Analyse zum Spiel des VfB Stuttgart - Nico Willigs Elf verfällt in Passivität - Stuttgarter Nachrichten
Hertha BSC – VfB Stuttgart 3:1: Duda und Ibisevic treffen nach Hand-Ärger
Der VfB Stuttgart muss nach einem schwachen Auftritt beim 1:3 in Berlin weiter um den von Interims-Trainer Nico Willig (38) geforderten Relegations-Pokal zittern. Hertha dagegen fährt nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg wieder einen Dreier ein.

Was wäre wohl für Stuttgart möglich gewesen, wenn es nicht den totalen Tomaten-Anfall in der 37. Minute gegeben hätte: Nach einer Didavi-Ecke blockt Herthas Abwehrchef Rekik den Kopfball von Gonzalez mit der Hand auf Kopfhöhe. Doch niemand hats gesehen. Die Stuttgarter, Schiri Daniel Schlager (29) und seine Assistenten sowie Günter Perl (49) im Kölner Video-Keller haben einen gemeinsamen Blackout!

Video: PK NACH STUTTGART – Willig – Dardai – Hertha BSC

Hertha antwortet vor den Augen von Bundestrainer Jogi Löw (59) und Nationalmannschafts-Torwarttrainer Andreas Köpke (57) mit einem Doppelschlag innerhalb von sechs Minuten:

▶︎ Torwart Zieler kann Leckies Kopfball nach Plattenhardt-Flanke noch halten. Ibisevic staubt ab – 1:0 (40.).

▶︎ Duda bedient Ibisevic. Wieder kann Zieler abwehren. Der Ball aber fällt Duda vor die Füße – 2:0 (45.+1).

▶︎ Der Sekunden zuvor eingewechselte Dilrosun tankt sich links durch. Seinen Querpass vors Tor drückt Kalou über die Linie – 3:0 (67.).

Stuttgart schafft zwar noch das 3:1 durch den eingewechselten Gomez (70.), aber nach dem 1:0 vergangene Woche gegen Gladbach auch unter Willig in dieser Saison keine zwei Siege in Folge.

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Hertha BSC fand nach sieben sieglosen Spielen in die Spur zurück und besiegte den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart mit 3:1. Die Ereignisse der Partie staffelten sich zweimal zeitlich dicht getaktet – und waren längst nicht unumstritten.

Herthas Coach Pal Dardai nahm nach dem 0:0 in Frankfurt eine Änderung an seiner Anfangsformation vor: Für Klünter (Gelbsperre) rückte Leckie in die Startelf.

Stuttgarts Interimstrainer Nico Willig setzte auf dieselbe Formation, die am vergangenen Spieltag das 1:0 gegen Gladbach eingefahren hatte.

Obwohl es für die Berliner in der auslaufenden Saison um nichts mehr geht, rissen sie die Kontrolle gegen passive Schwaben zeitig an sich – erste Chancen ließen aber auf sich warten: Leckie gab die Kugel von rechts in den Strafraum, wo sich Kabak in Kalous Flachschuss warf und Schlimmeres verhinderte (13.). Zwei Zeigerumdrehungen später servierte Kalou mit der Hacke für Mittelstädt, dessen Versuch aus 18 Metern landete in Zielers Armen. Die Gäste, die vorzugsweise mit langen Bällen operierten, gaben durch Gonzalez in der 22. Minute einen ersten statistisch erfassten Torschuss ab.

Bundesliga, 32. Spieltag Mainz – Leipzig 3:3 (1:2)   Bayern – Hannover 3:1 (2:0)   Gladbach – Hoffenheim 2:2 (0:1)   Wolfsburg – Nürnberg 2:0 (1:0)   Hertha – Stuttgart 3:1 (2:0)   Bremen – Dortmund 2:2 (0:2)   Schalke – Augsburg -:- (0:0)   Freiburg – Düsseldorf -:- (-:-)   Leverkusen – Frankfurt -:- (-:-) Die aktuelle Tabelle Castro setzte einen Freistoß aus zentraler Position über den Querbalken (27.), Plattenhardt tat es ihm auf der Gegenseite gleich (33.). Dann kam es bitter für den VfB: Nach einer Ecke wehrte Rekik Gonzalez Kopfball mit dem Arm ab, weder Schiedsrichter noch Video-Assistent griffen ein (37.). Noch vor dem Seitenwechsel folgte der etwas glückliche Berliner Doppelschlag: Ibisevic staubte nach einem Leckie-Kopfball vor Zieler ab (40.), Duda schoss einen weiteren Abpraller – Zieler parierte gegen Ibisevic – ins verwaiste Tor (45.+1). 2:0 nach 45 Minuten.

Die Grunddynamik der Begegnung blieb aber auch nach Wiederbeginn überschaubar. Mitten in eine Wechselorgie hinein verfehlte Leckie aus wenigen Metern das kurze Eck (63.). Anschließend bewies Hertha-Coach Dardai ein glückliches Händchen: Der Sekunden vorher eingewechselte Dilrosun enteilte auf der linken Außenbahn Kabak, in der Mitte drückte Kalou die Kugel im Fallen über die Linie – 3:0 für den Hauptstadtklub (67.).

Als nächstes gab es einen weiteren Fehler der Unparteiischen zu registrieren: Der ebenfalls eingewechselte Gomez erzielte nach einem Schlagball aus der Drehung einen vermeintlichen Treffer, wurde zuvor – zu Unrecht – aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung zurückgepfiffen (69.). So konnte der Videoassistent nicht mehr eingreifen. Eine Minute später, Sosa flankte von links, erzielte der Ex-Nationalspieler per Kopf sein erstes Joker-Tor im VfB-Trikot (70.). Kurz darauf traf der bestens positionierte Didavi das Spielgerät nicht voll und verpasste so eine mögliche Aufholjagd (72.). Esswein ließ die letzte brauchbare Stuttgarter Chance liegen (79.) – bei den Schwaben deutet alles auf die Relegation hin.

Hertha gastiert am Samstag (15.30 Uhr) in Augsburg. Für Stuttgart geht es zur gleichen Zeit gegen Wolfsburg weiter.

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