VfB Stuttgart zum dritten Mal abgestiegen | Fussball | SWR Sport - SWR
Bundesliga-Relegation: Union Berlin steigt auf, Stuttgart muss runter!
Fußball | Relegation VfB Stuttgart zum dritten Mal abgestiegen teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen per Mail teilen Der VfB Stuttgart kommt im Relegations-Rückspiel nicht über ein 0:0 beim 1. FC Union Berlin hinaus. Nach dem enttäuschenden 2:2 im Hinspiel ist der VfB Stuttgart nach 1975 und 2016 zum dritten Mal in die 2. Bundesliga abgestiegen.

Der 1. FC Union Berlin hat erstmals den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga geschafft und damit den dritten Abstieg des VfB Stuttgart besiegelt. Die Berliner setzten sich am Montag in der Relegation durch ein 0:0 im Rückspiel gegen die Schwaben durch, nachdem sich beide Clubs in Stuttgart 2:2 getrennt hatten. VfB-Sportdirektor Thomas Hitzlsperger schlug die Hände vor das Gesicht. “Das ist brutal enttäuschend. Es ist viel schief gelaufen in dieser Saison. Wir haben drei Trainer ausgewechselt. Es hat am Ende nicht gereicht”, sagte Hitzlsperger, Interimscoach Nico Willig sprach vom “Tiefpunkt”.

Der 1. FC Union Berlin hat den ersten Bundesliga-Aufstieg seiner Clubgeschichte geschafft, der VfB hat den dritten Abstieg in die 2. Bundesliga nach 1975 und 2016 nicht verhindern können. Nach dem 2:2 im Hinspiel war Union vor dem Rückspiel in Berlin wegen der beiden Auswärtstore leicht favorisiert. In dem mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Kultstadion An der Alten Försterei wird gefeiert.

Trotz langer Überlegenheit in der stimmungsvollen und packenden Partie beim Zweitligadritten wartete der Bundesliga-16. aus Stuttgart vergeblich auf das dringend benötigte Auswärtstor und muss wie schon 2016 und 1975 ins Unterhaus. Das vermeintlich rettende 1:0 für die Schwaben durch einen Freistoß von Dennis Aogo (9. Minute) hatte Schiedsrichter Christian Dingert nach Studium der Videobilder wegen einer Abseitsstellung aberkannt.

Fußball  Das Relegations-Rückspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Union Berlin ist 0:0 ausgegangen. In der nächsten Saison wird Union Berlin erstklassig spielen, der VfB ist abgestiegen.

Berlin: 1 Gikiewicz – 6 Ryerson, 5 Friedrich, 19 Florian Hübner, 14 Reichel – 24 Schmiedebach – 21 Prömel, 32 Zulj – 20 Abdullahi, 7 Hartel – 10 Andersson. –

Der 1. FC Union Berlin hat den ersten Bundesliga-Aufstieg seiner Clubgeschichte geschafft, der VfB hat den dritten Abstieg in die 2. Bundesliga nach 1975 und 2016 nicht verhindern können. Nach dem 2:2 im Hinspiel war Union vor dem Rückspiel in Berlin wegen der beiden Auswärtstore leicht favorisiert. In dem mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Kultstadion An der Alten Försterei wird gefeiert.

Stuttgart: 1 Zieler – 21 Pavard, 18 Kabak, 28 Badstuber, 3 Aogo – 6 Ascacibar, 20 Gentner – 19 Akolo, 9 Zuber – 22 Gonzalez, 11 Donis. – Trainer: Willig

Fußball  Das Relegations-Rückspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Union Berlin ist 0:0 ausgegangen. In der nächsten Saison wird Union Berlin erstklassig spielen, der VfB ist abgestiegen.

Damit steht der VfB vor dem bitteren Neuaufbau in der 2. Liga, Interimscoach Nico Willig soll wieder zur U19 zurückkehren, der Kieler Tim Walter übernimmt für ihn. Union schaffte es hingegen vor 22.012 Zuschauern als 56. Verein und fünfter Club aus Berlin in die Bundesliga und startete mit Schlusspfiff die Party im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei.

