VS-Marbach – Die Fahrbahn des Kreisverkehrs an der Schaffhauser Straße in Marbach weist erneut Risse auf. Stadtrat Bernd Lohmiller wirft den Verantwortlichen eine Fehlplanung vor und fordert, die zuständige Firma in Regress zu nehmen.

Nachdem bereits im November 2017 Risse in der Asphaltdecke am Kreisverkehr Kirchdorfer Straße/Straßburger Straße/Schaffhauser Straße aufgetreten waren und noch vor dem Winter ausgebessert wurden, gab es jüngst erneute Schäden. Die bei einer Begehung Ende August festgestellten Risse in der Fahrbahndecke sind für Stadtrat Bernd Lohmiller Anlass genug, um die Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen. Seinem Ärger über die Qualität der Planung machte er in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend Luft.

Berechnungen hätten ergeben, dass die Bitumen-Ausführung für die Verkehrsbelastung ausreicht, sagte Amtsleiter Ulf Millauer vom Amt für Straßenbau, Stadtgrün und Altlasten. Wie Lohmiller konnte auch Stadtrat Ernst Reiser die Argumentation mit dem Schulbusverkehr nicht nachvollziehen. “Schließlich gibt es Schulferien, in denen es kein Schulbusverkehr gibt.” Auch bei der Berechnung der Verkehrslast habe sich “wohl jemand verrechnet”, so Reiser. Er kritisierte außerdem, dass der Technische Ausschuss und der Gemeinderat nicht über die Möglichkeit einer Beton-Ausführung informiert wurden.

Villingen-Schwenningen: SPD-Stadtrat fordert Neubau des Marbacher Lindekreisels

Schuld an der Rissbildung ist laut schriftlicher Erklärung der verantwortlichen Planer, dem Tuttlinger Ingenieurbüro Breinlinger, die halbseitige Bauweise. Diese bedinge einen Einbau der Trag- und Binderschicht in Teilabschnitten. "An den Übergängen entstehen Nähte, dabei muss immer mit verspätet auftretenden Schadensbildern gerechnet werden", heißt es in der Stellungnahme. Lohmiller kann und will diese Erklärung nicht akzeptieren. "Uns hat vorher niemand verraten, dass es bei dieser Einbauweise zu Rissbildungen kommen kann." Hätte man das gewusst, hätte man sich politisch für eine kurzzeitige Vollsperrung eingesetzt, betonte Lohmiller. Insbesondere die Behauptung, eine Vollsperrung sei "politisch nicht durchsetzbar" gewesen, echauffiert den SPD-Stadtrat. "Es war in der Planung ja überhaupt nicht ersichtlich, dass es notwendig gewesen wäre, um Folgeschäden zu vermeiden."

Die Risse in der Fahrbahn des Minikreisverkehrs Kirchdorfer Straße/ Straßburger Straße/Schaffhauser Straße seien laut Lohmiller entstanden, weil die Asphalttrag- und die Asphaltbinderschicht in zwei Abschnitten eingebaut wurden und sich daraus an den Stößen Oberflächenrisse ergeben haben. “Dies hätte man vermeiden können, wenn man eine Vollsperrung gemacht hätte und in einem Abschnitt eingebaut hätte”, sagt Lohmiller. Zudem wäre eine Betonausführung statt der Bitumenlösung für diese Belastungen die richtige Maßnahme gewesen.

Die beiden Verantwortlichen, Ingenieur Bernd Schwär und Bauleiter Axel Berger, wollten diese Vorwürfe in der Sitzung so nicht stehen lassen. "Vorneweg wollen wir klarstellen, dass wir erst in der Planungsphase drei eingestiegen sind, die Vorplanung lag bei der Stadt. Die Funktion und der Kostenrahmen waren damit vorgegeben", erläuterte Schwär, weshalb beispielsweise kein Betonkreisverkehr gebaut wurde. Berger betonte: "Ich habe einen umfassenden Schriftverkehr mit dem ÖPNV vorliegen, in dem deutlich gemacht wird, dass wegen des Schulbusverkehrs keine Vollsperrung möglich war." Der Einbau der Schichten an sich sei qualitativ hochwertig. "Diese Nähte entstehen bei allen Parallelbauweisen, ob bei Kreisverkehren oder bei Landstraßen", erklärt Berger. Nur würden diese dort meist unter dem Mittelstreifen verlaufen und wären nicht sichtbar. "Es ist üblich, dass diese Risse von Zeit zu Zeit gewartet werden müssen.­"

“Wegen der hohen Verkehrsbelastung war eine Vollsperrung politisch nicht durchsetzbar, weil unter anderem auch der Schulbusverkehr hier vorbeiführt”, so Bauleiter Axel Berger vom Ingenieurbüro Breinlinger. Ein Betonkreisel war in den Planungsvorgaben nicht vorgesehen, wäre erheblich teurer geworden und hätte mehr Bauzeit in Anspruch genommen. Bernd Schwär von Breinlinger Ingenieure wies darauf hin, dass man erst ab der dritten Planungsphase in das Projekt eingestiegen sei und die Vorplanungen die Stadt getätigt hätte.

Auch wenn die bisherigen Ausbesserungen von der zuständigen Firma Storz im Rahmen der Gewährleistungsfrist übernommen wurden, fordert Lohmiller, im kommenden Jahr ganz genau hinzuschauen, bevor die vierjährige Gewährleistungsfrist für den Bau von 2015 abläuft. "Eigentlich sollte auf Kosten der Planer alles nochmal neu gemacht werden", fühlt sich der Stadtrat nach wie vor getäuscht und "angelogen".

