Selbst im Moment des größten Triumphs eines deutschen Dartsspielers waren die Kritiker nicht mundtot zu bekommen. Während 3000 Zuschauer die Saarlandhalle in ein Tollhaus verwandelten und der überwältigte Max Hopp oben auf der Bühne die mit einer Prämie von 25.000 Pfund verbundenen Ehren des Siegers der German Darts Open entgegennahm, mahnten erste Kommentatoren in den sozialen Netzwerken vor verfrühter Euphorie. Hopp, so der Tenor, habe doch lediglich erstmals sein Können gezeigt. Mehr nicht.

Als erster Deutscher der Geschichte hatte er am Sonntag das Halbfinale eines Profiturniers der Professional Darts Corporation erreicht und anschließend zwei weitere, nicht für möglich gehaltene Siege geschafft. Auf seinem Triumphzug schaltete Hopp mit Peter Wright und Benito van de Pas die beiden Finalisten des Vorjahrs und Weltmeister Rob Cross aus. Beim 8:7 im Endspiel gegen Michael Smith trotzte er den Rückständen von 1:4 sowie 3:6 und beendete das Match wie bereits im Halbfinale gegen Cross im Entscheidungsleg mit einem beeindruckenden Finish von 121 Punkten auf dem Bullseye.

Im Interesse unserer User behalten wir uns vor, jeden Beitrag vor der Veröffentlichung zu prüfen. Als registrierter Nutzer werden Sie automatisch per E-Mail benachrichtigt, wenn Ihr Kommentar freigeschaltet wurde.

Darts – Phil Taylor feiert Max Hopp nach Sieg bei German Open: “Gut gemacht, Kumpel”

Gegner Smith war derart geschockt, dass er die Pokalzeremonie schwänzte. Siege für die Geschichtsbücher – und gegen seine Kritiker, denen Hopp mit seinen Leistungen zuletzt verlässlich Munition lieferte.

Die Häme, die Hopp in den vergangenen Monaten erlebt hat, resultierte auch aus Missgunst. Aus dem Neid auf einen, der es schon in jungen Jahren bei der PDC versuchte und 2015 Junioren-Weltmeister wurde. Vor allem aber war es Enttäuschung, die sich in der öffentlichen Bewertung des 21-Jährigen niederschlug. In einem Land, in dem das Interesse am Kneipensport Darts in den vergangenen Jahren geradezu explodiert ist, warten Fans wie Funktionäre sehnsüchtig auf einen deutschen Topspieler. Hopp war der Auserkorene, das Ausnahmetalent, der Darts-Messias.

Sensation bei den German Open! Max Hopp hat überraschend das Turnier gewonnen und damit Geschichte geschrieben: Als erster Deutscher Darts-Profi gewann der 21-Jährige ein Turnier der PDC.

Darts-Legende Taylor gratuliert Hopp

Doch während er bei seinen TV-Auftritten bis zuletzt immer noch als Aushängeschild des deutschen Darts präsentiert wurde, hatten ihm hierzulande längst ganz andere den Rang abgelaufen. Deutschlands bester Dartsspieler, das Label, mit dem der Wahlsachse seit Jahren vorgestellt und auch vermarktet wird, zog seinen Wahrheitsgehalt einzig noch aus der Order Of Merit der PDC. Eine Setzliste, basierend auf den Preisgeldern der vergangenen 24 Monate.

Hier sah es für Hopp zunächst ganz düster aus, die Strapazen der vorangegangenen Duelle schienen Wirkung gezeigt zu haben. So stand es zwischenzeitlich 6:3 für seinen hochfavorisierten Kontrahenten aus England. Doch die Fans peitschten ihren “Maximiser” nochmal voran, die Aufholjagd startete und mit einem Treffer ins Bulls-Eye (Anmerkung der Redaktion: Das mittlere Feld der Dart-Scheibe) setzte Hopp seinem denkwürdigen Auftritt die Krone auf.

In der Gegenwart aber reihten sich die Enttäuschungen aneinander. Statt den seit Jahren ungeduldig herbeigesehnten Durchbruch zu vollziehen, wurden Siege selten. Nach fünf Teilnahmen in Folge konnte er sich 2017 erstmals nicht für die WM qualifizieren. Es war das passende Ende eines Jahres, in das er mit eigenem Manager gestartet war, sich im Laufe der Saison aber immer weiter von den eigenen Ansprüchen entfernt hatte.

Denn noch niemals zuvor hatte ein Deutscher ein Turnier des Welt-Dart-Verbandes PDC (Professional Darts Cooperation) gewinnen können. Im Finale der Veranstaltung in Saarbrücken, die im Rahmen der PDC – European-Tour stattfand, bezwang Hopp die Nummer zehn der Rangliste Michael Smith (Anmerkung der Redaktion: Hopp belegt im Klassement Platz 48) in einem Herzschlag-Finale mit 8:7.

