Wolf bei Unfall am Stadtrand von Rostock getötet - NDR.de
Er kam plötzlich aus Rapsfeld: Wolf läuft auf Landstraße vor Auto – tot!
Bei einem Wildunfall in der Nähe von Papendorf am Stadtrand von Rostock ist am Mittwochabend ein Wolf von einem Pkw erfasst und getötet worden. Der 49-jährige Autofahrer blieb laut Polizei unverletzt.

Der etwa eineinhalb Jahre alte Wolfsrüde war gegen 19 Uhr unvermittelt aus einem Rapsfeld auf die Straße zwischen Niendorf und Buchholz gelaufen und nach dem Zusammenprall mit dem Auto sofort tot. Noch am Unfallort wurde der Kadaver von einem Jäger und Experten der Umweltbehörde begutachtet und sichergestellt.

In MV gibt es 6 Rudel und einige Einzeltiere. Bauern- und Jagdverband wollen Wölfe ins Jagdrecht aufnehmen, Wolfexperten sagen, es ist noch Platz für mehr Wölfe im Land.

Der mit 1,50 Metern Länge und mit einer Risthöhe von 65 Zentimetern erfasste Rüde sei für sein Alter sehr groß, hieß es. Er soll jetzt im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung genauer untersucht werden. Die DNA-Analyse soll Aufklärung bringen, ob der Wolf zu einem hiesigen Rudel gehörte oder von außerhalb kam.

Erst vor Kurzem war ein Wolf auf der Autobahn 24 bei Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) überfahren und getötet worden. Ein Landwirt hatte zuvor mit seinem Handy Aufnahmen von einem mutmaßlichen Wolf gemacht. Dieser streifte in der Nähe der Autobahn durch eine Milchvieh-Anlage.

Wer hat noch Angst vor dem Wolf? Seit einiger Zeit wieder die Nutztierhalter in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Wolf – im Lateinischen canis lupus – wurde im 19. Jahrhundert in Deutschland ausgerottet. Erst um die 2000er-Jahre kehrte das Raubtier zurück.

Dieses Bild ist im Jahr 2006 eine Sensation: Es ist das erste von einem Wolf in Mecklenburg-Vorpommern seit der Rückkehr dieser Tiere. Aufgenommen von einer Fotofalle im damaligen Landkreis Müritz.

Mittlerweile steht fest, dass sich die Wölfe wieder dauerhaft im Land angesiedelt haben: Zum Beispiel Rudel in der Lübtheener und der Ueckermünder Heide.

… denn die Tierzüchter fürchten um ihre Herden. Im Februar 2016 wird mittels eines Wolfes mit GPS-Sender bestätigt, dass dessen Rudel regelmäßig Schafe reißt. Die Halter werden in solchen Fällen vom Land für den Verlust entschädigt.

Es mehren sich Stimmen, die eine Jagderlaubnis auf Wölfe in Einzelfällen befürworten. Wolfs-Skeptiker befürchten, dass die Population in den nächsten Jahren drastisch ansteigen und somit zu einem ernsthaften Problem werden könnte.

Um Aufschlüsse über ihr Bewegungs- und Jagdverhalten zu bekommen, werden Wolfswelpen mit Peilsendern ausgestattet. “Arno” ist der erste. Er wird im Dezember 2016 erschossen an einer Landstraße bei Lübtheen aufgefunden.

Im Januar 2017 tappt das dritte Rudel in die Fotofalle – in der Kalißer Heide (Kreis Ludwigslust-Parchim).

Im Spätsommer 2018 geht das Landwirtschaftsministerium davon aus, dass sich ein Wolf Billenhäger Forst angesiedelt hat – nur 20 Kilometer von Rostock entfernt.

Im Herbst 2018 macht ein Jäger nahe Godern – nur acht Kilometer von Schwerin entfernt – diese Aufnahmen. Sie zeigen mutmaßlich zwei Wölfe – ein Hinweis auf ein Rudel nahe der Landeshauptstadt.

Ein Bündnis aus 14 Verbänden fordert, den Wolf wie jedes andere Wildtier zu behandeln. Hintergrund sind steigende Zahlen von Nutztieren, die Wölfen in Mecklenburg-Vorpommern zum Opfer fallen. mehr

Der Kadaver eines am Montagmorgen auf der Autobahn 24 bei Wittenburg überfahrenen Wolfs soll genauer untersucht werden. Unklar ist noch, ob das Tier kurz vorher in der Nähe gefilmt wurde. mehr

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Backhaus begrüßt die Pläne von Bundesumweltministerin Schulze, den Abschuss von Wölfen im Bundesnaturschutzgesetz zu überarbeiten. mehr

Im Umfeld der Ueckermünder Heide im Landkreis Vorpommern-Greifswald sollen Wölfe zehn Schafe und Damwild getötet haben. Ein genetisches Gutachten stehe aber noch aus. mehr

Das Umweltministerium hat bestätigt, dass sich in MV zwei weitere Wolfsrudel gebildet haben. Auch Usedom ist nun Wolfsgebiet. Minister Backhaus geht davon aus, dass die Population weiter wächst. mehr

Wildunfall auf einer Landstraße bei Niendorf (Mecklenburg-Vorpommern): Ein Wolf rannte Mittwochabend, 19 Uhr, aus einem Rapsfeld direkt auf die Fahrbahn.

Der anderthalb Jahre alte Rüde war nach dem Zusammenprall mit dem Auto sofort tot. Der Autofahrer (49) blieb unverletzt, sein Auto ist leicht beschädigt (300 Euro).

Marie Neuwald vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) sagt, dass die häufigste Todesursache bei Wölfen Verkehrsunfälle seien: Allein in diesem Jahr gab es 46 Totfunde durch Verkehrsunfälle. Seit 1990 zählen wir 266 tote Wölfe auf deutschen Straßen.

Wolfsgegner argumentieren gerne unspezifisch – und schüren Ängste. Es muss wohl erst ein Kind sterben, heißt es. Irrational!

Die Expertin: Besonders junge Wölfe sind betroffen. Sie verlassen das Heimatrudel im Alter von ungefähr zehn bis 22 Monaten, sind auf der Jagd oder im Eifer des Gefechts noch sehr unerfahren und werden dadurch nicht selten Opfer von Verkehrsunfällen.

Noch an der Unfallstelle wurde der tote Wolf von Experten begutachtet. Die Umweltbehörde schickte den Kadaver zur Untersuchung nach Berlin. Dort soll festgestellt werden, ob es sich bei dem Wolf um ein registriertes Exemplar handelte.