Heiße Küsse und Trumps Versagen
Becoming: Michelle Obama rechnet in Memoiren mit Donald Trump ab
Rassismus, Eheprobleme – und deutliche Kritik an Donald Trump: Die ehemalige First Lady Michelle Obama hat ihre Memoiren geschrieben, nun werden erste Auszüge bekannt.

Es ist ein Buch, dessen Veröffentlichung mit Höchstspannung erwartet wird: Michelle Obama, die ehemalige First Lady der USA, hat ihre Memoiren geschrieben. Das Werk trägt den Titel “Becoming” und wird offiziell am kommenden Dienstag erscheinen. Begleitet wird das von einer groß angelegten PR-Tournee. Tickets für die Auftaktveranstaltung in Chicago kosten zwischen knapp 30 und mehreren Tausend Dollar, moderiert wird sie von Oprah Winfrey, es werden Zehntausende Besucher erwartet. Für andere Veranstaltungen im Land werden unter anderem Gäste wie Reese Witherspoon und Sarah Jessica Parker erwartet.

Michelle Obama, die frühere First Lady der USA, hat ihre Memoiren geschrieben. In “Becoming – Meine Geschichte” spricht sie privat über Barack Obama als Ehemann und politisch über seinen Nachfolger Donald Trump, dessen Wahl sie “geschockt habe”.

Vor der offiziellen Veröffentlichung zitiert nun unter anderem die Nachrichtenagentur AP aus “Becoming”, ihr liegt bereits ein Exemplar vor. Demnach sind Michelle Obamas Memoiren auch eine Abrechnung mit Donald Trump.

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Memoiren von Michelle Obama – Heiße Küsse und Trumps Versagen

Trump ist aber nicht das einzige Thema, mit dem sich Michelle Obama in dem Buch befasst. Sie schreibt auch über ihre Kindheit und Jugend in Chicago, über den Rassismus, dem sie ausgesetzt war und über ihre Erfahrungen als erste schwarze First Lady.

Thorsten Denkler, Jahrgang 1971, ist SZ.de-Redakteur und seit März 2017 politischer US-Korrespondent in New York. Er war seit 2001 mit medienkrisenbedingten Unterbrechungen für SZ.de als Parlaments-Korrespondent in Berlin im Einsatz. Als Schüler hat er für die Münstersche Zeitung in seinem Heimatort Steinfurt geschrieben. Volontiert hat er bei der taz, die tageszeitung in Bonn und Berlin. Danach arbeitete er unter anderem für die Frankfurter Rundschau, die Financial Times Deutschland und die Süddeutsche Zeitung.

Obama berichtet auch über Probleme zu Beginn ihrer Ehe. Damals habe Barack Obama gerade seine Politikkarriere gestartet und sei häufig unterwegs gewesen, zitiert AP aus “Becoming”. Das Paar habe sich einige Male mit einem Eheberater getroffen. Sie habe gelernt, schreibt Obama, dass sie selbst ihr eigenes Glück mehr in der Hand habe, als sie zuvor gedacht habe.

Die 54-Jährige beschreibt auch die positiven Seiten des Kennenlernens und der Ehe. So sei sie zu Beginn beispielsweise von seinem “vollen, gar sexy Bariton” beeindruckt gewesen und von seiner “seltsamen, mitreißenden Kombination” von Gelassenheit und Kraft.

Die Leserschaft wird Michelle Obama das Buch dennoch aus den Händen reißen. Erinnerungen der Gattinnen von US-Präsidenten sind in der Regel große Bestseller. Und Michelle Obama hat bei ihren bisherigen Auftritten meist verstanden, die Menschen für sich und ihre Überzeugungen einzunehmen. Vielleicht, so spekulieren oder hoffen manche, wird sie ja irgendwann doch noch versuchen, die erste Präsidentin der Vereinigten Staaten zu werden.

“Becoming” ist Teil eines gemeinsamen Buchdeals der Obamas. Die Memoiren des ehemaligen Präsidenten werden im kommenden Jahr erwartet. Michelle und Barack Obama haben angekündigt, einen Teil der Einnahmen aus den verkauften Tickets und Büchern spenden zu wollen.

Michelle Obama hat mehrfach betont, selbst keine Karriere in der Politik anzustreben. Zuletzt war sie aber vor den Midterm-Wahlen mehrfach aufgetreten, um die Menschen zum Wählen zu motivieren.

Empfindliche Schelte für Donald Trump: Die ehemalige First Lady Michelle Obama kritisiert den US-Präsidenten in ihren Memoiren scharf. In dem Buch Becoming, das am Dienstag erscheint, beschreibt Obama ihren Schock angesichts des Wahlsiegs des Republikaners 2016, ihre Wut und ihre Verständnislosigkeit.

