3,3 Millionen Wiesn-Besucher - Renaissance der Zuckerwatte
Oktoberfest-Halbzeitbilanz – Mehr Besucher, bestes Wetter: Festleitung ist zufrieden
Zur Halbzeit mit 3,3 Millionen Besuchern etwa zehn Prozent mehr als 2017 und ein Bierverbrauch pro Kopf, der sich auf Vorjahresniveau bewegt: Das sind die wichtigsten Kernzahlen der diesjährigen Halbzeitbilanz auf der Wiesn. Der Wiesn-Chef und Zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) fasste die erste Woche so zusammen: “Das Oktoberfest ist wieder ein Volksfest für alle geworden: mehr Familien, viele Kinder und auch ältere Semester flanierten bei Sonnenschein gemütlich über die Feststraßen.”

Der Besucheransturm ist wohl dem überwiegend schönen Spätsommerwetter zu verdanken – nur am ersten Sonntagabend sorgte der Orkan Fabienne für Turbulenzen, wehte aber außer dem Zaun zur Oiden Wiesn weder Zelte, Karussells noch Buden um. Denn während sonst wegen des häufig eher schlechten Wetters zu Anfang meist der Grundsatz gilt: “Die Wiesn beginnt am ersten Donnerstag nach dem Anstich”, lief es diesmal schon am ersten Wochenende gut.

Allerdings überschattet ein tödlicher Ausgang einer Schlägerei das Fest. Am Freitagabend starb nach einem Streit ein 58-jähriger Medienberater aus dem Münchner Umland an einer Hirnblutung. Gegen einen 42-jährigen Gerüstbauer wurde inzwischen Haftbefehl erlassen. Gegen ihn wird jetzt wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Josef Schmid sagte, es schmerze, dass ein Todesopfer zu beklagen sei. Den Angehörigen drückte er sein Mitgefühl aus:

Anders als in den Vorjahren scheint es bei den Besuchern auch deutlich weniger Ängste zu geben, was die Sicherheit angeht. “Die Sicherheitsvorkehrungen bewähren sich und werden von Gästen wie von den Beschickern bereits als selbstverständlich angenommen und begrüßt”, sagte Schmid. Mittlerweile kämen wieder deutlich mehr Familien mit Kindern auf die Wiesn, an ausländischen Gästen seien neben den Italienern besonders die US-Amerikaner gut vertreten, aber auch Australier, Franzosen, Engländer, Österreicher, Schweden und Schweizer.

Genaue Zahlen, was den Bierumsatz angeht, konnte Schmid nicht nennen. Auch der stellvertretende Wirtesprecher Christian Schottenhamel verwies auf die Schlussbilanz: “Derzeit kann man nur sagen, dass der Bierkonsum pro Kopf ungefähr gleich geblieben ist.” Was in der Summe natürlich ebenfalls einem Zuwachs um zehn Prozent entspricht, denn im Vorjahr waren es in der ersten Woche rund drei Millionen Besucher auf der Wiesn.

Die Polizei spricht von einer "ruhigen Wiesn". Trotz gestiegener Besucherzahlen auf dem Oktoberfest seien bei fast allen Delikten die Zahlen zurückgegangen, so bei Sexualdelikten, Körperverletzungen und Maßkrugschlägereien, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins.

Auffallend sei jedoch, so Schmid weiter, dass die Besucher “gesteigerten Wert auf das Essen legen”. Die Klassiker wie Hendl, Kaiserschmarrn und Kasspatzen wurden verstärkt nachgefragt. “Gesundheitsmäßig liegt sie zwar nicht sehr weit vorne”, sagt Schmid, “aber die Zuckerwatte erfährt gerade eine erstaunliche Renaissance. Auch das lässt sich beobachten.” In der Ochsenbraterei wurden bislang 70 Ochsen verspeist (im Vorjahr 60), in der Kalbsbraterei waren es insgesamt 29 Kälber (im Vorjahr 21).

