SC Magdeburg deklassiert Stuttgart
Handball: SCM-Keeper Quenstedt kontra Vorbild Bitter
Machtdemonstration im Schwabenland! 40:27 ballerte Magdeburg den TVB Stuttgart aus der eigenen Halle. Durch den elften Saisonsieg verteidigte der SCM Tabellenplatz 2 und bleibt das offensivstärkste Team der Bundesliga (417 Saisontreffer).

Ich rechne wieder mit mit einem engen Ausgang, orakelte Trainer Bennet Wiegert (36) im Vorfeld, nachdem der SCM in den beiden Vorjahren (je 32:31) nur knapp gewonnen hatte.

Doch eng war es diesmal nur zu Beginn: In der Stuttgarter Porsche-Arena zündete der SCM nach dem 5:4 (8.) schnell den Turbo und zog auf 12:4 (16.) davon. Beim 16:6(21.) gab es die erste Zehn-Tore-Führung, zur Halbzeit betrug der Vorsprung sogar 16 (!) Buden – 23:9 (30.).

Nach der Pause konnte Magdeburg dann einen Gang runterschalten, verwaltete den fünften Auswärtssieg über 29:11 (38.) und 33:18 (48.) locker. Beste SCM-Werfer: Pettersson (9), Musche (7) und Musa (je 6).

Die Niederlage von Flensburg ist abgehakt. In Stuttgart will der SC Magdeburg zurück in die Erfolgsspur.

Magdeburg l Als Jogi Bitter von 2003 bis 2007 das Tor des SC Magdeburg hütete, stand Dario Quenstedt an der Elbe noch beim Nachwuchs im Tor. Nach einer titelreichen Zeit in Hamburg ist Bitter seit drei Jahren in Stuttgart und immer noch einer der besten Bundesliga-Torhüter. „Er hat gerade sein 500. Bundesliga-Spiel absolviert und ist in dieser Hinsicht ein Vorbild für mich“, erkennt Quenstedt die Leistungen seines heutigen Gegenübers an.

Zusammen mit Jannick Green will Quenstedt heute Abend in Stuttgart unbedingt das Torwart-Duell gewinnen. Denn das wäre ein wichtiger Schlüssel zum Sieg. Quenstedt: „Wir müssen von Beginn an hellwach sein, aktiv und aggressiv in der Abwehr agieren.“ Schließlich haben die Gastgeber mit Michael „Mimi“ Kraus einen weiteren Spieler, der derzeit absolute Top-Form aufweist. Allein auf Kraus will der 29-Jährige die Gefährlichkeit des nächsten Gegners aber nicht beschränken. Quenstedt: „Mimi wird auch gegen uns Tore machen. Aber seine Mitspieler sind nicht zu unterschätzen. Trotzdem erwartet jeder einen Sieg von uns. Und diesem Druck müssen wir uns als Spitzenteam auch stellen.“

Ein Spitzenteam, das aber kräftig humpelt. Zwar bestieg gestern die komplette Mannschaft den Bus und machte sich auf den Weg. Aber das nahm Trainer Bennet Wiegert noch längst nicht alle Sorgen. „Wir haben die ganze Woche ohne etatmäßigen rechten Rückraum trainiert und mussten auf dieser Position improvisieren“, sagte Wiegert mit sorgenvollem Blick auf Albin Lagergren und Mads Christiansen.  Ersterer plagt sich weiterhin mit einem geschwollenen großen Zeh am rechten Fuß herum. Der andere hat immer noch ein dickes linkes Sprunggelenk. Möglicherweise ist ihm bei der unglücklichen Aktion beim Warmmachen in Flensburg sogar eines der Bänder gerissen. Wiegert: „Mads meint zwar, dass es schon irgendwie geht. Aber wenn ich mir sein Sprunggelenk anschaue, fehlt mir so bisschen der Glaube.“

Bei Lagergren sieht es besser aus. Wiegert: „Er will unbedingt spielen und wird sicherlich zum Einsatz kommen. Nur wissen wir nicht, was das für Nachwirkungen haben kann, er deshalb möglicherweise länger diese Probleme hat und nicht die hundertprozentige Leistung abrufen kann.“

Weil der angeschlagene Schwede in Stuttgart aber nicht über die volle Distanz spielen durchhält, hat der SCM auch einige andere taktischen Varianten im Gepäck. Wiegert: „Verraten werde ich die im Vorfeld natürlich nicht. Aber wir haben drei Tage lang schon ausprobiert, wie wir es auf dieser Position ohne echten Linkshänder am besten machen.“

Denn die Stuttgarter sind so etwas wie das Team der Stunde. Vor einer Woche siegte der TVB mit 30:25 bei den Füchsen. Wiegert: „Eine Niederlage wäre mir lieber gewesen. Denn ich spiele lieber gegen eine verunsicherte Mannschaft. Doch jetzt treffen wir auf ein Team, das richtig gut drauf ist.“

Schlagwörter zum Thema: Handball | Handball-Bundesliga | SCM-Handballer | Bennet Wiegert | Dario Quenstedt |

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