Kracher! Mewes heuert in Ratingen an
04/19: Kulttrainer wird Sportlicher Leiter
Mewes ist der Kult-Trainer der Oberliga. In Hönnepel-Niedermörmter hat der Oberhausener eine Ackermannschaft zum Meister aufgebaut – doch nach insgesamt 39 Jahren soll Schluss sein als Trainer. „Das sollen jetzt mal Jüngere machen“, sagt Mewes. „Ich habe mich grundsätzlich vom Trainerjob verabschiedet. Aber ich muss weiter Gras riechen, sonst werde ich verrückt.“ Am Rasengeruch wird es Mewes auch künftig nicht mangeln: Er soll als Kaderplaner beim Oberligisten tätig werden. „Konkret sehe ich meinen Job darin, den Vorstand zu entlasten, den Trainer zu unterstützen und Bindeglied zu den anderen Mannschaften, vor allem der A-Jugend, zu sein.“

Jens Stieghorst, der Vorsitzende des Vereins, ist von seiner Verpflichtung absolut überzeugt. „In der Liga gibt es niemanden mit mehr Erfahrung und besseren Kontakten als Mewes. Er ist ein Menschenfänger – und hat einen klaren Plan als Sportlichen Leiter.“

Mewes: „Ich war schon in Hönnepel als Trainer weitgehend alleine für die Kaderplanung verantwortlich. In diesem Sommer hatte ich mich eigentlich schon verabschiedet, doch dann war kein Vorstand da, keine Mannschaft, nichts. Da hat mich sogar meine Frau gedrängt, nochmal zu helfen. Ich habe dann aus dem Nichts eine Landesliga-Truppe aufgebaut. Trotzdem sind die Möglichkeiten sehr überschaubar. Wir haben die letzten drei Spiele ohne richtigen Torhüter gespielt, da musste ein Feldspieler ins Tor. Auf so etwas habe ich auf Dauer keine Lust mehr.“

Seinen Vertrag in Hönnepel hat der Mann mit dem imposanten Schnauzbart inzwischen aufgelöst, noch dabei geholfen, einen Nachfolger zu finden. „Ich wollte aber sowieso wieder in die Oberliga. Und Ratingen gehört für mich zu den drei besten Klubs in der Liga.“ Diesen Ansprüchen hinken die Ratinger aktuell aber recht weit hinterher auf Platz elf, nur noch vier Punkte entfernt von der Abstiegszone der Oberliga. „Das ist nicht das, was wir uns von der Saison vorgestellt haben. Wir sind unzufrieden, die Sponsoren sind unzufrieden“, betont Stieghorst, während die Mannschaft noch reichlich erstaunt ob der für sie überraschenden Verpflichtung Mewes’ wirkt.

Der neue Sportliche Leiter möchte sich noch nicht weit aus dem Fenster lehnen. „Ich darf mir noch keine Meinung zur Mannschaft bilden, ich muss mir erstmal Trainingseinheiten und Spiele angucken“, sagt er. Seinen Worten ist aber durchaus zu entnehmen, dass es künftig weniger gemütlich bei 04/19 werden könnte. „Ich will Leidenschaft sehen“, sagt er. „Selbst wenn wir beschissen spielen, will ich wenigstens Leistung sehen.“

Ansonsten kommt, man ahnt es, der Rambo – in Person von Georg Mewes. So ganz ohne markige Sprüche geht’s halt doch nicht.

Landesliga, Gruppe 2: Tabellenzweiter hat am Wochenende bekanntgegeben, dass der Erfolgstrainer im Sommer gehen muss

Erst kürzlich kündigte Georg Mewes seinen Abscheid als Trainer des Landesligisten SV Hönnepel-Niedermörmter an. In den Ruhestand wird sich der Kult-Trainer aber noch nicht verabschieden.

Bereits ab Januar 2019 übernimmt “Schorsch” Mewes das Amt des sportlichen Leiters bei Ratingen 04/19. Das gab der Oberligist am Montagabend bekannt. Der 69-jährige mit dem markanten Schnurrbart soll neben seinen Tätigkeiten in der Kaderplanung als Schnittstelle zur U23 und U19 fungieren. In der Oberliga Niederrhein hinkt Ratingen 04/19 den eigenen Ansprüchen hinterher. Mit 20 Punkten belegen die Ratinger den elften Tabellenplatz. RS