Video: So läuft die OB-Wahl in Wiesbaden - hessenschau.de
OB-Wahl in Wiesbaden – SPD und CDU in Stichwahl
Bei der Oberbürgermeisterwahl in Wiesbaden ist eine Stichwahl sicher. Der Sozialdemokrat Gert-Uwe Mende wird am 16. Juni voraussichtlich gegen den Christdemokraten Eberhard Seidensticker, 53, Dachdeckermeister aus Schierstein, antreten. Bis Redaktionsschluss stand das Endergebnis jedoch nicht fest. Seidensticker liefert sich am späteren Abend mit der Grünen-Kandidatin Christiane Hinninger ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei Seidensticker immer mit wenigen Prozentpunkten die Nase vorn hat. Dass Mende, 56, so gut abschneidet, ist eine kleine Sensation.

Der 56-Jährige ist ein Neuling in der Kommunalpolitik. Nachdem Amtsinhaber Sven Gerich (SPD) Ende Januar wegen Korruptionsvorwürfen gegen ihn seine Kandidatur überraschend abgesagt hatte, war Mende, Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, für ihn eingesprungen. Er ist der Einzige der sieben OB-Kandidaten, der kein Stadtverordneter ist. Politik kennt er eher aus der Beraterperspektive. In dem Vierteljahr seit seiner Nominierung versuchte Mende sich mit zahlreichen Terminen bei Vereinen, Verbänden und der Stadtgesellschaft bekanntzumachen. Offenbar ist ihm das gelungen.

Parallel zur Europawahl entscheiden Wiesbadens Einwohner derzeit auch über einen neuen Oberbürgermeister. Nach Auszählung von 250 von insgesamt 260 Wahlbezirken gibt es nach aktuellem vorläufigen Zwischenergebnis keinen überragenden Kandidaten. Der Bewerber der SPD und Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Gert-Uwe Mende, ist der Platz in der Stichwahl nach dem letzten Stand sicher mit 27,1 Prozent.

Seidensticker hatte sich selbst ein höheres Ziel gesetzt. Die Enttäuschung war ihm und seinen Mitarbeitern schon am früheren Abend anzusehen, als nur 100 der 260 Wahlbezirke ausgezählt waren. Die CDU war im vorigen Jahr stark zerstritten, mehrere Christdemokraten waren in die Vorwürfe von Korruption und Vetternwirtschaft verstrickt. Möglicherweise hat dies Seidensticker geschwächt.

Das Rennen zwischen dem CDU-Kandidaten Eberhard Seidensticker und Christiane Hinninger von den Grünen ist wohl entschieden. Seidensticker kommt derzeit auf 24,4 Prozent vor Hinninger mit 23,5 Prozent. Danach folgen der Kandidat der FDP, Sebastian Rutten, mit 10,5 Prozent und Eckhard Müller von der AfD mit 6,2 Prozent.

Dass der FDP-Kandidat Sebastian Rutten, 42, immerhin den vierten Platz einnimmt, ist für den Juristen ein respektables Ergebnis. Es zeigt aber auch, dass der Bau der Citybahn doch nicht das allumfassende Thema in der Stadt war. Die FDP hatte sich von Beginn an gegen das Schienenbahnprojekt gestellt.

Auch der AfD-Kandidat Eckhard Müller, 72, promovierter Volkswirt, schneidet schwächer ab als befürchtet und erreicht kein zweistelliges Ergebnis.

Oberhaupt für Landeshauptstadt: In Wiesbaden wählen die Bürger einen neuen Oberbürgermeister. Bild: dpa

1/8  Eberhard Seidensticker (links, CDU) und Gert-Uwe Mende (SPD) gehen in die Stichwahl. Christiane Hinninger (Mitte, Bündnis 90/Die Grünen) ist bereits ausgeschieden. 

Mehr als 200.000 Wahlberechtigte konnten am Sonntag einen Nachfolger für den scheidenden Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) wählen. Wer sind die aussichtsreichsten Kandidaten? Und gibt es eine Stichwahl?

Der neue Oberbürgermeister in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden wird am 16. Juni in einer Stichwahl ermittelt. Nach Auszählung aller Stimmen entfallen auf  Gert-Uwe Mende (SPD) 27,1 Prozent der Stimmen. Der CDU-Kandidat Eberhard Seidensticker erhielt 24,4 Prozent. Christiane Hinninger (Grüne) landet auf Platz 3.  Da keiner der insgesamt 7 Bewerber die absolute Mehrheit erreichte, gehen Mende und Seidensticker in die Stichwahl.

Amtsinhaber Sven Gerich war nicht mehr zur Wahl angetreten. Der Grund: Massive Vorwürfe von Vetternwirtschaft bei der Vergabe von gut bezahlten städtischen Geschäftsführer-Posten. Zudem soll Gerich bei der Vergabe von lukrativen Aufträgen Freunde bevorzugt haben. Wegen einiger dieser Vorwürfe ermittelt der Staatsanwalt.

Neben dem Kampf gegen Filz und Vetternwirtschaft hat vor allem die Debatte um eine Citybahn den Wahlkampf bestimmt. Gegner und Befürworter einer solchen schienengebundenen Bahn von Mainz über Wiesbaden-Biebrich bis in die Innenstadt liefern sich emotionale Redeschlachten. Und zwei Bürgerbegehren sind bislang an juristischen Hürden gescheitert.

Immer lauter wird aber die Forderung, die Bürger auf jeden Fall über eine Citybahn abstimmen zu lassen.

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