Hinter den Kulissen von Stuttgart 21
Hinter den Kulissen von Stuttgart 21
An den Tagen rund um Heilige Drei Könige hat der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zum dritten Mal die Baustelle des Großprojekts für Interessierte geöffnet. Experten stehen Frage und Antwort.

Stuttgart – Dass am Himmel die Regenwolken immer tiefer hängen, stört den kleinen Timo nicht. Mit seinem Papa und anderen Familien wartet er in der Schlange. „Zum Bagger da hinter dem Zaun“, ruft er aufgeregt und zeigt auf das Gerät, in dem ein anderer Junge auf dem Schoss seines Vaters sitzt. Bei den „Tagen der offenen Baustelle“, die vom 5. bis 7. Januar stattfinden, können Alt und Jung zwischen 10 und 18 Uhr nicht nur hinter die Kulissen des Großprojekts Stuttgart 21 schauen, sondern auch selbst mal Bauarbeiter spielen – mit Hilfe der Profis.

Finanzierung interessiert weiterhin Fasziniert waren zahlreiche Besucher von dem auf Säulen mit Hydraulikvorrichtung schwebenden Bahndirektionsbau, unter den die Fernstrecken hindurchführen sollen, und den ersten Tunnelmetern unter dem Kriegsberg. Bei den „Querschnittsthemen“ interessierte wiederum die meisten die Finanzierung, so ein Bahnmitarbeiter. Dort waren auf Schildern unter anderem Projektpartner und Kostenverteilung aufgeführt: Demnach beträgt der aktuell von der Deutschen Bahn AG freigegebene Finanzierungsrahmen für den Tiefbahnhof 6,526 Milliarden Euro, die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm – eine Maßnahme des Bundesverkehrswegeplans – kostet 3,259 Milliarden Euro. „Von der Europäischen Union bekommen wir dafür eine Milliarde für beide Projekte“, so der Mitarbeiter. Häufig sei auch das Thema „Sprechklausel“ aufgekommen. Die Bahn hatte Ende 2016 gegen die Projektpartner Stadt, Land, Region und Flughafen geklagt, damit diese sich an den zwei Milliarden Euro Mehrkosten von Stuttgart 21 beteiligen. Die Erwiderungsfrist wurde bis 31. Januar verlängert.

Viel Interesse herrscht an der Kelchstütze An insgesamt dreizehn Standorten können sich die Besucher auf der 600 Meter langen Baustelle informieren, etwa über Themen wie das Grundwassermanagement, Zentrale Baulogistik, den Düker Nesenbach oder die Baugrube 12, 13 und 22. Während bei den ersten beiden um die Bahnsteige geht, ist das Thema von letzterer der Fildertunnel, die Zuführung nach Ober-/Untertürkheim sowie die 120 Meter lange Vortriebsmaschine Suse.

processBricks(); processBricks(); processBricks(); processBricks(); Zum dritten Mal öffnete der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm, der 2009 von den Projektpartnern gegründet wurde, die Tore des Baugeländes am Hauptbahnhof Stuttgart. „Wir wollen informieren und ein Erlebnis bieten“, so David Bosinger, Leiter Ausstellungen und Besucherdienste des Vereins. „Sie können selbst das Gelände erkunden. An den Ständen erklären Experten das komplexe Projekt und beantworten Fragen.“