Potsdam (dpa/bb) – Nach dem Stopp der Arbeiten auf der Baustelle ist der weitere Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ungewiss. Seit Jahresbeginn ruhe die Baustelle, weil die ersten Bohrungen für die Gründung des 90 Meter hohen Turms nicht erfolgreich verlaufen seien, sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg, am Mittwoch. “Nun prüfen Fachleute, mit welcher anderen Bohrtechnik die Gründungspfähle durch das alte Fundament gebracht werden können”, sagte Eschenburg. Wann die Arbeiten am Fundament fortgesetzt werden könnten, sei ungewiss. “Wir sind aber optimistisch, dass das Projekt bald weitergeführt werden kann”, betonte er.

Doch welche Auswirkungen die unerwarteten Probleme auf die Kosten und den Zeitplan haben, konnte Eschenburg nicht sagen. So ist unklar, ob die Arbeiten an dem Fundament wie geplant bis zum Mai abgeschlossen werden können. Dies könnte den ohnehin knappen Zeitplan für den Bau des Garnisonkirchen-Turms ins Wanken bringen. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, sonst läuft die Baugenehmigung aus.

Ungewiss seien auch die Auswirkungen auf die Kosten, die für eine komplette Fertigstellung auf rund 39 Millionen Euro veranschlagt sind, räumte Eschenburg ein. Allerdings betont die Stiftung, dass sie der beauftragten Firma ein umfangreiches Gutachten über den Baugrund vorgelegen habe.

Altes Fundament bremst Bau der Garnisonkirche aus

Für den Sockel des 90 Meter hohen Turms muss zunächst das historische Fundament der alten Garnisonkirche durchbrochen werden. Dabei sollen 38 Gründungspfähle 38 Meter tief in den Boden getrieben werden, auf denen die Fundamentplatte errichtet werden soll. Beim ersten Versuch habe sich das Bohrrohr nur schwer aus dem Erdreich ziehen lassen, teilte die Stiftung mit. Bei einer zweiten Bohrung sei gar das Rohr abgerissen. Daraufhin wurden die Bauarbeiten zunächst eingestellt.

Für den Sockel des Turms muss zunächst das historische Fundament der alten Garnisonkirche durchbrochen werden. Dabei sollen 38 Gründungspfähle 38 Meter tief in den Boden getrieben werden. Darauf soll die Fundamentplatte errichtet werden. Beim ersten Versuch ließ sich das Bohrrohr laut der Stiftung nur schwer aus dem Erdreich ziehen. Bei einer zweiten Bohrung sei das Rohr sogar abgerissen. Daraufhin wurden die Bauarbeiten zunächst eingestellt.

Gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche wenden sich mehrere Initiativen. Darunter auch evangelische Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den “Tag von Potsdam” im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben hatte.

Damit ist unklar, ob die Arbeiten an dem Fundament wie geplant bis zum Mai abgeschlossen werden können. Dadurch könnte der ohnehin knappe Zeitplan für den Bau des Garnisonkirchen-Turms ins Wanken geraten. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, sonst läuft die Baugenehmigung aus.

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Doch welche Auswirkungen die unerwarteten Probleme auf die Kosten und den Zeitplan haben, konnte Eschenburg nicht sagen. So ist unklar, ob die Arbeiten an dem Fundament wie geplant bis zum Mai abgeschlossen werden können. Dies könnte den ohnehin knappen Zeitplan für den Bau des Garnisonkirchen-Turms ins Wanken bringen. Das Projekt muss bis 2020 abgeschlossen sein, sonst läuft die Baugenehmigung aus.

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Gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche wenden sich mehrere Initiativen. Darunter auch evangelische Christen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen. Sie verweisen auch auf den "Tag von Potsdam" im März 1933, als Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler in der Kirche die Hand gegeben hatte.

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Ungewiss seien auch die Auswirkungen auf die Kosten, die für eine komplette Fertigstellung auf rund 39 Millionen Euro veranschlagt sind, räumte Eschenburg ein. Allerdings betont die Stiftung, dass der beauftragten Firma ein umfangreiches Gutachten über den Baugrund vorgelegen habe.

Baustopp beim Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche: Das historische Ziegelfundament bereitet Probleme beim Bohren der modernen Pfahlgründung – die pünktliche Fertigstellung des Fundaments ist fraglich. Während die Planer über eine alternative Bohrtechnologie nachdenken, werden bereits erste Baufahrzeuge von der Baustelle abgeholt.

Potsdam. Die Baustelle des Garnisonkirchturms in Potsdam steht seit Wochen still. Ein Bohrkran und ein weiterer Kran wurden mindestens seit Jahresbeginn nicht mehr bewegt. Auch Bauarbeiter sind nicht zu sehen. Jetzt hat die Stiftung Garnisonkirche mitgeteilt, dass es technische Probleme mit dem Baugrund gibt. „Nach den ersten Bohrungen läuft zurzeit eine Überprüfung des technischen Verfahrens“, heißt es in einer Mitteilung. Eigentlich sollten in diesen Wochen insgesamt 38 Gründungspfeiler in bis zu 38 Meter Tiefe gebohrt werden. Bis Ende Mai sollte diese Arbeit und auch der Guss der Fundamentplatte erledigt sein, um dann darauf mit dem Rohbau des Turms in die Höhe beginnen zu können.