Darts: Max Hopp triumphiert – Überraschung bei German Open

Hopp sei zu abgelenkt, zu selbstverliebt, hieß es. Statt zu trainieren, kümmere er sich lieber um sein Einlauflied, das Design der neuen Flights und andere Nebensächlichkeiten. Als Hopp während der WM in den Niederlanden und Deutschland als Kommentator arbeitete, musste er sich die provokante Frage gefallen lassen, ob er denn gedenke, den Sport überhaupt noch mal selber auszuüben. Hopp erlebte die Schattenseiten des Lebens eines Profisportlers – ohne jemals die Sonne gesehen zu haben. Arroganz und Überheblichkeit wurden ihm nachgesagt.

Der Weg des “Maximiser” auf dem Weg zur finalen Begegnung gestaltete sich getreu seinem Spitznamen maximal lang – und schwer. Als im Starterfeld ungesetzter Teilnehmer, musste sich der 21-Jährige zunächst durch fünf Runden in drei Tagen kämpfen. Dabei düpierte er klanghafte Namen der Szene. Unter anderem die Nummer zwei der Welt Peter Wright (6:4).

Darts-Profi Max Hopp mit historischem Erfolg

Zumal die sportlichen Leistungen auch im neuen Jahr nicht besser wurden. Statt sich bei den großen Turnieren mit der Weltelite zu messen, setzte es an den ersten beiden Spieltagen der deutschen Super League reihenweise Niederlagen. Nach 30 Partien wird Hopp dort mit 14 Siegen auf Platz zehn geführt. Selbst Namen wie Nico Blum oder Maik Langendorf erschienen nun zu groß. Hopp drohte am Saisonende seine PDC-Tourkarte zu verlieren. Angetreten, um als erster Deutscher in die Weltklasse vorzustoßen, schien die Laufbahn ein vorschnelles Ende zu nehmen.

“Ich hatte mich zwischendurch aufgegeben, ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass ich Michael Smith besiegen kann”, äußerte sich der 21-Jährige im Sieger-Interview. Doch das heimische Publikum sorgte mit seinen “Allez Hopp”-Rufen letztlich wohl für den entscheidenden Vorteil.

Eine Entwicklung, aus der Hopp die richtigen Schlüsse zog. Er veränderte seinen Fokus, konzentrierte sich wieder mehr auf den Sport, blockte Medienanfragen ab und wurde belohnt. Bereits vor zwei Wochen hatte er in München nach einem Sieg über Mensur Suljovic das Viertelfinale eines Turniers der European Tour erreicht.

Hopp schreibt deutsche Darts-Geschichte

Dann kam Saarbrücken, wo der Deutsche mehrfach bewies, Drucksituationen auf höchstem Niveau überstehen zu können. Bereits in der ersten Runde der Qualifikation stand er beim 6:5 vor dem frühen Aus. Man muss eben erst Bernd Roith schlagen, um gegen Rob Cross spielen zu können. Mittel- und langfristig vielleicht die wichtigste Erkenntnis für Max Hopp.

Hopps größter Erfolg war bisher der Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft 2015. Bei fünf Teilnahmen an der WM im Londoner Alexandra Palace ist Hopp bislang nie über die zweite Runde hinausgekommen. Für die vergangene WM war Hopp nicht qualifiziert. Umso größer war nun seine Freude über die Sensation in Saarbrücken.

Max Hopp gelingt Sensationssieg bei German Darts Open 2018: “Bin überwältigt”

0 Facebook Twitter Whatsapp Anzeige Selbst im Moment des größten Triumphs eines deutschen Dartsspielers waren die Kritiker nicht mundtot zu bekommen. Während 3000 Zuschauer die Saarlandhalle in ein Tollhaus verwandelten und der überwältigte Max Hopp oben auf der Bühne die mit einer Prämie von 25.000 Pfund verbundenen Ehren des Siegers der German Darts Open entgegennahm, mahnten erste Kommentatoren in den sozialen Netzwerken vor verfrühter Euphorie. Hopp, so der Tenor, habe doch lediglich erstmals sein Können gezeigt. Mehr nicht.

Hopps größter Erfolg war bisher der Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft 2015. Bei fünf Teilnahmen an der WM im Londoner Alexandra Palace ist Hopp bislang nie über die zweite Runde hinausgekommen. Für die vergangene WM war Hopp nicht qualifiziert. Umso größer war nun seine Freude über die Sensation in Saarbrücken.

