Mecklenburg-Vorpommern:Rostock verpasst vorerst Rückkehr in 2. Handball-Bundesliga - n-tv NACHRICHTEN
Empor Rostock – bitteres Aus in letzter Sekunde
Rostock (dpa/mv) – Der HC Empor Rostock hat die Rückkehr in die 2. Handball-Bundesliga vorerst verpasst. Das Team von Trainer Till Wiechers unterlag im Relegations-Rückspiel am Sonntag vor 4600 Zuschauern in der ausverkauften Rostocker Stadthalle der HSG Krefeld mit 22:24 (11:13) und muss nun in eine weitere Relegation.

Empor hatte das Hinspiel beim Meister der 3. Liga West in der Vorwoche 24:23 für sich entschieden. Für die Mecklenburger geht es nun im Duell der Relegations-Verlierer gegen die HSG Konstanz, die dem ThSV Eisenach in zwei Partien mit 25:30 und 26:29 unterlegen war.

Der einstige Europokalsieger und mehrmalige DDR-Meister war 2017 in die 3. Liga abgestiegen. Danach baute der neue Trainer Wiechers, der zuvor drei Jahre die zweite Vertretung des deutschen Meisters SG Flensburg-Handewitt betreut hatte, eine völlig neue Mannschaft auf.

Empor wurde in dieser Saison Nordmeister vor der punktgleichen Vertretung von Eintracht Hildesheim. Den Mecklenburgern ist von der Lizenzierungskommission der Handball-Bundesliga (HBL) im Falle des Aufstiegs die Lizenz für die 2. Bundesliga erteilt worden.

Die Rostocker Handballer haben das Relegationsrückspiel gegen die HSG Krefeld mit 22:24 verloren und damit den Aufstieg vorerst verpasst. Vor 4638 Zuschauern in der ausverkauften Stadthalle fiel die Entscheidung in der Schlusssekunde. Empor hat gegen Konstanz eine zweite Chance.

Nach dem Aus in letzter Sekunde sanken die Rostocker Handballer enttäuscht zu Boden. Trainer Till Wiechers umarmte Torhüter Leon Mehler und spendete Trost. Die Zuschauer schauten fassungslos auf das Feld, wo sich die Spieler der HSG Krefeld vor Freude zu Boden rissen. Der HC Empor hat den Aufstieg in die 2. Bundesliga im ersten Anlauf verpasst. Das Team von Trainer Till Wiechers zog am Sonntag gegen die Eagles mit 22:24 (11:13) den Kürzeren. Nach dem 24:23-Hinspielerfolg hätte den Rostockern eine 22:23-Niederlage zum Aufstieg gereicht.

Bitter: Der entscheidende Wurf von Simon-Horst Ciupinski war nach Aussage von Torhüter Leon Mehler definitiv nicht mit vollem Umfang über der Linie. Doch die Schiedsrichter gaben den Treffer. Empor legte umgehend Protest ein.

Leon Mehler war sichtlich enttäuscht: Wir haben zweimal megastark gefightet. Das tut massiv weh. Ab Montag richte sich die volle Konzentration auf die zweite Chance gegen die HSG Konstanz. Das Hinspiel findet am 26. Mai abermals in der Stadthalle statt. Eine Woche später ist Empor in der Stadt am Bodensee gefordert.

Trainer Till Wiechers war Minuten nach der bitteren Pleite einfach nur leer und unfassbar enttäuscht. Es tut mir unendlich leid für meine Spieler, unsere Familien und die Fans, die uns so großartig angefeuert haben, war der 35-Jährige total mitgenommen.

Gänsehaut-Stimmung herrschte schon vor dem Anpfiff. Das Publikum tobte. Danach brachte Hansa-Sportvorstand Martin Pieckenhagen den Ball und wandte sich an die Zuschauer: Ich wünsche euch ein überragendes Spiel und das, was wir alle gewohnt sind: Am Ende des Tages gewinnt der HC Empor. Holt euch die zweite Liga! Doch daraus wurde nichts.

Die 4638 Zuschauer (Vereinsrekord) in der restlos ausverkauften Stadthalle sahen eine hart umkämpfte und an Spannung kaum zu überbietende Partie. Torhüter Leon Mehler war sofort wach. Er parierte einen Siebenmeter von Kevin Christopher Brueren. Im Gegenzug erzielte Janos Steidtmann das 1:0. Spieler und Zuschauer jubelten. Doch schnell wurde klar: Krefeld knüpfte nahtlos an die starke Leistung vom Hinspiel (23:24) an. Die HSG stellte ein Abwehr-Bollwerk auf die Beine, an dem die Rostocker nur schwer vorbeikamen.

Die Gäste, die zum Weiterkommen einen Zwei-Tore-Sieg benötigten, führten nach zehn Minuten mit 5:3. Erst in der 39. Minute gelang Michael Höwt mit einem verwandelten Siebenmeter der 16:16-Ausgleich. Sechs Minuten vor dem Ende lief Tim Völzke allein auf Torhüter Paul Keutmann zu, brachte die Kugel aber nicht am HSG-Schlussmann vorbei. Danach traf Höwt vom Siebenmeterpunkt nur den Pfosten.

Die Gäste legten wieder vor – 23:21. Till Wiechers nahm 45 Sekunden vor dem Abpfiff eine Auszeit. Es folgte ein weiterer Strafwurf für sein Team. Felix Mehrkens schnappte sich die Kugel und behielt die Nerven – 22:23. Doch dann folgte die umstrittene, spielentscheidende Szene.