Pleite bei Alba Berlin - Playoff-Aus für Ulm - SWR
Alles klar für Alba: Berlin im Halbfinale
Die Berliner Basketballer gewinnen auch das dritte Spiel gegen Ulm souverän und treffen im Halbfinale auf den Hauptrunden-Zweiten Oldenburg.

Zur Basketball-Philosophie des Aito Garcia Reneses gehört es, das Spiel laufen zu lassen. Möglichst viel Fluss soll auf dem Parkett herrschen, das Spiel nicht ständig unterbrochen werden. Absichtliche Fouls sind unter dem Trainer von Alba Berlin gar völlig verpönt. Die amtliche Bestätigung dafür gab es am Sonntagnachmittag in der Arena am Ostbahnhof vor dem dritten Spiel der Play-off-Viertelfinalserie gegen Ulm: Da wurde das Team für die wenigsten Fouls in der Basketball-Bundesliga (BBL) mit dem Fairness-Award der Liga ausgezeichnet. Das anschließende Spiel hatte jedoch lange Zeit wenig Fluss, und so hatten die Berliner beim 100:83 (17:20, 33:23, 25:15, 25:25) zumindest vorübergehend einige Mühe. Durch den dritten Sieg im dritten Spiel der Serie vor 10.660 Zuschauern steht das Team nun im Halbfinale und trifft dort kommendes Wochenende auf Oldenburg.

BBL, Playoffs: ALBA Berlin im Halbfinale – Bayern München kann folgen

Bei aller Fairness kann man sich jedoch fragen, was die Alba-Profis unter der Woche im Training so veranstalten. Auch vor dem Spiel gegen Ulm fielen bei den Berlinern wieder zwei Spieler mit Verletzungen aus: Landry Nnoko hatte im Training einen Stoß bekommen und fehlte mit Rückenproblemen, bei seinem Center-Kollege Dennis Clifford war es gar ein Schlag auf den Kopf, er setzte mit einer Gehirnerschütterung aus. Dafür kehrte Peyton Siva ins Team zurück, er hatte in den ersten beiden Spielen der Serie mit einer Knöchelverletzung – aus dem Training – ausgesetzt.

Alba Berlin: Dennis Clifford und der schwere Kampf

Und auch in den 40 Minuten auf dem Parkett ging es dann ziemlich ruppig zu. Alba hatte gewohnt zügig losgelegt, nach einem Schnellangriff über Rokas Giedraitis stand es 15:7 für die Berliner. Dann nahm Ulms Trainer Thorsten Leibenath jedoch eine Auszeit, und von nun an ging sein Team physischer ans Werk. Auf dem Feld wurde es dadurch hektischer, was den Berlinern gar nicht schmeckte: Sie kassierten prompt einen 2:14-Lauf. Alba ist nervös!, sangen die mitgereisten Ulmer Fans schon, als Martin Hermannsson dann auch noch gleich zwei Freiwürfe danebenlegte.

Durch den Halbfinaleinzug der Albatrosse stand Thorsten Leibenath zum letzten Mal als Trainer der Ulmer an der Seitenlinie. Der 44-Jährige wechselt zur kommenden Saison im Klub auf die Position des Sportdirektors.

Von nun an gab es kaum noch einen Angriff, der nicht durch ein Foul gestoppt wurde. Von Fluss war da nur noch wenig zu spüren, und von Fairness-Award noch weniger. Schon in den ersten drei Minuten des zweiten Viertels hatten die Schiedsrichter fünf Fouls gegen Alba Berlin verhängt. Selbst der sonst so besonnene Coach Reneses fuchtelte an der Seitenlinie herum und wurde ermahnt. Das Publikum geriet ebenso in Rage.

Das schien jedoch auch das Team zurück ins Spiel zu holen. Vor allem Peyton Siva drehte auf, als sei er nie weg gewesen. Mit zwei Dreiern und einem Korbleger brachte er Alba zur Halbzeit wieder nach vorne. Im dritten Viertel machte es sich dann langsam bemerkbar, dass die Ulmer verletzungsbedingt nur zu zehnt angetreten waren. Das physische Level der ersten Halbzeit konnten die Schwaben nicht mehr halten. Und so kam auf einmal Albas Fluss zurück. Sie zogen nun eiskalt davon und hatten vor dem letzten Viertel 17 Punkte Abstand zwischen sich und ihren Gegner geschaufelt.

Alba Berlin ist vorzeitig in das Halbfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft eingezogen. Die Hauptstädter setzten sich am Sonntag im dritten Viertelfinalspiel gegen ratiopharm Ulm mit 100:83 (50:43) durch und entschieden die Best-of-Five-Serie frühzeitig mit 3:0 für sich.

Bester Werfer der Berliner war Peyton Siva mit 18 Punkten. Bei Ulm verbuchte Katin Reinhardt als Topscorer 21 Zähler. 

In der Vorschlussrunde trifft die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses ab dem kommenden Wochenende auf die EWE Baskets Oldenburg. Die Niedersachsen, die sich in der ersten K.o.-Runde ebenso problemlos mit 3:0 gegen die Telekom Baskets Bonn durchgesetzt hatten, besitzen in der Serie Heimrecht.

Erfolgreichste Werfer bei Alba waren Peyton Siva (18 Punkte) und Martin Hermansson (14), für die von Thorsten Leibenath trainierten Ulmer punktete Katin Reinhardt (21) am sichersten.

Vor der Begegnung hatte Berlins Kapitän Niels Giffey eine Auszeichnung für das fairste Team der Liga entgegengenommen. Seine Mannschaft leistete sich in der Hauptrunde 584 Fouls und damit so wenige wie kein anderer Bundesligist.

Punkte Alba Berlin: Siva 18, Hermannsson 14, Giedraitis 11, Sikma 11, Walton Jr. 11, Thiemann 10, Schneider 6, Giffey 5, Ogbe 5, Saibou 5, Nikic 2, Wagner 2 ratiopharm Ulm: Reinhardt 21, Thompson 17, Schilling 12, Akpinar 11, Krämer 10, Green 7, Evans 3, Radosavljevic 2 Zuschauer: 10616

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