Als erster Deutscher der Geschichte hatte er am Sonntag das Halbfinale eines Profiturniers der Professional Darts Corporation erreicht und anschließend zwei weitere, nicht für möglich gehaltene Siege geschafft. Auf seinem Triumphzug schaltete Hopp mit Peter Wright und Benito van de Pas die beiden Finalisten des Vorjahrs und Weltmeister Rob Cross aus. Beim 8:7 im Endspiel gegen Michael Smith trotzte er den Rückständen von 1:4 sowie 3:6 und beendete das Match wie bereits im Halbfinale gegen Cross im Entscheidungsleg mit einem beeindruckenden Finish von 121 Punkten auf dem Bullseye.

Gegner Smith war derart geschockt, dass er die Pokalzeremonie schwänzte. Siege für die Geschichtsbücher – und gegen seine Kritiker, denen Hopp mit seinen Leistungen zuletzt verlässlich Munition lieferte.

Die deutsche Darts-Hoffnung Max Hopp hat völlig überraschend die hochklassig besetzten German Open in Saarbrücken gewonnen. Der 21-Jährige aus Idstein setzte sich unter anderem gegen Titelverteidiger Peter Wright (Schottland) und Weltmeister Rob Cross (England) durch.

Die Häme, die Hopp in den vergangenen Monaten erlebt hat, resultierte auch aus Missgunst. Aus dem Neid auf einen, der es schon in jungen Jahren bei der PDC versuchte und 2015 Junioren-Weltmeister wurde. Vor allem aber war es Enttäuschung, die sich in der öffentlichen Bewertung des 21-Jährigen niederschlug. In einem Land, in dem das Interesse am Kneipensport Darts in den vergangenen Jahren geradezu explodiert ist, warten Fans wie Funktionäre sehnsüchtig auf einen deutschen Topspieler. Hopp war der Auserkorene, das Ausnahmetalent, der Darts-Messias.

Hopp lag im Finale bereits mit 3:6 und und 6:7 hinten. Im Interview auf der Bühne war er dann den Tränen nahe und sagte, dass er sich zwischendurch schon aufgegeben habe: Ich habe nicht mehr an den Sieg geglaubt.

Doch während er bei seinen TV-Auftritten bis zuletzt immer noch als Aushängeschild des deutschen Darts präsentiert wurde, hatten ihm hierzulande längst ganz andere den Rang abgelaufen. Deutschlands bester Dartsspieler, das Label, mit dem der Wahlsachse seit Jahren vorgestellt und auch vermarktet wird, zog seinen Wahrheitsgehalt einzig noch aus der Order Of Merit der PDC. Eine Setzliste, basierend auf den Preisgeldern der vergangenen 24 Monate.

In der Gegenwart aber reihten sich die Enttäuschungen aneinander. Statt den seit Jahren ungeduldig herbeigesehnten Durchbruch zu vollziehen, wurden Siege selten. Nach fünf Teilnahmen in Folge konnte er sich 2017 erstmals nicht für die WM qualifizieren. Es war das passende Ende eines Jahres, in das er mit eigenem Manager gestartet war, sich im Laufe der Saison aber immer weiter von den eigenen Ansprüchen entfernt hatte.

Hopp sei zu abgelenkt, zu selbstverliebt, hieß es. Statt zu trainieren, kümmere er sich lieber um sein Einlauflied, das Design der neuen Flights und andere Nebensächlichkeiten. Als Hopp während der WM in den Niederlanden und Deutschland als Kommentator arbeitete, musste er sich die provokante Frage gefallen lassen, ob er denn gedenke, den Sport überhaupt noch mal selber auszuüben. Hopp erlebte die Schattenseiten des Lebens eines Profisportlers – ohne jemals die Sonne gesehen zu haben. Arroganz und Überheblichkeit wurden ihm nachgesagt.

Für Hopp, der bereits seit fünf Jahren als Profi aktiv ist, ist es der erste Erfolg auf der Tour des Weltverbandes PDC (Professional Darts Corporation). Das Preisgeld beträgt 25.000 Pfund (umgerechnet ca. 28.800 Euro). Auf dem Weg ins Finale schaltete er vier Top-20-Spieler aus, darunter Weltmeister Rob Cross (Halbfinale) und die aktuelle Nummer zwei der Welt, Peter Wright (zweite Runde).

Zumal die sportlichen Leistungen auch im neuen Jahr nicht besser wurden. Statt sich bei den großen Turnieren mit der Weltelite zu messen, setzte es an den ersten beiden Spieltagen der deutschen Super League reihenweise Niederlagen. Nach 30 Partien wird Hopp dort mit 14 Siegen auf Platz zehn geführt. Selbst Namen wie Nico Blum oder Maik Langendorf erschienen nun zu groß. Hopp drohte am Saisonende seine PDC-Tourkarte zu verlieren. Angetreten, um als erster Deutscher in die Weltklasse vorzustoßen, schien die Laufbahn ein vorschnelles Ende zu nehmen.

