2:2 im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart: Der 1. FC Union erspielt sich eine gute Ausgangsposition - Tagesspiegel
Bundesliga-Relegation: VfB Stuttgart verzweifelt an Union Berlin
Zweimal geraten die Berliner im Relegations-Hinspiel in Stuttgart in Rückstand, doch sie schlagen durch Abdullahi und Friedrich jeweils zurück.

Es gibt diese speziellen Fußballspiele, die eine ganze Stadt in Aufruhr versetzen. Die ein Flirren und eine Hitze erzeugen, die in ein merkwürdiges Kribbeln ausartet, insbesondere bei den Anhängern der beteiligten Klubs. Am Donnerstag fand genau so ein spezielles Duell statt, als der 1. FC Union beim VfB Stuttgart gastierte. Teil eins der Relegation, in der Berlins Zweitligist den Stuttgarter Bundesligisten herausforderte. Er tat es aufopferungsvoll, mutig und am Ende auch erfolgreich. Das 2:2 (1:1) lässt den Berlinern alle Möglichkeiten, um am Montag im Rückspiel den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen.

Leihstürmer Abdullahi von Braunschweig nur ausgeliehen, Kaufoption endet nächste Woche. Die wird jetzt mit Sicherheit gezogen – für 250 000 Euro. Interessant: Abdullahi darf wegen einer fehlenden Arbeitserlaubnis in Deutschland nur in den ersten beiden Profi-Ligen spielen, könnte also für Drittligist Braunschweig gar nicht auflaufen. Gegen Bochum vergab er noch in der Nachspielzeit das Aufstiegstor, jetzt markiert der Nigerianer das wichtige Auswärtstor, das Berlin träumen lässt.

Kurz vor der Pause traf Christian Gentner zur Stuttgarter Führung, die Suleiman Abdullahi im Gegenzug egalisierte. Mario Gomez brachte die Heimelf nach 50 Minuten wieder in Führung, Marvin Friedrich glich aus. Wir nehmen ein sehr gutes Resultat mit, sagte Unions Kapitän Christopher Trimmel. Wir sind sehr heimstark, am Montag wird das Stadion beben.

Erstligist VfB Stuttgart spielt nur 2:2 (1:1) gegen Zweitligist Union Berlin, vergeigt zweimal eine Führung. Keine gute Ausgangslage für das Rückspiel am Montag. VfB-Torjäger Mario Gomez bei Eurosport: Wir haben uns mehr vorgestellt, aber abgerechnet wird zum Schluss. Wenn wir in Berlin gewinnen, sind wir durch.

58.619 Besucher im ausverkauften Stuttgarter Stadion erlebten ein insgesamt packendes Duell, das die Heimelf zunächst schwungvoller begann. VfB-Trainer Nico Willig, der im Vorfeld gefordert hatte, dass die 55.000 Stuttgarter Zuschauer alle Signalspieler sein müssten, ruderte schon früh mit den Armen, um seiner Elf den Weg zu weisen – nach vorn nämlich.

VfB-Interimscoach Nico Willig reagierte und tauschte zur zweiten Halbzeit den wenig überzeugenden Daniel Didavi für Mario Gomez aus. Der Ex-Nationalspieler weiß wie Relegation geht, 2017 hatte er noch den VfL Wolfsburg in den Spielen gegen Eintracht Braunschweig vor dem Abstieg bewahrt. Die Einwechslung gab den Stuttgartern einen Ruck – und auch die erneute Führung. Gomez schnappte sich den Ball an der Mittellinie, marschierte bis zum Strafraum und hatte das nötige Glück, dass sein Schuss von Friedrich unglücklich ins Berliner Tor abgefälscht wurde.

