Relegation 2019 - Das erwarten die Eisernen vom Duell mit dem VfB Stuttgart - Stuttgarter Zeitung
Paderborns Durchmarsch – Union trifft auf VfB
Der VfB Stuttgart trifft in der Relegation auf den 1. FC Union Berlin – der dem Erstligisten gleich mal die Favoritenrolle zuschiebt.

Bochum/Berlin – Den direkten Aufstieg verspielt, aber nun die Chance in der Relegation. Nach dem enttäuschenden 2:2 beim VfL Bochum konzentriert sich der 1. FC Union Berlin nun auf die Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart. Der Respekt vor dem Bundesligisten ist groß.

Am 34. Spieltag in der 2. Liga streiten sich Union Berlin und der SC Paderborn im Fernduell um den zweiten Aufstiegsplatz in die Bundesliga. Die Berliner kämpfen in Bochum um ganz wichtige Punkte, können am Ende aber nur einen holen.

Wir sind der Außenseiter, sagte der Berliner, der VfB hat eine Riesenmannschaft. Es wird eine Riesenherausforderung. So ähnlich sieht es auch Oliver Ruhnert. Der VfB ist klarer Favorit, sagte der Geschäftsführer Fußball der Eisernen, der nach dem 2:2 in Bochum ergänzte: Wir müssen die Köpfe freibekommen. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft noch einmal alles raushaut. Trainer Urs Fischer meinte lapidar: Es geht weiter.

Und zwar bereits am Donnerstag in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena – mit zwei Teams, die beide nicht ohne Druck in die Partie gehen werden. Für den VfB geht es ums Überleben, sagte Union-Stürmer Sebastian Polter, und für uns darum, Geschichte zu schreiben.

Ausgerechnet Paderborn: Vor zwei Jahren noch stand der Club kurz vor dem Absturz in die Regionalliga, blieb nur dank des Zwangsabstieges von 1860 München in der 3. Liga. Seither geht es sportlich steil nach oben. Die jüngste Serie: Vier Siege aus fünf Spielen. Entsprechend selbstbewusst kündigte Angreifer Christopher Antwi-Adjei an: "Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Dresden. Mit dieser Power stoppt uns keiner mehr."

Thomas Hitzlsperger, der Stuttgarter Sportvorstand, erwartet zwei hart umkämpfte Spiele gegen einen starken Gegner. Union Berlin hat eine sehr gute Saison in der zweiten Liga gespielt und mit sehr kompakten und disziplinierten Leistungen überzeugt. Es sei nicht einfach, gegen Union Tore zu erzielen, ergänzte der frühere Nationalspieler und betonte: Wir wollen an die Leistungen der vergangenen Bundesliga-Heimspiele anknüpfen, selbstbewusst auftreten und mit unseren Fans im Rücken am Donnerstag in der Mercedes-Benz Arena gut in die Relegation starten.

Im Tabellenkeller muss der FC Ingolstadt als Tabellen-16. in die Relegation um den Klassenerhalt gegen den SV Wehen Wiesbaden aus der 3. Liga. Der FCI verlor nach beeindruckender Aufholjagd an den letzten Spieltagen mit 2:4 (0:2) beim 1. FC Heidenheim. Der SV Sandhausen ist dagegen nach dem 2:2 (1:1) bei Jahn Regensburg gerettet. Die Abstiege des MSV Duisburg und des 1. FC Magdeburg waren bereits vor dem Saison-Finale besiegelt.

Paderborn schafft als Aufsteiger den Durchmarsch in die Bundesliga – trotz einer Niederlage in Dresden. Der SCP bleibt Tabellenzweiter, weil Verfolger Union Berlin in Bochum nach einer dramatischen Schlussphase nur remis spielte. Damit gehen die Eisernen in die Relegation gegen den VfB Stuttgart. Auf Platz 16 bleibt Ingolstadt stehen, die Schanzer spielen gegen Wehen Wiesbaden um die 2. Liga.

Paderborn, einer der unattraktivsten Aufsteiger. Union Berlin wäre mir hundert mal lieber gewesen. Auch der HSV wäre wieder in der 1.Liga besser aufgehoben. Respekt an die sportliche Leistung von Paderborn aber für mich ist dieser Verein der klassische 2.Ligist. Na ja als Punktegeber wird Paderborn schon taugen und wieder absteigen. Union hat ja noch ein Chance in der Religation gegen den VfB.

Dort trat Union Berlin als Tabellendritter an und musste auf Sieg spielen. Der VfL agierte allerdings zunächst klar überlegen und verdiente sich die Führung durch Losilla redlich. Erst in den Minuten vor dem Pausenpfiff wachten die Eisernen auf und schnupperten am Ausgleich. Kaum war das Spiel aber wieder angepfiffen, befand sich Prömel noch im Tiefschlaf, Hinterseer luchste ihm den Ball ab und wurde dann zu Boden gezogen – Elfmeter, Ganvoula verwandelte rechts unten zum 2:0 für Bochum. Der Elfmeterschütze flog dann in der 72. Minute mit der Ampelkarte vom Platz, die Unioner witterten in Überzahl ihre Chance und kamen durch Prömel und Mees zum Ausgleich. Die Schlussphase geriet dramatisch, Union warf alles nach vorne, Bochum konterte, doch am Ende blieb es beim Remis. Dieses bedeutet für die Berliner Platz drei und Relegation gegen den VfB Stuttgart.

Im Abstiegskampf steht ebenfalls noch eine Entscheidung aus: Der Tabellen-15. SV Sandhausen und der zwei Punkte schlechtere FC Ingolstadt auf Relegationsrang 16 kämpfen im Fernduell um den direkten Klassenverbleib. Die aktuelle Form spricht klar für die Ingolstädter, die zuletzt mit 16 von 18 möglichen Punkten eine furiose Aufholjagd hinlegten.

