Fragen. Der gebürtige Salzburger verlässt den österreichischen Erstligaklub Linzer ASK, nutzt eine Ausstiegsklausel in seinem bisherigen Arbeitvertrag und schließt sich zur Saison 2019/20 dem VfL Wolfsburg an.

Die Verpflichtung des aktuellen Trainers des Tabellenzweiten Linzer ASK war daher längst keine Überraschung mehr. Höchstens der Zeitpunkt. Am Rande des 1:1 am Ostermontag gegen Frankfurt hatte Schmadtke bei Eurosport angekündigt, dass “wir es Ende der Woche verkünden können”. Zuletzt verhandelte der VfL mit dem LASK laut Medienberichten nur noch über die Ablösesumme für den eigentlich noch bis 2022 vertraglich in Linz gebundenen Glasner. Diese soll dem Vernehmen nach letztlich bei rund 1,5 Millionen Euro liegen.

Der Wechsel in die Fußball-Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue, sagt der 44 Jahre alte Glasner. Von ihm wird erwartet, dass er die gute Arbeit des in Kürze abtretenden Labbadia veredelt bis überbietet. Die jüngste Entwicklung des VfL Wolfsburg vom Fastabsteiger zum Bewerber für einen europäischen Wettbewerb ist nur auf den ersten Blick eine Erfolgsgeschichte. Unter der Regie von Labbadia war es auf sachliche Art und Weise gelungen, sich zu stabilisieren.

So bringt der 44-Jährige vom Linzer ASK seinen Co-Trainer Michael Angerschmid (45) mit, der seit vier Jahren an Glasners Seite arbeitet. Zweiter Assistent wird Thomas Sageder (35), der bereits beim SV Ried Co-Trainer unter dem künftigen Wolfsburger Coach war, zuletzt Blau-Weiß Linz in der zweiten österreichischen Liga hauptverantwortlich trainierte. Dritter im Bunde ist LASK-Athletiktrainer Michael Berktold (38), ein Diplom-Sportwissenschaftler und zudem Inhaber der Trainer-A-Lizenz. Die VfL-Fußballer können sich auf eine schweißtreibende Sommervorbereitung einstellen – der LASK gilt in Österreich als eines der fittesteten Teams.

Aber mehr Punkte in der Tabelle sind eben keine Garantie für zufriedenstellende Zuschauerzahlen und bundesweite Aufmerksamkeit. Jörg Schmadtke hat als Geschäftsführer des Vereins beschlossen, die nächste Entwicklungsphase anzugehen. Dafür nimmt er den Abschied von Labbadia und offenbar auch noch eine Abfindung für Glasner in Kauf. Mit der Verpflichtung des neuen Mannes bis 2022 ist der Wunsch verbunden, erfolgreichen und attraktiveren Fußball spielen zu lassen. Um dieses Ziel anpeilen zu können, hat Schmadtke seine Muskeln spielen lassen. Er hat das getan, was ihm zunächst deutlich mehr Ärger als Applaus aus der Fankurve beschert.

An Lobeshymnen für Glasner mangelt es nicht. Er hatte den Linzer ASK im Jahr 2015 als Zweitligaklub übernommen, zum Aufstieg geführt und in einen aktuellen Herausforderer des österreichischen Serienmeisters RB Salzburg verwandelt. Seine Einstufung in die Kategorie Konzepttrainer hat wohl damit zu tun, dass Oliver Glasner gerne modernen, abwechslungsreichen Fußball spielen lässt. Angeblich waren auch der VfB Stuttgart und Schalke an ihm interessiert. In Wolfsburg wird Glasner als fachlich hervorragender Trainer und echter Teamplayer eingestuft. Das hätte auch auf Marco Rose zugetroffen, der beim VfL lange im Gespräch war, sich aber für einen Wechsel von RB Salzburg nach Mönchengladbach entschieden hat.

Ab Sommer übernimmt Oliver Glasner (44) beim VfL Wolfsburg und wird Nachfolger von Erfolgs-Coach Bruno Labbadia (53).

Glasner wird neuer Trainer in Wolfsburg

Der Ex-Profi wollte seinen auslaufenden Vertrag nach Differenzen mit Geschäftsführer Sport Jörg Schmadtke nicht verlängern (BILD berichtete). Der Neue kommt jetzt aus Österreich.

Wir haben uns mit Oliver Glasner bereits länger beschäftigt und seine beeindruckende Arbeit in Linz aufmerksam verfolgt. Die Gespräche mit ihm haben die positiven Eindrücke, die wir bis dahin von ihm hatten, bestätigt und uns das sichere Gefühl gegeben, dass er die richtige Wahl ist, um mit dem VfL Wolfsburg die nächste Entwicklungsphase anzugehen. Wir bekommen mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer, erklärt Geschäftsführer Jörg Schmadtke.

Oliver Glasner bestätigt mehrere Interessenten aus der Bundesliga

Die Fans haben einfach keinen Bock auf die Montagsspiele in der Bundesliga. Selbst wenn das Spiel noch so viel Spaß macht.

Oliver Glasner verlässt den österreichischen Überraschungsaufsteiger Linzer ASK und übernimmt zur kommenden Saison das Traineramt beim VfL Wolfsburg. Das verkünden die Niedersachsen am heutigen Dienstag. Er unterschreibt bis 2022. Neben Glasner galt lange Zeit der vereinslose André Villas-Boas als heißer Kandidat bei den Wölfen.

