Staatsanwaltschaft Trier bestätigt Ermittlungen gegen Diakon | Trier | SWR Aktuell Rheinland-Pfalz | SWR Aktuell - SWR
Ermittlungen wegen Kinderpornos – Bistum Trier beurlaubt Diakon
Verdacht des Besitzes von Kinderpornografie Staatsanwaltschaft Trier bestätigt Ermittlungen gegen Diakon teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf Google+ teilen per Mail teilen Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Diakon im Bistum Trier wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Schriften. Er soll eine Datei zum Tausch im Internet hochgeladen haben.

Der Verdacht beruhe auf Erkenntnissen, die US-amerikanische Ermittlungsbehörden bei Internetermittlungen gewonnen und an die deutschen Behörden weitergegeben hätten, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten im Februar sei Datenmaterial beschlagnahmt worden, das derzeit ausgewertet werde, sagte Fritzen. Der Beschuldigte sei bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Fritzen wies darauf hin, dass bis zu einer etwaigen Verurteilung des Mannes die Unschuldsvermutung gelte.

Der Mann soll bis vor kurzem im Trierer Klinikum Mutterhaus der Borroäerinnen tätig gewesen sein. Als Diakon im Zivilberuf. Wie das Klinikum mitteilte, läuft gegen einen Mitarbeiter ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft. Er habe sich selbst bei der Klinikleitung gemeldet. Daraufhin habe man das Arbeitsverhältnis einvernehmlich noch am gleichen Tag aufgelöst. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mitarbeiter bei der Ausübung seines Berufes strafbar gemacht habe.

Nach Kenntnis der Klinik hat es einen solchen Fall bei Mitarbeitern des Mutterhauses noch nicht gegeben. Nähere Angaben zu den Vorwürfen machte die Klinik nicht. Auch über den Mitarbeiter sagte das Mutterhaus der Borromäerinnen nichts – aus datenschutzrechtlichen Gründen. Nach SWR-Informationen soll es sich bei dem Angestellten um den Diakon mit Zivilberuf des Bistums Trier handeln.

Das Bistum Trier hatte am Mittwochvormittag bekannt gegeben, dass es einen Diakon beurlaubt hat – wegen eines Ermittlungsverfahrens. Diese staatsanwaltlichen Ermittlungen beträfen den Verdacht auf Verbreitung, Erwerb und Besitz von kinderpornographischen Schriften.

Zwar beziehe sich der Vorwurf nicht auf das Tätigkeitsfeld des Mannes als Diakon. Dem Bistum seien in Bezug auf diese Tätigkeit auch keine Vorwürfe bekannt. Dennoch sehe sich das Bistum gemäß der Leitlinien der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zum Umgang mit sexuellem Missbrauch zur präventiven Beurlaubung verpflichtet.

Nach Ermittlungen wegen Kinderpornos hat das Bistum Trier einen Diakon beurlaubt. Er war bis vor kurzem in einem Trierer Krankenhaus in einem Zivilberuf tätig.Trier – Das katholische Bistum Trier hat einen Diakon beurlaubt, gegen den wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt wird. Ein kirchenrechtliches Verfahren sei eingeleitet worden, teilte die bischöfliche Pressestelle am Mittwoch in Trier mit. Der Mann ist ein sogenannter Diakon mit Zivilberuf: Er war bis vor kurzem im Trierer Klinikum Mutterhaus tätig. Am Mittwoch gab das Klinikum bekannt, sich aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen von dem Mitarbeiter getrennt zu haben. Der Mann habe das Mutterhaus selbst über die Ermittlungen informiert, teilte die Sprecherin der Klinik mit. Noch am selben Tag sei das Arbeitsverhältnis mit ihm einvernehmlich beendet worden. Er ist seitdem nicht mehr im Haus gewesen, sagte sie.

Der Beschuldigte soll von 1986 bis 1993 einen minderjährigen Jungen mehrfach sexuell missbraucht haben.

Ein Jahr ist es her, dass Emily* (11) auf dem Schulweg entführt und vergewaltigt wurde. Mehr als 1000 Hinweise gab es – aber keine heiße Spur.

Die Trennung von dem Mitarbeiter sei in den vergangenen Tagen erfolgt, sagte die Sprecherin der Klinik. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Mann bei der Ausübung seines Berufes strafbar gemacht habe. Der Vorwurf beziehe sich auch nicht auf die Tätigkeit des Mannes als Diakon, teilte das Bistum Trier mit. Auch andere Vorwürfe gegen ihn seien nicht bekannt.Dennoch sehe sich das Bistum Trier nach seinen Leitlinien aus präventiven Gründen zu der Beurlaubung verpflichtet. Und das Klinikum ahnde im Sinne einer Null-Toleranz-Politik bewusstes, rechtswidriges Fehlverhalten und Verstöße gegen interne Richtlinien konsequent und ohne Rücksicht auf Rang und Position der handelnden Personen, hieß es. Nach Kenntnis der Klinik hat es einen solchen Fall bei Mitarbeitern des Mutterhauses noch nicht gegeben.Ein Diakon im Zivilberuf bringt seinen Glauben in den Berufsalltag ein und lebt ihn dort. Außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit wirkt er als Diakon in der Seelsorge einer Kirchengemeinde mit.