Antisemitische Attacke in Neukölln?
Berlin: Israelische Reporterin in Neukölln mit Böller beworfen
Am Sonntag wurde eine israelische Journalistin in Berlin-Neukölln von mehreren Jugendlichen bei ihrer Arbeit gestört und mit einem Böller beworfen. Der Angriff ereignete sich während sie auf Hebräisch einen Aufsager für das israelische Fernsehen aufzeichnete.

Antonia Yamin, die als Europa-Korrespondentin für den TV-Sender KAN arbeitet, veröffentlichte noch am Sonntagabend ein Video auf Twitter, das die Szene zeigt. In der 23 Sekunden langen Aufnahme ist zu sehen, wie vier Jugendliche mit Migrationshintergrund auf die Journalistin und ihren Kameramann zukommen.

Der Neuköllner Bürgermeister Martin Hikel (SPD) zeigte sich bestürzt über den Angriff: Ein solches Verhalten ist völlig inakzeptabel, sagte Hikel am Montag. Egal was der Anlass dieses Verhaltens war: Ich verurteile jede Form von Antisemitismus. Jüdinnen und Juden und israelische Staatsbürger dürfen keine Angst haben, sich in Neukölln aufzuhalten. Unklar ist, ob die jungen Männer tatsächlich die israelischen Logos am Kameraequipment erkannten und bemerkten, dass die Reporterin Hebräisch sprach. Die Männer seien danach in eine U-Bahn-Station geflüchtet, berichtet Yamin. Der Polizei ist der Vorfall bekannt.

Die Süddeutsche Zeitung beendete im Mai die Zusammenarbeit mit Dieter Hanitzsch, jetzt verleiht der BR ihm einen Preis.

Immer wieder hatte es in Berlin, aber auch anderen deutschen Städten, zuletzt Angriffe auf Juden und Israelis gegeben. Überwiegend handelte es sich dabei zuletzt um Verdächtige aus Einwandererfamilien. So im Fall des prügelnden Syrers in Prenzlauer Berg im April, den anti-israelischen Pöbeleien deutsch-arabischer Wachmänner auf der ITB im März und dem blutigen Angriff auf Rabbiner Daniel Alter im August 2012. Aber auch Deutsche ohne Einwanderungsgeschichte haben immer wieder Israelis in Berlin bedroht.

Palästinenser-Gruppen beschießen schon wieder den Süden Israels, in Ashkelon starb ein Mann. BILD war vor Ort.

Als Yamin die hebräische TV-Aufzeichnung unterbricht und die Jugendlichen auf Deutsch zum Weitergehen auffordert, wirft einer von ihnen einen Böller. Beschimpfungen sind nicht zu hören. Zu BILD sagte Antonia Yamin, dass die Jugendlichen nach dem Böllerwurf in der nahegelegenen U-Bahn-Station verschwunden seien. Nach dem Vorfall setzte sie die Arbeit vor Ort fort.

Ich meide die Gegend, weil ich weiß, dass es nicht besonders sicher ist, dort als Isreali oder Jüdin erkannt zu werden. Sie berichtet von weiteren Anfeindungen. Einmal wurde ich in Prenzlauer Berg von einem Palästinenser angesprochen, der mein hebräisches Mikrofon gesehen hatte. Sie habe damals versucht, das Gespräch schnell mit Verweis auf ihre Arbeit zu beenden. Der Mann sei dann nach einigen Minuten von selbst gegangen.

האמת שבסך הכל עבר עלי יום נחמד בעבודה. היו לי כמה מרואיינים מדהימים שאני כבר ממש משתוקקת שתראו בסדרת כתבות שתעלה בקרוב. בין מרואיין אחד לשני הייתי צריכה לעצור לרגע כדי לדווח על הסכם הברקזיט המתגבש. אבל מתברר שבשכונת נויקלן בברלין אי אפשר לדווח בעברית מבלי שיפריעו ויזרקו עליך נפץ pic.twitter.com/1TKJqora5b

Ich weiß nicht, ob sie gehört haben, wie ich Hebräisch gesprochen habe, sagte Antonia Yamin zu BILD. Unklar ist auch, ob sie die hebräische Aufschrift auf dem Mikrofon als solche erkannt haben. Doch auch, wenn die Jugendlichen den Böller nicht aus Judenhass auf die Journalistin warfen, zeugt die Tat von erstaunlicher Aggressivität.

Eine israelische Reporterin ist in Neukölln von jungen Männern bedrängt worden. Die Gruppe pöbelte die Journalistin bei ihrer Arbeit auf offener Straße an und warf einen Böller. Antonia Yamin arbeitet als Europa-Korrespondentin für den TV-Sender Kan. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Vorfall berichtet. Yamin berichtete dem Tagesspiegel, dass sie Bezirke wie Neukölln seit Jahren kaum betrete.

