Hertha BSC - VfB Stuttgart 3:1, Bundesliga, Saison 2018/19, 32.Spieltag - Spielbericht - kicker
Hertha BSC – VfB Stuttgart 3:1: Duda und Ibisevic treffen nach Hand-Ärger
Der VfB Stuttgart bleibt in der Fußball-Bundesliga trotz eines weiteren Rückschlages auf Relegationskurs. Die Schwaben verloren nach einer schwachen Vorstellung bei Hertha BSC mit 1:3 (0:2) und haben mit 24 Punkten nur noch theoretische Chancen auf Rang 15. Dort steht Schalke (30), das am Sonntag (13.30 Uhr) Tabellennachbar FC Augsburg (31) empfängt.

Die Gefahr von unten hält sich auch in Grenzen. Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg verloren jeweils ihre Spiele bei Bayern München bzw. beim VfL Wolfsburg und stehen vor dem direkten Abstieg aus der Bundesliga.

Hertha BSC – VfB Stuttgart 3:1, Bundesliga, Saison 2018/19, 32.Spieltag – Spielbericht

Vor 48.668 Zuschauern, zu denen auch Bundestrainer Jogi Löw und sein Torwarttrainer Andreas Köpke gehörten, trafen Kapitän Vedad Ibisevic mit seinem zehnten Saisontor (40.), Ondrej Duda (40.+1) und Salomon Kalou (67.) für die Hausherren, die erstmals nach sieben Spielen ohne Sieg wieder gewannen und nach 359 Minuten ohne Torerfolg wieder trafen. Mario Gomez (70.) verkürzte für den VfB.

Als nächstes gab es einen weiteren Fehler der Unparteiischen zu registrieren: Der ebenfalls eingewechselte Gomez erzielte nach einem Schlagball aus der Drehung einen vermeintlichen Treffer, wurde zuvor – zu Unrecht – aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung zurückgepfiffen (69.). So konnte der Videoassistent nicht mehr eingreifen. Eine Minute später, Sosa flankte von links, erzielte der Ex-Nationalspieler per Kopf sein erstes Joker-Tor im VfB-Trikot (70.). Kurz darauf traf der bestens positionierte Didavi das Spielgerät nicht voll und verpasste so eine mögliche Aufholjagd (72.). Esswein ließ die letzte brauchbare Stuttgarter Chance liegen (79.) – bei den Schwaben deutet alles auf die Relegation hin.

Nächste Chance verpasst, aber immer noch nicht abgestiegen: Der 1. FC Nürnberg darf sich weiter klitzekleine Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen. Die Mannschaft von Trainer Boris Schommers verlor zwar am 32. Spieltag auch wegen eigener Schusseligkeit beim Europapokal-Anwärter VfL Wolfsburg mit 0:2 (0:1), kann den VfB Stuttgart aber theoretisch weiterhin vom Relegationsrang verdrängen. Die Wölfe fuhren hingegen dank des Slapstick-Tores von Felix Klaus (38.) und des Treffers von Marcel Tisserand (78.) im Kampf um die Rückkehr auf die große Bühne Europa einen Pflichtsieg ein.

Obwohl es für die Berliner in der auslaufenden Saison um nichts mehr geht, rissen sie die Kontrolle gegen passive Schwaben zeitig an sich – erste Chancen ließen aber auf sich warten: Leckie gab die Kugel von rechts in den Strafraum, wo sich Kabak in Kalous Flachschuss warf und Schlimmeres verhinderte (13.). Zwei Zeigerumdrehungen später servierte Kalou mit der Hacke für Mittelstädt, dessen Versuch aus 18 Metern landete in Zielers Armen. Die Gäste, die vorzugsweise mit langen Bällen operierten, gaben durch Gonzalez in der 22. Minute einen ersten statistisch erfassten Torschuss ab.

Borussia Mönchengladbach hat im Kampf um Europa einen herben Rückschlag verhindert. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking erkämpfte sich gegen die TSG Hoffenheim ein glückliches 2:2 (0:1) und liegt damit weiterhin einen Punkt vor dem direkten Konkurrenten.

Die Grunddynamik der Begegnung blieb aber auch nach Wiederbeginn überschaubar. Mitten in eine Wechselorgie hinein verfehlte Leckie aus wenigen Metern das kurze Eck (63.). Anschließend bewies Hertha-Coach Dardai ein glückliches Händchen: Der Sekunden vorher eingewechselte Dilrosun enteilte auf der linken Außenbahn Kabak, in der Mitte drückte Kalou die Kugel im Fallen über die Linie – 3:0 für den Hauptstadtklub (67.).

Pavel Kaderabek (33.) brachte die überlegenen Kraichgauer in Führung, Nationalspieler Matthias Ginter (72.) gelang der Ausgleich der Gastgeber, die allerdings seit sieben Heimspielen auf einen Sieg warten. Nadiem Amiri (79.) gelang das zwischenzeitliche 2:1 für die Gäste, doch Josip Drmic (84.) glich für die Fohlen aus.

