Wird Tim Walter neuer Trainer beim VfB Stuttgart? - SWR
Bundesliga: Neuer Trainer? VfB Stuttgart offenbar mit Tim Walter einig
Arbeitet demnächst für den VfB Stuttgart: Trainer Tim Walter, der mit Holstein Kiel aus der Gruppe der Aufstiegsaspiranten ausgeschieden ist.

Sebastian Fischer, Jahrgang 1989, ist Sport-Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Studium in Köln und Tennessee – Letzteres vor allem, um College-Soccer zu spielen. Erste Texte für das Magazin Rheinfussball, später für den Kölner Stadt-Anzeiger. Bei der SZ seit 2014, von 2015 bis 2017 Volontär. Zuständig für die Digitalausgabe “Sport am Wochenende”, schreibt vor allem über Fußball und paralympischen Sport. Verlässt München für ein paar Tage, wenn et Trömmelche jeht.

Walter sagt beim VfB zu – jetzt geht es um die Ablöse

Tim Walter hat geahnt, dass es eines Tages soweit sein würde, und es machte ihm dabei wenig aus, dass er mit seiner Ahnung überraschte. Es ist fast genau ein Jahr her, dass er auf der Terrasse eines Münchner Restaurants über seine Ambitionen sprach, die Stadt zu verlassen und bald zurückzukehren, als Trainer eines Gegners des FC Bayern in der Bundesliga. Walter, 43, war im Mai 2018 Trainer der Münchner U23 in der Regionalliga und hatte noch nie im Profifußball trainiert. Recht behalten könnte er trotzdem.

Walter hatte erst im vergangenen Sommer bei den Störchen angeheuert, war davor für die zweite Mannschaft des FC Bayern München verantwortlich gewesen. Mit Kiel mischte er lange im Rennen um den Aufstieg mit, nach drei Niederlagen in Folge mussten die Kieler aber abreißen lassen und haben inzwischen keine rechnerische Chance mehr auf Rang drei.

Im Mai 2019 steht die Bestätigung für Walters nächsten Karriereschritt zwar noch aus, doch es geht wohl nur noch um die Ablöse, die sein Klub Holstein Kiel erhalten soll. Dem kicker zufolge beträgt die Forderung rund eine Million Euro, sein Vertrag ist noch bis 2020 gültig. “Es hat sich bis dato noch kein anderer Verein bei uns gemeldet. Gerüchte werden nicht wahrer, wenn sie immer wiederholt werden”, sagte Fabian Wohlgemuth, der Sportgeschäftsführer des Zweitligisten. Walter hat aber offenbar bereits zugesagt, im kommenden Jahr den VfB Stuttgart zu trainieren. Und sollte der VfB, aktuell auf dem Relegationsplatz, nicht absteigen, dann wäre aus dem Viertliga-Coach Walter in nur einem Jahr ein Erstliga-Trainer geworden.

Die Frage nach dem neuen Trainer des VfB Stuttgart dürfte bald geklärt sein. Nach kicker-Informationen hat Tim Walter bei den Schwaben zugesagt. Allerdings muss mit dem aktuellen Arbeitgeber Holstein Kiel noch um die Ablöse verhandelt werden. Auch Kiels Jannik Dehm ist ein Thema in Stuttgart.

Warum er selbst diesen Schritt geht, ist entsprechend schnell erklärt: “Die Vereine suchen mich”, hatte er schon vor einem Jahr in München zwar lachend, aber doch selbstbewusst gesagt. “Mein Blick geht immer nach oben”, sagte er ein paar Monate später, nachdem er zu Kiel gewechselt war. Tatsächlich hatte seine Holstein-Elf bis vor ein paar Wochen sogar die Chance, in die Bundesliga aufzusteigen.

Walter gilt seit Jahren als Trainertalent. Der FC Bayern bezahlte für ihn 2015 angeblich 200 000 Euro an den Karlsruher SC, wo er die U19 trainiert hatte. In München wurde er mit der U17 deutscher Meister, stieg zur U23 auf. Er sparte nicht mit Kritik am Klub, merkte vor seinem Abschied etwa an, dass dem Rekordmeister ein funktionierendes Konzept für den Nachwuchs fehle. Seine fordernde Art ist auch für Spieler nicht immer einfach. Doch es fiel auf, dass seine Teams nie den gerade typischen Umschaltfußball spielten, sondern mit Erfolg offensiv, auf Ballbesitz und Kreativität ausgerichtet. Genau das sucht der VfB.