Nach sieben Minuten schoss Anastasios Donis ein erstes Mal kräftig aufs Berliner Tor, in dem Rafal Gikiewicz stark reagierte. Kurz darauf klaute Chadrac Akolo dem zu verspielten Marcel Hartel den Ball und setzte sich auch gegen Manuel Schmiedebach durch. Viel Raum tat sich plötzlich auf, nur folgte eine Flanke, die im Niemandsland landete. Eine typische Szene eines intensiven Spiels, in dem die Berliner nach und nach griffiger wurden und ihr Trainer Urs Fischer immer zufriedener.

Die Union-Abwehr hatte zunächst kaum Probleme mit den oftmals ideenlos vorgetragenen VfB-Angriffen. Nur einmal waren die Berliner in der ersten Halbzeit nicht auf der Höhe und kassierten prompt das Gegentor, als der pfeilschnelle Grieche Anastasios Donis auf der rechten Außenbahn frei durch war und dann überlegt für Kapitän Gentner auflegte, der zur Führung traf. Ausgerechnet der VfB-Routinier Gentner, der zwischenzeitlich seinen Stammplatz in dieser Saison verloren hatte und dessen Zukunft noch ungeklärt ist.

Eine feine Einzelleistung Abdullahis bescherte Union die erste Großchance. Über die rechte Seite kommend, trickste Abdullahi zwei Gegenspieler aus und passte scharf in die Mitte, wo Sebastian Andersson heranrauschte und knapp die Führung verpasste. VfB-Torwart Ron-Robert Zieler parierte herausragend. 25 Minuten waren gespielt und das Spiel bis dahin mehrheitlich von Hauruck-Aktionen geprägt. Andersson, diesmal von Ken Reichel bedient, durfte aus ähnlicher Position erneut sein Glück probieren, Zieler hielt allerdings mühelos.

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Als die 42. Minute lief, entlud sich jene Anspannung, die den ganzen Tag über der Stadt gelegen hatte, in einem einzigen Jubelsturm, einem Urschrei gleichkommend. Über die rechte Seite war Donis fast so schnell wie einst Usain Bolt gesprintet, wild entschlossen und mit Ball am Fuß. Ein gewaltvoller Sprint, den als Letzter Unions Innenverteidiger Marvin Friedrich mittels Grätsche stoppen wollte; doch Friedrich grätschte ins Leere, Donis legte quer auf Gentner, der unhaltbar zum 1:0 einschoss. Die Spieler in den weißen Trikots rannten wie von Sinnen zur Eckfahne, jubelten mit Fritzle, ihrem Maskottchen, während die Ersatzspieler auf Höhe der Mittellinie über den Rasen tanzten Und das Publikum ließ in diesem Moment erahnen, welche Wucht dieser so stolze Verein entfalten kann.

Die Schwaben kommen gegen ein kämpferisches Union Berlin nicht über ein Remis hinaus. Im Rückspiel nächste Woche in Berlin geht es für den VfB nun endgültig um alles.

1:0 also für den Favoriten, und wie reagierte der 1. FC Union auf diese Machtdemonstration? Wie ein Schweizer Uhrwerk, dessen pünktlicher Glockenschlag die Stuttgarter augenblicklich in eine Schockstarre versetzte. Abdullahi war es, der mit einem kleinen Tänzchen im Strafraum und perfektem Abgang zum 1:1 traf. Hier regiert der FCU, tönten die rund 4000 Union-Fans prompt.

Nach der Halbzeit betrat Mario Gomez das Feld, der sich prompt als Glücksgriff erwies. Für den schwachen Daniel Didavi eingewechselt, lief er in der 50. Minute so lange Richtung Union-Tor, bis er einfach draufhaute und der Ball, von Friedrich abgefälscht, zum 2:1 im Netz landete. Das Heimpublikum drehte wieder auf volle Lautstärke.

Der VfB Stuttgart muss immer mehr den nächsten Absturz in die Fußball-Zweitklassigkeit nach 2016 fürchten. Im Relegations-Hinspiel kamen die Schwaben nicht über ein dürftiges 2:2 (1:1) gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Union Berlin am Donnerstagabend hinaus. Damit winkt den „Eisernen“ im Rückspiel am Montag (20.30 Uhr/Eurosport Player) der erstmalige Bundesliga-Aufstieg.