Eigentlich steht der gebürtige Salzburger beim Linzer ASK noch bis 2022 unter Vertrag. Wolfsburg zieht die Ausstiegsklausel von 1,5 Millionen Euro.

Stuttgart – Im Big Business Profifußball ist die Gemengelage selbst für die handelnden Personen oft undurchsichtig. Ein spezielles Beispiel hierfür ist die Personalie Oliver Glasner, dem Trainer des österreichischen Bundesliga-Zweiten Linzer ASK. Nach Informationen unserer Redaktion ist klar, dass sich der VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger den 44-jährigen Glasner als VfB-Trainer für die neue Saison vorstellen kann – und zwar unabhängig davon, ob die Stuttgarter dann in der ersten oder in der zweiten Liga spielen. Das Problem dabei: Glasner ist aktuell ein äußerst begehrter Fußballtrainer, der auch sehr eng mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht wird.

Neuer Trainer des VfL Wolfsburg: Ende der Woche soll Klarheit herrschen

Schmadtke: Wir haben uns mit Oliver Glasner bereits länger beschäftigt und seine beeindruckende Arbeit in Linz aufmerksam verfolgt. Die Gespräche mit ihm haben die positiven Eindrücke, die wir bis dahin von ihm hatten, bestätigt und uns das sichere Gefühl gegeben, dass er die richtige Wahl ist, um mit dem VfL Wolfsburg die nächste Entwicklungsphase anzugehen. Wir bekommen mit ihm einen fachlich hervorragenden Trainer und einen echten Teamplayer.

Ist Schmadtke aber tatsächlich am Ziel – oder hält der VfB mit Hitzlsperger an der Spitze noch durchaus gute Karten im Glasner-Poker in der Hand? Der Trainer selbst hatte sich nämlich am Freitag in einem Interview mit der Wiener Kronenzeitung zu Wort gemeldet und verkündet, dass es noch andere Interessenten neben dem VfL Wolfsburg gebe. Wir wollen die Saison in Ruhe und auf hohem Niveau zu Ende spielen, ich denke, dass sicherlich zeitnah eine Entscheidung fallen wird, sagte der 44-Jährige am Rande des 2:2 bei Austria Wien am Sonntag bei Sky-Austria.

Glasner hat den Linzer ASK in Österreich aus der 2. Liga bis auf Platz 2 hinter den finanzstarken Liga-Primus RB Salzburg geführt.

Eine gute Wahl des VFL! Spielt einen sehr mutigen Fußball im 3-4-3 System mit extremen Gegenpressing. Hat den LASK von Liga 2 bis auf Rang 2 in der Bundesliga geführt (hinter RB Salzburg). Im Sommer mit dem LASK auch Besiktas besiegt in der EL-Quali. Nur durch ein Last Minute Tor an Besiktas gescheitert. Hat also ein klare Philosophie. Er wird wahrscheinlich Joao Victor mitnehmen als linken Flügelstürmer. Weghorst passt ideal in sein System. Zentral mit Arnold und Guilavogui auch die perfekten Spieler ebenso wie an den Flügeln (Mbabu und Roussillon) laufstarke Spieler. Einzige Baustelle sehe ich hinten, da ich mit Brooks nur 1 guten IV sehe für 3 Positionen.

Glasner: Der Wechsel in die deutsche Bundesliga ist eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr freue und der ich mich sehr gerne stelle. In den Gesprächen mit Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer haben wir schnell gemerkt, dass wir die gleichen Vorstellungen davon haben, wie wir mit dem VfL in den kommenden Jahren erfolgreichen und attraktiven Fußball spielen wollen und können. Zudem sind die Bedingungen in Wolfsburg hervorragend, so dass für mich schnell klar war, dass ich diese Aufgabe gerne annehmen möchte.

Der 44-Jährige, aktuell noch Cheftrainer des Linzer ASK, wurde schon mit einigen Bundesligaklubs in Verbindung gebracht. So galten auch der FC Schalke 04 und der VfB Stuttgart als mögliche Ziele für den Übungsleiter, der zuletzt selbst bei “Sky Sport Austria” bestätigte, “mehrere Interessenten aus der Bundesliga” zu haben. Der junge Coach, der vor seinem Engagement bei den Linzern nur ein Jahr in Ried an der Seitenlinie stand, war trotz einer Vertragsbindung bis 2022 dank einer Ausstiegsklausel in Höhe von kolportierten 1,5 Millionen Euro verfügbar.

Glasner bestätigt Anfragen und kündigt Entscheidung an

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“Es gibt mehrere Interessenten aus der deutschen Bundesliga, was ich als sehr große Ehre empfinde”, so der 44-Jährige, ohne die Kandidaten namentlich zu erwähnen. Was seine Zukunft anbelangt, werde “sicherlich zeitnah eine Entscheidung fallen”. Glasners Vertragsbindung in Linz gilt bis 2022, dem Vernehmen nach existiert eine Ausstiegsklausel in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Der VfL Wolfsburg gilt als wahrscheinlichster kommender Arbeitgeber des Österreichers. In der Autostadt ließ Geschäftsführer Jörg Schmadtke Mitte des Monats verlauten, dass die Gespräche in puncto Trainersuche “weitestgehend abgeschlossen” seien.