Tschechien - Deutschland 5:1, Weltmeisterschaft, 2019, 2 - LIVE!-Match - kicker
Deutschland – Tschechien im Live-Ticker: Eishockey WM 2019 LIVE
Gegen Finnland hatte Deutschland noch die große Überraschung geschafft. Im Viertelfinale war Tschechien aber eine Nummer zu groß, obwohl das DEB-Team das Spiel lange ausgeglichen gestalten konnte.

Deutschland ist bei der Eishockey-WM in der Slowakei im Viertelfinale gescheitert. Gegen Tschechien unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm etwas zu deutlich 1:5 (0:0, 1:1, 0:4). Dabei konnte Frank Mauer (38. Minute) die Führung von Jan Kovar (34.) zunächst ausgleichen.

Verliert Deutschland, ist das Turnier vorbei, und das Team fliegt am Freitag heim. Die Halbfinals finden am Samstag in Bratislava statt, das Endspiel steht dann am Sonntag an. Vorzeitig wieder in der Heimat landen will natürlich keiner der deutschen Eishockey-Profis. "Ich glaube, dass wir Eishockey von der besten Seite präsentieren", sagte Kapitän Müller der "Welt" und wundert sich, "dass wir in den vergangenen Jahren viel Werbung für unseren Sport gemacht, dafür aber nicht immer die Anerkennung bekommen haben". Das deutsche Eishockey-Team scheint bereit, sich die Anerkennung wieder in Form einer WM-Medaille selbst zu organisieren.

Trotz eines wieder starken Torhüters Philipp Grubauer kassierte die deutsche Mannschaft im Schlussdrittel den nächsten Rückstand durch Jakub Voracek (45.) und schaffte es nicht mehr, zurückzukommen. Dominik Kubalik (52.) und Ondrej Palat (54.) trafen zur Vorentscheidung, wieder Kovar zum Endstand (60.)

Wie so oft gegen die Top-Nationen ist dies eine klare, beinahe deprimierende Sache: Von bislang 44 WM-Spielen gegen die Tschechen verlor Deutschland 35. Der bislang letzte WM-Sieg liegt schon zwölf Jahre zurück. In Russland gewann Deutschland in der damals noch ausgespielten Zwischenrunde 2:0. Trotz des überraschenden Erfolges schied der Aufsteiger Deutschland noch in der Zwischenrunde aus, die Tschechen zogen dagegen ins Viertelfinale ein (und schieden mit 0:4 gegen Russland aus). Seitdem gab es drei WM-Duelle mit 5:17 Toren aus deutscher Sicht.

Durch einen überraschenden Sieg im abschließenden Gruppenspiel gegen Finnland war die deutsche Mannschaft noch dem Turnierfavoriten Russland aus dem Weg gegangen. Aber auch Tschechien erwies sich als eine Nummer zu groß.

Bereits im ersten Drittel hatte Deutschland gegen Tschechien in der Defensive Probleme, weil sie wie bereits in den vorhergehenden Partien zunächst zurückhaltend agierte. Dass nach den ersten 20 Minuten dennoch die Null stand, lag vor allem am NHL-Torhüter Grubauer, der gleich elf tschechische Versuche parierte.

Der Traum von der ersten WM-Medaille seit 66 Jahren ist geplatzt, Leon Draisaitl und Co. sind bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei im Viertelfinale gescheitert. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft um den NHL-Star verlor in der ersten K.o.-Runde 1:5 (0:0, 1:1, 0:4) gegen den zwölfmaligen Titelträger Tschechien, 15 Monate nach der Silbersensation bei Olympia blieb ihr weiteres Edelmetall verwehrt.

In der zweiten Hälfte des zweiten Drittels war Grubauer dann doch geschlagen. Der deutsche NHL-Star Leon Draisaitl spielte den Puck unter großem Druck zu Kovar. Der Tscheche lief aus der eigenen Hälfte in Richtung des deutschen Tores und ließ Grubauer im linken Eck keine Abwehrchance.

Kleiner Trost: Die Auswahl des DEB beendete das erste Turnier mit dem neuen Bundestrainer Toni Söderholm an der Bande auf Platz sechs und erreichte damit die beste Abschlussplatzierung seit dem Halbfinaleinzug bei der Heim-WM 2010. Fünf Siege hatte sie zuletzt 1983 errungen. “Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir waren heute nicht weit entfernt”, sagte Draisatil.

Die Führung der Tschechen hielt aber nur vier Minuten. Weil Tschechiens Goalie Patrik Bartosak den Puck hinter seinem Tor annahm und ihn dann direkt in den Schläger des spekulierenden Frederik Tiffels passte. Der Flügelstürmer spielte direkt vor das Tor zu Mauer, der am zurückgeeilten Bartosak vorbei ins Tor traf.

