Das erste Endspiel für den VfB Stuttgart
Trotz Rekord-Ausgaben und schwächstem Start: Reschke spürt tiefes Vertrauen
Bundesliga | VfB Stuttgart Das erste Endspiel für den VfB Stuttgart AUTOR Stefan Kiss teilen auf Whatsapp teilen auf Facebook teilen auf Twitter teilen auf Google+ teilen per Mail teilen Die Tabelle lügt nicht. Nach zehn Spieltagen hat der VfB Stuttgart gerade mal mickrige fünf Pünktchen auf der Habenseite. Mit dieser schwachen Ausbeute und mit Tabellenplatz 18 hat man vereinsintern nicht gerechnet.

VfB-Sportvorstand Michael Reschke hat, nachdem er 35 Millionen Euro in den Kader investiert hat, vor der Saison noch getönt: “Mit dem Abstieg haben wir dieses Jahr nichts zu tun.” Irren ist menschlich. Die Gründe aber für den Absturz des schwäbischen Traditionsvereins liegen tiefer.

Stuttgart – Der abstiegsgefährdete Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart denkt über Verstärkungen in den Winterpause nach. Diese Überlegungen gibt es, sagte VfB-Vorstand Michael Reschke der Bild (Donnerstag). Wir sondieren ja ständig den Markt und werden uns nach dem letzten Vorrundenspiel zusammensetzen, um zu entscheiden, ob wir etwas tun oder nicht. Die Stuttgarter hatten im Sommer für mehr als 30 Millionen Euro neue Spieler verpflichtet, liegen aber trotzdem auf dem letzten Platz der Bundesliga.

Nach herausragender Rückrunde in der Vorsaison glaubte man unter dem damaligen Trainer Korkut den Schlüssel für mehr Stabilität gefunden zu haben. Das aber war ein Trugschluss. Vor allem der erfahrene Holger Badstuber patzte zu Saisonbeginn reihenweise. Die Folge: Ausgeschieden im Pokal. Bundesligaauftakt in Mainz versemmelt. Der 29-jährige Badstuber erweist sich als zu unbeweglich und vor allem als zu langsam.

Die Folge des missglückten Saisonstarts: Der gesamte Abwehrverbund wird aufgefressen von Verunsicherung. Es hagelt gegnerische Tore und auch der frischgebackene Weltmeister Benjamin Pavard wird mit dem Virus der Verunsicherung infiziert. Nach zehn Spieltagen hat die Mannschaft 24 Treffer hinnehmen müssen. Pro Partie klingelte es also 2,4 mal im Kasten von Ron-Robert Zieler.

Mario Gomez hat nicht mehr die Dynamik vergangener Tage. Und kommt der 33-Jährige, was selten genug der Fall ist, mal zu Chancen, kann er diese nicht nutzen. Der Killerinstinkt ist im Sommer irgendwie abhanden gekommen.

Sein Sturmpartner Nicolas Gonzalez, ein Neueinkauf des Sportvorstandes Michael Reschke, ist engagiert und stets bemüht. Die Erwartungen aber, die in ihn gesetzt wurden, konnte der 20-Jährige bislang nicht erfüllen. Der Argentinier ist noch ohne Pflichspieltor. Aber die Beiden haben es auch schwer, da die Gesamtausrichtung des Teams sehr defensiv ist. Meist fehlt Gomez und Gonzalez die Unterstützung.

Möglicherweise ist das die Mutter aller Ursachen beim VfB Stuttgart. Die Lauf- und vor allem die Sprintleistungen der Mannschaft waren bisher in fast allen Spielen unzureichend. Entsprechend schlecht auch die Zweikampfwerte. Auch die Neuzugänge reihen sich da nahtlos ein.

STUTTGART – Der abstiegsgefährdete VfB Stuttgart, der sich am Samstag in Nürnberg vorstellt, denkt über namhafte Neuzugänge in den Winterpause nach.

Hinzu kommt Verletzungspech. Daniel Didavi mit langwieriger Achillessehnenreizung kommt nicht in die Gänge. Der Verein überlegt, ob der Kreativspieler für die Partie gegen Nürnberg fitgespritzt werden soll. Ein großes Risiko ist dies allemal. Und der schnelle Grieche Anastasios Donis fehlt auf jeden Fall noch gegen den Club nach seinem Muskelbündelriss Ende September.

Die Stuttgarter hatten im Sommer für mehr als 30 Millionen Euro neue Spieler verpflichtet, liegen aber trotzdem auf dem letzten Platz der Bundesliga.

Es muss sich schnell was tun beim VfB Stuttgart. Keine leichte Aufgabe für den neuen Trainer Markus Weinzierl. Denn bliebe die prozentuale Punktausbeute bis zum Saisonende, würde der VfB Stuttgart absteigen. Mit 17 Punkten am Saisonende ist die Klasse nicht zu halten, das steht fest. In Nürnberg, so das Ziel des VfB, soll der zweite Saisonsieg eingefahren werden. Für die Schwaben beginnt die Zeit der Endspiele früh in der Saison. Das erste Finale findet in Nürnberg statt.

VfB-Sportvorstand Michael Reschke (Foto) verstärkte den Kader im Sommer für 35 Millionen Euro. Nie zuvor gaben die Schwaben mehr aus, nie zuvor starteten sie schlechter in eine Saison. Nach dem 10. Spieltag sind die Stuttgarter mit fünf Punkten im Tabellenkeller.

6 Millionen-Deals VfB-Sommertransfers Zur Übersicht Die Neuzugänge schlugen noch gar nicht ein – Reschke sagt im „Bild“-Interview: „Mit Daniel Didavi, Borna Sosa und Marc Oliver Kempf hatten drei davon verletzungsbedingt noch gar nicht richtig die Möglichkeit, sich zu beweisen. Bei Pablo Maffeo und Nicólas González war klar, dass sie Zeit brauchen würden. Und Gonzalo Castro ist nicht optimal in die Saison gestartet, er wird sein Ding aber noch machen.“

Seit Reschkes Amtsantritt im August 2017 investierte der VfB knapp 66 Mio. Euro in neue Spieler und nahm 23,8 Mio. Euro ein – im Winter-Transferfenster könnten die nächsten Ausgaben folgen. „Diese Überlegungen gibt es. Wir sondieren ja ständig den Markt und werden uns nach dem letzten Vorrundenspiel zusammensetzen, um zu entscheiden, ob wir etwas tun oder nicht“, so Reschke.

Schlechteste Saisonstarts 11 Teams holten weniger Punkte als VfB Zur Statistik Gerüchte gab es zuletzt um einen Zugang auf der Managerposition. Demnach könne sich Ex-Stuttgarter Jürgen Klinsmann eine Rückkehr vorstellen (zur News). Für Reschke ist das kein Thema, aber „seine Tore könnten wir brauchen (lacht).“ Der VfB wartet seit drei Spielen auf einen Treffer – Neu-Trainer Markus Weinzierl startete mit null Punkten und einem Torverhältnis von 0:11.

Reschke spürt trotz der nicht zündenden Zugänge und dem Fehlstart seines neuen Trainers „im gesamten Klub und seinem Umfeld tiefes Vertrauen. Von einer Ausnahme im Aufsichtsrat (Guido Buchwald; Anm. d. Red.) abgesehen, die ja bekannt ist. Aber diese Kritik muss man hinnehmen.“ Am Samstag (15:30 Uhr) reisen die Schwaben zum Auswärtsspiel beim 1.FC Nürnberg.