Wie jedes Jahr wurden auch heuer wieder viele skurrile Fundstücke abgegeben. Unter den bislang 865 Gegenständen waren unter anderem eine Wärmflasche, ein Badmintonschläger, ein Tenorhorn und ein Blutzuckermessgerät.

Auch die Schausteller zeigten sich hoch zufrieden mit dem Verlauf der ersten Woche. Laut Schmid lässt sich ein “Trend zu Kinderkarussells und familientauglichen Volksfestattraktionen” erkennen.

Rund 3,3 Millionen Besucher haben nach Schätzung der Festleitung bis zur Halbzeit das Münchner Oktoberfest besucht. Das sind rund 300.000 Wiesn-Gäste mehr als im vergangenen Jahr.

Abgesehen vom tödlichen Vorfall vor dem Augustinerzelt sei die Münchner Polizei “extrem zufrieden mit dem bisherigen Verlauf”, so Pressesprecher Marcus da Gloria Martins: “Wir haben praktisch in allen Bereichen sinkende Fallzahlen.” Statt der 919 Einsätze im vergangenen Jahr seien heuer nur 869 zu verzeichnen. Die erfassten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten seien um 13,6 Prozent von 550 auf 476 zurückgegangen.

Die Aicher Ambulanz versorgte bis jetzt über 2.700 Patienten, rund 400 mussten wegen eine Vergiftung, meist durch Alkohol, behandelt werden.

Statt fünf Raubdelikten habe es diesmal nur eines gegeben, die Zahl der Körperverletzungen sei von 149 auf 129 gesunken. Auch habe es nur noch zwölf Masskrugschlägereien (statt 18 im Vorjahr) gegeben, und auch die Zahl der Sexualdelikte (sexuelle Belästigung inklusive “Grapschen”) sei von 34 auf 21 zurückgegangen. Allerdings habe es auch zwei Vergewaltigungen gegeben, die Täter wurden gefasst. Zugenommen haben jedoch die Angriffe auf Polizeibeamte. In diesem Jahr gab es 14 solcher Vorfälle, drei mehr als 2017.

Allerdings überschattet ein tödlicher Ausgang einer Schlägerei das Fest. Am Freitagabend starb nach einem Streit ein 58-Jähriger aus dem Münchner Umland an einer Hirnblutung. Gegen einen 42-Jährigen wurde am Wochenende Haftbefehl erlassen, gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Schmid sagte, es schmerze, dass ein Todesopfer zu beklagen sei. Den Angehörigen drückte er sein Mitgefühl aus. „Das ist nicht die Wiesn, die wir haben wollen.“

Auch der Sanitätsdienst, der in diesem Jahr erstmals von der Aicher Ambulanz Union betreut wird, ist sehr zufrieden. Insgesamt hat man 2782 Patienten betreut, 1544 brauchten einen Arzt. 270 mussten nach Stürzen oder Schnittverletzungen “in unserer Nähstube” (Geschäftsführer Peter Aicher) chirurgisch behandelt werden. Alkoholvergiftung stellten die Mediziner bei 400 Personen fest.

Mehr Gäste trinken gleichbleibend viel Bier – weil Kinder kein Bier trinken. Die Halbzeit-Bilanz.

Eine heitere und sonnige Wiesn hat Schätzungen zufolge schon in der ersten Woche 3,3 Millionen Besucher angelockt – 300.000 mehr als im Vorjahr. „Wir haben wirklich ein hervorragendes Spätsommerwetter“, sagte der Festleiter und Zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Sonntag.

München – Mehr Wiesnbesucher, aber ein gleichbleibender Bierkonsum. Wiesnchef Josef Schmid (CSU) kann das erklären: "Es sind mehr Familien mit Kindern auf der Wiesn. Die trinken weniger, legen aber mehr Wert aufs Essen." Nach Schätzungen der Festleitung kamen bisher 3,3 Millionen Gäste auf die Theresienwiese. Im vergangenen Jahr waren es zur selben Zeit drei Millionen. Auf der Oidn Wiesn wurden 240.000 Besucher gezählt, 2017 waren es 190.000. Kinderkarussells und familientaugliche Attraktionen toppen die wuiden Fahrgeschäfte.

