Solo für AKK
Annegret Kramp-Karrenbauer bei “Maybrit Illner”: “Sie kann auch äußerst laut werden!”
Pünktlich zum ersten Aufeinandertreffen der drei Bewerber um den CDU-Vorsitz gibt es eine Überraschung!

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer liegt laut einer Umfrage des ZDF-Politbarometers vor ihren Mitbewerbern Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn.

Bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt haben sich die drei aussichtsreichsten Kandidaten für den CDU-Vorsitz mit einem Bekenntnis zu einem fairen Wettkampf präsentiert. “Ich freue mich auf diesen fairen Wettbewerb”, sagte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Gleichzeitig ging sie in die Offensive: “Gegen Frauen und ohne Frauen ist keine Wahl zu gewinnen.” Neben ihr wollen sich der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag am 7. Dezember zur Wahl stellen.

“Maybrit Illner”: Kevin Kühnert ist entsetzt von Annegret Kramp-Karrenbauer

Laut der Umfrage findet knapp ein Drittel aller Befragten, dass sie Chefin der CDU werden sollte. Bei den Anhängern der CDU sind es etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent). Bei Friedrich Merz sind es 25 Prozent (33 Prozent bei den CDU-Wählern) und Jens Spahn landet auf dem letzen Platz mit sechs Prozent (sieben Prozent bei den CDU-Anhängern). 23 Prozent aller Befragten und 14 Prozent der CDUler haben keine Meinung.

Der Nachfolger von Angela Merkel wird allerdings von Delegierten auf dem Parteitag bestimmt und nicht von der Bevölkerung gewählt. Allerdings werden die Delegierten von solchen Umfragen beeinflusst. In anderen Umfragen lag Friedrich Merz vorne. Und auch in den Medien und in der Partei gibt es einen regelrechten Merz-Hype.

Der Vorstand der CDU-Frauenvereinigung hatte sich zuvor bereits klar für Kramp-Karrenbauer ausgesprochen. Regionalkonferenzen, bei denen sich die Kandidaten der Basis präsentieren wollen, sollen kommende Woche beginnen. Anders als bei seinen Mitbewerbern steht die offizielle Nominierung bei Spahn noch aus. Der Vorstand des CDU-Kreisverbandes im münsterländischen Borken wollte ihn am Freitagabend bei einer nicht öffentlichen Klausur im niedersächsischen Nordhorn nominieren.

Friedrich Merz hat am Mittwoch in Berlin seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erläutert – und sich den Fragen der Presse gestellt.

Kandidaten für CDU-Vorsitz: Erster gemeinsamer Auftritt

Annegret Kramp-Karrenbauer sorgte mit einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für einen Paukenschlag. Sie hat sich für eine harte Linie im Umgang mit straffälligen Asylbewerbern ausgesprochen. Wer schwere Straftaten begangen habe, dem solle nach einer Ausweisung die Wiedereinreise nicht nur nach Deutschland, sondern auch in den gesamten Schengen-Raum auf Lebenszeit verweigert werden, sagte Kramp-Karrenbauer. Damit grenzt sie sich klar von der Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel ab.

Neue Bündnisse, alte Fronten – Was folgt auf Merkel? Mit der Nachfolge entscheidet sich, welchen Kurs die CDU künftig steuert.

Knallhart-Aufschlag von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) im Wettstreit um den Parteivorsitz im Interview mit der FAZ.

Ehemalige First Lady der USA – Michelle Obama spricht über Fehlgeburt Michelle Obama veröffentlicht am kommenden Dienstag ihre Memoiren. In …

Annegret Kramp-Karrenbauer ist, wie auch Friedrich Merz bereits offiziell nominiert. Jens Spahn soll am Freitag am späten Nachmittag vom münsterländischen Kreisverband Borken nominiert werden. Spahn ist Vorsitzender dieses CDU-Kreisverbandes.