Der junge Argentinier hatte im Laufe dieser Saison ja schon das eine oder andere Mal eine unglückliche Figur abgegeben. Und auch diesmal, in diesem für den Verein so immens wichtigen Spiel, schlüpfte er in diese Rolle. Warum auch immer hatte er sich kurz vor dem Freistoß am Berliner Fünfmeterraum postiert, schränkte damit das Sichtfeld von Union-Keeper Rafal Gikiewicz ein – weshalb das VfB-Tor nach Ansicht der Videobilder zu Recht aberkannt wurde. Abseits. Nichts wars mit der frühen Führung. Nichts mit dem Grundstein für eine Wende in diesem Relegationsduell. Und am Ende: nichts mit der Rettung. Dabei hatte Nico Willig alles versucht. Mit Santiago Ascacibar, Holger Badstuber, Dennis Aogo und Steven Zuber in der Startelf – im Gegensatz zum enttäuschenden 2:2 im Hinspiel am Donnerstag. Und zu Beginn der Partie zeigte der VfB tatsächlich ein anderes Gesicht.

Aufstieg in dramatischer Relegation: Union Berlin schickt Stuttgart in die zweite Liga

Die Schwaben waren in der ersten Hälfte fußballerisch die klar bessere Mannschaft, machten aber aus ihrem klaren Chancenplus nichts – auch weil Union-Keeper Rafal Gikiewicz mehrfach stark parierte. Auch nach dem Wiederanpfiff machte Stuttgart gezwungenermaßen mehr für das Spiel. Ohne Erfolg. Als sie mehr ins Risiko gehen musste, nutzten die Berliner die sich bietenden Räume: Aber erst verstolperte Grischa Prömel die mögliche Führung (63.), dann traf Suleiman Abdullahi zweimal nur den Pfosten (64. und 66.).

Doch der Schwung der guten Anfangsphase verpuffte schnell – und bis auf zwei gefährliche Fernschüsse von Steven Zuber (45.) und Benjamin Pavard (89.) hatte der VfB im ganzen Spiel keine einzige echte Torchance mehr. Ein Sinnbild für eine von vorne bis hinten verkorkste Saison, die mit dem peinlichen Pokal-Aus beim Drittligisten Hansa Rostock begann, die drei Trainerwechsel bereithielt, einen Tausch auf der Position des Sportvorstandes, jämmerliche 28 Punkte – und am Ende mit einer über weite Strecken hilflosen Vorstellung in zwei Spielen gegen den Dritten der zweiten Liga ihren unrühmlichen, aber passenden Abschluss fand. Ich bin so glücklich, stammelte vor Freude weinend der Union-Präsident Dirk Zingler. Der VfB dagegen steht vor einem Scherbenhaufen.

Die Bundesliga ist ein Berliner! Seit Montag hat die Hauptstadt mit Hertha und Union zwei erstklassige Vereine…Im Relegationsrückspiel reicht dem Zweitliga-Underdog ein 0:0 gegen den VfB Stuttgart (Hinspiel 2:2.). Der Ex-Meister beendet die schlechteste Saison seiner Geschichte (28 Punkte) mit dem Abstieg im Nachsitzen.

Obwohl die nun abgelaufene Saison mit Rekordinvestitionen begann (Pablo Maffeo, Borna Sosa, Nicolas Gonzalez, Gonzalo Castro, Daniel Didavi) und im Winter mit einer ebensolchen (Ozan Kabak) fortgesetzt wurde, wurde das von Ex-Sportchef Michael Reschke unzureichend ausbalancierte Team nie eine echte Einheit – und blieb trotz viel Qualität und Erfahrung im Kader nahezu alles schuldig. Wir haben, sagte Trainer Willig, eine katastrophale Saison gespielt. Dem war nichts hinzuzufügen.

Trainer Nico Willig (38): Das ist eine Horror-Saison, ein Tiefpunkt für den VfB. Es fühlt sich brutal an. Es tut mir leid für die ganze Region.

Es lief die neunte Minute der Partie im Stadion an der Alten Försterei, der Ball lag 20 Meter vor dem Berliner Tor zum Freistoß bereit, Steven Zuber und Dennis Aogo besprachen die letzten Details. Dann gingen beide ein paar Schritte zurück, Aogo lief an, zog ab – der Rest war purer Jubel der in Schwarz und Gelb gekleideten Stuttgarter. Der Sekunden später Ernüchterung wich. Wegen Nicolas Gonzalez.

