Frust und Ärger beim VfB Stuttgart
Doppelpacker Volland erlöst Leverkusen
Gegen den Tabellenletzten Stuttgart schafft die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich (46) nach einer mäßigen Leistung spät doch noch ein 2:0. Vorsprung auf den Relegationsplatz vorerst auf fünf Punkte ausgebaut. Dank Kevin Volland (26)!

Nach einer kurzen Ecke flankt Havertz, der beste Mann auf dem Platz, in die Mitte. Am langen Pfosten lauert der völlig freie Volland und nickt zu seinem vierten Saisontor ein (76.).

Nur sieben Minuten später legt der Stürmer das 2:0 nach! Alario legt nach innen, Volland haut das Ding fulminant aus 17 Metern volley ins Netz.

Für Völlers Klub war es ein erzwungener Pflichtsieg – ganz ohne Glanz. Für Weinzierls Mannschaft war es im fünften Spiel unter ihm als Trainer die vierte Niederlage ohne eigenen Treffer. Den Unterschied machten die Stürmer. Während Mario Gomez im fünften Spiel nacheinander und seit nunmehr 7:36 Stunden ohne Torerfolg blieb, rettete Kevin Volland seine Leverkusener durch zwei späte Treffer (76. und 83. Minute) und erhöhte sein Saisonkonto auf fünf Tore. “Er ist einfach verlässlich”, sagt der Trainer Heiko Herrlich über jenen Spieler, der ihn damit auch ein Stückweit gerettet hat. “Das war ein kleines Endspiel”, sagte Leverkusens Nationalspieler Kai Havertz hinterher erleichtert, und das musste man ja außer auf die Tabellensituation auch ein bisschen auf den angezählten Trainer Herrlich münzen.

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Die Erlösung für Leverkusen – und für Volland! Denn in der 60. Minute hatte der Angreifer noch kläglich vergeben. Nach einer Flanke von Bellarabi schießt Volland aus fünf Metern über das leere Tor!

In einem über weite Strecken Bundesliga-untauglichen Spiel bleibt Leverkusen einmal mehr lange Zeit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Statt Toren und Offensiv-Spektakel gibts 75 Minuten lang kaum Spielfluss und eine Menge Zweikämpfe. Sechs Gelbe Karten alleine in der ersten Halbzeit sind Saison-Rekord.

Leverkusen will keinen Abstand wahren, Leverkusen will nach oben klettern, aber dazu bedarf es mal einer Konstanz, die bislang die Krux ist beim Werksklub. “Entscheidend ist jetzt, dass wir den Hunger beibehalten”, sagt der Trainer Herrlich, der offenbar selbst vor jedem Spiel rätselt, in welcher Verfassung sich seine wechselhafte Mannschaft wohl diesmal präsentiert. “Manchmal fragt man sich schon, warum das nicht jede Woche so funktioniert”, sagte er nach dem Sieg gegen Stuttgart.

Aber dann reichen Leverkusen sieben gute Minuten für die komplett enttäuschenden und vor allem defensiv indisponierten Stuttgarter! Heiko Herrlich kann nach zuletzt zwei Pleiten in Folge aufatmen. VfB-Trainer Markus Weinzierl (43) dagegen kassiert im fünften Spiel die vierte Pleite (2:13 Tore!).

Leverkusens Julian Brandt (22) bei Eurosport: Wir sind in dieser Saison ein kleines Fragezeichen. Unsere Leistungsschwankungen sind mir unerklärlich. Aber Hauptsache, wir haben gewonnen.

Die wichtigste Personalie scheint aber derzeit Kevin Volland zu sein. Die letzten drei Bundesligasiege sind den Leverkusenern nur deshalb gelungen, weil Volland beim 2:1 in Düsseldorf beide Treffer, beim 6:2 gegen Bremen ein Tor und zwei Vorlagen und nun gegen Stuttgart wieder beide Treffer beigesteuert hat. Die zwischenzeitlichen fünf Bundesligaspiele, in denen ihm kein einziger Scorerpunkt gelungen ist, hat Leverkusen nicht gewonnen.

Kai Havertz (19) erklärt: Der Druck war relativ hoch. Wir wussten, dass das ein kleines Endspiel für uns ist.

Für die Antwort bräuchte er bloß mal Aussagen etwa seiner Torhüter Ramazan Özcan und Lukas Hradecky aus den vergangenen Wochen aus den Medien zusammenzusammeln. Sie beklagen sich darin über eine von der jungen Mannschaft bislang allzu selten gezeigte stabile Mentalität. Wenns läuft, läufts – wenn nicht, eben nicht. “Unsere Leistungsschwankungen sind unerklärlich”, behauptet derweil Nationalspieler Julian Brandt.

