Ein Stück
Ein Stück “Narrenfreiheit” geht nun zu Ende
Großes "Wir-Gefühl"

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Dementsprechend kreativ seien auch die unterschiedlichen Mottos – mit ihnen habe der damalige Vergnügungsausschuss-Sprecher Thomas Kaltenmark begonnen – umgesetzt worden: egal ob 1994 das Thema "Hollywood", 2000 "Weltall/Zeitmaschine", 2009 "Schwenningen sucht das Supertalent" oder 2016 "Neues aus dem Märchenwald". Doch es habe auch Zeiten gegeben, in denen der Vergnügungsausschuss händeringend bis kurz vor Beginn nach einer passenden Musiknummer gesucht hat. Jetzt gebe es nicht nur viele Musik-, sondern auch Sprech- und Tanznummern, sagt Alfred Schlenker. Die Themen ließen den Akteuren viel Interpretationsfreiraum, Vorschriften gebe es keine. "Jede Nummer ist eigentlich ein Highlight, und es steckt verdammt viel Arbeit drin." Dass die Eröffnungsbälle von vorne bis hinten in Eigenregie erfolgen, sei nahezu ein Alleinstellungsmerkmal der Narrenzunft.

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Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren für den großen närrischen Kehraus, der am Freitag und Samstag mit dem Eröffnungsball der Narrenzunft im Beethovenhaus stattfindet. Unter dem Motto "Beethovens Gruselkabinett – De Narrenzunft graut vor nint" wird der Ball garantiert gespenstisch sein – und besonders in doppelter Hinsicht: "Mit dem Abschluss feiern wir gleichzeitig ein kleines Jubiläum", stellt Ully Hugger, Sprecher des Vergnügungsausschusses, fest. "Wir sind nämlich zum 66. Mal im Beethovenhaus." Was 1952 klein begann – die Mitglieder gingen damals noch gemeinsam von der damaligen Zunftstube im Gasthaus Rose zu Fuß zum Ball –, sollte sich im Laufe der Jahrzehnte zu etwas ganz Großem im Schwenninger Veranstaltungskalender entwickeln. "Wir könnten ein ganzes Buch darüber schreiben", sagt Alfred Schlenker schmunzelnd, der bis 2013 Ausschusssprecher war und seinen ersten Zunftauftritt auf der Bühne 1988 hatte. Damals sei das Beethovenhaus noch gut bestückt mit zwei Hausmeistern gewesen, erinnert er sich. Dementsprechend "anders" sei es zur Sache gegangen: "Da durften wir noch nicht mit Tacker oder Bohrer hantieren, sondern mussten am Montag unsere Spuren mit einem Radiergummi wieder beseitigen."