Millionenschaden für Sky
Pay-TV-Sender Sky um 16 Millionen Euro geprellt?
Die fünf Angeklagten – vorne die beiden Hauptangeklagten – mit ihren Anwälten. −Foto: Eckl

Die fünf Angeklagten – vorne die beiden Hauptangeklagten – mit ihren Anwälten. −Foto: Eckl

Computerbetrug in mehr als 143.000 Fällen und Bildung einer kriminellen Vereinigung: Mit diesen Vorwürfen sehen sich seit Donnerstag, 15. November, fünf Männer am Landgericht Regensburg konfrontiert. Sie sollen Zugangsdaten für Pay-TV-Sender gestohlen und anschließend weiterverkauft haben. Die für Cyberkriminalität zuständige Generalstaatsanwaltschaft Bamberg rechnet vor, dass sie damit den Pay-TV-Sendern einen Schaden von mehr als 16 Millionen Euro zugefügt haben sollen. Mehr als 1,6 Millionen Euro, also zehn Prozent der tatsächlichen Kosten der Abonnements, sollen sie dabei in die eigene Kasse gewirtschaftet haben.

Geschädigter des Systems ist vorwiegend die Sky Deutschland Fernsehen GmbH mit Sitz in Unterföhring. Abonnements kosten normalerweise zwischen 25 und 60 Euro, so beziffert es jedenfalls die Staatsanwaltschaft. Mittels eines Receivers und einer Smartcard wird das Programm verschlüsselt ausgestrahlt. Wohl bereits seit 2009 soll es unter Adressen wie euroshar.eu oder 123.megaip.tv einen illegalen Vertrieb von Zugängen gegeben haben. Über diese war es möglich, am Pay-TV-Sender vorbei das Programm zu empfangen. Und das sollen die technisch wohl ziemlich versierten Angeklagten so gemacht haben: Sie besorgten sich über ein Abonnement bei Sky einen original Receiver und eine Smartcard. Diesen schlossen sie laut Staatsanwaltschaft an einen Server an, der es möglich machte, für Teilnehmer an dem illegalen System das Sky-Programm unverschlüsselt über das Internet zu streamen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die illegalen Streaming-Plattformen mehr als 12.000 zahlende Kunden. Mehr als 16 Millionen Euro sollen dem Bezahl-Sender durch die Streaming-Plattformen verloren gegangen sein, rechnen die Staatsanwälte vor.Bezahlung mit Amazon-Gutscheinen

Hauptverdächtige sind ein 34-jähriger Russlanddeutscher sowie ein 46-jähriger IT-Administrator aus Lettland, die beide in Untersuchungshaft sitzen. Der Kopf der mutmaßlichen Computerbetrugs-Bande sitzt nicht auf der Anklagebank, er scheint noch nicht gefasst, ein weiteres Führungsmitglied ist namentlich noch nicht einmal bekannt. Drei weiteren Angeklagten wird vorgeworfen, zunächst als Kunden, später als Moderatoren in Erscheinung getreten zu sein und so zwischen den Bereitstellern der Plattform und den mehr als 12.000 Schein-Abonnenten vermittelt zu haben. Sie hatten laut Anklage ebenfalls nicht unerhebliche fünfstellige Einnahmen aus dem Betrugssystem. Aufgetreten sind sie mit Pseudonymen wie “Darkstar”. Bezahlt wurden die Moderatoren beispielsweise mit Amazon-Gutscheinen, einer der Angeklagten konnte für knapp 30.000 Euro bei dem Online-Händler shoppen.Cybercrime Bayern deckte Masche auf

Aufgedeckt wurden die illegalen Streaming-Plattformen offenbar von der Zentralstelle Cybercrime Bayern, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ansässig ist und die am 1. Januar 2015 eingerichtet wurde. Ihr Oberstaatsanwalt ist übrigens Thomas Goger, jener SPD-Schatzmeister, der die Regensburger Spendenaffäre angezeigt hatte. Das komplexe System von unterschiedlichen Internetseiten, die teilweise etwa in der Ukraine gehostet waren, scheint ausgeklügelt gewesen zu sein. Teilweise ist in der Anklage die Rede von Personen, die bis heute nicht gefasst sind. Weite Teile der Anklage sind mit Fachbegriffen wie “Controllboard”, “IP-TV” und “Billing-Datenbank” gespickt. Der Prozess vor der 7. Kammer des Regensburger Landgerichts ist auf 18 Verhandlungstage angesetz. Ein Urteil wird für 11. Februar 2019 erwartet.