Auch Jens Spahn schärfte sein Profil mit einem Gastbeitrag. Kinderlose sollten nach dem Willen des Bundesgesundheitsministers merklich mehr in die Pflege- und Rentenversicherung einzahlen als Eltern. Dies sei eine Gerechtigkeitsfrage, schreibt Spahn in einem Gastbeitrag für die Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Im Umlagesystem bekommen die Alten das Geld von den Jungen – auch, wenn es die Kinder nur der anderen sind. Er sage dies ganz bewusst als selbst Kinderloser, der bereit ist, finanziell mehr zur Zukunftsfähigkeit des Systems beizutragen.

Fazit: In Hamburg kommt Jens Spahn nicht an. Hier hat das Merz-Lager eindeutig die Nase vorn. Zu Frau Kramp-Karrenbauer bekennt sich bislang nur eine entschiedene Verfechterin. Ziemlich mager. Zumal BILD weiß: Vom Team Ich weiß nicht haben mindestens zwei ausgesprochene Merz-Sympathien.

Einen Monat vor dem CDU-Parteitag stellen sich die drei aussichtsreichsten Bewerber um den Parteivorsitz im Bundesvorstand der Frauen-Union in Berlin vor.

Hamburg – Bis zum großen CDU-Bundesparteitag in Hamburg Anfang Dezember sind noch ein paar Wochen hin. 1001 Delegierte wählen dann den Nachfolger von Angela Merkel (64) als Parteichefin.

Kramp-Karrenbauer zu straffälligen Asylbewerbern: Einreisesperre für ganzen Schengenraum

Es ist das erste Mal, dass CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz seit Bekanntwerden ihrer Bewerbung direkt aufeinandertreffen. Vor der Sitzung geben die drei Anwärter sowie die Vorsitzende der Frauen-Union, Annette Widmann-Mauz (CDU), ein Statement ab.

Die Sache wird unter Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (56), Friedrich Merz (62) und Gesundheitsminister Jens Spahn (38) ausgemacht.

Die Frauen-Union hat Kramp-Karrenbauer für die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel als CDU-Vorsitzende nominiert. Der Frauen-Union gehören automatisch alle weiblichen CDU-Mitglieder an, sofern sie dem nicht ausdrücklich widersprechen. Mit etwa 155 000 Mitgliedern ist die Frauen-Union die größte Vereinigung in der CDU.

► Franziska Hoppermann (36): Als Chefin der Frauen-Union ist sie mir am nächsten. Spahn geht gar nicht.

Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte bei “Maybrit Illner”, worin sie sich von Angela Merkel unterscheidet – und dass diese auch mal laut werden könne. Den Wirkungstreffer des Abends setzte aber ein anderer.

Die linke Hessin Wissler: Seehofer hat die Migration zur Mutter aller Probleme erklärt. Es gibt mehr Flüchtlingshelfer als Menschen, die bei Pegida auf die Straße gehen. Stoiber-Helfer Spreng legt nach: Solange Seehofer Minister bleibt, wird es Unfrieden und Streit in der Koalition geben. Wenn sich das nicht ändert, steht die Regierung Merkel unter einem schlechten Stern.

Debatte um Köpfe, nächste Runde: Moderatorin Maybrit Illner ließ diesmal die Frage diskutieren “Neue Bündnisse, alte Fronten – was folgt auf Merkel?” Mit Annegret Kramp-Karrenbauer war eine Hauptbewerberin um den CDU-Vorsitz zu Gast. Die Runde wurde ergänzt von: Juso-Chef Kevin Kühnert, dem stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki, der stellvertretenden Linken-Vorsitzenden Janine Wissler und dem Publizisten und Politikberater Michael Spreng.

Spreng, der Häuptling Scharfe Zunge knöpft sich Juso-Chef Kühnert vor. Der wolle, dass die SPD Selbstmord aus Angst vor dem Tod betreibt. Sie sind der Sterbehelfer. Die SPD würde Hürden aufbauen, über die die CDU nicht mehr springen kann.