Die letzte offene Frage im Abstiegskampf drehte sich um Platz 16 – Ingolstadt und Sandhausen hießen die Kandidaten für den Relegationsplatz. Der FCI brauchte einen Sieg in Heidenheim, um den SVS noch abzufangen, doch diese Rechnung hatten die Oberbayern ohne den FCH gemacht. Die Schmidt-Elf wollte ihre starke Saison krönen und spielten auf Sieg. Mainka mit einem sehenswerten Hackentor und Andrich brachten die Hausherren schon vor der Halbzeit mit 2:0 in Front. Nach dem Wechsel drehte die Oral-Elf dann allerdings auf und schaffte durch Kittel und Gaus den 2:2-Ausgleich. Nun fehlte dem FCI noch ein Treffer zu Platz 15. Die Gäste warfen alles nach vorne und kassierten den dritten und vierten Gegentreffer durch Feick und Leipert zum 2:4-Endstand. Für FCI-Trainer Oral war es die erste Pleite im siebten Spiel. Für den FCI geht es in der Relegation weiter gegen Wehen Wiesbaden.

Das Wichtigste in Kürze: Der SC Paderborn folgt dem 1. FC Köln in die Fußball-Bundesliga. Die Ostwestfalen verloren am 34. und letzten Spieltag zwar mit 1:3 (1:2) bei Dynamo Dresden, behielten durch das zeitgleiche 2:2 (0:1) von Union Berlin beim VfL Bochum aber wegen der um fünf Treffer besseren Tordifferenz den zweiten Tabellenplatz.

Ganz allein auf das Ergebnis der Ingolstädter wollten sich die Sandhäuser aber nicht verlassen und suchten in Regensburg auch den Weg nach vorne. Behrens war der Nutznießer eines Missverständnisses zwischen Jahn-Keeper Pentke und Nachreiner und lupfte den Ball zur Führung ins Netz der Oberpfälzer. Danach machten die Regensburger deutlich mehr und belohnten sich durch Al Ghaddiouis strammen Schuss zum 1:1-Halbzeitstand. Der Stürmer war es dann auch, der das Spiel drehte – per Kopf stellte er auf 2:1 für die Regensburger. Doch die Koschinat-Elf kam nochmal zurück und machte das 2:2 – wieder war Behrens erfolgreich und sicherte damit indirekt dem SVS die Klasse. Terdodde mit 29 Toren bester Goalgetter – 1:1 in Magdeburg

15.00 Uhr: Der 1. FC Union Berlin steht vor einer Premiere, der SC Paderborn vor dem Durchmarsch: Erst am Sonntag entscheidet sich, wer Zweitliga-Meister 1. FC Köln als Zweiter in die Fußball-Bundesliga folgt. "Wir haben die Chance, etwas Großes zu erreichen", sagte Union-Mittelfeldspieler Grischa Prömel.

Der 1. FC Köln stand schon seit dem 32. Spieltag als Aufsteiger und Meister fest, in der kommenden Spielzeit wird der Regensburger Noch-Trainer Achim Beierlorzer den Geißbock-Klub in der Bundesliga anleiten. Zum Ausklang trat der Spitzenreiter beim bereits abgestiegenen FC Magdeburg an und wollte sich nach dem 3:5 gegen den Jahn mit einem Sieg aus dem Unterhaus verabschieden. Schon in der dritten Minute machten die Rheinländer ernst – Terodde markierte seinen 29. Saisontreffer und brachte den FC auf Kurs. Nach dem Seitenwechsel schlugen die Magdeburger dann allerdings durch Lohkemper zum 1:1 zurück. In der Folge gab es einige Auseinandersetzungen zwischen beiden Fanlagern, so dass die Partie für fünf Minuten unterbrochen werden musste. Danach passierte nicht mehr viel, Terodde beendet vor Kollege Cordoba (20 Tore) die Saison als bester Goalgetter.

Der Hamburger SV musste sich das Thema Aufstieg nach dem 1:4 in Paderborn am 33. Spieltag abschmieren, wollte aber zum Ausklang seine Fans nach einer verkorksten Rückrunde versöhnen. Die Entscheidung gegen Trainer Hannes Wolf wurde bereits vor dem Heimspiel gegen Duisburg verkündet, nach seinem Nachfolger wird gefahndet. Sportlich hatten die Zuschauer Spaß gegen den MSV, der HSV spielte flott nach vorne und ging durch einen Lacroix-Kopfball nach einer Ecke in Front. Direkt nach Wiederbeginn erhöhte Wintzheimer aus kurzer Distanz zum 2:0 mit seinem dritten Saisontor. Den versöhnlichen Schlusspunkt setzte Arp mit seinem ersten Saisontor unter eine auch persönlich sehr enttäuschende Spielzeit.

Ein gehandelter Coach auf der Hamburger Trainerbank ist der Darmstädter Dimitrios Grammozis. Mit seinen Lilien feierte er zum Ausklang einen 1:0-Heimsieg gegen Aue – Kempe schoss bereits nach einer Viertelstunde das Siegtor für die 98er.

In Fürth duellierte sich die SpVgg mit dem FC St. Pauli. Nach torlosen erstem Durchgang fielen dann binnen zwei Minuten zwei Tore. Zunächst traf Reese für die Franken, dann glich Diamantakos postwendend zum 1:1 aus. Das Schlusswort in der Nachspielzeit hatte Magyar mit seinem 2:1-Siegtor für die Leitl-Elf.

Das Duell zwischen Bielefeld und Kiel endete 1:0 für die Arminen. Matchwinner für die Ostwestfalen war Clauss in der 71. Minute.

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