REGENSBURG Computerbetrug und Bildung einer kriminellen Vereinigung: Mit diesen Vorwürfen sehen sich ab Donnerstag, 15. November, fünf Männer am Landgericht Regensburg konfrontiert. Sie sollen Zugangsdaten für Pay-TV-Sender gestohlen und anschließend weiterverkauft haben. Die Staatsanwaltschaft rechnet vor, dass sie damit den Pay-TV-Sendern einen Schaden von 16 Millionen Euro zugefügt haben sollen. 1,6 Millionen Euro, also zehn Prozent der tatsächlichen Kosten der Abonnements, sollen sie dabei in die eigene Kasse gewirtschaftet haben. Geschädigter des Systems ist vorwiegend die Sky Deutschland Fernsehen GmbH mit Sitz in Unterföhring. Abonnements kosten normalerweise zwischen 25 und 60 Euro, so beziffert es jedenfalls die Staatsanwaltschaft. Mittels eines Receivers und einer Smartcard wird das Programm verschlüsselt ausgestrahlt. Wohl bereits seit 2009 soll es unter Adressen wie euroshar.eu oder 123.megaip.tv einen illegalen Vertrieb von Zugängen gegeben haben. Über diese war es möglich, am Pay-TV-Sender vorbei das Programm zu empfangen. Und das sollen die technisch wohl ziemlich versierten Angeklagten so gemacht haben: Sie besorgten sich über ein Abonnement bei Sky einen original Receiver und eine Smartcard. Diesen schlossen sie laut Staatsanwaltschaft an einen Server an, der es möglich machte, für Teilnehmer an dem illegalen System das Sky-Programm unverschlüsselt über das Internet zu streamen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die illegalen Streaming-Plattformen mehr als 12.000 zahlende Kunden. 1,6 Millionen Euro, so beziffern die Ermittler die Höhe der Einnahmen, stehen 16 Millionen Euro gegenüber, die dem Bezahl-Sender durch die Streaming-Plattformen verloren gegangen sein sollen.

Aufgedeckt wurden die illegalen Streaming-Plattformen offenbar von der Zentralstelle Cybercrime Bayern, die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ansässig ist und die am 1. Januar 2015 eingerichtet wurde. Das komplexe System von unterschiedlichen Internetseiten, die teilweise etwa in der Ukraine gehostet waren, scheint ausgeklügelt gewesen zu sein. Teilweise ist in der Anklage die Rede von Personen, die bis heute nicht gefasst sind.

Altötting, Burghausen, Töging, Neuötting, Burgkirchen, Garching/Alz, Winhöring, Emmerting, Tüßling

Regen, Zwiesel, Grafenau, Ruhmannsfelden, St. Oswald-Riedlhütte, Spiegelau, Bayerisch Eisenstein, Bischofsmais

Traunreut, Traunstein, Trostberg, Freilassing, Laufen, Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Tittmoning, Teisendorf, Inzell, Ruhpolding

Bad Abbach, Langquaid, Kelheim, Mainburg, Siegenburg, Riedenburg, Painten, Saal an der Donau, Ihrlerstein

Waldkraiburg, Mühldorf, Haag, Ampfing, Neumarkt-Sankt Veit, Kraiburg, Gars, Schwindegg, Mettenheim, Polling

Passau, Vilshofen, Hauzenberg, Pocking, Bad Griesbach, Freyung, Waldkirchen, Wegscheid, Untergriesbach, Bad Füssing

Regensburg, Neutraubling, Regenstauf, Wenzenbach, Schierling, Wörth an der Donau, Lappersdorf, Hemau, Nittendorf

Burglengenfeld, Teublitz, Schwandorf, Pfreimd, Wernberg-Köblitz, Nittenau, Bruck, Oberviechtach, Nabburg, Neunburg vorm Wald, Maxhütte-Haidhof

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