Gullydeckel-Anschlag: Lokführer gilt nach DNA-Spuren am Tatort als tatverdächtig - Berliner Morgenpost
Gully-Anschlag auf Zug: DNA-Spur an den Seilen führte zum Lokführer!
Von einer Bahnbrücke bei Siegen hingen Gullydeckel – und durchschlugen die Scheibe eines Zuges. Nun haben die Ermittler die Wohnung des Lokführers durchsucht.

Nach der Gullydeckel-Attacke auf einen Regionalzug in Nordrhein-Westfalen ist der Lokführer ins Visier der Ermittler geraten. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, hat sich ein Tatverdacht gegen den 49-Jährigen ergeben.

Die Ermittler gehen nun davon aus, dass der 49-jährige Lokführer des Unfallzuges selbst die Deckel über den Schienen aufgehängt hat. Die Spurenlage deute daraufhin, dass der Mann zwei schwere Gullydeckel an Seilen und Ketten befestigt und an einer Brücke über die Gleise hinabgelassen haben könnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Siegen. Es seien DNA-Spuren am Tatort gefunden worden. Am Morgen des 13. April steuerte der Mann dann nach Polizeiangaben den ersten Zug über die Strecke. Der Mann bestreite die Tat. Das mögliche Motiv sei unklar.

Zwei herabhängende Gullydeckel hatten Mitte April die Frontscheibe eines Zuges durchschlagen. Sie hingen an einer Strickkonstruktion über der Bahnstrecke zwischen Erndtebrück und Bad Berleburg bei Siegen. Der Lokführer wurde leicht verletzt. Es waren keine Fahrgäste an Bord, da es sich um eine geplante Leerfahrt handelte.

Der mutmaßliche Anschlag hatte für Entsetzen gesorgt. Zunächst waren Polizei und Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass Unbekannte mehrere Gullydeckel von einer Brücke herab an Seilen über den Schienen aufgehängt hatten. Demnach hatte – so der erste Anschein – mindestens ein Gullydeckel die Frontscheibe des bis auf den Lokführer leeren Zuges durchschlagen. Der Mann hatte sich auf einer geplanten Leerfahrt zwischen Bad Berleburg und Erndtebrück befunden. Die Staatsanwaltschaft ermittelte zunächst wegen versuchten Mordes. 

Anschlag auf Zug: Lokführer unter Verdacht

Der Lokführer sei insbesondere durch die Auswertung von Spuren in den Fokus der Ermittler geraten, hieß es in der Meldung. Es seien DNA-Spuren am Tatort gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

 Die Hessische Landesbahn (HLB) hatte nach dem Vorfall von einem “ungeheuerlichen Anschlag” gesprochen, bei dem bewusst der Tod eines Menschen in Kauf genommen worden sei. Der Lokführer hatte nach damaligen Angaben der HLB einen “mittelschweren Schock” erlitten. Der Lokführer habe eine Notbremsung vollzogen und sich nach hinten weggeduckt, hieß es nach dem Vorfall seitens der HLB. “Wir sind heilfroh, dass durch seine geistesgegenwärtige Reaktion nichts Schlimmeres passiert ist”, sagte eine Sprecherin damals. 

Der Lokführer sei vorläufig festgenommen und seine beiden Wohnungen in Lünen und Erndtebrück seien durchsucht worden. Der Mann bestreitet die Tat. Am Donnerstag sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil keine Haftgründe wie Flucht- oder Verdunkelungsgefahr vorlagen, sagte der Staatsanwalt.

Die Staatsanwaltschaft Siegen habe beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbeschluss für seine Wohnungen in Lünen und in Erndtebrück erwirkt. Danach habe man den 49-Jährigen am Erndtebrücker Bahnhof vorläufig festgenommen. Mangels Haftgründen sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Allerdings beurlaubte ihn die Hessische Landesbahn bis auf Weiteres. Die Ermittlungen dauerten an.

Einen Suizidversuch könne man ausschließen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Davon abgesehen könne man über das Motiv bisher nur spekulieren. Gegen den Lokführer werde wegen Vortäuschens einer Straftat, Diebstahl und Sachbeschädigung ermittelt.