Hertha BSC fand nach sieben sieglosen Spielen in die Spur zurück und besiegte den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart mit 3:1. Die Ereignisse der Partie staffelten sich zweimal zeitlich dicht getaktet – und waren längst nicht unumstritten.

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Herthas Coach Pal Dardai nahm nach dem 0:0 in Frankfurt eine Änderung an seiner Anfangsformation vor: Für Klünter (Gelbsperre) rückte Leckie in die Startelf.

Der VfB Stuttgart muss nach einem schwachen Auftritt beim 1:3 in Berlin weiter um den von Interims-Trainer Nico Willig (38) geforderten Relegations-Pokal zittern. Hertha dagegen fährt nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg wieder einen Dreier ein.

Noch mehr Glück für die Gastgeber kurz vor der Pause: Eine Berliner Flanke fand den freistehenden Mathew Leckie, dessen Kopfball Ron-Robert Zieler im Stuttgarter Kasten nur noch vor die Füße von Ibisevic ablenken konnte. Der staubte zur Führung ab. Die Stuttgarter Abwehr verweilte weiterhin im Tiefschlaf, als Duda Ibisevic einsetzte und vier Schwaben nur zuschauten. Wieder prallte der Ball vom abwehrenden Zieler zu einem Herthaner – dieses Mal zu Duda. Direkt zuvor hatte Nicolas Gonzalez die beste Chance für den VfB vergeben.

Was wäre wohl für Stuttgart möglich gewesen, wenn es nicht den totalen Tomaten-Anfall in der 37. Minute gegeben hätte: Nach einer Didavi-Ecke blockt Herthas Abwehrchef Rekik den Kopfball von Gonzalez mit der Hand auf Kopfhöhe. Doch niemand hats gesehen. Die Stuttgarter, Schiri Daniel Schlager (29) und seine Assistenten sowie Günter Perl (49) im Kölner Video-Keller haben einen gemeinsamen Blackout!

Trotz der Niederlage hält Stuttgart im Abstiegskampf weiter alle Trümpfe in der Hand. Ein Remis könnte nächste Woche Samstag (11.05.2019) im Heimspiel gegen Wolfsburg für den sicheren Relegationsrang reichen. In diese Relegation wird der VfB wahrscheinlich müssen, denn sechs Punkte und 23 Tore Rückstand auf Schalke sind zuviel an Hypothek für die Schwaben. Hertha BSC tritt im letzten Auswärtsspiel der Saison beim FC Augsburg an.

Hertha antwortet vor den Augen von Bundestrainer Jogi Löw (59) und Nationalmannschafts-Torwarttrainer Andreas Köpke (57) mit einem Doppelschlag innerhalb von sechs Minuten:

Durchgang zwei startete wie der erste – allerdings mit viel Ballbesitz für Stuttgart. Gefährlich wurden beide Teams letztlich jedoch nicht. Bis Javairo Dilrosun bei der Hertha eingewechselt wurde: Mit seiner ersten Aktion überlief der Niederländer Stuttgarts Ozan Kabak und Kalou veredelte seine Hereingabe zum 3:0. Stuttgart antwortete dieses Mal prompt, als Gomez per Flugkopfball die Hoffnung beim VfB wieder aufkeimen ließ.

▶︎ Torwart Zieler kann Leckies Kopfball nach Plattenhardt-Flanke noch halten. Ibisevic staubt ab – 1:0 (40.).

Hertha hat mit einem 3:1-Heimsieg gegen Stuttgart die Entscheidung im Abstiegskampf auf nächste Woche vertagt. Vedad Ibisevic (40.) und Ondrej Duda (45.) sorgten jeweils mit Abstaubertoren für die Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Salomon Kalou für die Berliner (67.), bevor Mario Gomez (70.) die Partie nochmal spannend machte. Letztlich war der VfB aber offensiv zu harmlos, um auch nur einen Punkt mitzunehmen.

▶︎ Duda bedient Ibisevic. Wieder kann Zieler abwehren. Der Ball aber fällt Duda vor die Füße – 2:0 (45.+1).

▶︎ Der Sekunden zuvor eingewechselte Dilrosun tankt sich links durch. Seinen Querpass vors Tor drückt Kalou über die Linie – 3:0 (67.).

Die Partie begann äußerst schwach: 40 Minuten ging von beiden Mannschaften keine Torgefahr aus – auch wenn die Gastgeber etwas Glück hatten, dass sowohl Schiedsrichter Daniel Schlager als auch die Videoassistenten ein Handspiel von Karim Rekik nicht mit Strafstoß ahndeteten. “Das muss der Videoassistent sehen. Wofür haben wir denn den da sitzen?”, polterte VfB-Akteur Daniel Didavi in der ARD verärgert.

Stuttgart schafft zwar noch das 3:1 durch den eingewechselten Gomez (70.), aber nach dem 1:0 vergangene Woche gegen Gladbach auch unter Willig in dieser Saison keine zwei Siege in Folge.

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