TuRU Düsseldorf dreht Spiel in Ratingen
SC Düsseldorf-West feiert ersten Sieg unter Ranisav Jovanovic
Teilen Weiterleiten Tweeten Weiterleiten Drucken Von Manfred Johann und Christoph Zabkar SC West – VfB Hilden 2:0. Stolz wie Bolle huscht der kleine Sohnemann von Ranisav Jovanovic auf den Kunstrasen. Sein Papa nimmt ihn liebevoll in die Arme. Nachdem der neue Trainer des Fußball-Oberligisten SC West bereits seine Spieler abgeklopft hat, will auch der Wonneproppen seinem Vater zum ersten Sieg als Chefcoach gratulieren. Denn die Oberkasseler können wieder gewinnen und bringen beim 2:0-Erfolg über den VfB Hilden die dafür nötigen Tugenden aufs Feld.

Vor dem Spiel hatte ich ein eher zweigeteiltes Gefühl, aber ich wurde von der ersten Sekunde an eines Besseren belehrt. Das war der Fußball, wie ich ihn mir vorstelle, erklärte Jovanovic und schwärmte insbesondere vom Führungstreffer. Denn dort zeigte der SCW ein überragendes Kombinationsspiel über den rechten Flügel. Mit viel Tempo gelangte der Ball schließlich zu Ricardo Ribeiro, der die Kugel auf den durchgestarteten Dennis Ordelheide abklatschen ließ. Und der Offensivmann donnerte das Kunstleder aus 20 Metern mit dem Vollspann ins Netz.

Insgesamt hat Ratingen 04/19 noch vier Spiele vor der Winterpause vor der Brust, um sich aus dem Mittelfeld zu entfernen und Anschluss an die Spitzengruppe herzustellen. Päffgen sieht dem Endspurt vor der kleinen Pause optimistisch entgegen. „Wir haben zwei Heimspiele hintereinander, bei denen wir punkten wollen. Kein Gegner ist so übermächtig, dass wir ihn zuhause nicht schlagen könnten.“ 04/19-Trainer del Cueto pflichtet seinem Schützling bei: „Wir werden Vollgas geben und nach vorne spielen. Drei Punkte wären sehr wichtig. Wir müssen und wollen eine gute Leistung bringen.“

Doch der VfB gilt nicht zu Unrecht als Angstgegner des SC West. Seit 2013 konnten die Oberkasseler kein Spiel gegen die Hildener gewinnen – und vor allem Talha Demir wollte diese Bilanz ausweiten. Immer wieder suchte der torgefährliche Standardspezialist das Privatduell mit Sebastian Siebenbach. Doch der Torwart war selbst aus kürzester Distanz nicht zu überwinden. Sebi hat wie alle Jungs einen tollen Job gemacht, lobte Jovanovic.

Der 21-Jährige trägt in der dritten Saison das blau-gelbe Trikot und ist in seinem jungen Alter bereits zu einer wichtigen Säule bei den Ratingern geworden. 77 Oberligaspiele stehen auf Päffgens Konto. In dieser Saison ist er endgültig in der Startelf gesetzt und rechtfertigt seine Einsatzzeiten auf der Position des verletzten Kapitäns Mark Zeh mit durchweg konstanten Leistungen in der sehr jungen Verteidigung der Ratinger. Innenverteidigerkollege Phil Spillmann ist 23 Jahre alt – Andrej Karlicsek und Fynn Eckhardt (beide 20) komplettieren die Viererkette.

Immerhin hätte sein Team im direkten Gegenzug vorzeitig auf 2:0 erhöhen können. Nach einer mustergültigen Ballannahme aus der Luft sorgte Kristijan Stefanovski für einen von zwei Lattentreffern binnen drei Minuten. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Milan Senic. Der Zugang von Roter Stern Belgrad fasste sich urplötzlich aus 25 Metern ein Herz. Wie an der Schnur gezogen schlug der Ball zentimetergenau neben dem linken Pfosten ein.