Absetzbewegung des Abends: Kramp-Karrenbauer gilt als Wunschkandidatin von Angela Merkel – und deshalb ist es für sie – anders als für ihre Mitbewerber um den Parteivorsitz, Friedrich Merz und Jens Spahn – etwas komplizierter, sich von Merkel abzusetzen. Bei Illner sandte Kramp-Karrenbauer mehrfach die Botschaft aus, dass sie die Parteikommunikation verbessern wolle: Bestimmte Debatten seien in der CDU “nicht offen genug und nicht proaktiv genug geführt” worden, sagte sie. Sie stehe für einen neuen “Diskussionsstil”: Partei first.

Sterbehelfer Kühnert gibt zu: Wenn die Autounternehmen die Diesel-Opfer nicht ordentlich entschädigen, wäre das ein Grund, um einen ordentlichen Konflikt aufzumachen. Da reibt sich der eingefleischte Anti-Groko-Kämpfer schon die Hände.

Und sie antwortete nur zu gern auf die Frage, ob sie mit Merkel schon gestritten habe: “Oh ja, einige Male.” Etwa über die Beendigung der von Kramp-Karrenbauer geführten Schwampel-Koalition im Saarland, die sei “gegen den Willen von Angela Merkel” beendet worden. Die Kanzlerin “kann auch äußerst laut werden am Telefon.”

Parteivorsitz: Kramp-Karrenbauer liegt in Umfrage vor Merz

Insgesamt gab sich Kramp-Karrenbauer optimistisch, was ihre Chancen auf den CDU-Vorsitz angeht. Sie wisse, dass die Menschen jemanden wollten, der es ernst mit ihnen meine. “Da kann man rhetorisch vielleicht auch sehr begabt sein – aber man muss es beweisen. Und insofern schätze ich meine Chancen als nicht so schlecht ein.”

AKK, Merz und Spahn stellen sich erstmals gemeinsam vor

Verb des Abends: ausmerzen. Benutzt von Kramp-Karrenbauer. Ihre in der “FAZ” formulierte Forderung nach einem strengeren Umgang mit straffällig gewordenen Asylbewerbern, die als Distanzierung von der merkelschen Flüchtlingspolitik gedeutet wurde, “hat nichts damit zu tun, eine Schwäche auszumerzen”. Wer es genau nimmt mit den Worten, kann die Botschaft entdecken, dass sie jede Art von Rückabwicklung der merkelschen Politik Friedrich Merz überlassen wolle.

Für einen Fall wie der Gruppenvergewaltigung in Freiburg, bei der mehrere Asylbewerber aus Syrien beteiligt sein sollen, würden die Sanktionsmöglichkeiten nicht ausreichen. “Wer auch immer in einem der Mitgliedstaaten ein solches Verbrechen begangen hat und eine lebenslange Einreisesperre erhält, der darf nicht mehr in den Schengen-Raum einreisen”, forderte Kramp-Karrenbauer. Eine Abschiebung hänge allerdings auch davon ab, wie sich die Lage in Syrien entwickle. Könne eine solche aber erfolgen, dürfe der betroffene Asylbewerber nie wieder europäischen Boden betreten.

Wirkungstreffer des Abends: Der gelang dann allerdings nicht ihr, sondern Michael Spreng im Verbund mit Kevin Kühnert. So ist das in Talkshows: Man kann zwar all das sagen, was man sich zurechtgelegt hat. Aber dann bleibt trotzdem eine ganz andere Szene besonders haften. Spreng, einst CDU-Berater hatte zu Beginn der Sendung die These zu Protokoll gegeben, Kramp-Karrenbauer möge zwar die “Kandidatin der Herzen” in der CDU sein, Merz aber “der Kandidat der Machtvernunft”. Dann sprach er die Politikerin auf ihre Argumentation gegen die Ehe für alle an. Kramp-Karrenbauer hatte 2015 gesagt, werde die Ehe-Definition geöffnet, seien “andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen”.

