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VfL-Serie endet – KSC hat den Aufstieg im Blick
Drittliga-Meister und Aufsteiger VfL Osnabrück hat am 36. Spieltag im Nordduell gegen Hansa Rostock den Feierlichkeiten der vergangen Wochen Tribut zollen müssen. In einem unterhaltsamen und von beiden Mannschaften leidenschaftlich geführten Spiel gewannen die Mecklenburger bei den Lila-Weißen am Freitagabend mit 2:1 (2:1) und festigten damit Tabellenplatz fünf. Für Osnabrück war es die erste Niederlage nach zuvor sieben Siegen. “Beide Teams haben mit offenem Visier gespielt”, sagte der zufriedene Hansa-Coach Jens Härtel. “Wir waren heute ein bisschen zu nachlässig”, so VfL-Trainer Daniel Thioune.

Flutlicht, Bremer Brücke, volles Haus – alles war angerichtet für einen schönen Fußballabend. Und die gute Stimmung bei beiden Fanlagern übertrug sich auf den Platz. Denn auch wenn die Partie sportlich keinen allzu großen Wert mehr hatte, wirkte es nicht so, als ginge es im Nordduell nur um die “goldene Ananas”. Bestes Beispiel dafür war die erste gefährliche Aktion der Partie: Marcos Alvarez wurde steil geschickt und zog im Laufduell gegen Oliver Hüsing aufs Gästetor zu. Der Hansa-Verteidiger setzt in vollem Tempo zu einer riskanten wie sehenswerten Grätsche an – und trennte den VfL-Torjäger sauber vom Ball.

Es geht hin und her: Beim Ahlschwede-Pass klärt Konrad vor dem einschussbereiten Breier (11.). Auf der Gegenseite diese Doppelchance für Alvarez: Erst zieht der Stürmer frech eine Ecke direkt aufs Tor, Bischoff köpft den Ball von der Linie. Wenige Sekunden später kommt er zwei Meter vorm Kasten an den Ball, trifft den nicht voll und vergeigt.

Tore: 1:0 Girth (20.) 1:1 Soukou (26.) 1:2 Biankadi (44.) VfL Osnabrück: P. Kühn – Ajdini (50. S. Tigges), Konrad, Susac (85. Farrona Pulido), Agu – Ouahim, Blacha, Taffertshofer, Heider (73. Pfeiffer) – Alvarez, Girth Hansa Rostock: Gelios – Hüsing, Bischoff (73. Rieble), Riedel – Ahlschwede, M. Pepic, T. Öztürk, Wannenwetsch – Soukou, Breier (83. Hilßner), Biankadi (86. Bülow) Zuschauer: 15181 (ausverkauft) Weitere Daten zum Spiel

Alvarez und Hüsing blieben im Fokus, besonders um die turbulente 15. Spielminute herum: Erst reklamierten die Osnabrücker ein Handspiel des Hansa-Kapitäns im Strafraum (14.), doch Schiedsrichterin Katrin Rafalski entschied auf Eckball. Jenen zirkelte Alvarez frech aufs lange Eck, Julian Riedel klärte auf der Linie per Kopf. Sekunden später setzte sich Benjamin Girth auf dem rechten Flügel durch, seine Hereingabe musste Alvarez nur noch über die Linie drücken. Doch Genie und Wahnsinn lagen an diesem Abend beim Angreifer nah beieinander, der 27-Jährige verstolperte aus kurzer Distanz. Fünf Minuten später machten es beide Osnabrücker besser, diesmal in vertauschten Rollen: Alvarez legte auf, Girth traf zur verdienten 1:0-Führung. Hansa schüttelte sich kurz, war aber, wie auch vor dem Gegentreffer, gut im Spiel – und schlug zurück. Merveille Biankadi bediente Cebio Soukou, der aus 18 Metern trocken ins linke untere Eck zum 1:1 traf (26.). Der für den angeschlagenen Nils Körber ins VfL-Tor gerückte Philipp Kühn hatte keine Abwehrchance. Und es kam noch besser für die Mecklenburger. Kurz vor dem Pausenpfiff nahm Biankadi einen lang geschlagenen Ball von Soukou technisch versiert mit, umkurvte Adam Susac und vollendet zum 2:1 (44.).

Und vor dem Pausenpfiff setzt Hansa sogar noch einen drauf: Soukou spielt auf Biankadi, der lässt Susac alt aussehen und gibt dann aus 14 Metern VfL-Keeper Kühn keine Chance – Hansa-Führung (44.)!

Nach dem Seitenwechsel blieb die Stimmung ausgelassen. Auf dem Platz hingegen verließen den VfL Osnabrück mit zunehmender Spielzeit die Kräfte. Marc Heider (51.) bot sich nach einer Ecke zwar die Chance auf den Ausgleich, viel mehr kam von den Hausherren aber nicht mehr. Hansa versäumte es zudem durch Biankadi (54.) und Mirnes Pepic (59.), den Sack endgültig zuzumachen. Einen Wehrmutstropfen mussten die Mecklenburger noch verkraften: Torschütze Soukou sah seine fünfte Gelbe Karte und fehlt Hansa damit im letzten Heimspiel der Saison gegen den KFC Uerdingen.

