Tief Axel wütet über Deutschland - Volksstimme
Regen-Alarm: Unwetter-Gefahr breitet sich immer weiter aus
Passanten mit Regenschirmen laufen über die Straße. Die Berliner Feuerwehr ist wegen der Gewitter zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Foto: Paul Zinken/dpa

Große Wassermassen gehen über Deutschland nieder. Die Autobahn 4 wird wegen Überflutung gesperrt. Berlin ruft den Ausnahmezustand aus.

Offenbach (dpa) l Mit Gewittern und heftigen Schauern ist Tief “Axel” am Montagabend über weite Teile Deutschlands gezogen. Vielerorts hatte die Feuerwehr alle Hände voll zu tun – in Berlin rief sie zeitweise den Ausnahmezustand aus. Das bedeutet, dass Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet werden, nicht nach dem Eingehen der Notrufe. Am Flughafen Tegel wurde die Abfertigung kurz unterbrochen, auf dem Flughafen Schönefeld kam es wegen des Gewitters zu Verzögerungen.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet in den kommenden Tagen eine “brisante Dauerregenlage”, mit teils schweren Gewittern. Bei Höchstwerten zwischen 13 und 20 Grad soll es vor allem im Süden viel regnen. Im Osten sind mit Sonne bis zu 24 Grad drin. Ab der Wochenmitte drohen in der Osthälfte und an den Alpen noch einige Schauer und einzelne Gewitter. Sonst ist es häufig trocken bei 14 bis 22 Grad. Am Donnerstag soll dann ein Zwischenhoch vorerst für Entspannung sorgen – aber: eine stabile Hochdruckwetterlage sei derzeit noch nicht in Sicht, hieß es.

Die Autobahn 4 zwischen Herleshausen (Hessen) und Gerstungen (Thüringen) musste in einer Richtung wegen überfluteter Fahrbahn gesperrt werden, wie die Polizei Fulda mitteilte. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von zwei Kilometern. Wie lange die Sperrung andauern sollte, war zunächst unklar. Im hessischen Eschwege standen am Montagabend zwischenzeitlich mehrere Straßen unter Wasser.

Für die thüringischen Landeshauptstadt Erfurt gab die Feuerwehr am Abend leichte Entwarnung. Zunächst waren für den Fluss Gera teils Durchflussmengen wie beim Hochwasser 2013 erwartet worden. Etwas südlicher, im Ilm-Kreis liefen mehrere Keller, Turnhallen und ein Jugendclub voll.

In mehreren bayerischen Landkreisen – darunter Mühldorf am Inn, Unter- und Ostallgäu sowie Passau und Bad Kissingen – wurden Hochwasserwarnungen ausgesprochen. Auch bei kleineren Gewässern und Wildbächen seien rasch ansteigende Wasserstände zu erwarten, hieß es. Sorge auch in Baden-Württemberg: Unter anderem im Schwarzwald sowie im Umfeld der Schwäbischen Alb dürften bis Mittwoch Niederschläge von bis zu 100 Liter pro Quadratmeter niedergehen, so der DWD.

Ein Auto steht auf einer vom Wasser überfluteten Straße in Plauen. In der Stadt im Ilmkreis hatte es nach Angeben der Rettungsleitstelle wegen des schweren…

Mit Gewittern und heftigen Schauern hat Tief “Axel” die Woche eingeläutet. In weiten Teilen Deutschlands gab es Unwetter mit Regen und Gewittern. Vor allem Thüringen, aber auch Hessen waren betroffen. In Berlin war der Flugbetrieb in Schönefeld wegen Gewitters zeitweise unterbrochen. Die Feuerwehr bat die Berliner, sich bei vollgelaufenen Kellern selbst zu helfen.

Auch im Grenzgebiet von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gab der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung heraus. Teils sehr starke Niederschläge könnten bei Göttingen und Bielefeld, Minden, Paderborn und Höxter örtlich Bäume entwurzeln und Keller überfluten lassen.

Tief “Axel” kommt mit starken Regenfällen und Gewittern. Vor allem im Süden Deutschlands drohen Hochwasser. In Thüringen hat es bereits Überschwemmungen gegeben, die Lage bleibt dort angespannt.

DWD-Meteorologen erwarteten heftige Regenfälle von Südniedersachsen über Osthessen, Westthüringen, Baden-Württemberg bis nach Bayern. Es deute sich eine “brisante Dauerregenlage” an. Besonders viel soll es an den Alpen regnen. Schneeschmelze könnte die Lage noch verschärfen.

Bis Mittwoch könnten bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen, im Allgäu sogar mehr als 100 und bis zu 180 Liter. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Niederschlagsmenge für ganz Mai liege in Frankfurt bei etwa 84 Liter Regen pro Quadratmeter, sagte ein Meteorologe. In mehreren bayerischen Landkreisen – darunter Mühldorf am Inn, Unter- und Ostallgäu sowie Passau und Bad Kissingen – wurden Hochwasserwarnungen ausgesprochen. Auch bei kleineren Gewässern und Wildbächen seien rasch ansteigende Wasserstände zu erwarten.