Einen Einspielfilm der Redaktion dazu gab es nicht – das Thema hatte Spreng ganz allein vorbereitet. Einen “Lackmustest” sah er darin: Wenn sie die Ehe für alle mit Inzucht und Polygamie gleichsetze, “ist das nicht konservativ, sondern reaktionär”. Kühnert bekräftigte, nutzte aber den Terminus “befremdet”. Kramp-Karrenbauer erwiderte, sie vertrete hier eine Minderheitenposition in der CDU, aber der Lackmustest für sie bestehe darin, ob sie trotzdem ihre Meinung sage. Aber “reaktionär”, das saß natürlich. Ihren Kontrahenten Merz nannte Spreng dagegen “konservativ”.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht sich für einen strengeren Umgang mit straffällig gewordenen Asylbewerbern aus. Ihnen müsse die Wiedereinreise nicht nur nach Deutschland, sondern auch in den gesamten Schengenraum auf Lebenszeit verweigert werden, sagt sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

AKK bei “maybrit illner”: Kramp-Karrenbauer im Interview

Fragebogeninterview des Abends: Das führte Illner mit Kramp-Karrenbauer, die die Hauptrolle hatte. Sie will schließlich Kanzlerin werden – was sie so nicht formulierte, aber den Eindruck, dass sie Parteivorsitzende werden wollen könnte, ohne über die Folgen im Bilde zu sein, verstand sie schon auszuräumen. Unvollständiger Abriss der Positionsabfrage: Ein höherer Spitzensteuersatz “steht im Moment nicht zur Debatte”. Der Mindestlohn sei nicht zu niedrig. Ja zu Ankerzentren. Das Wort “Staatsversagen”, mit dem Jens Spahn die politischen Vorgänge von 2015 beschrieben hat, nutzte sie trotz mehrmaliger Nachfrage nicht; es sei eine “Ausnahmesituation” gewesen.

Kramp-Karrenbauer kandidiert als Merkels Nachfolgerin für den CDU-Vorsitz. In dem Interview mit der FAZ betont sie auch, dass die AfD deshalb so viel Zuspruch erhalte, weil es in der Gesellschaft das Gefühl gebe, der Staat biete keine Sicherheit mehr. Bei diesem Thema müsse die CDU konkrete Antworten geben.

Die anderen Gäste des Abends: Sie hatten es nicht leicht angesichts des Themas. Könnte nach der Ära Merkel Rot-Rot-Grün wieder interessant werden? Janine Wissler von der Linkspartei sagte, was man sagen muss: Das hänge von Inhalten ab. Vor allem profilierte sie sich im hitzigsten Gesprächsteil des Abends als Vertreterin einer humanen Flüchtlingspolitik. Arme Menschen und Geflüchtete würden gegeneinander ausgespielt. Was für die Restrunde die Einladung war, das Verhältnis der Linken zu Sahra Wagenknecht zu hinterfragen. Wolfgang Kubicki von der FDP antwortete auf die Frage, wen er für den CDU-Vorsitz favorisiere: “Die Freien Demokraten fürchten weder Tod noch Teufel.”

Maybrit Illner im ZDF: Kramp-Karrenbauer verrät Überraschendes über Angela Merkel

Und Kevin Kühnert hatte sich dazu natürlich auch einen Satz überlegt: Egal, wer die CDU führe, es gebe eine Regierung mit der SPD, also müsse man auf sie Rücksicht nehmen. Die Sozialdemokraten seien nach dem Motto “Erst das Land, dann die Partei” in die “Koalition reingequatscht worden”. Da gelte dann gleiches Recht für alle.

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der “Tagesspiegel”, “Welt”, “Wirtschaftswoche” und “Rheinische Post” dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.