VfB-Trainer Weinzierl: Wir waren bei den Standards schläfrig, haben nicht aufgepasst und uns damit alles kaputt gemacht. Solche Gegentore ärgern mich total.

Mit dem Sieg nun bestehen allerdings gewisse Chancen, aus der Euphorie heraus als nächstes auch in Nürnberg und danach gegen Augsburg zu gewinnen und dann wäre Leverkusen wieder oben dran. Angestellte der Branche könnten sich dann schon mal auf innige Umarmungen von Rudi Völler gefasst machen.

Ohne den Video-Schiri wäre die Niederlage noch höher ausgefallen! In der 14. Minute legt Lars Bender den Ball an Insua vorbei, will in den Strafraum ziehen. Aber der Stuttgarter schlägt die Kugel absichtlich mit der Hand weg! Schiri Schröder entscheidet auf Elfer, doch der Video-Schiedsrichter schaltet sich ein – und nimmt den Strafstoß zu Recht zurück. Das Handspiel war vor dem Strafraum.

Ein Sinnbild für die VfB-Krise ist Mario Gomez. Seit fünf Spielen wartet Stuttgarts Mittelstürmer nun schon auf sein viertes Saisontor. In Leverkusen hatte er beim Stande von 0:0 eine große Chance durch einen Fernschuss, war ansonsten kaum zu sehen. In den Augen von Mitspieler Andreas Beck ist das aber nicht seine Schuld. “Mario ist unser Schlüsselspieler”, sagte Beck: “Und wir müssen mehr tun, um ihn einzubinden und in Szene zu setzen.” In der Tat bekam Gomez in der Spitze kaum gefährliche Zuspiele.

Bayer Leverkusen hat einen ganz wichtigen 2:0-Heimsieg gegen Stuttgart eingefahren. Die Werkself machte über weite Strecken mehr für die Begegnung, tat sich allerdings lange offensiv schwer. Am Ende erlöste Volland, der zunächst eine Riesenchance liegengelassen hatte, mit einem Doppelpack die Hausherren. Der VfB musste unter Markus Weinzierl die vierte Niederlage hinnehmen.

Gomez selbst war tief enttäuscht. “Es kann nicht sein, dass wir uns durch so einen Eckball auf die Verliererstraße bringen. Nachdem wir bis dahin mit allem, was wir hatten, versucht haben zu verteidigen. Das darf in unserer Situation nicht passieren. Da müssen wir viel schärfer sein. Das müssen wir uns ankreiden”, sagte er dem “kicker”. Zu seiner Torkrise meinte er: “Vielleicht sollte mal jemand anderes für mich spielen. Ich will nur, dass wir gewinnen. Es geht nicht um mich.”

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich nahm nach dem 0:3 in Leipzig zwei Wechsel vor: Baumgartlinger und Bellarabi (nach Muskelproblemen) begannen für Wendell und Weiser (beide Bank).

VfB-Coach Weinzierl war nach dem Spiel restlos bedient. Sein Team hatte nach vorne kaum etwas hinbekommen, doch es winkten immerhin das zweite Spiel ohne Gegentor und ein Punkt für die Moral. “Dann haben wir mit einer Schläfrigkeit die Arbeit von 75 Minuten kaputt gemacht”, schimpfte Weinzierl über die Unachtsamkeit nach einem Eckball, als Kai Havertz völlig ungestört auf Torschütze Kevin Volland flanken konnte. 

VfB-Coach Markus Weinzierl musste im Vergleich zum 2:0 in Nürnberg einmal wechseln: Torschütze Baumgartl hatte einen Magen-Darm Virus, für ihn rückte Insua in die Startelf. Er ging nach links hinten, Kempf nahm den Platz in der Innenverteidigung ein.

Der VfB steht mit acht Punkten aus zwölf Spielen weiter am Tabellen-Ende. Die restlichen Gegner der Hinrunde haben es in sich: Augsburg, Gladbach, Hertha, Schalke und Wolfsburg. Trotzdem wolle man, so Weinzierl, noch den ein oder anderen Punkt holen, um in der Rückrunde dann eine Aufholjagd zu starten: “Wir werden nächste Woche gegen Augsburg mit aller Macht versuchen, die drei Punkte bei uns zu behalten.”

Die Partie hatte kaum angefangen, da gab es schon den ersten Aufreger: Maffeo setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und kam dann im Bayer-Strafraum gegen Aranguiz zu Fall (1.). Schiedsrichter Robert Schröder pfiff keinen Elfmeter und änderte seine Entscheidung nach kurzer Rücksprache mit Köln auch nicht. Anschließend nahm Leverkusen das Heft des Handelns in die Hand, Stuttgart stand sehr tief und riskierte nach vorne fast gar nichts. Volland (7.) und Havertz (12.) setzten erste Abschlüsse.