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Die Schwaben verlieren in Berlin und können den rettenden Platz 15 kaum noch erreichen. Für Nürnberg sieht es nach der Niederlage in Wolfsburg noch schlechter aus.

Stuttgarts neuer Sportvorstand Thomas Hitzlsperger regt der Trend zum Gegen-den-Ball-Fußball so auf, dass er im März bei einem Spiel der VfB-Jugend ein Video von einem absichtlichen Ballverlust des Gegners twitterte, mit weinendem Emoji. Allerdings hieß damals der Trainer der VfB-Profis noch Markus Weinzierl – ein eher erfolgloser, vorsichtig taktierender Trainer in der Nachfolge des Defensiv-Trainers Tayfun Korkut. Schon Hitzlspergers Vorgänger Michael Reschke wollte im Februar den Kurs korrigieren und den Österreicher Oliver Glasner als dritten Trainer binnen einer Saison verpflichten. Stattdessen wurde Reschke entlassen, Glasner wird nun Trainer beim VfL Wolfsburg – und Hitzlsperger baut den Verein mit neuem Personal um. Stuttgart, sagt er, solle in Zukunft wieder offensiv spielen.

Zunächst kam Sven Mislintat vom FC Arsenal als Sportdirektor, dann wurde Jugendtrainer Nico Willig als Interimslösung an Weinzierls Stelle mit dem Ziel Klassenverbleib beauftragt. Am Dienstag verpflichte der VfB Thomas Krücken aus Mainz als Nachwuchsleiter. Ein Kandidat für den Trainerjob war auch Zsolt Löw, Assistent von Thomas Tuchel in Paris. Aber nun ist die Wahl auf Walter gefallen, dessen Stil wohl auch geeignet wäre, sollte Stuttgart nächste Saison erst mal wieder aufsteigen müssen. Dann würde sich nur sein Karriereplan verzögern.

In vier kaum fassbaren Spielen beweist der Fußball, welche Kraft in ihm steckt, wenn man dem Irrationalen vertraut. Wer eine Super-Liga erschaffen will, der zerstört das Besondere.   Kommentar von Martin Schneider

Der VfB Stuttgart hat offenbar einen neuen Coach für die kommende Saison gefunden. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, kommt Tim Walter von Holstein Kiel.

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart stellt weiter die Weichen für die Zukunft: Tim Walter, Coach des Zweitligisten Holstein Kiel, soll ab der kommenden Saison Trainer bei den krisengeplagten Schwaben werden. Dies berichten mehrere Medien.

Angeblich haben Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und der neue Sportchef Sven Mislintat bereits die Zusage des 43-Jährigen, der in Kiel noch bis 2020 unter Vertrag steht. Es geht wohl nur noch um die Ablöse, die Verhandlungen sollen bereits laufen.

Walter, der für offensiven Fußball steht, trainiert Holstein seit 2018. Zuvor war er beim Karlsruher SC und beim FC Bayern im Nachwuchsbereich tätig.

Der VfB Stuttgart, der auf dem Relegationsplatz steht, wird aktuell von Nico Willig trainiert. Der 38-Jährige, der kürzlich den entlassenen Markus Weinzierl abgelöst hatte, wird zur neuen Saison aber wieder als Coach zu den Stuttgarter U19-Junioren zurückkehren. Willig hat in bisher zwei Spielen einen Sieg und eine Niederlage verbucht. Am Samstag (15.30 Uhr im Liveticker bei t-online.de) spielt der VfB gegen den VfL Wolfsburg.

Als Zugang für die nächste Saison soll zudem Offensivspieler Mateo Klimowicz geplant sein. Der 18-Jährige, Sohn des ehemaligen Bundesliga-Profis Diego Klimowicz, kommt vom argentinischen Klub Instituto Central Cordoba und soll insgesamt rund zwei Millionen Euro kosten.

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