Am Abend hebt Ulm noch einmal ab
Ratiopharm Ulm: Ulmer Basketballer lassen Belgrad keine Chance
Mehrere Kräfte der Polizei waren am 07.11.2018 in Neu-Ulm wegen des Basketballeurocup in und um der Ratiopharm Arena im Einsatz. Anlässlich des gestrigen Basketball-Eurocupspiels zwischen den Mannschaften von Ratiopharm Ulm und Roter Stern Belgrad führten das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West und die Polizeiinspektion Neu-Ulm umfangreiche Einsatzmaßnahmen durch.

Unterstützt wurden sie hierbei von Kräften der Bereitschaftspolizei, der Operativen Ergänzungsdienste sowie der Verkehrs- und Kriminalpolizeidienststellen aus Kempten und Neu-Ulm sowie weiteren umliegenden Dienststellen. Auch Beamte des benachbarten Polizeipräsidiums Ulm waren am Einsatz beteiligt.

Die Veranstaltung in der Ratiopharm Arena verlief friedlich und ohne jegliche Sicherheitsstörungen. Gegen 21:10 Uhr wurde auf dem Parkplatz des Donaubades in der Wiblinger Straße eine ca. 25-köpfige Personengruppe angetroffen und kontrolliert. Hierbei handelte es sich um Anhänger der Mannschaft von Roter Stern Belgrad, die zum Teil aus benachbarten Ländern angereist waren und keine Eintrittskarten für das Spiel besaßen.

Bei der Kontrolle wurde im Pkw eines 30-Jährigen aus dem Raum Freiburg ein Schlagstock aufgefunden. Dieser wurde sichergestellt und ein Strafverfahren aufgrund eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingeleitet. Zudem wurden in einem Gebüsch ein weiterer Schlagstock und ein Pfefferspray abgelegt und durch die Einsatzkräfte entdeckt. Die Ermittlungen zum Ableger der Gegenstände dauern derzeit an.

In einem anderen Pkw fanden die Beamten im Handschuhfach einen Marihuana-Crusher mit entsprechenden Anhaftungen von Marihuana, der einem 26-jährigen aus Wien zugeordnet werden konnte. Aufgrund des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen ihn lag zudem ein Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Würzburg vor, der durch Zahlung einer Geldbuße allerdings abgewendet werden konnte.

Patrick Miller hätte aus einem sehr guten Abend einen perfekten machen können. Doch der Ulmer Aufbauspieler setzte 7,3 Sekunden vor der Schlusssirene seinen Freiwurf daneben. Damit konnte Roter Stern Belgrad den direkten Vergleich dank der auswärts mehr erzielten Zähler gerade so für sich entscheiden. Das war dann aber auch der einzige Kritikpunkt am Spiel der Ulmer, die gestern beim 95:80-Erfolg ihre bislang beste Saisonleistung abgeliefert haben.

Anfang Oktober noch hatten die Serben in eigener Halle den Bundesligisten mit 88:73 geschlagen. Dieses Mal war Ulm perfekt auf den Gegner vorbereitet und setzte die Gäste vor 5200 Zuschauern in der Ratiopharm-Arena vom Sprungball an unter Druck. Die daraus resultierenden Ballgewinne konnten Ismet Akpinar und Co. jedoch in den Anfangsminuten zu selten in Körbe ummünzen. Gegen die beste Defensive des Eurocups, die im Schnitt in den ersten fünften Spielen nur 68 Punkte zugelassen hat, mussten die Hausherren hart um jeden Punkt kämpfen.

Doch nach und nach kamen sie immer besser ins Rollen und führten nach fünf Minuten mit 10:4. Dabei war von Billy Baron und Joe Ragland, die Ulm im Hinspiel noch weh getan haben, nichts zu sehen. Auch Maik Zirbes war vor den Augen von Bundestrainer Henrik Rödl abgemeldet. Und das, obwohl bei Ulm Center Bogdan Radosavljevic wegen einer leichten Oberschenkelverletzung geschont wurde.

Aufbauend auf die starke Defensivleistung fielen bei Ulm die Würfe. Anders als noch in Bayreuth, als aus der Distanz kaum ein Versuch sein Ziel fand, waren die Scharfschützen im Team dieses Mal kaum zu stoppen. Mit dem 17:21 nach zehn Minuten war Roter Stern noch gut bedient. Beim Team von Trainer Thorsten Leibenath lief es einfach. Egal welchen Spieler der 43-Jährige aufs Feld schickte, er fügte sich nahtlos ein und sorgte dafür, dass der Vorsprung stetig anwuchs.

Nach Katin Reinhardts Dreier führten die Hausherren erstmals zweistellig (32:21). Javonte Green, der den Gegnern sechs Mal den Ball klaute, sorgte per (Windmill-)Dunk für das Highlight der ersten Halbzeit zum 35:24. Dass die Hausherren bis zur Pause 50 Punkte erzielten, ist für eine Ulmer Mannschaft nicht allzu überraschend. Dass sie gegen die topbesetzten Belgrader lediglich 33 kassierten, hingegen schon.

In der zweiten Halbzeit war klar, dass Belgrad das Tempo erhöhen muss, sagte Leibenath. Das taten die Roter-Stern-Akteure dann auch tatsächlich, doch die Gastgeber hatten dank der ersten Hälfte und den beiden zurückliegenden Siegen genügend Selbstvertrauen gesammelt, um davon unbeeindruckt zu bleiben. Während bei den Gäste Ognjen Dobric mit 21 Punkten zum Topscorer avancierte (Bisheriger Schnitt in vier Eurocup-Partien: 3,8 Punkte), war Dwayne Evans nun nicht mehr aufzuhalten. Der 26-Jährige traf aus allen Lagen und war mit 23 Zählern der beste Werfer des Abends.

Zwar kam Belgrad im letzten Viertel noch auf neun Zähler heran (80:89), der Sieg der Ulmer geriet dadurch aber nicht mehr in Gefahr. Stattdessen kämpften sie um den direkten Vergleich, den sie um ein Haar noch für sich entschieden hätten.

Dank des Erfolgs liegen die Ulmer nach sechs Spieltage mit einer ausgeglichenen Bilanz von drei Siegen und drei Niederlagen auf dem dritten Platz der Gruppe A. Die vier besten Teams jeder Gruppe ziehen in die zweite Runde ein. Am Wochenende steht dann in der Ratiopharm-Arena das Derby gegen die MHP Riesen Ludwigsburg an (18 Uhr). Das Team von Trainer John Patrick hat wettbewerbsübergreifend zehn Spiele in Serie verloren.

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