Nach der Gullydeckel-Attacke auf eine Regionalbahn bei Bad Berleburg steht der 49-jährige Lokführer des Zuges selbst unter Tatverdacht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein Zug der Hessischen Landesbahn war auf der Strecke im Wittgensteiner Land Mitte April gegen Gullydeckel gefahren, die von einer Brücke über den Schienen hingen.

Die Hessische Landesbahn (HLB) hatte nach dem Vorfall von einem “ungeheuerlichen Anschlag” gesprochen, bei dem bewusst der Tod eines Menschen in Kauf genommen worden sei. Der Lokführer hatte nach damaligen Angaben der HLB einen “mittelschweren Schock” erlitten. Er habe eine Notbremsung vollzogen und sich nach hinten weggeduckt, hieß es seitens der HLB. “Wir sind heilfroh, dass durch seine geistesgegenwärtige Reaktion nichts Schlimmeres passiert ist”, sagte eine Sprecherin damals.

Vor der Tat waren in der Stadt Hilchenbach gut 30 Kilometer westlich von Bad Berleburg vier Gullydeckel gestohlen worden. Zwei davon wurden laut Staatsanwaltschaft für die Attacke verwendet.

Auf der betroffenen Strecke verkehrt die von der Hessischen Landesbahn betriebene Linie RB 93, die Bad Berleburg (NRW) und Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) verbindet und über Siegen (NRW) führt.

Die Hessische Landesbahn zeigte sich in einer Mitteilung betroffen von den neusten Entwicklungen. Sie habe aus der Presse erfahren, dass gegen den eigenen Triebfahrzeugführer ermittelt werde. “Dieses ist ein schwerwiegender Vorwurf, der uns tief getroffen hat”, hieß es weiter. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen wolle man jedoch keine weitere Auskunft geben.

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Bad Berleburg – Nach dem Anschlag auf eine Regionalbahn im Wittgensteiner Land in NRW wurde jetzt ausgerechnet der Lokführer (49) festgenommen – als Tatverdächtiger!

Die Hessische Landesbahn betreibt die Linie RB 93, die zwischen Bad Berleburg (NRW) und Altenkirchen (Rheinland-Pfalz) verkehrt und über Siegen (NRW) führt.

Staatsanwalt Rainer Hoppmann (59) aus Siegen erklärte BILD: Der Lokführer wird durch DNA-Spuren an den Kordeln, an denen die Gullydeckel aufgehängt waren, schwer belastet. Er bestreitet die Tat, kann aber nicht erklären, wie seine DNA an die Kordeln gelangte. Ein mögliches Motiv kennen wir nicht.

Am Donnerstag (25.04.2019) teile die Ermittlungsbehörde mit, der Lokführer selbst sei “insbesondere durch die Auswertung der Tatortspuren” in den Fokus der Ermittlungen geraten, darunter DNA-Spuren. Die Wohnungen des Mannes in Lünen und Erndtebrück wurden durchsucht. Der Lokführer bestreite die Tat und sei am Donnerstag “mangels Haftgründen” wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Ob der Lokführer die Gullydeckel selbst im mehr als 20 Kilometer entfernten Hilchenbach geklaut hatte, gebe es noch keine Klarheit, sagte der Staatsanwalt.

Polizisten nahmen einen 49-jährigen Lokführer am Mittwoch (24.04.2019) vorübergehend fest. Er hatte in der Nacht zum 13.04.2019 einen Regionalzug gefahren, auf den angeblich nahe Bad Berleburg ein Anschlag mit Gullydeckeln verübt wurde. Zwei Kanaldeckel waren von einer Brücke auf die Höhe der Lokführer-Kabine abgeseilt worden, ein dritter Kanaldeckel lag im Gleisbett.

Am Samstag, 13. April, hingen die Gullydeckel an Seilen und Ketten von einer Brücke. Ein Zug der Hessischen Landesbahn wurde getroffen, die Scheibe des Führerhauses zertrümmert. Der Mann hatte sich auf einer geplanten Leerfahrt zwischen Bad Berleburg und Erndtebrück befunden.