Die Polizei registrierte eine ruhige Wiesn. Trotz gestiegener Besucherzahlen seien bei fast allen Delikten die Zahlen zurückgegangen, so bei Sexualdelikten, Körperverletzungen und Maßkrugschlägereien, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins.

70 Prozent kommen wieder aus München und Umgebung, aber es kamen mehr Besucher aus den USA. Das berichten die Souvenirverkäufer, die vorab vorsichtig eingekauft hatten und nun bei einigen Touri-Produkten wie T-Shirts fast ausverkauft sind.

Eine sonnige Wiesn hat dieses Jahr Schätzungen zufolge schon in der ersten Woche 3,3 Millionen Besucher angelockt. Überraschend viele kaufen eines bestimmte Süßigkeit.

In der Ochsenbraterei wurden 70 Ochsen (2017: 60) gegessen und auf der Straße erlebte die Zuckerwatte eine Renaissance. Zuckersüß sind auch die meisten Gäste, denn wie Schmid sagt: "Wir haben mehr Gäste und gute Gäste." Denn diese Gäste trinken pro Kopf weniger, verüben weniger Straftaten, klauen genausoviele Krüge wie 2017 (50.000) und verlieren weniger. Das Wiesn-Fundbüro zählte bis Samstagabend 865 Fundsachen (2017: 1.300), darunter 250 Ausweise, 120 Smartphones, ein Tenorhorn und einen Badmintonschläger. "Da hat einer gemeint, es sei so viel Platz auf der Wirtsbudenstraße, dass er Badminton spielen kann", sagt Josef Schmid. Besonders am Samstag, dem bisher besucherstärksten Tag, war das aber zu keinem Zeitpunkt möglich. In den Zelten tanzen die Feierfreudigen zu den zwei neuen Wiesnhits "Cordula Grün" vom Wiener Josh und dem Partisanenlied "Bella Ciao".

Auch auf der Wiesn-Sanitätsstation sind die Zahlen im Vergleich zum vergangenen Jahr sinkend. 2.782 Patienten betreute die Aicher Ambulanz in ihrer ersten Wiesn-Woche. Die meisten haben einen "Ertrinkungsunfall", wie es intern bei Aicher heißt (400 Fälle), bei zwei Frauen setzen die Wehen ein, doch ein Wiesnbaby gibts noch nicht. Das Thema ist leider der tragische Tod eines 58 Jahre alten Mannes (siehe Seite 5). Beim traditionellen Platzkonzert am Sonntagvormittag zu Füßen der Bavaria bittet Wirtesprecher Peter Inselkammer um einen kurzen Moment des Innehaltens und Gedenkens. Tausende Menschen folgen seiner Bitte.

Die Polizei registrierte eine ruhige Wiesn. Trotz gestiegener Besucherzahlen seien bei fast allen Delikten die Zahlen zurückgegangen, so bei Sexualdelikten, Körperverletzungen und Maßkrugschlägereien, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins.

Dennoch überschattet das tödliche Ende einer Wiesn-Schlägerei das Fest: Am Freitagabend starb nach einem Streit ein 58-Jähriger aus dem Münchner Umland an einer Hirnblutung. Gegen einen 42-Jährigen wurde am Wochenende Haftbefehl erlassen, gegen ihn wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Schmid sagte, es schmerze, dass ein Todesopfer zu beklagen sei. Den Angehörigen drückte er sein Mitgefühl aus. "Das ist nicht die Wiesn, die wir haben wollen."

Die seit 2016 verschärften Sicherheitsvorkehrungen mit Eingangskontrollen und Taschenverbot haben sich eingespielt. Die meisten Besucher kommen inzwischen gleich ohne größere Taschen.