Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin
Häusliche Gewalt: Alle drei Tage wird eine Frau getötet
Fast 140.000 Fälle häuslicher Gewalt wurden 2017 gemeldet, in der überwiegenden Mehrheit waren die Opfer Frauen. Familienministerin Giffey geht davon aus, dass 80 Prozent der Fälle im Dunkelfeld stattfinden.

Familienministerin Franziska Giffey hat in Berlin die Statistik zu Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamts (BKA) vorgestellt. 113.965 Frauen wurden demnach von ihrem Partner oder ehemaligen Partner misshandelt, gestalkt oder bedroht. “Für viele Frauen ist das Zuhause ein gefährlicher Ort”, sagte Giffey.

Eine Maßnahme besteht darin, das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bekannter zu machen, das kostenlos zu jeder Zeit und in verschiedenen Sprachen unter 08000 116 016 zu erreichen ist. Leiterin Petra Söchting stellte die neue Kampagne Aber jetzt rede ich vor, die Frauen ermutigen soll, sich bei Gewalt Hilfe zu holen. Obwohl jede dritte Frau statistisch mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erfährt, suchen den Angaben nach nur 20 Prozent der Betroffenen Unterstützung. In den fünf Jahren seit der Gründung des Hilfetelefons seien mehr als 140.000 Menschen per Telefon, Chat oder E-Mail beraten worden.

BKA-Statistik: Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin

Die Politikerin machte deutlich, das zwar auch Männer unter den Opfern seien, diese jedoch mit 18 Prozent unter den insgesamt 138.893 Fällen die Minderheit darstellten. Die Zahl der Delikte stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Das ist laut Giffey auch dadurch zu erklären, dass neue Deliktarten in die Statistik aufgenommen wurden, darunter Zwangsprostitution und Zuhälterei. 2016 hatte die Statistik 109.000 Frauen als Opfer häuslicher Gewalt gemeldet.

Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort. Sie werden von ihren Partnern beschimpft, erniedrigt, eingeschüchtert und bedroht. Sie werden psychisch und körperlich misshandelt. (Quelle: t-online.de)

Zu den erfassten Delikten gehören Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung, Stalking und Nötigung sowie Zuhälterei und Zwangsprostitution. Mehr als 82 Prozent der Betroffenen seien Frauen. Fast die Hälfte von ihnen habe in einem Haushalt mit dem Tatverdächtigen gelebt. Giffey ging davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich höher ist als in der Statistik erfasst.

Giffey zu häuslicher Gewalt: "Für viele ist das Zuhause ein gefährlicher Ort". (Quelle: t-online.de)

Jeden Tag versucht im Schnitt ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. In 147 Fällen gelang das im vergangenen Jahr, wie aus Zahlen des Bundeskriminalamts hervorgeht, die Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) in Berlin vorstellte.

Häufiger als jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Diese Zahlen sind schockierend, denn sie zeigen: Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort – ein Ort, an dem Angst herrscht. Giffey will deshalb Hilfseinrichtungen für Frauen ausbauen.

Dazu kommen Tausende Fälle von Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Stalking und sexueller Nötigung. “Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort”, sagt die SPD-Politikerin.

Fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Nur jedes fünfte Opfer aber suche überhaupt Hilfe, sagt Giffey. Tatsächlich seien Hunderttausende betroffen – zu mehr als 80 Prozent Frauen, aber auch mehrere Tausend Männer.

0 Anzeige Vom Stalking über Vergewaltigung bis hin zum Mord: Ingesamt 138.893 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt durch Partner oder Ex-Partner geworden. 147 Frauen wurden dabei getötet, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Kriminalstatistischen Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2017 des Bundeskriminalamts hervorgeht.

Die Auswertung des BKA zeigt zudem, dass rund zwei Drittel der Tatverdächtigen deutsche Staatsbürger sind. Ein Migrationshintergrund wird nicht erfasst. “Häusliche Gewalt geht durch alle Gruppen”, betont Giffey. Generell sei die Gefahr höher, wenn Alkohol, Geldsorgen und psychische Probleme im Spiel seien. Doch auch in gut situierten Familien gebe es Fälle.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, die Hilfestrukturen für Frauen und Kinder zu verbessern, die von Gewalt betroffen sind. Auch ein bedarfsgerechter Ausbau sowie die finanzielle Absicherung der Arbeit von Frauenhäusern soll erreicht werden. Giffey sagte, dass ein Runder Tisch von Bund, Ländern und Kommunen bereits eingerichtet worden sei.

Giffey setzt sich für einen Ausbau der Hilfeangebote in Frauenhäusern ein. Derzeit könnten in den 350 Frauenhäusern und 600 Fachberatungsstellen pro Jahr 30.000 Frauen betreut werden. “Das reicht nicht”, sagt Giffey. Im Jahr 2020 sollen 35 Millionen Euro in ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen fließen und Länder wie Kommunen beim Ausbau von Hilfsstrukturen unterstützen.

Rund um die Uhr steht zudem ein Hilfetelefon unter der Nummer 08000 116 016 zur Verfügung, das in 17 Sprachen anonym berät. Die Anrufe würden auf Telefonrechnungen nicht angezeigt, betont Hilfetelefon-Leiterin Petra Söchting.

Vom Stalking über Vergewaltigung bis hin zum Mord: Ingesamt 138.893 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt durch Partner oder Ex-Partner geworden. 147 Frauen wurden dabei getötet, wie aus der am Dienstag in Berlin vorgestellten Kriminalstatistischen Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2017 des Bundeskriminalamts hervorgeht.

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