VfL Wolfsburg: Nach 0:2 bei RB Leipzig, Wölfe schleichen aus Europa - BILD
Stürmer von RB Leipzig – Abschiedssignale von Timo Werner
Nach zwei Katastrophen-Jahren rutschte der VfL Wolfsburg diese Saison eher unerwartet in den Kreis der Europa-Kandidaten. Nach dem in der Höhe schmeichelhaften 0:2 bei RB Leipzig rutscht der VfL wieder – jetzt langsam ab.

Vor der Partie lag der VW-Klub noch auf Platz 6, jetzt ist Wolfsburg raus aus den Geldtopf-Rängen. Die nächsten Gegner werden mit Frankfurt und Hoffenheim nicht leichter…

Geschäftsführer Jörg Schmadtke (55) mit Blick auf die Tabelle: ‚‚Geholfen hat es nicht, aber Ende April schauen wir mal. Nach meiner Einschätzung waren wir nicht in der Lage, die Qualitäten von Leipzig zu stoppen.

Leipzig hatte die Partie im Griff, stand defensiv stabil und suchte immer wieder den Weg nach vorne. Nach einer Ecke setzte Klostermann die Kugel über den Querbalken (24.). Während Wolfsburg den Ball zu schnell wieder verlor, schlugen die Hausherren nach einem Konter ein zweites Mal zu: Laimer eroberte die Kugel tief in der eigenen Hälfte, anschließend ging es schnell. Am Ende hob Sabitzer das Leder aus dem Halbfeld an den zweiten Pfosten, wo Werner Knoche entwischte und aus kurzer Distanz gegen die Laufrichtig von Pervan zum 2:0 für RB einköpfte (28.).

RB Leipzig will sich nach Rekordsieg Champions League “nicht mehr nehmen lassen”

Die Qualitäten waren jedoch nach zehn Minuten deutlich erkennbar. ‚‚Gegen Leipzig sieht es schnell mal so aus, dass man selbst nicht so viel Tempo hat, sagt VfL- Torwart Pavao Pervan (31), der den verletzten Koen Casteels (Oberschenkel) gut vertrat und eine höhere Niederlage verhinderte. Der Österreicher: ‚‚Leipzig ist auf jeder Position schnell besetzt.

Klub-Boss Oliver Mintzlaff deutete bei Leipzigs 2:0-Sieg gegen Wolfsburg den Abgang von Stürmer Timo Werner an.

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Die Gäste mussten also den nächsten Rückschlag verdauen – kamen nach etwas mehr als einer halben Stunde aber erstmals gefährlich vors RB-Tor. Arnold steckte bei einem Konter auf Mehmedi durch, der die Kugel frei vor Gulacsi allerdings am Kasten vorbeispitzelte (33.). Leipzig hatte mit der komfortablen Führung im Rücken einen Gang zurückgeschaltet, hielt Wolfsburg bis zur Pause aber gut vom eigenen Tor fern.

Wolfsburg dagegen auf den entscheidenden Positionen schnell abgehängt, weil Spieler wie Robin Knoche (BILD-Note 6) oder John Anthony Brooks (Note 5) einfach zu langsam waren.

RB Leipzig hat seine Erfolgsserie in der Bundesliga fortgesetzt. Gegen den VfL Wolfsburg gewannen die Sachsen nach einer souveränen Vorstellung völlig verdient mit 2:0 und sind damit seit elf Spielen ungeschlagen. Während Leipzig mit dem vierten Sieg in Folge Platz drei festigte, musste Wolfsburg im Kampf um die internationalen Plätze einen Rückschlag hinnehmen.

Immerhin: In den letzten fünf Partien kann der VfL zumindest die Europa League noch erreichen. ‚‚Du brauchst einen langen Atem und darfst dich nicht zurückwerfen lassen, fordert Trainer Bruno Labbadia (53). ‚‚Diese Saison ist der Kampf um Europa außergewöhnlich.

Damit fuhr RB den vierten Dreier am Stück ein und ist nun in der Liga seit elf Spielen ungeschlagen (8/3/0). Leipzig gastiert am Samstag (18.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach. Für Wolfsburg, das im Kampf um Europa einen Rückschlag hinnehmen muss, geht es am Montag (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt weiter.

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Leipzigs Coach Ralf Rangnick nahm gegenüber dem 4:2-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen zwei Änderungen vor: Mukiele ersetzte den gesperrten Kapitän Orban (5. Gelbe Karte), außerdem begann Matheus Cunha für Haidara (Bank). Angreifer Poulsen fehlte weiter erkältet.