Die Siegesserie des VfL Osnabrück ist gerissen. Nach zuvor sieben Dreiern verlor der Meister am Freitagabend trotz Führung 1:2 gegen Hansa Rostock und kassierte die erste Niederlage seit Anfang März. Damals hatten die Lila-Weißen das Nachsehen gegen den Karlsruher SC – der bereits am Samstag den Osnabrückern in die zweite Bundesliga folgen könnte.

Das anschließende Anrennen der Gastgeber verteidigen die Rostocker mit vollem Einsatz, in den letzten sieben Minuten sogar in Unterzahl (Öztürk musste verletzt runter)!

Der HFC mischt derzeit noch dick im Aufstiegsrennen mit, bekommt es im Erdgas-Sportpark mit Preußen Münster zu tun, muss aber gewinnen, um noch Chancen auf den Aufstieg zu haben. “Noch ist nichts verloren”, gibt sich Fetsch kämpferisch. “Wir wollen neun Punkte aus den letzten drei Spielen.”

Ganz starker Hansa-Auftritt im Spitzenspiel – und schon sind die Fans wieder versöhnt!Hansa siegte beim schon feststehenden Drittliga-Meister Osnabrück 2:1.

Wenn ein Motto sowohl für die Sportfreunde Lotte als auch den SV Wehen Wiesbaden gilt, dann ist es “Verlieren verboten”. Während sich die Gäste ganz dick im Rennen um Aufstieg befinden, steckt Lotte ganz tief im Abstiegssog. “Wir können das große Ziel, den Klassenerhalt, nur gemeinsam erreichen”, appelliert SFL-Coach Ismail Atalan an die Anhänger. “Dafür brauchen wir die Fans.” Auch bei den Gästen aus Hessen läuft nun alles über den Kampf: “Wenn alle 90 Minuten lang Gas geben, schlägt uns keiner”, ist sich Wehens Mockenhaupt sicher, wichtige Zähler aus Lotte zu entführen.

Dann aber dieser tolle Pass: Alvarez spaziert am Strafraum entlang, steckt durch auf Girth – der schiebt mühelos ein (20.).

Frust herrscht im Lager des TSV 1860 München. Die Löwen unterlagen unter der Woche im Landespokal-Halbfinale dem Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg und haben somit die Chance auf den Einzug in den DFB-Pokal verspielt. Nach einer teils “bodenlosen Leistung” fordert Coach Daniel Bierofka beim Gastspiel in Zwickau eine Reaktion. Nicht mitwirken kann Angreifer Lex, der mit Verdacht auf einen Riss der Syndesmose ausfällt. Beim FSV kehrt Lange nach abgesessener Gelbsperre wieder zurück.

Sportlich sorgte der 1. FC Kaiserslautern zuletzt eher weniger für Schlagzeilen – dafür brodelte es einmal mehr auf administrativer Ebene. Trainer Sascha Hildmann will dem entgegenwirken und zumindest im Saisonendspurt noch einmal auf dem Platz für Furore sorgen. Da kommt die SpVgg Unterhaching gerade recht: Die “nervlich komplett angespannten” (Claus Schromm) Oberbayern stecken tief in der Krise und warten seit dem 26. Spieltag auf einen Sieg.

Am Sonntag (13 Uhr) beginnt für den KFC Uerdingen ein neues Kapitel – wieder einmal. Mit Heiko Vogel steht in dieser Saison der bereits vierte Coach an der Seitenlinie. Und der will “positive Schlagzeilen schreiben” – am besten schon gegen den auf Tabellenplatz 18 positionierten FC Energie Cottbus.

Ein Kellerduell unter besonderen Voraussetzungen findet ebenfalls am Sonntag (14 Uhr) in Aalen statt. Der bereits als Absteiger feststehende VfR empfängt die wiedererstarkte Eintracht aus Braunschweig. Mit nur einer Niederlage aus den letzten zwölf Partien haben sich die einst abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz stehenden Löwen über den Strich gekämpft und wollen die zwei Punkte Vorsprung auf Platz 17 nun auch nicht mehr hergeben.

Den 36. Spieltag beschließen am Montagabend (19 Uhr) Fortuna Köln und der SV Meppen. Obwohl die Kölner Südstädter zuletzt “alle Klischees bedienten, die ein Abstiegskandidat nur bedienen kann”, zeigt sich Coach Oliver Zapel weiterhin optimistisch. Seinen Worten (“Ich bin sowas von überzeugt davon, dass wir die Klasse halten”) muss der 51-Jährige gegen die quasi schon geretteten Emsländer dann aber Taten folgen lassen, will die Fortuna auch nächstes Jahr drittklassig spielen.

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