Die Stelle erinnert ein wenig an das Buch “Jenseits des Protokolls” von Bettina Wulff, die sich darin ähnlich intim über ihren bald wohl Ex-Mann und Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff ausgelassen hat. Gut, Letzteres ist inzwischen eine niedersächsische Provinzposse. Und die Obamas sind eine Weltsensation. Ein bisschen peinlich ist es aber doch.

Aber sie erzählt auch von ihren Erfahrungen mit Rassismus, von Problemen in der Ehe mit Barack Obama und persönlichen Herausforderungen.

Und wie es war, als ihr bewusst wurde, dass ihr Mann die Präsidentschaft an Donald Trump würde weitergeben müssen. Ihr erster Impuls: “Ich wollte das aufhalten”, schreibt sie laut einem Auszug, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Als hätte sie einfach den Schlüssel zum Weißen Haus wegschmeißen wollen, und dann wäre alles wieder gut.

Michelle Obama verurteilt in Becoming die ständig von Trump wiederholte Legende, ihr Ehemann sei nicht in den USA geboren, seine Präsidentschaft daher nicht legitim. Diese Kampagne sei scheinheilig und gefährlich gewesen, Trump habe versucht, Verrückte gegen Barack Obama aufzubringen. Als sie erfahren habe, dass Trump Nachfolger ihres Ehemannes im Präsidentenamt werde, habe sie nur noch versucht, nicht mehr daran zu denken.

Michelle spricht aber auch sehr offen über ihren Mann Barack, seine Stimme, seinen “reichen, geradezu sexy Bariton”. Und die “seltsame und rührende” Kombination aus Gelassenheit und Stärke. Als sie sich endlich von ihm habe küssen lassen, da habe sie eine Welle von “Lust, Dankbarkeit, Erfüllung und Wunder” überkommen.

Besonders verblüfft habe sie, wie viele Frauen 2016 für Trump gestimmt hätten, schrieb Obama. Sie hätten einen Frauenfeind einer qualifizierten Kandidatin, Hillary Clinton, vorgezogen. Besonders wütend sei sie gewesen, als sie die Tonbandaufnahme gehört habe, auf der Trump mit sexuellen Übergriffen auf Frauen prahlte. In einer Fernsehdebatte sei Trump sehr dicht an Clinton herangerückt und habe mit seiner Körpersprache deutlich gemacht: Ich kann dich verletzen und damit davonkommen.

Trump, das wird in dem Buch klar, mag sie nicht nur nicht. Sie verabscheut ihn. Sie hat nicht glauben können, dass am Ende so viele Frauen einen “Frauenfeind” wählen würden. Dass sie lieber ihn als eine Frau wählen, Hillary Clinton, die Obama als “außergewöhnlich qualifizierte Kandidatin” beschreibt.

Der Nachrichtenagentur AP lag ein Vorab-Exemplar des Buches vor, das Obama in den kommenden Wochen mit einer Tour bewirbt. Erste Station ist am Dienstag kein Buchladen, sondern das United Center in Chicago, wo mehrere Zehntausend Menschen erwartet werden. Moderiert wird die Veranstaltung von der Starmoderatorin Oprah Winfrey. Auch andere geplante Auftritte von Michelle Obama in New York und Los Angeles vermitteln in ihrer Dimension eher den Eindruck eines Rockkonzerts. Unter den Gästen sind die Schauspielerinnen Reese Witherspoon und Sarah Jessica Parker, die Tickets kosten zwischen 30 Dollar und mehreren Tausend Dollar. Zehn Prozent der Einnahmen fließen an örtliche Hilfsorganisationen, Schulen und Gemeindezentren.

Danach folgt eine Buch-Tour durch das halbe Land, in der Obama die großen Arenen von der Ost- bis zur Westküste bespielen wird, unterstützt von Prominenten wie Reese Witherspoon oder Sarah Jessica Parker. Zehn Prozent der Einnahmen will Obama an wohltätige Organisationen spenden.

In Becoming schreibt Obama von Freude und Schmerz in ihrem Leben. Sie erzählt liebevoll von ihrer Familie und schildert ausführlich, wie sie ihren späteren Ehemann Barack kennenlernte und von ihm umworben wurde. Beide arbeiteten damals in einer Anwaltskanzlei, sie war seine Betreuerin, als er dort anfing. Die Sekretärinnen hätten Barack als brillant und niedlich beschrieben, sie habe aber Zweifel gehabt, schreibt Michelle Obama. Nach einem ersten Treffen sei sie dann doch beeindruckt gewesen, von seiner sexy Stimme, der Mischung aus Gelassenheit und Kraft.

Während ihres öffentlichen Lebens an der Seite ihres Mannes habe sie immer darum kämpfen müssen, öffentliche und private Bedürfnisse zu vereinbaren, erklärt Obama. Sie habe ein comichaftes, rassistisches Bild von sich gefürchtet. Noch ganz genau erinnere sie sich daran, wie der Sender Fox News sie als wütende Frau, als Obamas Baby Mama bezeichnet habe. Als erste schwarze First Lady im Weißen Haus sei ihr sehr bewusst gewesen, dass sie sich die Würde erst verdienen müsse, die ihren Vorgängerinnen ganz automatisch zugeschrieben worden sei. Selbstvertrauen habe sie gefunden, indem sie sich immer wieder gesagt habe: Bin ich gut genug? Ja, bin ich.

