Förster ertappt Boris Becker im Wald bei Pforzheim - BNN - Badische Neueste Nachrichten
Boris Becker umfährt unerlaubt Stau im Wald und wird von Forstwirt erwischt
Ein Förster hat Boris Becker im Wald bei Pforzheim ertappt. Becker und sein Chauffeur probierten es mit einer kreativen, aber nicht ganz legalen Stau-Umfahrung über einen Forstweg. Die Tennis-Legende war das wohl prominenteste Opfer eines langen Staus zwischen Stuttgart und Karlsruhe. Wenn es nach dem zuständigen Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon geht, wird die Ordnungswidrigkeit wohl „aus ökonomischen Gesichtspunkten“ nicht geahndet.

Boris Becker setzt in jeder Lebenslage auf Willensstärke. Er tut es höflich, wie ein Forstwirt auf einem Schleichweg im Remchinger Gemeindewald erlebte, aber „keinen Promibonus“ gewährte. Dorthin hatte sich der frühere Tennisstar abgesetzt, während andere Autos in Fahrtrichtung Karlsruhe im Stau auf der B 10 ihre Nerven erprobten.

Offenbar hatte es Becker eilig, doch die A8 zwischen Pforzheim und Karlsruhe war an dem Tag stundenlang gesperrt. Gemeindeförster Thomas König sagte dem SWR, dass er das Auto auf einem Waldweg angehalten habe. Zuerst habe er mit dem Chauffeur gesprochen, dann sei Becker ausgestiegen. Der 51-Jährige habe daraufhin gesagt, dass er dringend einen Zug in Karlsruhe erreichen müsse.

Der Mann habe einen Zug in Karlsruhe erreichen wollen, berichtete Forstwirt Thomas König aus Remchingen. Er selbst sei „zwar nicht sonderlich an Sport interessiert“, habe aber nach einem fragenden „Herr Becker“ mit einem langgezogenen „Ja“ bestätigt bekommen, dass er mitten im Wald tatsächlich den vielfachen Wimbledon-Sieger erkannt hatte.

Der ehemalige Tennisstar Boris Becker soll dabei erwischt worden sein, wie er einen Stau umgehen wollte – und sich deshalb durch einen Wald fahren ließ. Das berichtet der SWR. Demnach hat ein Förster den Wagen am Mittwochmorgen im Gemeindewald von Remchingen im Enzkreis gestoppt.

Auf einmal war ein dunkler Audi hinter uns, ignorierte das Verbotsschild und folgte uns im Schritttempo

„Auf einmal war ein dunkler Audi hinter uns, ignorierte das Verbotsschild und folgte uns im Schritttempo“, beschrieb König, wie die Geschichte an Mittwochmorgen begann. Nach etwa 500 bis 600 Metern hätten er und sein Kollege ihren Kastenwagen mit weiß-roter Schraffierung angehalten, die Motorsäge geschnappt und Äste entfernt. „Können Sie etwas zur Seite fahren“, hätten erst der Fahrer, dann Becker selbst gefragt. Das war die Situation des Erkennens. „Ich habe ihm die Hand hingehalten und ,Guten Morgen‘ gewünscht.“

“Er war höflich, freundlich, sachlich und korrekt. Das hat mich bei der Arbeit nicht aus der Bahn geworfen, aber es war auf jeden Fall ein Highlight”, sagte König dem Sender.

Nicht von Erfolg gekrönt war die Gelassenheit, mit der Thomas König reagierte. Becker verschaffte sich selbst freie Bahn, so der Remchinger Förster weiter. Boris Becker, einst für seine kraftvolle Vorhand berühmt, schmiss im Weg liegende Äste beiseite, während sein Fahrer die dunkle Limousine über einen Graben am gemeindlichen Forstfahrzeug vorbei gelenkt habe. Ob er dann nach Nöttingen oder in Richtung Keltern weiter fuhr, könne er nicht sagen, so König.

