Kleine Johanna vor fast 20 Jahren getötet Staatsanwalt fordert lebenslänglich
Plädoyer: Angeklagter soll für Mord an Johanna lebenslang in Haft
Johanna Bohnacker aus Hessen wurde 1999 entführt und getötet. Ihr mutmaßlicher Mörder steht nun in Gießen vor Gericht – und soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft lebenslang ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Mörder der achtjährigen Johanna Bohnacker eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Der Angeklagte habe sich in “ganz besonders egoistischer Weise über den Lebensanspruch” des Kindes hinweggesetzt, sagte der Anklagevertreter vor dem Landgericht Gießen. Das Mädchen aus Hessen war vor fast 20 Jahren getötet worden.

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll das Gericht auch eine besondere Schwere der Schuld bei Rick J. feststellen. Das würde eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausschließen.

Tapfer, wie Johannas Mutter Gabriele die Verhandlung durchsteht. Sie sagt: Familie und Freunde leiden noch heute unter dem Verlust. Hannah wäre heute 27 – wie wäre ihr Leben? Wäre sie verheiratet? Hätte sie studiert? Wäre sie erfolgreich oder hätte sie ihr Leben in den Sand gesetzt? Wir werden es nie erfahren. Am 19. November um 11 Uhr wird Richterin Regine Enders-Kunze (55) ihr Urteil sprechen.

Kleine Johanna vor fast 20 Jahren getötet – Staatsanwalt fordert lebenslänglich

Der 42 Jahre alte Angeklagte soll Johanna aus Ranstadt im Wetteraukreis 1999 in sein Auto gezerrt und entführt haben, um sie zu missbrauchen. Die Anklage geht davon aus, dass das Kind erstickte. Rick J. räumt die Entführung ein, stellt den Tod des Mädchens aber als Unfall dar.

Gießen – Eine entschlossene Stimme schneidet sich durch die kalte Stille von Saal 207 des Landgerichts. Sie gehört Staatsanwalt Thomas Hauburger (37), Ankläger von Rick J. (42), dem Killer der kleinen Johanna Bohnacker (†8). Er will, dass dieser Mann Lebenslänglich bekommt. Und nicht nach 15 Jahren wieder frei kommt.

Der Verteidiger forderte, Rick J. solle nicht wegen Mordes, sondern Totschlags verurteilt werden. Zudem solle der 42-Jährige wegen seines Drogenkonsums in einer Entziehungsklinik untergebracht werden. Ein Strafmaß nannte der Verteidiger nicht.

Währenddessen stiert Rick J. auf den Aktenordner, der vor ihm auf dem Tisch liegt, blickt nicht ein einziges Mal auf. Neben Lebenslang fordert Staatsanwalt Hauburger, die “besondere schwere der Schuld” festzustellen. Folgt das Gericht dem, muss der Killer mindestens 25 Jahre ins Gefängnis.

Ermittlungen in einem anderen Missbrauchsfall hatten die Polizei auf die Spur des Mannes aus dem gut 30 Kilometer von Ranstadt entfernten Friedrichsdorf gebracht. Festgenommen wurde er im Oktober 2017.

Gießen – Die Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen Mörder der kleinen Johanna eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

Rick J. hat Johanna im September 1999 entführt, mit Choloroform betäubt, ihren Kopf mit Klebeband umwickelt. Sie erstickte. 2017 wurde er verhaftet. Die Entführung gibt J. zu, Johannas Tod stellt er als Unfall war.

Der Angeklagte habe sich in “ganz besonders egoistischer Weise über den Lebensanspruch” des Mädchens hinweggesetzt, sagte der Anklagevertreter am Freitag vor dem Landgericht Gießen.

★ 2006/2007: Die Ermittler organisieren wieder Massentests. ★ 2016: Johannas Papa, Richard Bohnacker, stirbt mit 64 Jahren, 17 Jahre nach dem Tod seiner geliebten Johanna.

Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll das Gericht auch eine besondere Schwere der Schuld feststellen, was eine vorzeitige Haftentlassung ausschließen würde.

Der 42 Jahre alte Angeklagte soll 1999 die damals achtjährige Johanna aus Ranstadt (Wetteraukreis) entführt haben, um sie zu missbrauchen.

Die Anklage geht davon aus, dass das Kind erstickte. Der Angeklagte räumt die Entführung ein, stellt den Tod des Kindes aber als Unfall dar.