Dass Deutschland nicht bereits mit einem Rückstand in das letzte Drittel ging, lag vor allem an Voracek, der nach einem erneut von Draisaitl verursachten Gegenstoß frei vor Grubauer zum Abschluss kam, den Puck wenige Sekunden vor Ende des Drittels aber über die Latte schoss (40.).

Der Verteidiger spricht im Interview über die von Marco Sturm implementierte Siegermentalität und die neue spielerische Identität des DEB-Teams unter Bundestrainer Toni Söderholm. Außerdem: Wie war es, gegen Wunderkind Kaapo Kakko zu spielen?

Nur knapp vier Spielminuten später traf der NHL-Star der Philadelphia Flyers dann doch: Wieder konterte Tschechien die angreifende deutsche Mannschaft aus. Den ersten Versuch von Voracek konnte Grubauer noch halten, gegen den Zweiten war er aber machtlos.

Tschechien: Bartosak – Musil, Hronek; Moravcik, Rutta; Kolar, Gudas; Sklenicka – Frolik, Simon, Voracek; Jaskin, Faksa, Chytil; Kubalik, Kovar, Gulas; H. Zohorna, Palat, T. Zohorna, Repik Deutschland: Grubauer (Colorado Avalanche) – Mo. Müller (Kölner Haie), Holzer (Anaheim Ducks); Y. Seidenberg (EHC Red Bull München), Seider (Adler Mannheim); J. Müller (Eisbären Berlin), Nowak (Düsseldorfer EG); Reul (Adler Mannheim) – Ehliz (EHC Red Bull München), Draisaitl (Edmonton Oilers), Hager (EHC Red Bull München); Plachta (Adler Mannheim), Michaelis (Minnesota State), Eisenschmid (Adler Mannheim); F. Tiffels (Kölner Haie), Kahun (Chicago Blackhawks), Mauer (EHC Red Bull München); Fauser (Grizzlys Wolfsburg), Loibl (Straubing Tigers), Noebels (Eisbären Berlin), Pföderl (Nürnberg Ice Tigers) Tore: 1:0 Kovar (33:41), 1:1 Mauer (37:46), 2:1 Voracek (44:19), 3:1 Kubalik (51:41), 4:1 Palat (53:08), 5:1 Kovar (59:50) Strafminuten: Tschechien 6 – Deutschland 6 Schiedsrichter: Linus Öhlund (Schweden)/Jeremy Tufts (USA) Zuschauer: 9085.

Deutschland agierte in der Folge offensiver – und ließ Tschechien Platz für Umschaltsituationen. Die konnte erst Kubalik nutzen, als er den Puck sehenswert in den rechten Winkel schoss. Als auch noch Grubauer von einem Bandenabpraller überrascht wurde, nicht mehr schnell genug an den Puck kam und Palat einschieben lassen musste, war die Partie endgültig entschieden. Weil Deutschland in der Schlussminute für Grubauer einen weiteren Feldspieler brachte, konnte Kovar zum Endstand ins leere Tor einschieben.

Eishockey-WM 2019: Deutschland gegen Tschechien im Ticker | Mehr Eishockey

Im Halbfinale trifft Tschechien auf Kanada, das sich in der Overtime 3:2 gegen die Schweiz durchsetzen konnte. Russland hatte im Duell der Eishockey-Mächte die USA 4:3 aus dem Turnier geworfen und trifft im zweiten Semifinale auf Finnland, das 5:4 nach Verlängerung gegen Schweden gewinnen konnte.

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft verliert ihr Viertelfinale bei der WM gegen Tschechien mit 5:1. Dabei fällt das Ergebnis deutlich zu hoch aus, denn bis Mitte des dritten Drittels ist das Spiel hart umkämpft. Am Ende siegen die Tschechen aufgrund ihrer Abgeklärtheit.

DER GEGNER: Gegen den zwölfmaligen Weltmeister ist Deutschland Außenseiter – eigentlich. Auch gegen Finnland am Dienstag galt dies, Deutschland gewann aber 4:2 und war zwei Drittel auch überlegen. Die Tschechen verloren in ihrer Vorrundengruppe nur gegen den Top- Favoriten Russland. Star des Teams ist NHL-Stürmer Jakub Voracek von den Philadelphia Flyers.

Tore: 1:0 Kovar (34.) 1:1 Mauer (38.) 2:1 Voraceck, 3:1 Kubalik (51.) 4:1 Palat (53.) 5:1 Kovar (59.)