Kovac setzt gegen den BVB auf Bayern-Erfahrung
Lothar Matthäus: FC Bayern “hat Umbruch versäumt – auch in der Chefetage”
Über die Stärke des Klubs, bei dem er seit Sommer in beratender Funktion tätig ist, sagt er: Der BVB spielt auf keinen Fall besser als die Bayern. Das ist eine Mär. Die Nation hebt die Borussia in ein unrealistisches Licht, sagte der Eurosport-Experte vor dem Bundesliga-Gipfel in Dortmund am Samstag (18.30 Uhr, Sky und hier im Liveticker).

Man dürfe nicht vergessen, dass der BVB in der vergangenen Saison nur aufgrund des Torverhältnisses die Champions League erreicht hat, so Sammer. Hätte der FC Bayern solche Spiele abgeliefert wie zwischendurch Dortmund, hätten sie die Säbener Straße abgerissen, sagte der frühere Bayern-Sportdirektor. Deswegen muss man in der Analyse immer darauf achten: Wo kommt einer her und wo steht einer.

“Ich habe ihn beobachten können, als er in Berlin war. Und auch in Gladbach. Was ihn auszeichnet, ist seine Erfahrung. Defensiv steht die Mannschaft sehr gut und kompakt. Die Offensive ist sehr agil. Er hat in Dortmund sehr gute Spieler, sehr viele Talente. Die Mischung macht es im Moment. Die Leichtigkeit, die der BVB an den Tag legt, hat mit den Erfolgen zu tun. Die Mannschaft glaubt an sich. Dazu haben sie die tollen Fans, die sie immer unterstützen.”

BVB – FC Bayern: Niko Kovac mit Kampfansage

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FC Bayern – Robben-Einsatz gegen den BVB fraglich

Der BVB steht aktuell mit vier Punkten Vorsprung auf Borussia Mönchengladbach und den Bayern an der Tabellenspitze. Bei einem Dortmunder Sieg würde der Abstand auf den Rekordmeister komfortable sieben Punkte betragen, bei einer Niederlage rücken die Bayern auf einen Punkt heran.

Deshalb will Sammer auch nichts von einer sportlichen Krise bei amtierenden Meister wissen: Die Ergebnisse sind absolut in Ordnung. Sie werden in der Champions League durchmarschieren und sind in der Bundesliga in Lauerstellung.

“Beide Mannschaften haben Respekt voreinander. Sie wissen, dass wir als FC Bayern eine gute Mannschaft haben, auch wenn wir die Leistung noch nicht so gezeigt haben. Wir werden versuchen, unseren Fußball durchzusetzen, weil ihn die Jungs so schon seit 10 Jahren spielen. Aber wir wissen auch, dass wir im Defensivbereich Tugenden an den Tag legen müssen. Es müssen alle mitarbeiten.”

Es sei zwar unbestritten, dass es aktuell ein wenig an Leichtigkeit fehle, aber: Mancher Klub würde sich die Unruhe der Bayern wünschen, wenn er diese Ergebnisse erzielen würde. Ich weiß nicht, inwieweit das eine oder andere Thema auch zur strategischen Ausrichtung des Vereins gehörte.

Ob Jerome Boateng in der Startelf stehen wird, ist noch offen. Bei der nächsten Partie der deutschen Nationalmannschaft wird er dagegen sicher fehlen. Der Innenverteidiger fehlt überraschend im Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw für die Duelle mit Russland am 15. November und vier Tage darauf in der Nations League mit Erzrivale Niederlande.

Kennt den Klub: Lothar Matthäus spielte von 1984 bis 1988 und von 1992 bis 2000 bei Bayern München. (Quelle: Hartenfelser/imago)

Ex-Spieler Lothar Matthäus übt Kritik an der Führungsriege des FC Bayern. Diese hätte deutlich verjüngt werden müssen. Besonders zwei Kandidaten hat er dafür im Blick.