Becoming ist Teil eines gemeinsames Buchvertrags mit Barack Obama, der Schätzungen zufolge eine zweistellige Millionensumme wert ist. Die Memoiren des ehemaligen Präsidenten werden im kommenden Jahr erwartet.

0 Anzeige Empfindliche Schelte für Donald Trump: Die ehemalige First Lady Michelle Obama kritisiert den US-Präsidenten in ihren Memoiren scharf. In dem Buch Becoming, das am Dienstag erscheint, beschreibt Obama ihren Schock angesichts des Wahlsiegs des Republikaners 2016, ihre Wut und ihre Verständnislosigkeit.

Aber sie erzählt auch von ihren Erfahrungen mit Rassismus, von Problemen in der Ehe mit Barack Obama und persönlichen Herausforderungen.

Michelle Obama verurteilt in Becoming die ständig von Trump wiederholte Legende, ihr Ehemann sei nicht in den USA geboren, seine Präsidentschaft daher nicht legitim. Diese Kampagne sei scheinheilig und gefährlich gewesen, Trump habe versucht, Verrückte gegen Barack Obama aufzubringen. Als sie erfahren habe, dass Trump Nachfolger ihres Ehemannes im Präsidentenamt werde, habe sie nur noch versucht, nicht mehr daran zu denken.

Besonders verblüfft habe sie, wie viele Frauen 2016 für Trump gestimmt hätten, schrieb Obama. Sie hätten einen Frauenfeind einer qualifizierten Kandidatin, Hillary Clinton, vorgezogen. Besonders wütend sei sie gewesen, als sie die Tonbandaufnahme gehört habe, auf der Trump mit sexuellen Übergriffen auf Frauen prahlte. In einer Fernsehdebatte sei Trump sehr dicht an Clinton herangerückt und habe mit seiner Körpersprache deutlich gemacht: Ich kann dich verletzen und damit davonkommen.

Der Nachrichtenagentur AP lag ein Vorab-Exemplar des Buches vor, das Obama in den kommenden Wochen mit einer Tour bewirbt. Erste Station ist am Dienstag kein Buchladen, sondern das United Center in Chicago, wo mehrere Zehntausend Menschen erwartet werden. Moderiert wird die Veranstaltung von der Starmoderatorin Oprah Winfrey. Auch andere geplante Auftritte von Michelle Obama in New York und Los Angeles vermitteln in ihrer Dimension eher den Eindruck eines Rockkonzerts. Unter den Gästen sind die Schauspielerinnen Reese Witherspoon und Sarah Jessica Parker, die Tickets kosten zwischen 30 Dollar und mehreren Tausend Dollar. Zehn Prozent der Einnahmen fließen an örtliche Hilfsorganisationen, Schulen und Gemeindezentren.

Ex-Trump-Beraterin Omarosa Schwer, mit anzusehen, was das Land durchmachen muss In Becoming schreibt Obama von Freude und Schmerz in ihrem Leben. Sie erzählt liebevoll von ihrer Familie und schildert ausführlich, wie sie ihren späteren Ehemann Barack kennenlernte und von ihm umworben wurde. Beide arbeiteten damals in einer Anwaltskanzlei, sie war seine Betreuerin, als er dort anfing. Die Sekretärinnen hätten Barack als brillant und niedlich beschrieben, sie habe aber Zweifel gehabt, schreibt Michelle Obama. Nach einem ersten Treffen sei sie dann doch beeindruckt gewesen, von seiner sexy Stimme, der Mischung aus Gelassenheit und Kraft.

Während ihres öffentlichen Lebens an der Seite ihres Mannes habe sie immer darum kämpfen müssen, öffentliche und private Bedürfnisse zu vereinbaren, erklärt Obama. Sie habe ein comichaftes, rassistisches Bild von sich gefürchtet. Noch ganz genau erinnere sie sich daran, wie der Sender Fox News sie als wütende Frau, als Obamas Baby Mama bezeichnet habe. Als erste schwarze First Lady im Weißen Haus sei ihr sehr bewusst gewesen, dass sie sich die Würde erst verdienen müsse, die ihren Vorgängerinnen ganz automatisch zugeschrieben worden sei. Selbstvertrauen habe sie gefunden, indem sie sich immer wieder gesagt habe: Bin ich gut genug? Ja, bin ich.

Becoming ist Teil eines gemeinsames Buchvertrags mit Barack Obama, der Schätzungen zufolge eine zweistellige Millionensumme wert ist. Die Memoiren des ehemaligen Präsidenten werden im kommenden Jahr erwartet.