Der VfB plant die Zweite Liga mit 40 Mio Euro weniger. Sport-Vorstand Thomas Hitzlsperger (37) zu Eurosport: Das ist brutal enttäuschend. Wir haben uns diese Saison nie wirklich gefunden. Wir haben viel falsch gemacht – zu viel.Es ist der erste Video-Abstieg der Geschichte!

Zwar nicht finanziell und strukturell. Auch der Nachwuchs macht wieder Hoffnung. Doch dass der Verein zum insgesamt dritten Mal nach 1975 und 2016 und nur zwei Jahre nach dem Wiederaufstieg 2017 erneut runter muss, bremst die groß angekündigte Entwicklung nicht nur. Der VfB verliert erneut Jahre – und erst recht den Anschluss an die Oberen der Bundesliga. Die zunächst ohnehin ganz weit weg sind.

► 9. Minute: Aogo knallt einen Freistoß aus 19 Metern sensationell mit links rein. Dumm nur, dass sein Mitspieler Gonzalez dabei klar im Abseits steht, Union-Torhüter Gikiewicz irritiert. Sieht Schiri Dingert nach Videobeweis auch, nimmt den Treffer zurück.

Gesten der Verzweiflung, der Wut, der Frustration – weil nach dem spärlichen 0:0 im Rückspiel der Relegation gegen den 1. FC Union Berlin der zweite Abstieg des Stuttgarter Traditionsvereins innerhalb von nur drei Jahren besiegelt war. Nach dem 2:2 im Hinspiel reichte dagegen dem Berliner Kultclub das torlose Remis für die erstmalige Qualifikation für die Fußball-Bundesliga.

Willig mit brüchiger Stimme zu der völlig überflüssigen Abseitsstellung: Ich habe die Video-Szene nicht gesehen und werde sie mir glaube ich nie im Leben anschauen…

Und Union nullt sich so in die Fußball-Geschichtsbücher, ist der 56. Bundesligist seit 1963. Der Aufstieg ausgerechnet an dem Tag, als der Hauptstadt-Klub mit dem 2:4 gegen Magdeburg in der DDR-Oberliga vor 30 Jahren sein letztes Erstliga-Heimspiel bestritt.

Michael Parensen (32), der seit zehn Jahren im Verein ist, zu Eurosport: Was wir diese Saison geleistet haben, heute reingehauen haben, ist Wahnsinn. Ein Traum ist wahr geworden.

Als der Mannschaftsbus jetzt am Stadion vorfährt, empfangen ihn 200 Fans mit roten Bengalos. Pyro-Einstimmung auf die Relegationsschlacht.

Stuttgart startet in Berlin wieder ohne Mario Gomez. Trainer Willig ändert seine Startelf viermal. Spuck-Profi Santiago Ascacibar ist nach Rot-Sperre (sechs Spiele) wieder dabei.Es wird früh blutig. Im Luft-Dreikampf erwischt es aber nur die Stuttgarter Badstuber und Kabak (20. Minute). Union-Stürmer Andersson landet unbeschadet auf dem Rasen. Badstuber und Kabak können nur mit Kopfverband weitermachen.

Der VfB ist besser. Zu richtig Chancen aber kommt er nur ganz selten. Die beste hat noch Zuber. Seinen Fernschuß aber entschärft Gikiewicz (45.). Pyro-Nebel aus dem Union-Block verzögert den Wiederanpfiff mit dem eingewechselten Gomez zwei Minuten.

Der Rest ist eine Party in Rot Und Weiß! Union nullt sich hoch! Nächste Saison gibt es zwei Derbys. Union ist nach Hertha, Tasmania, TeBe und Blau-Weiß der fünfte Bundesligist aus Berlin.

Geschäftsführer Oliver Ruhnert (46): Es ist unbeschreiblich. Die Mannschaft hat es verpasst, den entscheidenden Schritt zu machen und den härtesten Weg zu machen, den es gibt. Ein geiles Gefühl, den Leuten das zu geben, auf was sie seit Jahren warten.