„Ich bin voll zufrieden. Klar, es gibt immer kleine Stellschrauben, die ich verbessern will“, erklärt Päffgen und fügt hinzu: „Ich bin gelernter Innenverteidiger. 80 Prozent meiner Juniorenzeit habe ich auf dieser Position gespielt und habe Spaß daran.“ Das ist Päffgen, der seine fußballerische Grundausbildung in der Jugend des Bundesligisten Bayer Leverkusen absolvierte, voll und ganz anzumerken. „Unsere Viererkette funktioniert gut. Im Schnitt sind wir 20 Jahre alt, da sind kleine Fehler auch immer dabei.“

Die TuRU aus Düsseldorf konnte ihren Aufwärtstrend auch am 16. Spieltag der Oberliga Niederrhein fortsetzen und besiegte Ratingen 04/19 vor 250 Zuschauern in deren Stadion am Ende verdient mit 2:1 (0:1). 

Dass einige höherklassige Vereine ein Auge auf ihn geworfen haben, dürfte kein Geheimnis sein. Trotzdem ist Päffgen voll und ganz auf seine Rolle bei 04/19 fokussiert. „So lange ich für 04/19 Spiele, will ich mich weiterentwickeln. Ich wohne hier in Ratingen, bin in der Mannschaft sehr akzeptiert. In der Kabine herrscht gute Stimmung. Ich bin voll zufrieden“, erläutert der Nachwuchsspieler: „Wenn es klappt, dann würde ich den Schritt nach oben machen. Das ist klar.“

Dabei sah es im ersten Durchgang noch ganz anders aus. Die Hausherren führten im Derby nach einem Treffer von Fatih Özbayrak (36.). “Manchmal braucht so eine Partie eben einen Dosenöffner”, analysierte TuRUs Sportlicher Leiter Frank Zilles die 90 Minuten. Gemeint hat er den schnellen Ausgleich von Christopher Krämer nach der Pause (51.).Tim Galleski öffnete virtuell die Tür zur Kabine während der Halbzeit und ließ uns wissen, was Samir Sisic seiner Truppe zum Pausentee mit auf den Weg gab. “Er hat uns gesagt, dass wir die Aktivität erhöhen und enger an den Männern stehen sollen. Zudem bekamen wir schnell die zweiten Bälle besser in den Griff”, fand der Ex-Fortune dank der Worte des Trainers den Schlüssel zum Erfolg. Der 21-jährige Linksaußen war es auch, der den entscheidenden Siegtreffer markierte (67.).TuRU Düsseldorf auf Platz 5 “voll im Soll”Mit seinem Wechsel von Fortunas Zweitvertretung an die Feuerbachstraße im Sommer zeigt sich der ehemalige U18-Nationalspieler zufrieden: “Ich habe mir den Verein mit Bedacht ausgesucht. Ich spiele endlich regelmäßig und kann meinen Beitrag zum Erfolg leisten”, freute sich Galleski. Mit der Sicherung des fünften Platzes stehen die Oberbilker voll im Soll. “Wir haben Ratingen deutlich auf Distanz gehalten”, so der 1,71 Meter große Linksfuß abschließend. Auch sein Trainer durfte nach den 90 Minuten durchatmen. “Durch unsere zielstrebige und mutige zweite Halbzeit bin ich zufrieden. Im ersten Abschnitt hatten wir zu wenig Zugriff. Das habe ich in der Pause ansprechen müssen”, setzte Samir Sisic zur Analyse an. “Es läuft gerade gut. Wir sind aber noch nicht am Ziel”, nahm der Trainer gleich den Wind aus den Segeln. Das brauchte Alfonso del Cueto erst gar nicht. Ernüchterung beim Ratinger Trainer nach der Derby-Niederlage: “Die zweite Halbzeit sind wir nicht gut angegangen. Die clevere TuRU war einfach auch viel robuster als wir”, wusste der Spanier, woran es hauptsächlich gelegen hat. “Die Tabelle wird eng. Wir stecken jetzt im Abstiegskampf”, sprach del Cueto Klartext. Auch, wenn es noch fünf Zähler bis Düsseldorf-West und den ETB sind, hat der Ex-Wuppertaler den Blick klar nach unten gerichtet. Autor: Oliver Stolz 

Die Tabellenregion, welche sich die Ratinger vor der Saison ausgemalt hatten. Mit einem Sieg würde der RSV wieder Kontakt zu den oberen Rängen aufnehmen. „Wir hoffen, dass die Konstanz bei uns endlich kommt. Immer wenn wir die Chance haben an die guten Leistungen der Vorwoche anzuknüpfen, verpassen wir es, den Schritt nach vorne zu machen“, sagt Innenverteidiger Ole Päffgen.