Eine Entwicklung, aus der Hopp die richtigen Schlüsse zog. Er veränderte seinen Fokus, konzentrierte sich wieder mehr auf den Sport, blockte Medienanfragen ab und wurde belohnt. Bereits vor zwei Wochen hatte er in München nach einem Sieg über Mensur Suljovic das Viertelfinale eines Turniers der European Tour erreicht.

Dann kam Saarbrücken, wo der Deutsche mehrfach bewies, Drucksituationen auf höchstem Niveau überstehen zu können. Bereits in der ersten Runde der Qualifikation stand er beim 6:5 vor dem frühen Aus. Man muss eben erst Bernd Roith schlagen, um gegen Rob Cross spielen zu können. Mittel- und langfristig vielleicht die wichtigste Erkenntnis für Max Hopp.

Fassungslos schlug Max Hopp im Moment seines größten Triumphes die Hände vors Gesicht. Sein letzter Dart steckte im Bulls Eye – der historische Erfolg des “Maximisers” war perfekt. Der 21-Jährige gewann bei der German Open in Saarbrücken sensationell den Titel, als erster Deutscher entschied er ein Turnier auf der Tour des führenden Darts-Weltverbandes PDC für sich.

“Mir fehlen die Worte”, sagte Hopp, während die 3000 begeisterten Zuschauer in der Saarlandhalle den Mann des Abends lautstark mit “Allez Hopp”-Sprechchören feierten. “Keiner kann sich vorstellen, was mir dieser Erfolg bedeutet. Ich bin überwältigt.” In einem dramatischen Match über 15 Legs sicherte sich Hopp im Finale mit 8:7 den Sieg gegen den stark favorisierten Engländer Michael Smith. Zwischenzeitlich hatte Hopp noch 3:6 zurückgelegen.

TURNIERSIEG!! Bin überwältigt. Unglaublich. Was für ein Moment. Danke an alle Unterstützer! #GDO18 #darts pic.twitter.com/4TiEYJcUq2

“Ich hatte mich zwischendurch aufgegeben, ich habe nicht mehr daran geglaubt”, sagte Hopp zu seiner Aufholjagd, die im spektakulären 121er-Finish im letzten Leg und schließlich im Bulls Eye, dem Mittelpunkt der Scheibe, endete. “Ich weiß nicht, ob es Glück war, aber der Pfeil ging rein”, sagte Hopp im Interview mit der Webseite “dartn.de”.

Gratulationen erreichten Hopp unter anderem vom erfolgreichsten Spieler der Darts-Geschichte. “Ich bin überglücklich für Max Hopp. Gut gemacht, Kumpel”, schrieb Phil “The Power” Taylor bei Twitter.

Auf dem Weg zum Endspiel warf der gebürtige Idsteiner unter anderem Titelverteidiger Peter Wright (2. Runde), Vorjahresfinalist Benito van de Pas (Achtelfinale) und Weltmeister Rob Cross (Halbfinale) aus dem Turnier. Auch gegen den Engländer Cross war Hopp beim entscheidenden Dart im zwölften Leg ein 121er-Finish mit Bulls-Eye-Finish gelungen. Starspieler Michael van Gerwen scheiterte bereits überraschend im Viertelfinale an Ian White, der im Halbfinale gegen Smith das Nachsehen hatte.

Nach einem enttäuschenden vergangenen Jahr ist der Sieg in Saarbrücken ein erster Meilenstein für Hopp – und ein Mutmacher. Für die WM im vergangenen Jahr hatte sich der Rechtshänder nicht einmal qualifiziert. Jetzt hat er das Ticket für den Alexandra Palace sowie zahlreiche weitere große Turniere im Herbst aufgrund der umgerechnet 28.800 Euro Preisgeld praktisch sicher.

Schon beim German Dart Grand Prix in München hatte Hopp mit dem Einzug ins Viertelfinale einen Teilerfolg gefeiert und damit seine ansteigende Form angedeutet. “Es ist schön, jetzt wieder ein Ausrufezeichen zu setzen”, sagte Hopp.

Neben zahlreichen kleineren Turnieren wartet Ende Juli das World Matchplay, die inoffizielle “Sommer-WM”, bei der Hopp als erster Deutscher überhaupt teilnehmen wird. Motivation und Begeisterung könnten nach dem historischen Erfolg in Saarbrücken kaum größer sein.

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu: Darts: Max Hopp gewinnt die German Open 2018 Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.