Die bittere Ironie: Kurz zuvor hatte Antonia Yamin einen TV-Beitrag mit geflüchteten Frauen bei einer Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Frauengewalt gedreht. Wenig später wurde sie von vier Jugendlichen bei der Arbeit unterbrochen und angegriffen.

In Berlin wurde eine israelische Journalistin angegriffen – womöglich eine antisemitische Attacke. Israels Botschaft und Neuköllns Bürgermeister sind besorgt.

Zu BILD sagte Yamin, dass sie es seit Jahren vermeide, Bezirke wie Berlin-Neukölln zu betreten. Ich gehe nur nach Neukölln, wenn ich es wegen der Arbeit muss, sagte Yamin. Doch auch das findet sie unangenehm: Ich fühle mich unwohl, in solchen Gegenden Hebräisch zu sprechen und ein Mikrofon mit hebräischer Aufschrift in der Hand zu halten.

Der Strand von Tel Aviv ist in diesem Sommer voller Juden, die Europa in den vergangenen zwölf Monaten verlassen haben.  

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Präsident Josef Schuster (64) für eine zweite Amtszeit wiedergewählt!

Wenn ich in manchen Vierteln in Paris oder auch in Schweden drehe, nehme ich die hebräische Aufschrift ab, erzählte Yamin. Und meint: In Deutschland habe ich bis jetzt nicht daran gedacht, sie abzunehmen.

Auf Twitter wurde Yamins Video über 160 Mal geteilt und über 40 000 Mal abgerufen. Offenbar kann man in Berlin-Neukölln nicht auf Hebräisch berichten, ohne unterbrochen und mit Böllern beworfen zu werden, heißt es in Yamins auf Hebräisch verfassten Tweet dazu.

Eigentlich wollte Antonia Yamin über den Brexit berichten. Das tat sie auch, auf dem Gehweg, im Berliner Stadtteil Neukölln, ganz spontan, weil sie ihr Fernsehsender KAN um ein schnelles Statement bat.

Doch der Dreh nahm ein unschönes Ende, wie Yamin zunächst auf Twitter und später auch dem Vice-Magazin berichtete. Ob es sich dabei um einen Dumme-Jungen-Streich oder doch um einen antisemitischen Vorfall handelt, ist noch unklar. Klar aber ist: Die 30-jährige Antonia Yamin ist Jüdin, und sie sprach ihren Beitrag auf Hebräisch ein. Das wiederum könnte die vier Jugendlichen, die sich der Reporterin näherten und zunächst scherzhaft durchs Bild liefen, erregt haben.

Denn anschließend, so berichtet Yamin weiter, hätten die jungen Männer sie gefragt, für wen oder was das Material denn bestimmt sei. Es folgt ein kleiner Tumult, die Kamera wackelt. Die Reporterin muss fliehen, wie auf dem Bewegtbild, das im Internet kursiert, zu sehen ist. Die letzte Einstellung des nur 23 Sekunden langen Clips zeigt, dass ein glimmernder Feuerwerkskörper auf dem Boden liegt. Er wurde offensichtlich nach der Frau geworfen.

Yamin selbst kommentiert den Zwischenfalls so: Ich hatte heute wirklich einen schönen Arbeitstag. Aber zwischen zwei Interviews musste ich kurz stoppen, um über den Brexit-Deal zu berichten. Wie ihr auf dem Video sehen könnt, kann man nicht in Berlin-Neukölln auf Hebräisch berichten, ohne dass man gestört und mit Feuerwerkskörpern beworfen wird. Vice gegenüber beschreibt die Journalistin die Angreifer als junge Männer mit Migrationshintergrund – allenfalls 18, 19 Jahre alt.

Sie seien anschließend in einer nahe gelegenen U-Bahn-Station verschwunden. Im Interview betont die Reporterin, dass dies das erste Mal sei, dass sie aus möglicherweise auch antisemitischen Gründen in Berlin an ihrer Arbeit gehindert worden sei. Sie wolle den Zwischenfall deshalb nicht überdramatisieren. Aber ich meine: Mein Kameramann und ich sehen nicht deutsch aus und sprachen Hebräisch. Auf dem Mikrofon steht der Name meines TV-Senders in hebräischen Lettern. Es kann natürlich schon sein, dass sie das gecheckt haben und auch deshalb so konfrontativ waren. Das Problem, so die 30-Jährige weiter, sei größer als Berlin-Neukölln.