Nachdem Becker sogar selbst auf dem Weg liegende Äste zur Seite geräumt habe, sei er weitergefahren. Dem Chauffeur droht laut SWR nun eine Anzeige der Gemeinde.

„Normalerweise wird jeder angezeigt“, der den Waldweg verbotenerweise benutzt. Das sei aber Sache seines Vorgesetzten, den er jetzt informiere, sagte König weiter. Da dieser bei einer Nachfrage im Remchinger Rathaus nicht erreichbar war, war zunächst auch nicht klar, wie es mit Becker und seinem Chauffeur weiter geht.

Doppeltes Pech für Boris Becker. Ein Förster stoppte den Wagen des 51-Jährigen am Mittwoch auf einem Waldweg. Er wollte einen Stau umfahren, um den Zug nach München zu erwischen. Dort erlebte der bekennende Bayern-Fan dann eine weitere Pleite.

Als gesichert gelten kann allerdings, dass er bei seiner Tour über den Klosterweg unweit des Sperlingshofs nicht in eine Falle getappt war. Es gibt keine Staukontrolle auf dem Schleichweg, sagte König. Die Begegnung sei ein reiner Zufall gewesen.

Inzwischen hat sich der zuständige Bürgermeister von Remchingen, Luca Wilhelm Prayon (CDU), zu dem Fall geäußert. Er sagt: „Wir verfolgen grundsätzlich alle, die in unserem Wald durch die Gegend fahren, ohne Ansehen der Person.“ Im konkreten Fall könne er aber womöglich trotzdem nichts machen.

Förster König war angesichts der unverhofften Begegnung so perplex, dass er sich das Kennzeichen nicht gemerkt hat. Und Becker nachzutelefonieren, macht wohl wenig Sinn unter ökonomischen Gesichtspunkten, findet Bürgermeister Prayon.

Immerhin: Unterdessen hat Boris Becker seine Tat öffentlich gestanden. Am Mittwochabend witzelte er beim Sender „Sky“, wo er als TV-Experte beim Spiel Bayern gegen den FC Liverpool einen Auftritt hatte: „Das ging fast blutig aus, aber ich bin nochmal aus der Nummer rausgekommen. Der kam schon mit seiner Kettensäge auf mich zu.“

Boris Becker (51) ist am Mittwochmorgen mit dem Auto auf einem Waldweg bei Remchingen (Baden-Württemberg) erwischt worden. Hintergrund: Boris wollte einen Stau umfahren. Das berichtete zuerst der SWR.

Die Tennislegende hatte es eilig, wollte offenbar einen Zug in Karlsruhe erreichen, der ihn nach München bringen sollte. Grund: Becker ist Gast im Sky-Studio zum Champions-League-Kracher Bayern gegen Liverpool. Dumm, dass die A8 zwischen Pforzheim und Karlsruhe stundenlang gesperrt war, sich ein fetter Stau bildete.

Am vergangenen Donnerstag stand Becker erst mit seiner Noch-Frau Lilly vor Gericht, traf sich abends dann mit einer anderen Frau.

Der dreifache Wimbledon-Champion verlor die Geduld. Becker und sein Chauffeur wählten die verbotene Abkürzung durch einen Wald. Irre: Die Tennislegende habe sogar selbst auf dem Weg liegende Äste zur Seite geräumt, berichtet ein Forstwirt. Der Mann wieß Chauffeur und Tennis-Champion auf ihr Vergehen hin und sägte von Baumstämmen noch vorhandene Aststummel am Fahrzeug ab.

Becker im Sky-Studio lachend im Scherz: Der Mann stand mit einer Kettensäge vor mir. Das wäre fast blutig ausgegangen.

Vorteil Becker? Diesmal nicht. Auf alle Fälle wohl nicht für seinen Fahrer. Die unerlaubte Abkürzung könnte ihm nun teuer zu stehen kommen. Es droht eine nachträgliche Anzeige wegen unzulässigen Fahrens im Wald und ein Bußgeld (bis zu 2500 Euro).