Saskia Aleythe, Jahrgang 1986, Redakteurin im Sport. Aufgewachsen in Dessau, älter geworden beim Journalistik-Studium in Leipzig und Hamburg. Ist nach freier Mitarbeit für Spiegel Online nach München gekommen. Musste sich mit elf Jahren zwischen Handball und Aerobic entscheiden und hat eine gute Wahl getroffen – auch wenn sie von ihrem Team einmal bei einem Auswärtsspiel auf dem Bahnhof vergessen wurde. Fährt seitdem lieber Rad.

Leipzig. Seit elf Spielen hat RB Leipzig in der Bundesliga nicht mehr verloren. Der souveräne 2:0 (2:0)-Erfolg am Samstag gegen den VfL Wolfsburg war bereits der vierte Sieg in Folge im Fußball-Oberhaus – ein neuer Vereinsrekord. Dabei strotzte das jüngste Team der Liga vor Abgeklärtheit und Überzeugung. Mit jedem weiteren Erfolg steigt nicht nur das Selbstvertrauen, sondern auch der eigene Anspruch. Während Ralf Rangnick vor der Saison kein klares Ziel formulieren wollte, ist der Blick beim Verein schon seit Wochen geschlossen auf ein Ziel gerichtet: Der erneute Vorstoß zu Europas Elite in die Königsklasse. “Für uns ist entscheidend, dass wir die Champions League Qualifikation schaffen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das durchziehen können”, sagte der Rangnick nach dem Spiel gegen den VfL.

Marcel Sabitzer hätte noch für einiges Zeit gehabt. Über den Sommerurlaub nachdenken zum Beispiel, über die Frage, warum dieser April noch einmal Schnee ins Land gebracht hatte, sogar für philosophische Gedanken über den Sinn des Lebens hätte die Zeit gereicht. Sabitzer stand da schon auf dem Rasen der Leipziger Arena, es lief die 28. Minute und weil ihn keiner der Wolfsburger störte bei seinem Lauf Richtung Tor, spielte er den Ball dann halt einfach auf Timo Werner, der zum 2:0 einköpfte. Allein gelassen wie in einem Trainingsspiel.

Es war der Moment, in dem man für Wolfsburg das Schlimmste befürchten musste: Dass sie diese Auswärtsreise mit einem schmerzhaften Erlebnis beenden würde. Und tatsächlich musste das dann schon weh tun in Wolfsburger Ohren, was Emil Forsberg nach Abpfiff der Partie sagte: “Das Gefühl nach dem Spiel war: Puh, nicht viel gemacht, aber sicher gewonnen.” 20 zu sechs Torschüsse standen da in der Statistik und es war fast schon eine Kunst, dass es beim 2:0 der Leipziger blieb. “Ich finde, dass es ein absolutes Topspiel war, von beiden Mannschaften”, sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick noch höflich in Richtung seines Trainerkollegen Bruno Labbadia, um wenige Sätze später zu sagen: “Wenn wir mal ehrlich sind, konnte sich Wolfsburg in der zweiten Halbzeit beim Torwart bedanken.”

Dass seine Spieler dieses Ziel verinnerlicht haben und nach Bewährungsproben auf höchster internationaler Vereinsebene lechzen, stellten sie in den vergangenen Wochen eindrucksvoll unter Beweis. Während der 4:2-Sieg nach Rückstand gegen Bayer Leverkusen am vorherigen Spieltag ein Ergebnis des Willens und der Leidenschaft war, glänzten die Roten Bullen gegen die Wölfe durch taktische Disziplin und mit Ausnahme der Schlussphase des Spiels auch mit Effizienz. “Wir haben 2:0 zur Halbzeit geführt. Das zeigt, wie stark wir sind”, fasste Kevin Kampl nach dem Spiel treffend zusammen.

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In der Tabelle trennten Leipzig und Wolfsburg vor der Partie zehn Punkte, auf dem Platz sah es eher nach doppelt so vielen aus. Mit nun 58 Zählern ist Leipzig weiterhin Dritter, Wolfsburg hingegen auf Rang acht abgerutscht. Für RB läuft es gerade so gut, dass die Saison beinahe noch etwas länger gegen könnte. “Wie die Jungs gerade Widerstände überwinden, bin ich zuversichtlich, dass wir eher die Leistung noch weiter steigern können in den nächsten Wochen”, sagte Rangnick. Die Champions-League-Qualifikation ist das oberste Ziel in Leipzig – und die Teilnahme am Pokalfinale in Berlin. Und die Tabellenspitze, die immerhin nur acht Punkte entfernt ist? “Dahin schielen wir nicht”, sagte Rangnick.