Wenn sie in Städten wie Paris oder Malmö arbeite, so die Reporterin weiter, müsse sie darauf achten, den Sendernamen nicht auf dem Mikrofon zu zeigen und leiser Hebräisch zu sprechen. Manche Viertel wie Molenbeek in Brüssel vermeide ich bewusst. Aber auch im Prenzlauer Berg wollte mich ein Palästinenser schon mal anpöbeln und mit mir diskutieren, während ich gedreht habe. Es gibt immer wieder Situationen, in denen es gefährlich ist, Hebräisch zu sprechen, so die junge Israelin.

Zuletzt hatte in Berlin ein offen antisemitischer Zwischenfall Schlagzeilen gemacht. Mitte April 2018 wurde ein arabischer Israeli, der im Prenzlauer Berg mit einer Kippa unterwegs war, von einem syrischen Flüchtling erst beschimpft und dann mit einem Gürtel verprügelt.

In einem anschließenden Prozess wurde der 19-Jährige namens Knaan S. vom Amtsgericht Tiergarten der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung für schuldig befunden. Verurteilt wurde er zu vier Wochen Jugendarrest, zudem wurde er für ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt.

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Doch der Dreh nahm ein unschönes Ende, wie Yamin zunächst auf Twitter und später auch dem Vice-Magazin berichtete. Ob es sich dabei um einen Dumme-Jungen-Streich oder doch um einen antisemitischen Vorfall handelt, ist noch unklar. Klar aber ist: Die 30-jährige Antonia Yamin ist Jüdin, und sie sprach ihren Beitrag auf Hebräisch ein. Das wiederum könnte die vier Jugendlichen, die sich der Reporterin näherten und zunächst scherzhaft durchs Bild liefen, erregt haben.

Denn anschließend, so berichtet Yamin weiter, hätten die jungen Männer sie gefragt, für wen oder was das Material denn bestimmt sei. Es folgt ein kleiner Tumult, die Kamera wackelt. Die Reporterin muss fliehen, wie auf dem Bewegtbild, das im Internet kursiert, zu sehen ist. Die letzte Einstellung des nur 23 Sekunden langen Clips zeigt, dass ein glimmernder Feuerwerkskörper auf dem Boden liegt. Er wurde offensichtlich nach der Frau geworfen.

Yamin selbst kommentiert den Zwischenfalls so: Ich hatte heute wirklich einen schönen Arbeitstag. Aber zwischen zwei Interviews musste ich kurz stoppen, um über den Brexit-Deal zu berichten. Wie ihr auf dem Video sehen könnt, kann man nicht in Berlin-Neukölln auf Hebräisch berichten, ohne dass man gestört und mit Feuerwerkskörpern beworfen wird. Vice gegenüber beschreibt die Journalistin die Angreifer als junge Männer mit Migrationshintergrund – allenfalls 18, 19 Jahre alt.

Sie seien anschließend in einer nahe gelegenen U-Bahn-Station verschwunden. Im Interview betont die Reporterin, dass dies das erste Mal sei, dass sie aus möglicherweise auch antisemitischen Gründen in Berlin an ihrer Arbeit gehindert worden sei. Sie wolle den Zwischenfall deshalb nicht überdramatisieren. Aber ich meine: Mein Kameramann und ich sehen nicht deutsch aus und sprachen Hebräisch. Auf dem Mikrofon steht der Name meines TV-Senders in hebräischen Lettern. Es kann natürlich schon sein, dass sie das gecheckt haben und auch deshalb so konfrontativ waren. Das Problem, so die 30-Jährige weiter, sei größer als Berlin-Neukölln.

Respect Coaches Wo es keine Konflikte gibt, gibt es keine Integration Wenn sie in Städten wie Paris oder Malmö arbeite, so die Reporterin weiter, müsse sie darauf achten, den Sendernamen nicht auf dem Mikrofon zu zeigen und leiser Hebräisch zu sprechen. Manche Viertel wie Molenbeek in Brüssel vermeide ich bewusst. Aber auch im Prenzlauer Berg wollte mich ein Palästinenser schon mal anpöbeln und mit mir diskutieren, während ich gedreht habe. Es gibt immer wieder Situationen, in denen es gefährlich ist, Hebräisch zu sprechen, so die junge Israelin.

Zuletzt hatte in Berlin ein offen antisemitischer Zwischenfall Schlagzeilen gemacht. Mitte April 2018 wurde ein arabischer Israeli, der im Prenzlauer Berg mit einer Kippa unterwegs war, von einem syrischen Flüchtling erst beschimpft und dann mit einem Gürtel verprügelt.

In einem anschließenden Prozess wurde der 19-Jährige namens Knaan S. vom Amtsgericht Tiergarten der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung für schuldig befunden. Verurteilt wurde er zu vier Wochen Jugendarrest, zudem wurde er für ein Jahr unter Erziehungsaufsicht gestellt.