Weinzierl konnte seinen Ärger kaum verbergen. Namentlich nannte der Stuttgarter Trainer Dennis Aogo, der bei der kurz ausgeführten Bayer-Ecke geschlafen habe. Damit war die Niederlage angesichts der schwachen Stuttgarter Offensivbemühungen quasi besiegtelt, Volland legte nach einem Konter das 2:0 für Bayer nach. Weinzierl hat nun von fünf Spielen als VfB-Trainer vier verloren bei 2:13 Toren.

Der 12. Spieltag Leverkusen – Stuttgart 2:0 (0:0)   Bayern – Düsseldorf 3:3 (2:1)   Hertha BSC – Hoffenheim 3:3 (1:2)   Augsburg – Frankfurt 1:3 (0:1)   Mainz – Dortmund 1:2 (0:0)   Wolfsburg – Leipzig 1:0 (0:0)   Schalke – Nürnberg 3:1 (2:1)   Freiburg – Bremen -:- (-:-)   Gladbach – Hannover -:- (-:-) Die aktuelle Tabelle In der 14. Minuten stand dann wieder der Schiedsrichter im Mittelpunkt: Nach einem Handspiel von Insua zeigte er auf den Punkt. Wieder schaltete sich der Videoassistent ein, dieses Mal wurde die Entscheidung revidiert – es gab nur Freistoß für die Werkself, denn das Vergehen war knapp außerhalb des Sechzehners. Die Hausherren hatten weiter mehr Ballbesitz, Aranguiz (20.), Jedvaj mit der besten Chance im ersten Durchgang (30.) und Volland (34.) verpassten es allerdings, die Leverkusener zu belohnen. Gegen Ende der Hälfte wagte sich der Tabellenletzte etwas mehr nach vorne, der Freistoß von Aogo (38.) sowie der Kopfball von Gomez (45.+3) blieben jedoch harmlos.

Bundesliga | VfB Stuttgart Frust und Ärger beim VfB Stuttgart teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf Google+ teilen per Mail teilen Nächste Pleite für den VfB Stuttgart: Beim 0:2 in Leverkusen stimmte der Einsatz, offensiv gelang den Schwaben allerdings so gut wie gar nichts. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl bleibt Letzter, der Frust wächst.

Der zweite Abschnitt begann mit einem Abschluss der Schwaben, Gomez prüfte Hradecky (52.). Anschließend war Bayer wieder tonangebend: Nach einem knappen Freistoß von Aranguiz (57.) hätte kurz später Volland das 1:0 machen müssen, aber er traf aus fünf Metern das leere Tor nicht (60.). Auf der Gegenseite hätte Gentner das beinahe bestraft, er traf per Kopf jedoch nur das Außennetz (62.).

Ähnlich frustriert waren Becks Mannschaftskameraden. “Die Bundesliga ist kein Wunschkonzert”, befand Aogo und meinte damit, dass es nur mit harter Arbeit aus dem Keller gehen wird.

Es war eine Partie ohne große Chancen und mit vielen Standards, Kempf für den VfB (68.) und Sven Bender für Bayer (69.) köpften jeweils nach einer Ecke zu ungenau. Aber dann war es ausgerechnet Volland, der seine Farben erlöste: Der Angreifer, der noch in der 60. Minute kläglich vergeben hatte, war nun nach Vorlage von Havertz per Kopf zur Stelle (76.). Sieben Minuten später legte der Angreifer sogar nach und stellte wuchtig auf 2:0. Der eingewechselte Castro hätte noch einmal für Spannung sorgen können, er zielte aber zu hoch (85.). Kurz vor dem Ende machte Alario vermeintlich das 3:0, Vorbereiter Bellarabi stand allerdings hauchdünn im Abseits (90.+1). Somit blieb es beim 2:0 und Bayer fuhr einen wichtigen Sieg ein. Die Stuttgarter mussten nach dem 2:0 in Nürnberg einen Rückschlag hinnehmen und verloren bereits das vierte von bislang fünf Spielen unter der Regie von Weinzierl.

Die Werkself ist bereits am Donnerstag (18.55 Uhr) in der Europa League gegen Ludogorez Rasgrad gefordert. Am Montag darauf (20.30 Uhr) geht es dann in der Bundesliga in Nürnberg weiter, Stuttgart hat samstags (15.30 Uhr) den FC Augsburg zu Gast.

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