Der Lokführer sei bis auf Weiteres beurlaubt. Er sei aus dem Dienst genommen worden, um ihn zusätzlich zu den laufenden Ermittlungen nicht weiter zu belasten, sagte eine HLB-Sprecherin. Nach dem Vorfall sei der 49-Jährige nicht mehr im Einsatz gewesen, weil er aufgrund eines diagnostizierten Schocks krank geschrieben gewesen sei, so die Sprecherin weiter.

Einem Kollegen der Hessischen Landesbahn hat man zwischen Bad Berleburg und Siegen ein Einlaufgitter in den Führerstand geworfen 🤬 pic.twitter.com/fRMPDlcgNU

Noch am selben Tag hieß es, dass der Lokführer instinktiv richtig gehandelt habe und deshalb nur einen mittelschweren Schock erlitt, aber keine schweren Verletzungen.

Zum Zeitpunkt des angeblichen Anschlags saßen außer dem Lokführer keine Personen in dem Zug. Für Fragen des WDR stand die Staatsanwaltschaft Siegen am Donnerstag nicht zur Verfügung.

Die Hessische Landesbahn (HLB) hatte nach dem Vorfall von einem ungeheuerlichen Anschlag gesprochen, bei dem bewusst der Tod eines Menschen in Kauf genommen worden sei. Wir sind heilfroh, dass durch seine geistesgegenwärtige Reaktion nichts Schlimmeres passiert ist, sagte eine Sprecherin damals.

Die Mordkommission Hagen fahndete mit Hochdruck nach den Tätern. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst wegen versuchten Mordes die Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Ein terroristischer Hintergrund wurde ausgeschlossen. Doch nun scheint der Fall eine unfassbare Wendung zu nehmen …

Anschlag auf einen Regionalzug in NRW! Unbekannte ließen Gully-Deckel von einer Brücke in Bad Berleburg baumeln – Fahrer verletzt!

Aufgrund der intensiv und mit Hochdruck geführten Ermittlungen hat sich ein Tatverdacht gegen den 49-jährigen Lokführer, der den – ansonsten unbesetzten – Zug zur Vorfallszeit steuerte, ergeben, teilten Polizei Hagen und Staatsanwaltschaft Siegen am Donnerstag mit.

Seine Wohnungen in Lünen und in Erndtebrück wurden am Mittwoch durchsucht. Polizeibeamte nahmen den 49-Jährigen am Erndtebrücker Bahnhof fest. Die Ermittler: Er wurde am Donnerstag mangels Haftgründen wie Flucht- oder Verdunklungsgefahr wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen werden aber fortgesetzt.

Dass der Lokführer nicht mit voller Geschwindigkeit, sondern mit mäßigem Tempo von unter 50 Stundenkilometern auf der Strecke unterwegs war, begründete eine Sprecherin damals damit, dass er sich auf dem Weg zum Startbahnhof und noch nicht im vollen Einsatz befunden habe.

Das darf nun in Frage gestellt werden. HLB-Sprecherin Sabrina Walter (40) zu BILD: Es gab im Vorfeld keine Anzeichen. Der Mann hat immer unauffällig seinen Dienst absolviert. Wir hatten an ihm nichts zu beanstanden.

Er habe bis zum heutigen Tage aber nach dem Vorfall nicht mehr gearbeitet. Walter: Wir haben ihn vorsorglich aus dem Dienst genommen, auch zu seinem eigenen Schutz. HLB warte das Ergebnis der Ermittlungen ab.

Wir müssen das jetzt erst einmal verdauen, haben nicht damit gerechnet, dass es ein Mitarbeiter sein könnte, so Walter. Es sei zu früh, um über Konsequenzen zu sprechen. Walter: Positiv ist, dass jetzt nicht mehr wegen versuchten Mordes ermittelt wird, dass hier also offenbar niemand andere Menschen töten wollte.