Stuttgart drückte in der Folge intensiver, was Trimmel zu einem Foul an Gonzalez zwang. Der folgende Freistoß blieb zwar ergebnislos, die Gelbe Karte indes nicht. Trimmel wird den Berlinern im Rückspiel am Montag gesperrt fehlen. Später handelte sich auch der eingewechselte Felix Kroos eine Gelbsperre ein. Stuttgart drückte nach dem 2:1 auf das dritte Tor, doch die Berliner sammelten sich wieder. Sie brauchten nur etwas länger als noch in der ersten Halbzeit. Dann aber trat Trimmel einen Eckball, den Friedrich per Kopf ins Tor drückte. Fast wäre Andersson mit einem Gewaltschuss und einem Kopfballversuch noch der Siegtreffer für Union gelungen, doch Zieler war jeweils zur Stelle. Am guten Gesamteindruck änderte das nichts mehr, Union reist mit einem sehr guten Gefühl und einem starken Ergebnis zurück nach Berlin.

Der VfB Stuttgart empfing an diesem Donnerstag den 1. FC Union Berlin zum Hinspiel in der Relegation. Hier gibt es den Liveticker aus der Mercedes-Benz Arena zum Nachlesen.

Zwei VfB-Tore sind nicht genug

VfB Stuttgart: Zieler – Pavard, Kabak, Kempf, Insua – Castro, Gentner – Didavi (46. Gomez), Akolo (73. Zuber), Gonzalez (82. Esswein) – Donis.

Kurz vor dem Pausenpfiff überschlugen sich dann die Ereignisse: Zunächst brachte Kapitän Christian Gentner seine Mannschaft nach toller Vorarbeit von Anastasios Donis mit 1:0 in Führung (42.). Doch die Freude über das erste Saisontor des Routiniers währte nur kurz. Um genau zu sein 87 Sekunden. Im direkten Gegenzug glichen die Berliner aus. Union spielte vom Anstoß weg nach vorne, Stürmer Andersson verlängerte einen Flugball am gegnerischen Strafraum mit dem Hinterkopf und Abdullahi ließ Zieler aus zehn Metern keine Chance.

VfB Stuttgart | 2:2 im Hinspiel gegen Union Berlin

1. FC Union: Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Parensen, Reichel – Schmiedebach (84. Kroos) – Prömel, Zulj – Abdullahi (80. Gogia), Andersson, Hartel (60. Mees).

Stuttgart. Im Schwabenland geht die Angst vor der 2. Liga um! Der VfB Stuttgart hat es verpasst, sich vor heimischer Kulisse eine gute Ausgangslage für das Relegations-Rückspiel in Berlin zu verschaffen. Am Donnerstagabend kamen die Stuttgarter gegen den Zweitligisten aus der Hauptstadt nur zu einem 2:2 (1:1). Die Treffer von Christian Gentner (42.) und Mario Gomez (51.) reichten nicht zum Sieg. Der Druck im Rückspiel in der Alten Försterei am Montag ist nun enorm hoch. Dem Traditionsverein droht der dritte Abstieg der Vereinsgeschichte.

Schiedsrichter: Dankert (Rostock). Zuschauer: 58.619 (ausverkauft). Tore: 1:0 Gentner (42.), 1:1 Abdullahi (43.), 2:1 Gomez (51.), 2:2 Friedrich (68.). Gelbe Karten: Kempf / Trimmel, Kroos.

VfB droht Absturz in die Zweite Liga – Union im Vorteil | Fußball

Die Schwaben kommen gegen ein kämpferisches Union Berlin nicht über ein Remis hinaus. Im Rückspiel nächste Woche in Berlin geht es für den VfB nun endgültig um alles.

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