Holt Manager Michael Reschke zwei prominente Routiniers?
VfB-Transfers: Blick nach München, Dortmund & Gladbach
Der VfB braucht dringend neue Offensivkräfte. Jetzt werden zwei klangvolle Namen, die bei ihren Clubs keine Rolle mehr spielen, mit dem Tabellenletzten in Verbindung gebracht.

Stuttgart – Acht Tore in zwölf Spielen – das ist die erschütternde Ausbeute des VfB Stuttgart in der laufenden Bundesliga-Saison. Kein Wunder also, dass das Team von Trainer Markus Weinzierl Tabellenletzter ist. Und kein Wunder auch, dass Manager Michael Reschke vor allem in der Offensive nach Verstärkungen für die Winterpause fahndet.

Die Einsatzzeiten der übrigen Zugänge lesen sich dagegen ernüchternd. Kann man bei jungen Spielern wie Maffeo (601 Minuten), dem aktuell verletzten Borna Sosa (20, 276 Min.) und David Kopacz (19, keine Einsatzzeit) noch auf deren Entwicklungspotential verweisen, sind es vor allem die erfahreneren Kräfte, von denen man mehr erwarten durfte. Während der lange Zeit verletzte Kempf nach seiner Rückkehr in den Kader auf 180 Minuten Einsatzzeit kommt, stand Gonzalo Castro (31) bisher 440 Minuten auf dem Platz. Beim immer wieder unter Achillessehnenproblemen leidenden Daniel Didavi (28) sind es 237 von möglichen 1.080 Minuten.

Mittelstürmer Wagner ist 2017 für 13 Millionen Euro von Hoffenheim zum FC Bayern gewechselt, wartet dort aber meist vergeblich darauf, von Platzhirsch Robert Lewandowski ein paar Einsatzminuten abzubekommen. Auf seine Dienste wird offenbar kein gesteigerter Wert mehr gelegt: In den vergangenen sechs Bundesligaspielen kam er nur zu einem Kurzeinsatz. Auch in England soll es Interessenten für Wagner geben – doch wechselte er nicht zuletzt deshalb nach München, weil dort der Lebensmittelpunkt seiner Familie ist. Im VfB-Sturm hat sich Mario Gomez nach dem 0:2 in Leverkusen selbst in Frage gestellt.

Kagawa wiederum spielt bei Borussia Dortmund unter Trainer Lucien Favre gar keine Rolle mehr. Der frühere Publikumsliebling ist beim Tabellenführer nur noch Zuschauer. Nur zweimal hat er diese Saison in der Liga gespielt – in den vergangenen sieben Spielen stand der Edeltechniker nicht einmal mehr im Kader. Am BVB dürfte ein Wechsel in der Winterpause kaum scheitern.

Der Kader des Revierclubs umfasst 29 Spieler – Kagawa ist nicht der einzige hochbezahlte Profi, der von den jungen Dortmunder Himmelstürmern verdrängt wurde. Beim 2:1-Sieg am Samstag in Mainz war auch für Maximilian Philipp und Julian Weigl kein Platz im 18er-Kader. Gleiches galt wie üblich für Mittelfeldspieler Sebastian Rode, der in dieser Saison noch gar nie im Aufgebot stand – und an dem dem VfB zuletzt ebenfalls Interesse nachgesagt wurde.

Patrick Herrmann, Sebastian Rode und Shinji Kagawa – drei klangvolle Namen, die neben ihrem Platz auf der Tribüne noch eine Gemeinsamkeit haben: Sie alle sind Mandanten der von dem früheren Dortmunder Bundesligaprofi Thomas Kroth geführten Spieleragentur Pro Profil. VfB-Manager Michael Reschke müsste also nur eine Telefonnummer wählen.

Was alle vier Kandidaten eint: Auch sie sind in der laufenden Saison ohne große Spielpraxis. Flügelspieler Herrmann ragt mit 366 Minuten in Liga und Pokal noch heraus, bei Wagner sind 226 und bei Kagawa 204 Minuten Profifußball zu verzeichnen. Rodes letztes Bundesligaspiel datiert auf den 20. Mai 2017, in der aktuellen Spielzeit war er lediglich 72 Minuten für die Regionalliga-Reserve des BVB im Einsatz.

Der Stuttgarter Schuh drückt vor allem in der Offensive. Mit acht Treffern stellt der VfB den mit Abstand erfolglosesten Angriff der Liga. Nur zweimal beförderten die Schwaben den Ball in den vergangenen fünf Partien über die gegnerische Torlinie.

35 Millionen Euro investierte der VfB vor der Saison in Neuzugänge und rangiert damit im Ranking der spendierfreudigsten deutschen Klubs auf Platz fünf – 13 Ränge höher als in der aktuellen Tabelle. Eine ähnlich miese Bilanz in dieser Statistik nimmt nur noch der FC Schalke, wo angesichts Ausgaben-Rang zwei und Tabellenplatz 14 zwölf ebenfalls eine große Diskrepanz herrscht.

Laut ‚kicker stehen in Stuttgart deshalb schnelle Flügelspieler, ein Kreativspieler und ein robuster Antreiber für die Mitte sowie ein Stürmer auf der Fahndungsliste. Kandidaten, die für einen Januar-Wechsel bereits besprochen wurden, sind dem Fachmagazin zufolge Shinji Kagawa, Sebastian Rode (beide Borussia Dortmund), Patrick Herrmann (Borussia Mönchengladbach) und Sandro Wagner (FC Bayern).

Gemeinsam hat das Quartett die geringe Spielzeit beim aktuellen Arbeitgeber. Möglich, dass die vier grundsätzlich für einen Tapetenwechsel zu begeistern sind. Auf der anderen Seite droht beim VfB der harte Kampf um den Klassenverbleib – mit offenem Ausgang.

Als Kandidaten nennt das Fachmagazin wie zuvor bereits die „Bild“ Gladbachs Patrick Herrmann (27) und den bei Borussia Dortmund aufs Abstellgleis geratenen Sebastian Rode (28). Zusätzlich sollen auch Rodes BVB-Kollege Shinji Kagawa (29) sowie Bayern-Angreifer Sandro Wagner (30, Foto) ein Thema sein.