“Das ist die Entscheidung des Bundestrainers. Das Jerome nicht dabei ist, ist ein Novum. Das heißt aber nicht, dass er in Zukunft nicht wieder dabei sein wird. Er hat jetzt die Chance, bei uns zu trainieren. Die letzten Spiele bei uns hat er gut gemacht, deshalb glaube ich nicht, dass das Ende von Jerome in der Nationmalmannschaft ist.”

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus führt die aktuellen Probleme bei Bayern München auf Fehler der Bosse zurück und vermisst eine klare Handschrift von Trainer Niko Kovac. Der deutsche Fußball-Rekordmeister habe sowohl in der Mannschaft, als auch in der Führungsriege einen Umbruch versäumt, sagte der Sky-Experte.

Die Münchner hätten “in der Chefetage einen Jüngeren einbauen sollen mit größerer Verantwortung als sie Hasan Salihamidzic hat”, sagte Matthäus (57). Borussia Dortmund, am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker von t-online.de) im Bundesliga-Topspiel Gegner der Bayern, biete in vielerlei Hinsicht das Gegenbild zu seinem früheren Verein.

Der Bayern-Präsident bekräftigte, dass es keinen Plan gegeben habe, aus der Bundesliga auszutreten und an einer Super League teilzunehmen. “Es wurde vor zwei, drei Jahren innerhalb der internationalen Gremien mal darüber diskutiert und auch bei uns im Aufsichtsrat. Dort wurde es einstimmig abgelehnt, damit war die Sache vom Tisch.” Hoeneß schließt aus, dass der FC Bayern in den nächsten Jahren Mitglied einer Super League wird: “Da gibt es einen klaren Beschluss, und da wird auch nicht dran gerüttelt.” Vergangene Woche hatte der Spiegel berichtet, dass der FC Bayern im Jahr 2016 die Möglichkeiten eines Bundesliga-Ausstiegs rechtlich geprüft habe.

“Dortmund hat im Sommer die richtigen Veränderungen vorgenommen, auf dem Platz und außerhalb”, sagte Matthäus: “Viele haben ja gelacht oder zumindest geschmunzelt über die Verpflichtung von Matthias Sammer oder Sebastian Kehl, aber da ist hoher Sachverstand dazugekommen.” Beide seien “Glücksgriffe”.

In München hätten Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß längst mehr Verantwortung abgeben müssen, meinte Matthäus: “Sie hätten sich ja keinen Zacken aus der Krone gebrochen, wenn sie einen Mann wie Philipp Lahm oder Oliver Kahn dazugeholt hätten. Sie haben das Unternehmen FC Bayern 30 Jahre und mehr auf höchstem Niveau geführt, sportlich wie wirtschaftlich, und haben weiter großen Einfluss. Aber sie sollten ein bisschen mehr auf den Nachwuchs hören.”

Niko Kovac, Pressekonferenz: Der Einsatz von Bayern Münchens Altstar Arjen Robben im Bundesliga-Gipfel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund ist weiter äußerst fraglich. “Arjen hat es am Donnerstag versucht. Er hat aber immer noch Probleme im Knie. Wir müssen schauen”, sagte Trainer Niko Kovac vor dem Abschlusstraining des Rekordmeisters am Freitag. Robben (34) hatte am Mittwoch beim 2:0 in der Champions League gegen AEK Athen wegen einer Knieblockade gefehlt.

Sportdirektor Salihamidzic sei von den Bossen dagegen zuletzt auf der legendären Pressekonferenz unnötig geschwächt worden. “So etwas darf nicht passieren”, betonte Matthäus: “Auch die Spieler bekommen mit: Hasan hat da oben nicht so viel zu sagen, wie man es eigentlich von einem Sportdirektor erwartet.”

Auch bei Trainer Kovac sieht Matthäus Fehler. “Wenn das Spiel des FC Bayern der Spiegel der Trainingseinheiten ist, dann ist da ganz sicher einiges versäumt worden”, sagte er. In Kovacs Mannschaft sei keine Hierarchie erkennbar, Dortmund dagegen “hat die ganz klar”.

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Trainer Niko Kovac will spontan entscheiden, ob es für einen Einsatz des Niederländers reicht. Uli Hoeneß kündigt rechtliche Schritte gegen das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" an.

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