Dass die Leipziger “Bock auf Fußball” hatten (Zitat Forsberg), war ihnen gleich mit dem Anpfiff anzusehen. Sie stürmten von links, sie stürmten von rechts und vor allem auch durch die Mitte: Emil Forsberg verteilte die Bälle problemlos in alle gewünschten Richtungen, denn mit den Wolfsburgern war es ja so: Sie verteidigten so zaghaft wie Teenager, die bei ihrer ersten Tanzstunde nervös Abstand zum anderen Geschlecht halten. So konnte sich auch Nordi Mukiele in der 16. Minute auf der linken Seite durch eine einfache Drehung vom Gegner befreien und den Ball zu Kevin Kampl bringen, der weiter mittig unbedrängt – was sonst – den Ball annahm und dann tat, was in seiner Jobbeschreibung steht: Tore schießen. Er schlenzte den Ball mit links am Torpfosten hinein ins Netz. Es war ein Treffer, der bei einem Schönheitswettbewerb durchaus konkurrenzfähig wäre.

Werners Kopfballtor zwölf Minuten später entlockte Ralf Rangnick dann auch einen kurzen Jubel, er streckte die Arme in die Höhe, als würde er eine Stange ohne Gewichte nach oben recken. Werner beförderte den Ball auch nach der Halbzeitpause ins Netz, stand dabei allerdings im Abseits. Da war er schon längst Gesprächsstoff der Fernsehzuschauer geworden, in der Halbzeit hatte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff ins Sky-Mikrofon gesprochen: “Wir wollen bekanntermaßen mit ihm verlängern. Aber er hat uns signalisiert, dass er eher nicht verlängern möchte.” Die Leipziger Fans sollten sich demnach damit abfinden, dass der 23-Jährige wohl gerade seine letzten Spiele für RB bestreitet. Sein Vertrag geht noch bis Sommer 2020, doch sollte er nicht verlängern, würden die Leipziger ihn gerne schon in diesem Jahr für eine hohe Ablösesumme an einen anderen Verein transferieren. “Wir müssen dann sehen, was das Richtige für uns ist und für Timo”, sagte Mintzlaff noch. Ralf Rangnick wollte dem Thema keine größere Bedeutung beimessen. “Für die mediale Öffentlichkeit ist das gerade wichtiger als für uns”, sagte er, “ich bin im Moment zu 100 Prozent in der Trainerrolle. Deswegen interessiert mich nicht, was in sechs, sieben Wochen mit seinem Vertrag passiert.”

Was auf dem Rasen in der zweiten Halbzeit noch passierte, konnte sowohl Trainer als auch Sportdirektor interessieren: Die Leipziger ballerten munter weiter Richtung Wolfsburger Tor, brachten den Ball aber nicht mehr ins Netz, auch weil VfL-Keeper Pavao Pervan ein paar “fantastische” Paraden zeigte, wie Rangnick attestierte. Zur Ende der Partie brachten auch die Gäste den Ball nochmal in den Leipziger Strafraum, doch daran wollte sich Rangnick nicht aufhalten an diesem Nachmittag. Er geriet fast schon ins Schwärmen über seine eigene Mannschaft, was bei einem, der nie schwärmt, dann schon etwas Besonderes ist. Die Mischung aus Offensivkraft und Defensivleistung hatte es ihm angetan, bei der sehr attackierfreundlichen Aufstellung muss man das erst mal hinkriegen.

“Wenn ich mir Forsberg anschaue oder Kampl, die sind gerade frei von Zipperlein. Dann sieht man, was das für Qualitätsspieler sind”, sagte Rangnick dann noch, “das sind Spieler, die durch ihre eigene Leistung auch die Leistung der anderen potenzieren.” Und dass mit Yussuf Poulsen und Tyler Adams zwei torgefährliche Spieler schon bald zurückkommen könnten, ist dann eher keine gute Nachricht für die kommenden Gegner. “Dann haben wir noch mehr die Qual der Wahl”, sagte Rangnick. Am 11. Mai kommt der FC Bayern.

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