Sorge auch in Baden-Württemberg: Unter anderem im Schwarzwald sowie im Umfeld der Schwäbischen Alb dürften bis Mittwoch Niederschläge von teils 80 bis 100 Liter pro Quadratmeter niedergehen, so der DWD.

Der DWD erwartete zunächst auch noch einige teils schwere Gewitter. Bei Höchstwerten zwischen 13 und 20 Grad regnet es am Dienstag viel, besonders im Süden droht Starkregen. Im Osten sind mit Sonne bis zu 24 Grad drin. Am Mittwoch drohen in der Osthälfte und an den Alpen noch einige Schauer und einzelne Gewitter. Sonst ist es häufig trocken bei 14 bis 22 Grad. Am Donnerstag soll dann ein Zwischenhoch vorerst für Entspannung sorgen – aber: “Eine stabile Hochdruckwetterlage ist derzeit noch nicht in Sicht.”

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Diese Wetteraussichten sind beängstigend: Vom Nachmittag an sollen in Süddeutschland erhebliche Regenmengen fallen. Von dort breiten sich die Unwetter weiter aus.

In Berlin hat die Feuerwehr nach einem heftigen Gewitter den Ausnahmezustand ausgerufen. In einer halben Stunde kam es zu 50 Notrufen. Größere Schäden gebe es nicht, hieß es am frühen Abend. In Rudow geriet durch einen Blitzeinschlag ein Einfamilienhaus in Brand, Verletzte gab es nicht, wie ein Feuerwehr-Sprecher sagte.

Das Gewitter und der heftige Regen haben auch den Betrieb am Flughafen Tegel gestört. Die Abfertigung musste für kurze Zeit unterbrochen werden. Am Flughafen Schönefeld kam es zu Verspätungen. Auch der S-Bahn- und Straßenbahnverkehr wurden beeinträchtigt. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen.

Berlin am absaufen… Na was macht ihr jetzt @BVG_Tram? 😳 #Berlin #Regen #Überschwemmung pic.twitter.com/r3FuRspTdT

In Schenkendorf (Brandenburg) hat ein Blitz den Stromverteiler eines Wohnhauses in Brand gesetzt. Bei einer Frau bestehe der Verdacht auf Rauchgasvergiftung, sagte in Polizeisprecher am Montag. Die Größe des Schadens kann noch nicht abgeschätzt werden, das Einfamilienhaus sei jedoch weiter bewohnbar. Auch in anderen Teilen Brandenburgs gab es starke Gewitter. In Erkner (Kreis Oder-Spree) kam nach Angaben der Polizei Wasser aus der Kanalisation auf die Straße.

Tief Axel hat sich über Deutschland festgesetzt. Feuchte und warme Luftmassen hängen besonders an den Alpen fest und regnen sich aus. Das Tief an sich bewegt sich in den kommenden Stunden kaum. Es gibt kaum Höhenwinde, daher ziehen auch die Niederschlagsgebiete und Gewitter nicht von der Stelle, sagte Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net zu BILD.

Einzelne Wettermodelle rechnen mit mehr als 200 Litern Niederschlag pro Quadratmeter – bis Mittwochabend, also in nur zwei Tagen. Zum Vergleich: In Berlin fallen in einem ganzen Jahr nur 574 Liter.

Eine Zusammenfassung der Dauer-/Starkregen- und Gewitterlage bis Mittwoch. Aktuell bilden sich erste Gewitter über der Mitte Deutschlands. Die größten Regenmengen werden immernoch im Allgäu erwartet. #Unwetter #Hochwasser /V pic.twitter.com/US0Mt6KdWG

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz warnt vor Hochwasser an der Ilm. Es droht ein schneller Anstieg der Gewässerpegel durch die vorhergesagten Starkregenfälle. Es müsse daher mit Sperrungen wegen über die Ufer tretende Flüsse gerechnet werden. Die Warnung gilt zwischen Montagnachmittag und Dienstagmittag. Den Höhepunkt beim Hochwasser erwarten die Hydrologen in der Nacht zu Mittwoch.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für weite Teile Baden-Württembergs eine Unwetterwarnung (Stufe 3) ausgegeben. Schwere Gewitter und überflutete Keller oder Straßen sind möglich: Es könnten 40 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, im Südosten sogar örtlich bis zu 140 Liter (Stufe 4).

Am Montagmittag gab der DWD eine neue Warnkarte raus: Darauf sind jetzt auch Teile von Hessen, Thüringen und Niedersachsen von möglichen Unwettern betroffen. Aber auch Berlin Brandenburg und Teile von Mecklenburg-Vorpommern können heftige Gewitter abbekommen.

Die Lage sei sehr heikel, sagt DWD-Meteorologe Clemens Steiner am Montagmorgen. Auch, weil am Sonntag bereits viel Regen gefallen sei, bestehe ein besonderes Hochwasserrisiko. Der DWD warnt außerdem vor möglichen Erdrutschen.