Mit einer Antwort auf die Frage nach den Gründen tut sich die Stiftung schwer. In einer „Herausfordernde Gründungsarbeiten“ betitelten Pressemitteilung werden zunächst ausgiebig die technischen Hürden beschrieben, die zu bewältigen sind: Die Bohrer müssen erst das 3,50 Meter dicke, aus Ziegeln bestehende Originalfundament der Kirche durchdringen, darunter folgt eine „einen Meter starke Packlage“. Diese Schichten müssen durchbohrt werden, um die 38 Pfeiler mit einem Durchmesser von je 1,20 Metern und einem Gesamtgewicht von mehr als 100 Tonnen 38 Meter tief in die Erde zu bekommen. Nach jeder Bohrung bleibt ein Rohr in der Erde, in das eine geflochtene Stahlbewehrung eingelassen wird, die dann mit Beton ausgegossen wird, während parallel das Rohr wieder aus der Erde gezogen wird.

Die Geschichte der Garnisonkirche – vom Bau über Abriss zum Wiederaufbau. Mit vielen Bildern und Videos.

Die Gegner des umstrittenen Projekts quittierten den Stillstand auf der Baustelle mit beißendem Spott. „Wir begrüßen somit als Ehrenmitglied in unserer Bürgerinitiative den märkischen Sand“, lästerte die „Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“. Die Initiative veröffentlichte in den sozialen Netzwerken zudem mehrere Bilder aus den vergangenen Wochen, die belegen, dass die Baufahrzeuge vor Ort schon länger nicht mehr bewegt werden. Pikanterweise stammen die Bilder von der Web-Cam der Garnisonkirchen-Stiftung, die eigentlich alle 15 Minuten den Baufortschritt dokumentieren sollen.

Suche nach alternativer Technologie „Wir ringen derzeit um die richtige Technologie des Bohrens der Pfähle“, sagte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Stiftung, der MAZ. Trotz einer umfangreichen Bodendokumentation sind die Probleme unerwartet aufgetreten. Das nun gescheiterte Verfahren sah vor, dass mit dem Bohrkran einzelne 120 Zentimeter durchmessende Bohrrohre in die Tiefe gedreht werden. Anschließend sollten die Rohrsegmente mit einer Stahlarmierung, Beton und geothermischen Leitungen verfüllt und dabei gleichzeitig herausgezogen werden, um sie bei der nächsten Bohrung wiederverwenden zu können.

Auf dem Weg in die Tiefe wird auch das historische Fundament des früheren Kirchturms durchbohrt – ein 3,50 Meter dickes Ziegelmauerwerk und eine etwa einen Meter dicke „Packlage“ aus Naturstein. Hierbei ergaben sich unerwartete Probleme. Im Dezember habe es „letzte Analysen“ der beauftragten Firma gegeben, die daraufhin Schwierigkeiten angezeigt hätte. „Bei einer Bohrung hat sich das Bohrrohr nur mit Schwierigkeiten wieder aus dem Erdreich ziehen lassen. Eine Verfüllung mit Beton war deshalb nicht möglich. Eine weitere Bohrung verlief so, dass das Rohr abriss und zum Teil in der Erde verblieb. Diesen Gründungspfahl konnten die Bauleute jedoch planmäßig mit Beton verfüllen“, erklärt die Stiftung. Die Spezialtiefbaufirma Otto Heil aus Taucha führt die Arbeiten aus, wollte sich auf Anfrage aber nicht zu den Problemen äußern und verwies auf den Auftraggeber.

Im Oktober 2017 begann der Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam an der Breite Straße. Wir dokumentieren den Wiederaufbau live mit einer Webcam.

„Im Moment sitzen die Planer und Entwickler zusammen, um über die künftige Technologie zu befinden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Bohrpfahlgründung zu realisieren“, sagt Wieland Eschenburg. Auf die Frage, ob trotzdem wie bislang geplant bis Ende Mai das Fundament fertiggestellt werden könne, sagte Eschenburg: „Ich glaube es nicht, aber wir können es jetzt noch nicht sagen.“ Zu den Auswirkungen des Baustopps auf die Kosten des Turmbaus wollte sich Eschenburg nicht äußern, „bevor wir es technologisch abgestimmt haben“.

Da derzeit nichts auf der Baustelle passiert, waren am Dienstag sogar schon Fahrer vor Ort, die im Auftrag der ebenfalls auf der Baustelle tätigen Firma Implenia zwei wochenlang ungenutzte Baufahrzeuge von der Baustelle entfernen sollten, die anderswo gebraucht würden. Die Fertigstellung des Turms der Garnisonkirche in einer Grundvariante ohne barocken Zierrat muss wegen einer auslaufenden Baugenehmigung bis 2020 erfolgen.

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Mit der Webcam live den Wiederaufbau der Garnisonkirche an der Breiten Straße in Potsdam beobachten.mehr

Die Garnisonkirche in Potsdam ist eine Kirche mit bewegter Vergangenheit. 1732 eingeweiht, wird sie im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, die Ruine 1968 gesprengt. 2017 beginnt mit dem Turm der Wiederaufbau. Berühmt-berüchtigt ist sie durch den „Tag von Potsdam“.

Protokoll der Bombardierung: Am 14. April 1945 wird Potsdam das Ziel eines alliierten Bombenangriffs. Große Teile der Innenstadt werden zerstört.mehr

Zeitreise durch Potsdam: Anhand von historischen und aktuellen Aufnahmen zeigt die MAZ, wie sich die Stadt Potsdam verändert hat – und was wieder aufgebaut wurde. Besuchen Sie mit Klick durch die Galerie Potsdams markante Ecken – damals und heute.