Schwere Vorwürfe erhob SPD-Stadtrat Bernd Lohmiller im Technischen Ausschuss wegen der aufgetretenen Schäden am neu gestalteten Lindekreisel in Marbach. Dort haben sich Risse gebildet. Lohmiller, der auch im Ortschaftsrat von Marbach sitzt, sagte, man habe frühzeitig darauf hingewiesen, dass durch die Neigung und das hohe Verkehrsaufkommen auch mit Schwerlastverkehr die Fahrbahn besonders beansprucht wird.

Ulf Millauer, Leiter des Amtes für Straßenbau, Stadtgrün und Altlasten, versuchte zu beschwichtigen, betonte aber auch: "Wir haben mit der Mittelnaht einen Zustand, der uns auch nicht gefällt. Wir werden uns das deshalb genau anschauen und gegebenenfalls nachbessern lassen."

Für Lohmiller lägen eindeutig Planungsfehler vor. Er forderte, den Kreisel auf Kosten des Planungsbüros abzureißen und neu zu bauen. Der Kreisel werde auch in der nächsten Marbacher Ortschaftsratssitzung zum Thema werden, kündigte Lohmiller an, denn der Ortschaftsrat fühle sich angelogen und die Stellungnahme des Planungsbüros spotte jeder Beschreibung.

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“Wir müssen die Kirche im Dorf lassen”, sagt Bürgermeister Detlev Bührer. Man werde vor Ablauf der Verjährungsfrist für Mängelansprüche die Arbeiten nochmals intensiv begutachten.

VS-Marbach – Die Fahrbahn des Kreisverkehrs an der Schaffhauser Straße in Marbach weist erneut Risse auf. Stadtrat Bernd Lohmiller wirft den Verantwortlichen eine Fehlplanung vor und fordert, die zuständige Firma in Regress zu nehmen.

Nachdem bereits im November 2017 Risse in der Asphaltdecke am Kreisverkehr Kirchdorfer Straße/Straßburger Straße/Schaffhauser Straße aufgetreten waren und noch vor dem Winter ausgebessert wurden, gab es jüngst erneute Schäden. Die bei einer Begehung Ende August festgestellten Risse in der Fahrbahndecke sind für Stadtrat Bernd Lohmiller Anlass genug, um die Verantwortlichen in die Pflicht zu nehmen. Seinem Ärger über die Qualität der Planung machte er in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend Luft.

Schuld an der Rissbildung ist laut schriftlicher Erklärung der verantwortlichen Planer, dem Tuttlinger Ingenieurbüro Breinlinger, die halbseitige Bauweise. Diese bedinge einen Einbau der Trag- und Binderschicht in Teilabschnitten. "An den Übergängen entstehen Nähte, dabei muss immer mit verspätet auftretenden Schadensbildern gerechnet werden", heißt es in der Stellungnahme. Lohmiller kann und will diese Erklärung nicht akzeptieren. "Uns hat vorher niemand verraten, dass es bei dieser Einbauweise zu Rissbildungen kommen kann." Hätte man das gewusst, hätte man sich politisch für eine kurzzeitige Vollsperrung eingesetzt, betonte Lohmiller. Insbesondere die Behauptung, eine Vollsperrung sei "politisch nicht durchsetzbar" gewesen, echauffiert den SPD-Stadtrat. "Es war in der Planung ja überhaupt nicht ersichtlich, dass es notwendig gewesen wäre, um Folgeschäden zu vermeiden."

Die beiden Verantwortlichen, Ingenieur Bernd Schwär und Bauleiter Axel Berger, wollten diese Vorwürfe in der Sitzung so nicht stehen lassen. "Vorneweg wollen wir klarstellen, dass wir erst in der Planungsphase drei eingestiegen sind, die Vorplanung lag bei der Stadt. Die Funktion und der Kostenrahmen waren damit vorgegeben", erläuterte Schwär, weshalb beispielsweise kein Betonkreisverkehr gebaut wurde. Berger betonte: "Ich habe einen umfassenden Schriftverkehr mit dem ÖPNV vorliegen, in dem deutlich gemacht wird, dass wegen des Schulbusverkehrs keine Vollsperrung möglich war." Der Einbau der Schichten an sich sei qualitativ hochwertig. "Diese Nähte entstehen bei allen Parallelbauweisen, ob bei Kreisverkehren oder bei Landstraßen", erklärt Berger. Nur würden diese dort meist unter dem Mittelstreifen verlaufen und wären nicht sichtbar. "Es ist üblich, dass diese Risse von Zeit zu Zeit gewartet werden müssen.­"

Auch wenn die bisherigen Ausbesserungen von der zuständigen Firma Storz im Rahmen der Gewährleistungsfrist übernommen wurden, fordert Lohmiller, im kommenden Jahr ganz genau hinzuschauen, bevor die vierjährige Gewährleistungsfrist für den Bau von 2015 abläuft. "Eigentlich sollte auf Kosten der Planer alles nochmal neu gemacht werden", fühlt sich der Stadtrat nach wie vor getäuscht und "angelogen".

Ulf Millauer, Leiter des Amtes für Straßenbau, Stadtgrün und Altlasten, versuchte zu beschwichtigen, betonte aber auch: "Wir haben mit der Mittelnaht einen Zustand, der uns auch nicht gefällt. Wir werden uns das deshalb genau anschauen und gegebenenfalls nachbessern lassen."

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